Chapter 1 Forbidden Glance
Die Stadt glitzerte wie flüssiges Gold unter den Neonlichtern. Jeder Wolkenkratzer war ein Leuchtfeuer für Reichtum, Macht und Versuchung. Inmitten dieser glänzenden Skyline bewegte sich Dante Moreau mit der Selbstverständlichkeit eines Mannes durch die Menge, der es gewohnt war, das Sagen zu haben. Jeder Blick schien ihm zu folgen – nicht nur wegen seiner schicken Anzüge oder seines selbstbewussten Gangs, sondern wegen der Aura von Gefahr und Verlangen, die wie eine zweite Haut an ihm haftete.
Livia Santoro beobachtete das Treiben vom Balkon des Penthouses aus. Die Einladung in ihrer Hand zitterte leicht. Dantes Partys waren legendär. Sie waren eine berauschende Mischung aus High Society, skandalösen Gerüchten und Nächten, in denen eine Hemmung nach der anderen fiel. Sie hatte den goldenen Umschlag früher am Abend erhalten, versiegelt mit Dantes persönlichem Emblem. Ihr war sofort klar: An dieser Party teilzunehmen, war keine soziale Entscheidung, sondern ein Befehl.
In dem Moment, als sie den Ballsaal betrat, änderte sich die Stimmung. Getuschel folgte ihr wie eine Feuerspur. Dantes dunkler Blick blieb quer durch den Raum an ihr hängen. Ihr Puls beschleunigte sich. Es lag etwas in der Art, wie er sie ansah – intensiv und fordernd. Als könnte er durch die Schichten blicken, die sie trug, um sich selbst zu schützen.
„Du bist spät dran“, sagte er, als sie sich ihm näherte. Seine Stimme war tief, sanft und von einem befehlenden Unterton geprägt. „Und ich mag es nicht, zu warten.“
„Ich wollte einen bleibenden Eindruck hinterlassen“, antwortete sie. Ihr Herz hämmerte, und ihre Lippen formten ein kleines, gewagtes Lächeln.
Dantes Augen tasteten sie ab, während Hunger und Bewunderung in ihren Tiefen flackerten. „Du weißt immer, wie man jemanden in seinen Bann zieht“, murmelte er. „Und heute Nacht… werde ich dir zeigen, wie viel Macht das Verlangen haben kann.“
Jeder Zentimeter ihres Körpers reagierte instinktiv. Die Luft zwischen ihnen fühlte sich dick und elektrisiert an. Es wirkte, als wäre die Party in den Hintergrund getreten und hätte nur noch das Ziehen von Hitze, Spannung und unausgesprochenen Versprechen hinterlassen.
Dante streckte seine Hand aus, und ohne zu zögern, legte Livia ihre hinein. Die Berührung war elektrisierend. Sie jagte ihr einen Schauer über den Rücken und entfachte eine Flamme, die unmöglich zu ignorieren war. „Komm mit“, sagte er mit tiefer, bestimmter Stimme.
Sie bewegten sich durch die Menge, von den anderen unbemerkt, hin zu einer privaten Terrasse mit Blick über die Stadt. Die Nachtluft war kühl und strich über ihre Haut, doch durch Dantes Nähe fühlte sie sich wie Hitze an.
„Du weißt nicht, worauf du dich einlässt“, sagte er mit intensivem Blick. „Verlangen ist ein gefährliches Spiel. Ein Blick, eine Berührung… und es gibt kein Zurück mehr.“
„Ich hatte noch nie Angst vor Gefahren“, flüsterte sie und lehnte sich ein kleines Stück näher. „Und ich habe nicht vor, jetzt damit anzufangen.“
Dantes Lippen krümmten sich zu einem dunklen, anerkennenden Lächeln. „Gut“, murmelte er, während seine Finger flüchtig und gezielt über ihre strichen. „Denn heute Nacht… beansprucht das Reich des Verlangens jeden, der es betritt.“
Unter ihnen erstreckten sich die Lichter der Stadt endlos, doch hier oben auf der Terrasse waren sie allein. Jeder Atemzug, jeder Blick, jeder Zentimeter Platz zwischen ihnen war erfüllt von Spannung, Versprechen und der berauschenden Verlockung der Hingabe.
„Du solltest wissen“, sagte Dante, als er einen Schritt näher trat, „ich teile nicht gern. Verlangen… sobald es beansprucht wurde… gehört mir. Verstehst du?“
„Ja“, flüsterte sie. Ihr Herz raste, ihr Puls hämmerte. „Vollkommen.“
In diesem Moment, mit der sich unter ihnen ausbreitenden Stadt und der von Versuchung erfüllten Nacht, begriff Livia, dass die Nacht gerade erst begonnen hatte – und dass das Reich, das Dante regierte, eines war, dem sie sich freiwillig ergeben würde.