Sienna Sterling: The Secrets of Minneapolis

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Zusammenfassung

Nach einer Beförderung zieht die britische Ermittlerin Sienna Sterling nach Minneapolis, um dort neue Fälle zu übernehmen. Doch schon bald stellt sie fest, dass hinter der scheinbar ruhigen Stadt dunkle Geheimnisse verborgen liegen. Menschen verschwinden spurlos, und die wenigen Hinweise werfen mehr Fragen auf, als sie beantworten. Während Sienna versucht, die Wahrheit herauszufinden, begegnet sie dem geheimnisvollen Nathan Gabriel Blackwood, der mehr über die Stadt zu wissen scheint, als er zugibt. Je tiefer Sienna gräbt, desto deutlicher wird: Minneapolis verbirgt weit mehr als nur ungelöste Verbrechen.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
3
Rating
n/a
Altersfreigabe
18+

1 Das Angebot, das alles verändert

Sienna


Der Regen prasselte gegen die Fensterscheiben meines Büros, als ich die Akte zum dritten Mal durchblätterte. London sah an diesem Abend genauso aus, wie es sich anfühlte – grau, kalt und voller ungelöster Fragen.

Seit drei Tagen arbeitete ich an diesem Fall, und trotzdem fehlte immer noch das wichtigste Puzzlestück. Irgendetwas passte nicht. Es gab immer diesen einen Moment, in dem ein Detail alles veränderte.

Ich hatte ihn nur noch nicht gefunden.

Ich lehnte mich zurück und rieb mir müde über die Augen. Ermittlerin zu sein bedeutete selten Schlaf und fast nie einfache Antworten. Aber genau deshalb liebte ich meinen Job.

In diesem Moment klopfte es an der Tür.

„Sterling?"

Ich sah auf. „Ja? Kommen Sie rein", rief ich.

Die Tür öffnete sich und Detective Inspector Harris trat ein und schloss die Tür hinter sich.

„Sie arbeiten immer noch an dem Fall?" fragte er und nickte in Richtung der Akte auf meinem Schreibtisch.

Ich zuckte leicht mit den Schultern. „Jemand muss es ja tun."

Harris zog einen Stuhl heran und setzte sich mir gegenüber. Sein Blick wanderte kurz über die Unterlagen, dann wieder zu mir.

„Sie wissen, dass der Fall morgen abgegeben wird."

„Ich weiß", sagte ich. „Heißt aber nicht, dass ich ihn einfach liegen lassen kann."

Er musterte mich einen Moment lang, als würde er überlegen, ob er etwas sagen sollte. Dann griff er in die Innentasche seines Mantels und legte einen Umschlag auf meinen Schreibtisch.

„Das ist eigentlich der Grund, warum ich hier bin."

Ich sah auf den Umschlag. Mein Name stand darauf.

„Was ist das?"

„Machen Sie ihn auf."

Ich zog das Papier heraus und überflog die ersten Zeilen. Zuerst dachte ich, ich hätte mich verlesen.

„Das ist ein Witz, oder?" fragte ich schließlich und sah auf.

Harris schüttelte den Kopf. „Ganz und gar nicht."

Ich las die Zeilen noch einmal. Beförderung. Neue Stelle. Versetzung.

„Minneapolis?" sagte ich langsam.

„Ja."

Ich legte das Blatt auf den Tisch. „Sie wollen mich nach Amerika schicken?"

„Nicht wollen", korrigierte Harris ruhig. „Sie schicken Sie."

Ich lehnte mich zurück und verschränkte die Arme. „Warum ich?"

Er lächelte leicht.

„Weil Sie die beste sind, Sterling. Vielleicht sogar zu gut für das hier."

Draußen donnerte es leise, und der Regen wurde stärker.

Ich sah wieder auf das Schreiben vor mir.

Ein neuer Job. Eine neue Stadt. Ein neues Land.

„Wann?" fragte ich.

„In drei Wochen."

Ich stieß langsam die Luft aus.

„Drei Wochen?"

„Ja, sie können sich es noch überlegen, geben sie mir bis Freitag Abend bitte Bescheid.

Und Mrs Sterling, wenn sich mich fragen sie haben es mehr als alles andere verdient diese Beförderung es ist zwar anders als hier aber sie verdienen gutes Geld dort"

„Vielen Dank sir ich überlege es mir und gebe ihnen bis Freitag Abend Bescheid"

Noch wusste ich nicht, dass diese Entscheidung mein Leben komplett verändern würde.

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In den nächsten Nächten konnte ich kaum schlafen. Ich wälzte mich von einer Seite zur anderen, sah an die Decke, hörte den Regen auf das Fenster prasseln, und immer wieder gingen meine Gedanken zu Minneapolis. Ich stellte mir die Straßen vor, die Häuser, die Menschen. Ich stellte mir vor, wie es wäre, dort zum ersten Mal auf einen Fall zu stoßen. Wer würde mir begegnen? Welche Geheimnisse würden auf mich warten?

Trotz all dieser Gedanken zwang ich mich schließlich, die Augen zu schließen.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker zu früh, wie immer. Ich stand auf, duschte und zog mich an. Frühstück war nur ein hastiges Toaststück mit Kaffee, während ich die Akte des alten Falls noch einmal überflog. Dann machte ich mich auf den Weg zur Arbeit.

Im Büro lief alles wie gewohnt. Ich grüßte meine Kollegen nur flüchtig, nickte ihnen zu und beantwortete Fragen kurz. Reden war nicht so meine Stärke.

Gegen halb zehn klopfte es an meiner Bürotür.

„Sienna, hast du kurz Zeit?"

Es war Maja, meine engste Freundin bei der Arbeit. Sie setzte sich ohne Einladung auf den Stuhl vor meinem Schreibtisch.

„Ich wollte dich etwas fragen wegen dem Fall mit den verschwundenen Personen."

Während sie sprach, fiel ihr Blick auf den Umschlag auf meinem Schreibtisch. Ich hatte ihn gestern Abend hier liegen lassen. Maja bemerkte ihn sofort.

„Was ist das?"

Ich seufzte leise und schob den Umschlag zu ihr rüber.

„Ein Angebot. Eine Beförderung... in Minneapolis."

Maja sah mich überrascht an.

„Wow... Das ist... krass, Sienna. Richtig krass."

Sie zog die Augenbrauen hoch, ihre Hand stoppte mitten in der Bewegung.

„Minneapolis? Du willst also...?"

Bevor ich antworten konnte, klopfte es an der Tür und Dave, ein Kollege und Freund aus einer anderen Abteilung, trat ein. In seinen Händen hatte er ein paar Akten, die er mir wohl übergeben wollte. Er zögerte kurz, sein Blick fiel auf den Umschlag.

„Hey... Moment mal... was ist das?" fragte er und zeigte auf den Umschlag.

Maja sprang auf.

„Sienna hat ein Angebot für Minneapolis bekommen."

Dave starrte uns beide an.

„Minneapolis? Du... wirklich?"

Ich nickte nur.

„Ich habe noch keine Ahnung. Ich muss noch darüber nachdenken. Ich habe Zeit bis Freitagabend."

Maja schüttelte leicht den Kopf, als müsste sie die Neuigkeit erst einmal verdauen.

„Also ehrlich, Sienna... das ist eine Riesenchance. Mehr Geld, größere Fälle, mehr Verantwortung."

Ich verschränkte die Arme.

„Ja, das stimmt. Aber ich fange von null an. Ich kenne dort niemanden. Und weißt du, wie lange ich gebraucht habe, um mich hier zurechtzufinden? Ich bin nicht besonders gut mit Menschen. Ich weiß nicht, ob ich dort schnell Anschluss finde. Außerdem... ein neuer Job in einer fremden Stadt – das ist nicht nur anders, es ist auch verdammt einsam."

Dave nickte langsam.

„Ich verstehe. Du willst abwägen, was für dich am besten ist."

„Genau", sagte ich. „Mehr Geld, neue Aufgaben, ja. Aber man startet von Null, und Minneapolis ist riesig. Ich kenne die Stadt nicht. Die Arbeit dort, die Kollegen... alles neu. Es wird eine Herausforderung, und ich muss sicher sein, dass ich bereit bin."

Maja legte eine Hand auf meinen Arm.

„Du bist bereit, Sienna. Du bist die Beste, die wir hier haben. Egal, was du entscheidest – du wirst es schaffen."

Ich nickte, bedankte mich mit einem kleinen Lächeln und sah wieder auf den Umschlag.

Drei Tage.

Drei Tage, um diese Entscheidung zu treffen.

Ich atmete tief durch und griff wieder nach der Akte auf meinem Tisch.

„Okay, Leute. Ich muss jetzt weiterarbeiten."

Maja stand auf und lächelte.

„Gut. Aber wir sprechen später noch einmal darüber."

Dave nickte zustimmend, legte die Akten auf meinen Tisch und die beiden verließen mein Büro.

Die Tür fiel leise ins Schloss.

Für einen Moment war es wieder still.

Nur der Regen draußen war noch zu hören.

Und der Umschlag auf meinem Schreibtisch, der mein ganzes Leben verändern könnte.

Die nächsten drei Tage vergingen wie im Flug. Ich arbeitete meine letzten Fälle ab, sortierte Akten, überprüfte Beweise und beantwortete die wenigen Anfragen meiner Kollegen. Alles war routiniert, fast wie jeden Tag, nur dass die Entscheidung in meinem Kopf immer lauter wurde. Ich versuchte, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren, doch der Umschlag auf meinem Schreibtisch stand wie ein stummes Mahnmal vor mir und erinnerte mich daran, dass mein Leben bald vielleicht eine neue Richtung einschlagen würde.

Maja kam jeden Tag kurz vorbei, nur um zu sehen, ob ich noch atmete oder ob ich beim Recherchieren völlig versunken war. Ihre Worte waren meistens knapp, ein „Alles okay?" oder ein „Du siehst müde aus", aber es genügte, dass ich wusste, dass sie da war. Ich sprach nur, wenn ich es für nötig hielt, nickte ihr sonst zu, oder zeigte auf die Akte, wenn sie etwas wissen wollte. Worte kosteten mich Energie, besonders wenn sie von Dingen handelten, die ich noch nicht entschieden hatte.

Am dritten Tag, kurz nach dem Mittag, klopfte es wieder an meiner Tür. Ich war gerade dabei, einen Bericht zu vervollständigen, und sah kaum auf.

„Sienna, heute Abend Treffen?" Maja kam herein, ihr Blick erwartungsvoll, und sie strahlte wie immer Energie aus, die mich gleichzeitig aufweckte und fast erschöpfte.

„Ähm... ja... wahrscheinlich..." Ich wollte gerade versuchen, mich herauszureden, doch sie war schon wieder blitzschnell am Weg aus meinem Büro. „Komm schon, wir haben uns lange nicht gesehen!", rief sie noch, bevor sie die Tür hinter sich zuzog.

Ich ließ den Stift sinken und lehnte mich zurück. Sie hatte Recht. Ich hatte die letzten Tage nur gearbeitet und überlegt. Zeit für ein Leben außerhalb der Arbeit hatte ich kaum gefunden. Ich konnte es mir nicht entziehen, so sehr ich es versucht hatte.

Abends war Maja pünktlich da, wie immer, wenn wir uns verabredeten. Ich packte schnell meine Unterlagen zusammen, zog den Mantel über und wir gingen zu meinem Auto. Der Regen hatte aufgehört, aber die Straßen glänzten noch nass im Schein der Laternen. Ich setzte mich ans Steuer, und Maja stieg ein.

„Also... heute war echt viel los", begann sie, kaum dass wir losgefahren waren. „Wir haben ein paar neue Fälle auf dem Tisch bekommen, und du wirst es nicht glauben, was Dave wieder gemacht hat..." Sie erzählte von einem kleinen Chaos in der Abteilung, von Dave, der Unterlagen falsch abgelegt hatte, und von einem fehlerhaften Bericht, der fast nach oben gekommen wäre. Ich hörte zu, nickte hier und da, lachte leise, aber meine Gedanken waren immer wieder beim Umschlag in meiner Tasche.

Die Fahrt war kurz, aber ich genoss die Abwechslung. Es tat gut, die Hände am Lenkrad zu spüren, den Motor zu hören, die Stadt an mir vorbeiziehen zu sehen, ohne dass ich auf die Akten starrte. Maja redete ohne Pause, erzählte von ihren Plänen fürs Wochenende, von einem Café, das neu eröffnet hatte, und von kleinen Anekdoten aus unserem Büroalltag. Ich hörte zu, und für einen Moment vergaß ich den Druck, der auf mir lastete.

Als wir an meinem Apartment ankamen, parkte ich das Auto. Wir stiegen aus, und die kühle Abendluft schlug mir entgegen. Ich trug den Umschlag noch immer in meiner Tasche, spürte sein Gewicht, das sich schwer in meiner Handfläche anfühlte.

Wir gingen die Treppen hoch in mein Apartment, die ich in den letzten Tagen nur ein paar Mal hochgegangen war, doch diesmal mit einem Gefühl von Aufbruch. Die Tür fiel hinter uns ins Schloss, und Maja drehte sich zu mir.

„Okay", sagte sie mit einem Blick, der mir sofort klar machte, dass wir beim Kern der Sache angekommen waren. „Jetzt aber gut. Damit. Erzähl mir... wie hast du dich entschieden?"

Ich zog den Umschlag aus meiner Tasche, hielt ihn zwischen uns, spürte die Kanten unter meinen Fingern. Maja lehnte sich leicht vor, gespannt, fast atemlos.

„Ich..." Ich hielt inne. Worte zu finden war schwieriger als gedacht. Die Entscheidung war noch nicht gefallen, und irgendwie wollte ich die letzten Tage der Abwägung für mich behalten. „Ich... habe noch keine Entscheidung getroffen", sagte ich schließlich und sah sie an.

Maja ließ die Augenbrauen hochziehen, ein Ausdruck von Überraschung, aber auch von Verständnis. „Du hast noch Zeit bis morgenabend, oder?"

Ich nickte. „Ja. Bis morgenabend. Viel Zeit habe ich nicht mehr, ich muss mich entscheiden, und das fällt mir so schwer."

Sie seufzte, setzte sich auf die Kante meines Sofas und verschränkte die Hände. „Okay, ich verstehe. Aber du musst mir versprechen, dass du ehrlich bist. Ob es ja oder nein wird, ich will wissen, wie du dich wirklich fühlst."

Ich ließ den Umschlag auf den Tisch vor uns fallen. Er lag da, unscheinbar, doch irgendwie schien er den ganzen Raum zu füllen. Wir saßen eine Weile still da, nur das leise Summen der Straßen draußen war zu hören.

„Also... was sind die Vorteile? Daran musst du denken", sagte Maja schließlich, sie wollte das Schweigen brechen.

„Neue Aufgaben, mehr Verantwortung", begann ich langsam. „Das alles klingt gut. Aber... ich weiß nicht..."

Sie nickte. „Und die Nachteile? Es gibt so viele neue Chancen, du kannst komplett neu anfangen, lernen, dich mehr zu öffnen, neue Freundschaften schließen und vieles mehr."

Ich seufzte leise. „Einsamkeit. Neuanfang. Keine Vertrauten. Die Stadt ist groß, und ich kenne niemanden. Ich muss alles erst lernen, mich beweisen, und ich weiß nicht, ob ich das will. Zumindest... nicht sofort."

Maja sah mich an, ein wenig nachdenklich, und legte schließlich ihre Hand auf meine. „Ich verstehe. Egal, wie du dich entscheidest... du wirst deinen Weg finden. Du bist Sienna Sterling. Du bist stark."

Ich nickte erneut, ein kleines Lächeln auf den Lippen. „Danke, Maja."

Wir saßen noch eine Weile da, redeten über andere Dinge, lachten über alte Erinnerungen von früher, doch der Umschlag auf dem Tisch blieb das unausgesprochene Zentrum unserer Unterhaltung. Die Antwort würde noch nicht kommen. Noch nicht heute.

Ich wusste nur, dass ich die Entscheidung bis morgenabend abgeben müsste. Und dass alles, was ich bisher kannte, sich bald vielleicht verändern würde.