Prolog
Liebes Tagebuch,
seit meinem letzten Eintrag sind viele Jahre vergangen. Jahre, die mich geprägt und verändert haben. Ich bin nicht mehr das kleine zehnjährige Mädchen, deren größten Ängste es sind, dass sich ein Monster in meinem Kleiderschrank versteckt oder dass ich mal wieder eine schlechte Note in der Schule bekomme. Meine Ängste sind größer und realer geworden. Realer, da sie mir jeden Tag vor Augen geführt werden und die sich nicht durch Nachsehen oder durch das Trösten meiner Eltern beseitigen lassen. Größer, da sie mein Leben für immer beenden könnten. Für die es kein Lernen, keine zweite Chance oder eine Alternative gibt.
Denn ich bin krank. Leide an einem Herzfehler, der nur durch ein neues Herz geheilt werden kann. Doch meine Chancen auf ein neues Herz sind aussichtslos, weshalb die Angst zu sterben mich jeden einzelnen Tag begleitet.
Aber ich werde die Hoffnung nicht aufgeben. Die Hoffnung, eines Tages wieder gesund zu werden und mit den Menschen, die ich liebe, alt werden zu können. Für diese Menschen, für die ich bis zum Ende kämpfen werde, egal wie viel Kraft es mich kostet. Die Menschen, die mich brauchen und die mir die Kraft schenken, das alles durchzustehen. Vor allem für eine Person werde ich bis zum Schluss stark bleiben.
Für die Person, die mein kaputtes Herz höher zum Schlagen gebracht hat.