Zwischen zwei Atemzügen
Die Kutschenräder rumpelten gleichmäßig über das Kopfsteinpflaster von Valencrest. Mireya saß am Fenster und blickte hinaus, ohne sich auf etwas Bestimmtes zu konzentrieren. Die Landschaft der Herzogtümer zog vorbei wie ein Bild, das sie nicht berühren durfte.
„Zweites Jahr …“, dachte sie, ohne den Gedanken zu Ende zu führen.
Die Luft in der Kutsche war schwer, fast zu still für das, was sich wie ein Neubeginn anfühlen sollte. Als sich die Stadtmauern öffneten, erhob sich das gewaltige Tor der Cresthaven-Akademie vor ihr. Die Kutsche verlangsamte. Dann hielt sie an. Mireya holte tief Luft.
„Herzogstochter von Eldoria …“, flackerte kurz in ihrem Kopf auf , wie ein Etikett das ihr schon lange anhaftete. Sie stieg aus. Der Boden unter ihren Schuhen fühlte sich fester an als sie selbst. Schüler bewegten sich über den Hof, Gruppen bildeten sich, Stimmen erfüllten den Raum, und doch schien alles für einen Moment stiller zu werden, als sie durch das Tor trat. Blicke trafen sie. Nicht offen, nicht ehrlich. Eher wie ein Flüstern, das sich in Bewegung verwandelt hatte.
„Das ist sie “
„Die faule Herzogstochter.“
Mireya blickte starr geradeaus. Sie kannte diese Art von Stille zwischen Menschen. Sie war ihr vertrauter als Freundlichkeit. Schritt für Schritt ging sie den Korridor entlang. Und je weiter sie ging, desto deutlicher wurde ihr, dass dies kein Ort war, der sie willkommen hieß. Die Zimmertüren reihten sich wie stumme Beobachter aneinander. Manche waren geschlossen, andere angelehnt, dahinter nur Schatten und Stimmen, die verstummten, sobald sie vorbeiging. Mireya blieb nicht stehen.
Nicht hier.
Nicht jetzt.
Schließlich blieb sie vor einer Tür stehen. Ihr Name stand nicht darauf. Kein Schild, kein Hinweis, nur eine schlichte, dunkle Holzfläche mit einer Nummer, die genauso unnahbar wirkte wie der Rest dieses Ortes. Einen Moment lang rührte sie sich nicht. Dann legte sie die Hand auf den Türknauf.
Kalt.
Sie atmete ruhig aus und öffnete die Tür. Dann trat sie in den Raum. Die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Mireya blieb einen Moment stehen, als ob sich der Raum erst an ihre Anwesenheit gewöhnen müsste. Dann ging sie weiter.
Wärme.
Nicht körperlich, eher wie eine subtile Veränderung in der Luft. Auf dem kleinen Tisch stand eine Teekanne, daneben zwei Tassen und ein Teller mit einfachen Keksen. Ihr Gepäck stand bereits dort, ordentlich, fast unauffällig, als ob es nie woanders hingehört hätte. Celia stand daneben.
„Ich habe es hierher gebracht“, sagte sie ruhig. „Du brauchst dir heute keine Sorgen zu machen.“ Mireya ließ ihren Blick durch den Raum schweifen.
„Das ist ungewöhnlich.“
„Ruhe?“, fragte Celia.
„Dass sich jemand darum kümmert“, korrigierte Mireya leiser.Einen kurzen Moment Stille. Celia setzte sich nicht. Sie blieb stehen, als ob sie lieber beobachten als eingreifen wollte.
„Dein Unterricht beginnt morgen wieder“, sagte sie beiläufig. Nicht als Aufforderung,eher als Feststellung. Mireya blickte auf.
„Schon morgen?“ Celia nickte.
„Zweite Lehrjahr.“ Celia hielt einen Moment inne, bevor sie hinzufügte:„Du hast morgen früh mit Professor Rowan.“ Für einen kurzen Moment lag etwas Nachdenkliches in ihrer Stimme.Mireya reagierte nicht sofort, doch ihr Gesichtsausdruck veränderte sich leicht.
„Rowan …“
„Streng“, sagte Celia ehrlich. „Er lässt sich nicht von Titeln beeindrucken. Und er merkt sofort, wenn jemand nicht voll konzentriert ist.“
Einen kurzen Moment lang. Dann stellte Celia die Tasse Tee vor sie hin.
„Du solltest morgen nicht zu spät kommen.“ Keine Anklage. Nur eine leise Warnung, eher fürsorglich als kritisch. Mireya blickte auf die Tasse.
„Ich werde nicht zu spät kommen.“, sagte sie schließlich. Celia lächelte kaum merklich. Mireya antwortete nicht. Der Tee war noch warm, aber sie trank ihn nicht. Stattdessen sank sie langsam aufs Bett und starrte an die Decke, als könnte sie dort Antworten finden, die ihr sonst niemand geben konnte. Die Stille im Zimmer war anders als die auf den Fluren.
Leiser.
Aber nicht weniger seltsam. Ihre Gedanken schweiften ab. Zu den Stimmen und Blicken. Zu dem Namen, der sie morgen erwartete.
Rowan...
Sie schloss die Augen. Nur für einen Moment. Das Licht fiel schräg durchs Fenster. Zu hell. Mireya verzog das Gesicht, blinzelte und riss dann die Augen weit auf.
Stille.
Zu still.
Langsam drehte sie den Kopf zur Seite. Dann sah sie die Uhr. Einen Herzschlag lang geschah nichts. Dann setzte ihr Verstand aus.
„Oh.“
Noch ein Herzschlag.
„Oh nein.“
Sie schoss hoch.
,,Ich bin zu spät!“ Panisch griff sie nach ihrer Uniform, verhedderte sich dabei halb im Stoff und kämpfte gleichzeitig mit ihren Haaren, die heute beschlossen hatten, ein Eigenleben zu führen. Warum...heute...?! Während sie sich hastig fertig machte,lief in ihrem Kopf ein ganz eigenes Schauspiel ab. Professor Rowan, wie er sie ansah.
,,Fräulein von Velmund..."Allein in ihrer Vorstellung klang seine Stimme schon vorwurfsvoll genug. Mireya verzog das Gesicht,während sie sich hastig die Schuhe anzog. Celia würde jetzt bestimmt dieses kleine, kaum sichtbare Lächeln zeigen.
,,Großartig...wirklich großartig",murmelte Mireya und griff nach ihrer Tasche. Im nächsten Moment rannte sie los. Die Flure der Akademie wirkten am Morgen völlig anders heller,lebendiger und leider auch voller Menschen. Schritte halten und Stimmen mischten sich durcheinander. Und irgendwo dazwischen war sie.
Zu spät. Natürlich.
Mireya bog um eine Ecke, und kam kurz ins Stolpern fing sich aber wieder dann und lief weiter. Vielleicht hat der Unterricht noch nicht angefangen. Vielleicht bin ich gar nicht so spät.
Vielleicht...
Sie blieb abrupt stehen.
Vor ihr, die Tür.
Das Klassenzimmer...zu.
Und eindeutig bereits in Benutzung. Mireya starrte sie einen Moment lang an. Dann atemte sie einmal tief durch. ,,Das wird unangenehm."Mireyas Hand hob sich bereits, um anzuklopfen. ,,Das würde ich mir gut überlegen. "Die Stimme kam ruhig. Nah,viel zu nah. Mireya erstarrte. Langsam drehte sie den Kopf. Professor Rowan stand direkt hinter ihr.
Aufrecht.
Regungslos.
Und mit genau diesem Blick, den sie sich vorhin noch ausgemalt hatte. Nur... schlimmer. Für einen kurzen Moment sagte niemand etwas. Mireya spürte, wie ir Puls schneller wurde. Vielleicht, wenn ich jetzt einfach verschwinde.
,,Fräulein von Velmund."
Zu spät.
Sie richtete sich automachtisch auf.
,,P-Professor Rowan."Sein Blick glitt kurz an ihr herunter nicht abschätzig, eher prüfend. Feststellend.
,,Interesannt",sagte er ruhig.,, Ich war mir nicht bewusst, das mein Untericht optional ist."
Mireya öffente den Mund. Schloss ihn dann aber wieder. Sag irgendwas,irgendwas kluges.
Jetzt!
,,Ich-"
Nichts, garnichts. Großartig. Rowan ließ ihr genau einen Moment zu lange Zeit. Dann wanndte er sich zur Tür.
,,Sie kommen mit."
Keine Lautstärke. Kein Ärger in der Stimme. Und genau das macht es schlimmer. Er öffente die Tür. Das Gespräch im Klassenraum verstummte augenblicklich. Alle Blicke richteten sich nach vorne. Auf ihn.Und dann auf sie.Mireya trat einen Schritt hinter ihm ein und spürte sofort dieses Gewicht.
Diese Blicke.
Dieses Tuscheln, das nur darauf wartete wieder einzusetzen.
,,Fräulein von Velmund ", sagte Rowan ruhig während er nach vorne ging,,hat sich entschieden, heute ebenfalls Gesellschaft zu leisten."
Ein paar vereinzelte, leise Reaktionen gingen durch den Raum. Nicht laut genug , um als Lachen zu gelten. Aber deutlich genug um wahrgenommenen zu werden. Mireya spürte wie sich etwas in ihr zusammenzog.,,Setzten sie sich", fügte er hinzu ohne sie anzusehen.
Keine weitere Erklärung.
Keine zweite Chance.
Nur die klare Ansage.
Mireya ließ sich auf den Platz am Fenster sinken. Ganz hinten. Der einzige Ort, an dem man zumindest ein bisschen unsichtbar sein konnte.
,,Ein Feldzug wird nicht auf den Schlachtfeld gewonnen", begann Professor Rowan während er präzise Linien und Zahlen an die Tafel setzte.,, Er wird hier entschieden."
Kreide krazte leise.
Zahlen, Pfeile, Berechnugen.
Mireyas Blick folgte ihnen kurz.Dann verlor er sich aber wieder. Versorgungrouten,Truppenstärken,Berechnugen über Tage. Ihre Finger spielten gedankenverloren mit dem Rand ihres Ärmels.
Konzentrier dich.
Tat sie nicht. Ihr Blick glitt zum Fenster, das Licht war weich. Die Welt draußen ruhig, so anders als hier. ,,Wenn Sie sich verrechnen", fuhr Rowan fort,,verlieren Sie nicht nur Ressourcen sondern auch Menschen."
Menschen...
Das Worte hallte nach. Mireya blinzelte leicht. Ihr Fokus kippte,langsam unmerklich. ,,Fräulein von Velmund." Zu spät. Ihr Blick zuckte zurück nach vorne. Rowan sah sie an. Direkt,ruhig und unnachgiebig.
,, Dann beantworten sie die Frage ."Stille.
Alle Augen auf ihr...schon wieder. Mireya richtet sich leicht auf. Während ihr Blick zur Tafel wanderte.
Zahlen.
Linien.
Bedeutungslos.
Und ihr Kopf leer.
,,Wie viele Versorgungswagen?" Wiederholte Rowan. Sie öffnete den Mund.
,,Ich..." Nichts.
Ein paar leise Stimmen im Raum. Nicht laut, aber da. Rowan musterte sie einen Moment. Dann wandte er sich ab. ,,Wie erwartet."Die Worte trafen ruhig und genau deshalb tief.,,Setzten Sie sich mit dem Stoff auseinander Fräulein von Velmund."fuhr er fort.,,Oder akzeptieren Sie die Konsequenzen Ihrer Gleichgültigkeit."
Gleichgültigkeit.
Das Wort blieb hängen. Mireya senkte langsam den Blick. Ihre Hände lagen regungslos auf dem Tisch. Gleichgültigkeit...? Ein leiser Druck baute sich in ihrer Brust auf.
Zu eng,zu viel und zu fremd.
Das hier...
Die Stimmen im Raum wurden dumpfer. Weiter weg...dies ist nicht meine Welt. Ein Atemzug,dann noch einer. Und plötzlich...Kälte. Der Wind schnitt ihr ins Gesicht.
Hart.Echt.
Sie stand am Rand eines Daches. Kein Marmor,keine Uniform und keine Stimmen.Nur grauer Himmel und die Stadt unter ihr.
Südkorea.
Han Seo-yeon stand am Rand des Daches und blickte über die Stadt. Lichter flackerten in der Ferne. Straßen zogen sich wie Adern durch das Grau. Autos bewegten sich langsam, gleichmäßig. Alles wirkte... geordnet. Nur sie nicht.Ihre Finger umklammerten leicht das Geländer.
„Warum…?" murmelte sie leise. Ihre Stimme ging fast im Wind unter.,,Was habe ich nur falsch gemacht...?" Sie schloß kurz die Augen, atmete tief ein. Dann ließ sie den Blick wieder über die Stadt schweifen.,, Wenn ich nächsten Monat weniger ausgebe..."dachte sie leise vor sich hin.,, Dann reicht es vielleicht... irgendwo..."
Die Tür hinter ihr quietschte leise. Sie drehte sich um. Für einen kurzen Moment lag Überraschung in ihrem Blick dann wurde er weich. ,,Ah... du bist es ." Die Person trat näher,langsam ohne Eile. Schritte auf dem rauem Beton. Han Seo-yeon lächelte schwach.
,,Konntest du auch nicht schlafen?" Keine Antwort. Nur ein leises Ausatmen. Sie wandte sich wieder halb zur Stadt. ,,Es ist schön hier oben, oder? Irgendwie... fühlt sich alles weiter weg an und leichter." Ein paar Sekunden vergingen. ,,Wie läuft es bei Dir?"fragte sie dann . ,,Alles okay?" Die Person blieb neben ihr stehen. Zu nah, um fremd zu sein .Zu still , um unbedeutend zu sein.
,,Du merkst es wirklich nicht, oder?"
Han Seo-yeon blinzelte. ,,Hm?" Die Stimme war ruhig aber darunter lag etwas anderes. Etwas Scharfes. Sie drehte den Kopf leicht. ,,Was meinst du?"
Ein kurzes, trockenes Lachen. ,, Natürlich nicht." Stille. Der Wind wurde stärker. ,, Du redest immer so... als wäre alles in Ordnung." Die Stimme klang jetzt fester.,,Als hättest du alles im Griff."
Han Seo-yeon runzelte leicht die Stirn. ,,Ich wollte nur..."
,,Du wolltest nur was?" Jetzt war da Bitterkeit.Klar hörbar. Sie zögerte. Ein ungutes Gefühl breitete sich in ihrer Brust aus.
,,Hey..."sagte sie vorsichtig.,,Ist irgendwas passiert?" Keine Antwort. Nur ein Schritt näher.
Zu nah.
Han Seo-yeon spürte, wie sich ihre Schultern anspannten. Instinktiv wich sie ein kleines Stück zurück. ,,Wenn dich etwas belastet... du kannst mit mir reden",sagte sie leise. ,,Ich höre dir zu."
Wieder dieses kurze Lachen. Nur diesmal schärfer.,,Du hörst zu..." Ein Atemzug. ,,Du hattest nie Grund, wirklich zuzuhören."
Jetzt wurde es still, fast zu still. Han Seo-yeon schluckte. Ihr Herz begann schneller zu schlagen. ,, Ich wusste nicht ... das du so denkst ",flüsterte sie. Ein weiterer Schritt.
,,Natürlich wusstest du das nicht. "Die Stimme zitterte jetzt leicht vor wut. ,,Du bekommst alles... ohne es zu merken. Und ich..." Ein abgebrochner Satz.
Han Seo-yeon hob leicht die Hände. Beruhigend. Vorsichtig. ,,Hey ... es tut mir leid. Wenn ich irgendwas übersehen habe oder falsch gemacht..." Sie machte einen kleinen Schritt nach vorne. Vielleicht, um die Distanz zu überbrücken. Vielleicht auch um die Situation zu retten.
Ein Fehler.
Ein Ruck.
Zwei Hände an ihren Schultern.
Und ein Stoß.
Für einen Moment verstand sie nicht was passiert war. Der Boden verschwand unter ihren Füßen. Die Welt kippte.
,,-!"
Ihr Atem stockte.
Wind. Leere. Kälte.
Und dann...
,,Warum...warum ich?" Ihre Stimme zerbrach. Die Lichter der Stadt verschwammen unter ihr.
Schwärze.
Ein durchdringendes Läuten zeriss die Welt. Mireya fuhr hoch. Ihr Atem ging schnell,unregelmäßig als hätte sie ihn unterwegs verloren. Für einen Moment sah sie nichts klar nur Licht, Bewegung und Schatten. Das Klassenzimmer formte sich langsam um sie herum. Stimmen, Stühle und Papier. Nicht der Wind. Nicht der Fall. Ihre Finger zitterten leicht, während sie sich unbewusst am Tisch festhielt. Ein dünner Film aus Kälte lag auf ihrer Haut. Zu real,viel zu real.
,,Der Unterricht ist hiermit beendet."
Die Stimme von Professor Rowan schnitt ruhig durch den Raum. Zu ruhig. Mireya blinzelte, zwang sich wieder zu sich zu kommen. Ihr Blick war noch nicht ganz klar, als die anderen bereits aufstanden. Gespräche setzten ein,Stühle wurden geschoben und Schritte entfernten sich.
,,Fräulein von Velmund. "Ihr Name traf sie diesmal direkt. Sie zuckte kaum sichtbar zusammen.,,Bleiben sie." Die letzten Schüler verließen den Raum. Die Tür fiel ins Schloss.
Stille.
Rowan stand vorne, die Hände locker hinter dem Rücken verschränkt. Sein Blick lag auf ihr. Prüfend. Unnachgiebig. ,,Ich erspare uns beiden eine lange Ausführung." Keine Einleitung. Kein Umweg.
,,Wenn Sie weiterhin so am Unterricht teilnehmen wie heute,werden Sie dieses Lehrjahr nicht bestehen."
Mireyas Blick senkte sich einen Moment. Nicht überrascht. Nur...bestätigt.
,,Deshalb" fuhr er fort,,werde ich Ihnen Unterstützung zuteilen." Ein leiser Wiederstand regte sich in ihr.
Närtürlich...
Noch jemand, der sie beurteilen konnte.
,,Fräulein Elise de Clermont." Der Name fiel ruhig, aber mit Gewicht. ,,Klassenbeste Ihres Jahrganges." Mireyas Finger spannten sich leicht an.
Klassenbeste.
Perfekt.
Das konnte ja nur gut werden.
,,Sie wird sie in den kommenden Wochen unterstützen." Ein kurzer Moment Pause. Dann sah Rowan sie etwas genauer an. ,,Oder genauer gesagt-"Sein Ton blieb gleich, aber etwas darunter verschob sich. ,,- sie wird Ihnen die Möglichkeit geben, den Anschluss nicht vollständig zu verlieren."
Mireya hob den Blick.
Ein leiser Stich.
Nicht hart gesagt.
Aber... treffend.
,,Was Sie daraus machen-" Ein kaum merklicher Atemzug. ,,- liegt bei Ihnen." Kein Vorwurf, keine Drohung. Nur eine offene Tür und die stille Frage,ob sie hindurchgehen würde. Mireya hielt seinem Blick einem Moment stand. Dann nickte sie knapp.
,,Verstanden."
Rowan erwiderte darauf hin nur noch: ,,Die Nachhilfe findet nach Schulschluss in der Bibliothek statt, dort werden Sie auch dann Elise de Clermont treffen." Und damit wandte er sich dann von ihr ab und verließ das Klassenzimmer. Während Mireya zurück blieb,alleine mit ihren Gedanken.
Nachhilfe.
Klassenbeste.
Ein bitteres Gefühl zog durch ihre Gedanken. Natürlich wusste sie, wer sie war. Natürlich hatte sie von ihr gehört.
Und natürlich-
Sie presste leicht die Lippen zusammen.
-würde auch sie wissen wer sie war.
Die faule Herzogtochter.
Dann ein leises ausatem. Das wird großartig...ganz bestimmt.