Verbotenes Verlangen des Alpha

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Zusammenfassung

Anna hatte nie etwas im Territorium der Wölfe zu suchen. Als verletzlicher Mensch wird sie in die gefährliche Welt des Grey Wolf Clans hineingezogen, nachdem ein mysteriöses Mal auf ihrer Haut erscheint – eines, das sofort die Aufmerksamkeit von Alpha Paul Keller auf sich zieht. Kalt, rücksichtslos und von Verbündeten wie Feinden gleichermaßen gefürchtet, ist Paul ein Mann, der ständig gegen die gewalttätigen Instinkte seines Wolfes Jace ankämpft. Doch in dem Moment, als er Anna trifft, erwacht etwas Unmögliches zwischen ihnen. Ihre Verbindung ist kein normales Mating-Bond. Sie ist stärker. Verboten. Unnatürlich. Als die politischen Spannungen zwischen rivalisierenden Clans in einen offenen Konflikt eskalieren, verbreiten sich Gerüchte, dass Anna womöglich gar kein Mensch ist. Uralte Texte enthüllen die Existenz der Schattenwölfe, einer legendären Blutlinie, die als ausgestorben galt – Wölfe, die in der Lage sind, die Magie zu kontrollieren, die Gefährten und Rudel zusammenhält. Je mehr Paul versucht, Anna zu schützen, indem er sie von sich stößt, desto tiefer wird ihre Bindung, die ihre Emotionen, ihren Schmerz und ihre Begierden so miteinander verknüpft, dass eine Trennung unerträglich wird. Doch als Verrat Pauls Autorität zerstört und der Krieg in den Territorien ausbricht, entdeckt Anna die erschreckende Wahrheit über ihre Kraft: Sie kann Bindungen vollständig kappen. Vor eine Wahl gestellt, die die Wolfsgesellschaft für immer zerstören könnte, muss Anna entscheiden, ob die Liebe es wert ist, eine ganze Welt aufs Spiel zu setzen. Und Paul muss wählen zwischen dem Alpha, zu dem er erzogen wurde … oder dem Mann, der bereit ist, alles für sie niederzubrennen. Am Ende bricht ihre Bindung nicht. Sie entwickelt sich weiter.

Status:
In Arbeit
Kapitel:
40
Rating
5.0 3 Bewertungen
Altersfreigabe
16+

THE WOUNDED WOLF

CHAPTER 1 – THE WOUNDED WOLF

Der Wald war viel zu still. Anna Green bemerkte es in dem Moment, als sie den ausgetretenen Pfad verließ und tiefer in das Dickicht aus Kiefern und Schatten vordrang. Es war diese Art von Stille, die sich schwer und unnatürlich auf die Ohren legte, als würden die Bäume selbst den Atem anhalten. Sogar der Wind war verstummt. Sie umklammerte ihre Ledertasche, die sie quer über der Brust trug. Ihre Finger strichen über die vertrauten Formen von getrockneten Kräutern, Tinkturen und Verbänden. Vorbereitung gab ihr Trost. Es war eine Gewohnheit. Eine Möglichkeit, die Kontrolle zu behalten.

„Nur noch ein kleines Stück“, murmelte sie vor sich hin, obwohl sie nicht genau wusste, warum. Es gab keinen Grund, so tief in den Wald zu gehen. Kein Patient wartete auf sie, und sie hatte keine offenen Erledigungen mehr. Doch irgendetwas hatte sie hierhergezogen. Kein Geräusch, kein Anblick – nur ein Gefühl. Es hatte als ein leichtes Ziehen in ihrer Brust begonnen, als sie am Waldrand Wurzeln gesucht hatte. Erst war es kaum spürbar, leicht zu ignorieren. Aber es war gewachsen. Es war stärker geworden. So beharrlich, dass ihr Puls raste und ihre Gedanken verschwammen.

Nun pochte es unter ihren Rippen wie ein zweiter Herzschlag. Es rief sie zu sich. Anna atmete langsam aus und zwang sich zur Ruhe. „Du benimmst dich lächerlich.“

Doch ihre Füße blieben nicht stehen. Sie trugen sie immer tiefer hinein. Zwischen hoch aufragenden Kiefern, über feuchte Erde und durch Nebelschwaden, die wie lebendige Wesen dicht über den Boden krochen. Die Luft roch hier schärfer – kalt, metallisch und mit einer dunkleren Note darunter durchzogen: Blut.

Sie erstarrte. Links von ihr gab es eine leichte Bewegung im Unterholz. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, ihre Instinkte schärften sich. Jede Geschichte, die sie jemals über diesen Wald gehört hatte, flüsterte in ihrem Geist – von Wölfen, Raubtieren und Dingen, die aus der Dunkelheit heraus beobachteten.

Kehr um. Der Gedanke kam scharf und unmittelbar. Stattdessen machte sie einen Schritt nach vorn. Zweige verfingen sich in ihrem Rock, während sie sich durch das Gebüsch schlug. Ihr Atem ging flach, ihr Puls hämmerte. Der metallische Geruch wurde stärker, unverwechselbar. Und dann sah sie ihn. Die Welt schien sich zu drehen. Ein Wolf lag an die Wurzeln eines umgestürzten Baumes geschmiegt. Er war von einer Größe, die ihr den Atem raubte. Nicht nur groß – er war unmöglich riesig. Sein Körper erstreckte sich fast über ihre gesamte Länge, und sein Fell war in ein dunkles, stürmisches Grau getaucht, das mit den umliegenden Schatten verschmolz.

Blut befleckte sein Fell. Tiefrot und vollgesogen an seiner Seite, wo eine klaffende Wunde das Fleisch zerfetzt hatte. Anna blieb stehen. Jeder Instinkt schrie ihr zu, dass sie wegrennen sollte. Das war nicht nur ein Wolf. Das konnte es nicht sein. Die schiere Präsenz des Tieres erfüllte den Raum, selbst ohne dass es sich bewegte. Kraft strahlte von seinem unbeweglichen Körper aus wie die Hitze eines sterbenden Feuers – gefährlich, unberechenbar, lauernd. Und doch…

Ihr Brustkorb zog sich zusammen. Dieses Ziehen – dieses seltsame, fordernde Ziehen – flammte heftig auf und fixierte sich auf ihn. Auf ihn.

„Oh nein“, flüsterte sie, kaum hörbar. Denn sie wusste es mit einer Gewissheit, die keinen Sinn ergab: Das war der Grund, warum sie hier war.

Die Flanken des Wolfes hoben und senkten sich nur flach. Sein Atem war ungleichmäßig, zu langsam, zu schwach. Er stirbt.

Anna schluckte schwer. „Lass es“, sagte sie leise zu sich selbst. „Sei nicht dumm.“

Doch sie machte bereits einen Schritt näher. Vorsichtig, abgemessen. Ihr Puls donnerte, als sie sich näherte, und jeder Nerv in ihrem Körper war hellwach vor Warnsignalen. Wenn er aufwachen würde – wenn er auch nur zucken würde – wäre sie tot, bevor sie einen einzigen Atemzug nehmen könnte.

Trotzdem kniete sie sich neben ihn, nah genug, um die Details zu sehen. Das dicke, mit Blut verklebte Fell. Der tiefe Riss an seinen Rippen – zu sauber für Krallen. Vielleicht eine Klinge… oder etwas Schlimmeres.

Wer würde so etwas angreifen? Ihre Finger schwebten zitternd über ihm.

„Hey…“, murmelte sie sanft, ihre Stimme war instinktiv weich. „Ganz ruhig…“ Die Worte fühlten sich absurd an.

Er war bewusstlos. Oder fast. Dennoch sprach sie so, als könne er sie hören. Denn etwas in ihr bestand darauf, dass er es konnte. „Ich werde dir helfen“, flüsterte sie.

Sie senkte ihre Hand. In dem Moment, als ihre Finger sein Fell berührten – veränderte sich die Welt. Ein Ruck fuhr durch ihren Arm, scharf und elektrisch, und stahl ihr den Atem aus der Lunge. Es war kein Schmerz – es war etwas Tieferes. Etwas Heißeres. Als würde sie in einen Stromkreis treten, der direkt durch ihren Körper in ihre Brust floss.

Das Ziehen verstärkte sich. Nein. Nicht nur ein Ziehen. Eine Verbindung. Anna japste und wich erschrocken zurück – doch zu spät. Der Körper des Wolfes spannte sich an. Ein tiefes, kehliges Grollen drang aus seiner Brust und vibrierte durch den Boden unter ihren Knien. Ihr Blut gefror. „Oh –“

Seine Augen rissen auf. Gold. Kein tierisches Gold, kein wilder, gedankenloser Instinkt. Diese Augen waren wach, scharf, intelligent, wütend – menschlich.

Anna erstarrte. Für einen einzigen Moment, in dem die Zeit stillzustehen schien, starrten sie sich einfach nur an. Und etwas geschah zwischen ihnen… Erkennen… Verwirrung… Hitze.

Dann schnellte er vor. Alles geschah zu schnell. Ein Verschwimmen aus Bewegung, Muskeln und Zähnen – Anna schrie auf, als sich seine Kiefer um ihr Handgelenk schlossen. Doch – es gab keinen Schmerz, kein Reißen. Seine Zähne drückten in ihre Haut, scharf genug, dass sie es hätte spüren müssen, dass sie hätte schreien müssen – doch sie durchdrangen die Haut nicht. Er hielt sie fest. Sein Knurren vertiefte sich und vibrierte in ihren Knochen; sein heißer Atem traf auf ihre Haut. Sein Griff war unnachgiebig – aber kontrolliert, gezielt. Er wollte nicht töten… zumindest noch nicht.

Ihr Herz hämmerte wild gegen ihre Rippen. „Ich –“, ihre Stimme bebte. „Ich will dir nicht wehtun.“ Die Worte klangen lächerlich, sobald sie über ihre Lippen kamen. Er konnte ihre Knochen mit einer einzigen Bewegung zertrümmern. Dennoch zog sie nicht zurück… sie konnte es nicht.

Seine Augen – diese unmöglichen, menschlichen Augen – fixierten sie mit einer Intensität, die ihr die Luft aus der Lunge raubte. Da war Wut, Schmerz und noch etwas anderes. Etwas, das ihren Puls ins Stocken brachte. Sein Griff wurde fester – nur ein wenig, als Warnung, als Test.

Anna hielt die Luft an, aber sie hielt seinem Blick stand. „Ich versuche, dir zu helfen“, sagte sie noch einmal, jetzt weicher. Sicherer.

Etwas flackerte in seinem Ausdruck auf. Die Spannung in seinem Kiefer veränderte sich; sie lockerte sich nicht wirklich, aber… sie änderte sich. Das Knurren verstummte. Langsam – so langsam, dass sie kaum zu atmen wagte – löste er seine Zähne von ihrer Haut.

Ihr Handgelenk pochte dort, wo er sie festgehalten hatte; der Abdruck seines Bisses zeichnete sich bereits unter ihrer Haut ab. Ein Mal. Ihr Brustkorb zog sich zusammen. Die Verbindung flammte erneut auf, diesmal heißer, und schoss wie ein Feuer durch trockenes Gras durch sie hindurch. Der Wolf zuckte zusammen – er zuckte tatsächlich, als würde er es auch spüren.

Anna stockte der Atem. „Du –“ Das Wort war kaum geformt, bevor es geschah. Die Welt kippte. Ein plötzlicher, überwältigender Schwall von Empfindungen überflutete ihre Sinne – zu viel, zu schnell – Schmerz… nicht ihrer… Seiner. Scharf. Blendend. Durchzogen von Wut und etwas Dunklerem darunter.

Ihr Blick verschwamm. Ihre Hand flog zu ihrer Brust, als könnte sie sich selbst zusammenhalten. „Was ist das –“

Der Wolf schwankte, sein Körper bäumte sich auf, als er versuchen wollte aufzustehen – und scheiterte. Ein tiefes, ersticktes Geräusch drang aus ihm heraus.

Anna reagierte ohne nachzudenken. Sie bewegte sich wieder näher. „Hey – hey, nein –“ Ihre Hand drückte gegen seine Seite, genau über die Wunde. Und in dem Moment, als sie ihn berührte – hörte der Schmerz auf. Nicht gelindert, nicht abgeschwächt – er war einfach weg.

Der Wolf erstarrte, und das tat sie auch. Für eine unmögliche Sekunde hielt die Welt inne. Dann schnellte sein Blick zurück zu ihrem. Schock, unverfälscht und offen.

Anna atmete unregelmäßig. „Ich…“, ihre Stimme versagte. „Ich weiß nicht, wie ich das gemacht habe.“ Aber sie konnte ihre Hand nicht zurückziehen. Sie wollte es auch nicht. Denn etwas in ihr – etwas Tiefes und Instinktives – flüsterte ihr zu, dass sie genau dort war, wo sie sein sollte. Dass dieser Moment – dieses Wesen – von Bedeutung war. Mehr als alles andere.

Die Augen des Wolfes verdunkelten sich, etwas veränderte sich hinter ihnen, keine Wut mehr… nicht nur. Etwas Gefährlicheres. Etwas Wissendes.

Anna schluckte schwer. „Du bist nicht einfach nur ein Wolf“, sagte sie leise. Es war keine Frage.

Seine Ohren zuckten. Sein Körper spannte sich erneut an – doch diesmal schwächer. Als wäre die Kraft, die ihn dazu getrieben hatte, sie anzufallen, bereits aufgebraucht.

Ihr Blick glitt kurz zu der Wunde, die immer noch schlimm und lebensbedrohlich war. „Okay“, sagte sie leise und zwang ihre Gedanken zur Ruhe. „Das müssen wir versorgen.“

Sie rückte näher und holte ihre Tasche hervor, ihre Hände arbeiteten mit geübter Effizienz, trotz des Zitterns in ihren Adern. Ihr Handgelenk brannte immer noch leicht, dort wo er sie gebissen hatte. Eine seltsame Hitze pulsierte dort. Sie ignorierte es. Konzentrier dich.

„Bleib ganz ruhig“, murmelte sie. Die Absurdität dieses Befehls entging ihr nicht. Und doch – tat er es. Er blieb ruhig und beobachtete jede ihrer Bewegungen, jeden ihrer Atemzüge, als würde er versuchen, sie zu verstehen oder zu entscheiden, was er mit ihr tun sollte.

Anna arbeitete schnell, säuberte die Wunde so gut sie konnte, übte Druck aus und verband sie fest. Ihre Finger strichen über sein Fell, über die Haut darunter, und jede Berührung ließ dieses seltsame, elektrische Bewusstsein zwischen ihnen flackern. Es ließ ihren Puls rasen. Es ließ ihre Brust enger werden. Es machte es schwer zu atmen.

Als sie fertig war, lehnte sie sich leicht zurück und atmete aus. „Das sollte –“ Ihre Worte starben. Denn er starrte sie immer noch an, nicht wie ein Tier, nicht einmal wie ein Raubtier. Sondern wie ein Mann, der hinter goldenen Augen gefangen war, sie beobachtete und sie sah.

Ihre Kehle wurde trocken. „Was bist du?“, flüsterte sie.

Sein Blick wich nicht. Die Luft zwischen ihnen wurde wieder schwerer, geladen mit etwas, das sie nicht benennen konnte. Etwas, das sich gefährlich nach… anfühlte. Eine Stimme durchschnitt ihre Gedanken, scharf, dringlich, nicht ausgesprochen… sondern direkt in ihrem Kopf.

Lauf.

Anna zuckte zurück, ihr Herz hämmerte heftig gegen ihre Rippen. Ihre Augen rissen weit auf. „Was –“ Das Wort kam kaum über ihre Lippen. Der Körper des Wolfes spannte sich erneut an, seine Muskeln spannten sich mit der letzten Kraft, die ihm geblieben war. Sein Blick fixierte ihren – grimmig, herrisch, verängstigt. Und dann – noch einmal. Diesmal stärker. Deutlicher.

Lauf.

Anna stockte der Atem. Denn sie begriff mit erschreckender Gewissheit – Die Stimme war seine. Und etwas Tödliches war auf dem Weg.