Gezähmt durch den Alpha

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Zusammenfassung

**Er fand seine Gefährtin gebrochen, verwildert und mit dem Halsband eines anderen Mannes versehen.** Ein Jahrzehnt lang lebte Raven als angekettete Kreatur im Garten eines Verrückten – eine zertrümmerte, stumme Trophäe für einen Schmerz, der nicht ihr eigener war. Beraubt ihres Rudels, ihrer Stimme und sogar ihres eigenen Verstandes, ist sie kaum mehr als ein verwundetes Tier, als Alpha Logan sie findet. In dem Moment, in dem er sie sieht, erwacht die Gefährten-Bindung mit einem Schrei zum Leben. Sie gehört ihm. Doch sie hat Angst vor seiner Berührung, verloren in einem Albtraum, den er nicht begreifen kann. **Um sie zu heilen, wird er sie dazu bringen, sich ihm vollkommen zu unterwerfen.** Logan weiß, dass Gewalt die einzige Sprache ist, die ihr Trauma versteht. Er bietet ihr ein neues Halsband an – eine lederne Manschette – und ein Versprechen: Gehorche seinem Befehl und finde Sicherheit. Durch eine sorgfältig aufgebaute Dominanz baut er ihre Welt Regel für Regel wieder auf. Seine Kontrolle ist ihre Zuflucht. Seine Berührung ist ihr Erwachen. Und in seinem Bett wird ihre Unterwerfung zum Pfad zu ihrer eigenen Stärke. **Um sie zu behalten, muss er für sie töten.** Doch die Vergangenheit ist noch nicht vorbei. Wyatt, der Mensch, der ihr das Leben stahl, will sein Eigentum zurück. Er ist auf dem Weg, bewaffnet mit Silber und einem Hass, der keinen Grund kennt. Um die Gefährtin zu beschützen, für deren Heilung er so hart gekämpft hat, muss Logan die urwüchsige Wut seines Wolfes entfesseln … und beweisen, dass manche Bindungen in Blut geschmiedet und durch Lust besiegelt werden.

Genre:
Erotica
Autor:
Ember Wilds
Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
26
Rating
4.9 9 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Prolog Raven

Die Welt roch nach Kiefernnadeln und dem Honigkuchen meiner Mutter. Ich konnte das tiefe, dröhnende Lachen meines Vaters hören, das aus der Höhle des Alphas hallte. Es war ein Geräusch, so beständig und warm wie der Berg selbst. Meine Pfoten, die noch viel zu groß für meinen schlaksigen Körper waren, scharrten im Dreck, während ich mit einem anderen Welpen balgte. Unsere spielerischen Knurrer gingen im gesprenkelten Sonnenlicht verloren. Wir waren das Skyfall Pack, und das hier war unser Zuhause.

Dann drehte sich der Wind und brachte einen neuen Geruch mit sich. Er war beißend und scharf und kratzte mir im Hals. Rauch. Ein kollektives Heulen der Alarmbereitschaft stieg auf, und die Einheit unseres Rudels zerbrach. Das Feuer kam aus dem Nichts und brüllte immer näher heran, ein hungriges, orangefarbenes Monster, das das Grün unseres Waldes verschlang. Chaos brach aus – eine Symphonie des Schreckens, Rufe der Warnung und Schmerzenslaute, die alle vom erschreckenden Knistern der Flammen übertönt wurden.

Ich war ein kleiner, dunkler Welpe, verloren im Mahlstrom aus Orange und Schwarz. Ich rief nach meiner Mutter, nach meinem Vater, doch mein Fiepen wurde vom Inferno verschluckt. Die Hitze ließ mein Fell versengen, und ein stechender Schmerz schoss mein Vorderbein hinauf, als ich auf einer brennenden Wurzel landete. Meine Lungen brannten bei jedem Atemzug, und ich hustete, erstickte fast am Rauch. Ich rannte blindlings, mein einziger Instinkt war das Überleben, bis mein Körper nachgab. Ich brach zusammen, die Welt verengte sich auf einen winzigen Punkt des Schmerzes. In meiner Schwäche wich die Wolfsgestalt, und ich verwandelte mich zurück – ein zehnjähriges Mädchen, rußverschmiert und in einem zerrissenen Nachthemd, das gebrochen auf dem Waldboden lag, während meine Welt um mich herum zu Asche verbrannte.

Während ich dort lag und versuchte, das Desaster zu begreifen, durchschnitt ein neuer Geruch den beißenden Dunst aus Rauch und Asche: Mensch, Schweiß und der kalte, scharfe Beigeschmack von Waffenöl. Schwere Stiefel knirschten über die schwelende Asche, jeder Schritt klang wie ein Totengeläut. Ein Schatten fiel auf mich und löschte den höllischen, orangefarbenen Schein des Feuers aus. Ich sah in ein Gesicht, das von einer so tiefen Trauer gezeichnet war, dass sie zu einem schrecklichen, zielgerichteten Hass geronnen war. Er sah kein Kind; er sah ein Monster.

„Bestie“, murmelte er, seine Stimme ein tiefes Grollen voller Gift. „Welpe eines Mörders.“ Er musste gesehen haben, wie ich mich verwandelte, oder er wusste es einfach. Seine Augen, die bereits hohl und eingefallen waren, leuchteten vor einer erschreckenden Entschlossenheit auf. Für ihn war ich kein Kind; ich war ein Symbol für die Kreaturen, von denen er glaubte, dass sie ihm alles genommen hatten.

Ich versuchte, wegzukrabbeln, doch meine verbrannte Hand schrie vor Protest auf und mein Körper war zu schwer, zu kaputt. Ich war zu schwach, um auch nur zu wimmern. Er bewegte sich mit kalter, geübter Effizienz. Ein scharfer Stich traf meinen Oberschenkel, und ich kämpfte darum, nach unten zu sehen, wo ich das helle Gefieder eines Betäubungspfeils entdeckte. Die Welt begann sich zu neigen, die feurige Landschaft verschwamm zu einem hässlichen Wirbel aus Orange und Grau. Mein letztes bewusste Gefühl war das raue, kratzige Gefühl einer Leinwand, die man mir über den Kopf zog. Sie stürzte mich in eine erstickende Dunkelheit, als er mich wie eine frische Beute in einen Sack steckte.

Ich erwachte in der Dunkelheit und dem rhythmischen Ruckeln eines fahrenden Fahrzeugs. Der Leinwandsack war ein erstickendes Grab, das nach Schimmel und meiner eigenen abgestandenen Angst roch. Dann hielt das Fahrzeug an. Ich blinzelte im plötzlich blendenden Sonnenlicht, als der Sack weggerissen wurde. Ich starrte um mich, meine Augen gewöhnten sich an eine Welt aus Dreck und Trostlosigkeit. Die Luft war schwer vom Gestank nach Rost, Benzin und dem tiefen, anhaltenden Geruch menschlicher Verzweiflung.

Der Mann – Wyatt, seinen Namen sollte ich später erfahren – arbeitete mit brutaler, distanzierter Effizienz. Er zerrte mich heraus, mein Körper war schlaff und leistete keinen Widerstand. In seinen Händen hielt er ein schweres, kaltes Metallhalsband. Ehe ich begreifen konnte, was es war, zwang er es mir um den Hals. Eine sengende, weißglühende Qual brach dort aus, wo es gegen meine Haut drückte. Silber. Ein roher Schrei riss aus meiner Kehle, ein Laut vollkommenen Leidens, aber er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Er befestigte das Halsband einfach am Ende einer dicken Kette, die bereits an einem tief in die Erde gerammten Stahlpfosten verschraubt war. Ein letztes, metallisches Klicken besiegelte mein Schicksal.

Ich wusste es noch nicht, aber das war meine neue Welt: anderthalb Meter Kette bestimmten mein Dasein, eine klapprige Hundehütte aus Plastik war mein Unterschlupf, zwei Metallnäpfe für Futter und Wasser, und ein hoher Maschendrahtzaun mit Stacheldraht obenauf schloss alles ein. Dahinter stand der drohende, baufällige Wohnwagen, in dem mein Entführer lebte. Er hockte sich hin, sein Gesicht eine Maske kalter Zufriedenheit, und warf eine Handvoll trockenes, staubiges Trockenfutter in den Dreck vor meine Füße.

„Iss, Bestie.“ Dann drehte er sich um und ging weg, während er im Gehen Staub auf mich trat.

Der erste Tag war ein Nebel aus Verwirrung und heftigem, körperzerrendem Schluchzen. Ich war ein Kind, verloren und voller Angst, und weinte nach meiner Mama, bis mein Hals wund war. Der erbärmliche Laut hallte im trostlosen Hof wider, verschluckt von der riesigen, gleichgültigen Stille. Wyatt kam aus seinem Wohnwagen, sein Gesicht eine steinerne Maske. Ohne ein Wort richtete er den Schlauch auf mich. Der eisige Wasserstrahl raubte mir den Atem und brachte mein Flehen zum Verstummen. Ich lernte schnell: Lärm brachte Bestrafung.

Am zweiten Tag wich die Verzweiflung dem Instinkt. Der Wolf war noch immer in mir, eine gespannte Feder voller Kraft. Ich musste mich von dieser Kette befreien; ich musste entkommen. Ich schloss die Augen und konzentrierte mich auf das vertraute Ziehen, das Knacken von Knochen und Sehnen. Doch gerade als die Verwandlung begann, explodierte eine blendende, weißglühende Qual in meinem Körper. Ich zuckte im Dreck, ein stummer Schrei saß in meiner Kehle fest, während die Elektrizität des Viehtreibers jeden Nerv versengte. Der Schmerz war absolut, und es sollte nicht lange dauern, bis die Lektion in meine Seele eingebrannt war: Mein Wolf war eine Gefahr. Ihn zu rufen brachte nur Schmerz.

Der dritte Tag brachte eine andere Art von Qual: die beißende Kälte der Bergnacht. Ich kroch in die klapprige Hundehütte, mein dünner Körper von Schüttelfrost geschüttelt. Während ich dort im schmutzigen Stroh zitterte, landete eine raue Pferdedecke neben mir. Für einen flüchtigen Moment entzündete sich ein Funke Hoffnung. Es war ein Stückchen Güte. Ich klammerte mich daran, ein dürftiger Schutz gegen die Elemente. Doch am nächsten Morgen riss er sie mir weg.

„Du hast sie vollgestunken“, knurrte er. „Drecks-Vieh.“ Er drehte sich um und ging weg, ließ mich schutzlos und kälter als zuvor zurück. Die Hoffnung starb und wurde durch eine tiefere, umfassendere Verzweiflung ersetzt.

Tag vier war der erste der Vorträge. Er saß auf den Stufen seines Wohnwagens, ein zerknittertes Foto in der Hand. Er hielt es mir hin und zwang mich hinzusehen: eine lächelnde Frau und ein kleiner Junge.

„Deine Art hat das getan“, sagte er, seine Stimme war tief und schwer vor einer Trauer, die so mächtig war, dass sie sich wie ein körperliches Gewicht anfühlte. „Meine Sarah. Mein Jake.“ Er starrte mich an, seine Augen bohrten sich in meine und projizierten all seinen Schmerz, all seinen Hass auf meinen kleinen, gebrochenen Körper. Und während er mir das Grauen davon eintrichterte, begann eine schreckliche Logik in meinem kindlichen Verstand Wurzeln zu schlagen. Das ist meine Schuld. Ich bin schlecht. Das passiert, weil ich schlecht bin.

Schon bald war die lebensfrohe Tochter des Alphas verschwunden, begraben unter Asche und Grausamkeit. An ihrer Stelle saß eine stumme, schmutzige Kreatur mit toten Augen im Dreck und starrte leer auf den Zaun, der meine Welt war. Der Wind frischte auf und trug das ferne, freie Heulen eines wilden Wolfes mit sich. Der Laut, einst ein Ruf zur Familie, verdrehte nun nur noch etwas Gebrochenes und Hohles in mir. Mit der Zeit vergaß ich sogar meinen eigenen Namen.