Intro | Anthony
Rache ist wie ein Gift, das sich ausbreitet, bis es einen völlig einnimmt. Sie kann einen Menschen schwärzer werden lassen, als er es je für möglich gehalten hätte.
So wie damals, als Domani De Luca, rasend vor Wut und Wahnsinn, einen Mann an die Decke kettete, um ihn zu schlagen und zu demütigen. Er hat die Ex-Verlobte des Mannes direkt vor seinen Augen gefickt, als wäre er nur ein Zuschauer. Danach hat er ihn ausgeweidet. Er hat ihm buchstäblich den Bauch aufgeschlitzt und die Eingeweide herausquellen lassen.
Genau das kann Rache aus einem Menschen machen.
Deshalb versuche ich verdammt noch mal alles, um Lexi davor zu bewahren, sich in diesem Schock und ihrer Trauer zu verlieren, nachdem sie erfahren hat, dass ihr Vater ihre Mutter ermordet hat. Sie hat den brennenden Wunsch, Vergeltung zu üben und so viel Schaden wie möglich anzurichten, völlig egal, was dabei auf der Strecke bleibt.
Sie ist so auf diesen Rachefeldzug fixiert, dass sie ihre eigene Sicherheit und ihr Wohlbefinden völlig vergisst. Und genau da komme ich ins Spiel. Ich bin ihr Freund. Ich sollte für sie der rettende Anker in all dem sein. Und glaub mir, ich gebe mein Bestes.
Was mir am meisten Angst macht, ist, wie unnatürlich Lexi und Dom als Paar wirkten, als sie sich hinter unserem Rücken gegen die Petrov-Männer verbündeten.
Die Leute wissen es nicht, aber ich weiß es. Und alles, was mit Domani De Luca zu tun hat, ist immer eine beschissene Idee. Er ist nicht der Umgang, den ich jetzt für sie will, aber ich fürchte, ich bin zu spät dran.
Die schlagfertige Lexi verblasst direkt vor meinen Augen. Ich strecke ihr meine Hand entgegen. Ich brauche nur, dass sie sie endlich ergreift.