Maskeraden der Begierde

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Zusammenfassung

In den schattigen Fluren eines elitären Internats für Jungen verbirgt die brillante Teenagerin Ava ihre wahre Identität hinter dem Namen „Avi“, um sich ihren Traum vom Stipendium zu erfüllen. Doch ihr sorgfältig gehütetes Geheimnis gerät ins Wanken, als ihr besitzergreifender Mitbewohner Kai Timberlake – ein düsterer Athlet mit dominantem Wesen und einer gequälten Vergangenheit – ein verbotenes Feuer zwischen ihnen entfacht. Ihre rohe, elektrisierende Leidenschaft entlädt sich in heimlichen, expliziten Begegnungen, verstrickt in die Eifersüchteleien des loyalen Freundes Rayes (dessen subtile Zuneigung ihre Loyalität auf die Probe stellt) und Silas (der seine eigenen stillen Sehnsüchte verbirgt), während die skrupellosen Rivalen Leo und Jax in den gnadenlosen Laboren Intrigen spinnen. Als Avas Tarnung zu bröckeln beginnt, tauchen vergrabene Erinnerungen auf: ein Unfall aus Kindertagen, der das Schicksal von ihr und Kai durch Blut und Versprechen miteinander verknüpft. Spannungen entladen sich in harten Auseinandersetzungen, herzzerreißenden Geständnissen und kathartischen Offenbarungen, die Ava dazu zwingen, ihre Verletzlichkeit inmitten von Dominanz, Täuschung und Schicksal anzunehmen. Wird die Liebe das Chaos besiegen, oder werden die Schatten sie verschlingen? Eine atemberaubende Dark Erotic Romance über Begehren, Identität und unzerbrechliche Bande. Content Warning: Explizite sexuelle Inhalte (einschließlich Dominanz, Besitzansprüchen und konsensualen BDSM-Elementen), Themen wie Eifersucht, Identitätstäuschung, emotionale Manipulation, Gewalt durch Rivalen und reife Situationen. Nur für Leser ab 18 Jahren.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
34
Rating
4.0 2 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

The Masquerade Begins

Das schummrige Licht der Zimmerlampe flackerte wie ein unsicherer Herzschlag und warf lange Schatten auf die abblätternde Tapete. Ava Forest stand vor dem Ganzkörperspiegel, der an der Wand lehnte. Ihre Finger zitterten, als sie die weißen Baumwollbinden um ihre Brust wickelte. Jede Wicklung zog sie straffer, um die weichen Rundungen zu flachen, die sie unverkennbar als Frau auswiesen. Sie musste sich in die jungenhafte Silhouette pressen, die sie brauchte, um hier zu überleben. Die Luft fühlte sich dick an, schwer vom Geruch alten Holzes und leichtem Schimmel, doch es war ihr eigener Angstschweiß, der auf ihrer Haut klebte – scharf und metallisch.

Sie war zweiundzwanzig, alt genug, um zu wissen, dass die Welt sich nicht nach Träumen bog. Besonders nicht nach so zerbrechlichen wie ihren. Molekularbiologie. Das war es, wonach sie sich sehnte – der komplizierte Tanz der Zellen, die Geheimnisse, die in DNA-Strängen verborgen lagen. Ihre Eltern waren vor drei Jahren bei dem Autounfall gestorben. Alles, was ihr blieb, war die Rente ihres Großvaters und ein Stapel Zulassungsbescheide von Colleges, deren Gebühren sie nicht bezahlen konnte. Keine Stipendien hier, an der Eldridge Academy, der Elite-Jungenschule, an der Köpfe wie ihrer glänzen konnten – wenn sie sich nur gut genug anpassen konnte.

Die Stimme ihres Großvaters hallte aus ihrem letzten Telefonat in ihrem Kopf wider, rau, aber herzlich. „Ava, Mädchen, manchmal musst du eine Maske tragen, um das Licht zu jagen. Ich habe Kontakte – alte Jungs aus meiner Zeit, als ich diese Hallen putzte. Sie werden die Papiere fälschen. Avalon Forest, das ist jetzt dein Name. Avi für sie. Halt den Kopf unten, aber lass dir dieses Feuer nicht austreiben.“

Sie zog den letzten Knoten fest und verzog das Gesicht, als der Druck einschnitt. Ihr Spiegelbild starrte sie an: kurz geschnittenes, dunkles Haar, das ein zu zierliches Gesicht umrahmte, selbst mit dem tief ins Gesicht gezogenen, weiten Hoodie. Grüne Augen, groß und wachsam. Sie sah... passabel aus. Jungenhaft genug im schummrigen Licht. Ihr Herz hämmerte gegen die Bandagen, ein dumpfer Schlag, der ihren Atem flach werden ließ.

Die Tür flog mit einem Knall auf und schlug gegen die Wand. Ava wirbelte herum, ihr Puls schoss in die Höhe. Da war er – Kai Timberlake, ihr neuer Mitbewohner, frisch aus der Dusche, wenn das feuchte Handtuch, das tief auf seinen Hüften hing, ein Hinweis war. Wassertropfen zogen träge Bahnen über seinen muskulösen Oberkörper und fingen das Lampenlicht ein wie verstreute Diamanten. Sein dunkles Haar stand in nassen Stacheln ab, und diese blauen Augen – scharf, prüfend – fixierten sie mit einer Intensität, die ihren Magen zusammenziehen ließ.

„Wer zum Teufel bist du?“ Seine Stimme war tief, rau, als hätte er vorhin zu viel gelacht. Er machte keine Anstalten, sich zu bedecken, stand einfach nur da, durchtrainiert und mit sorgloser Gelassenheit, das Handtuch gefährlich tief sitzend. Der Duft seiner Seife – sauber, zitrusartig, vermischt mit etwas Wärmerem, wie Haut nach dem Joggen – traf sie wie eine Welle.

Ava schluckte und zwang ihren Blick weg von seinen Hüften. „Äh – Avalon. Avi. Dein neuer Mitbewohner.“ Ihre Stimme überschlug sich ein wenig, höher als beabsichtigt. Sie griff nach ihrer Sporttasche auf dem Boden und tat so, als würde sie darin kramen, nur um ihn nicht ansehen zu müssen. Aber sie spürte seine Augen auf sich, wie er sie abwog, neugierig.

Kais Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, eine Ecke höher als die andere. Er trat ein und stieß die Tür mit dem nackten Fuß zu. „Neuer Mitbewohner, was? Es war Zeit, dass sie mal jemanden hier reinstecken. Ich bin Kai. Timberlake. Weißt du, derjenige, der dieses Drecksloch sonst für sich allein hat.“ Er ließ sich auf die Kante seines ungemachten Bettes fallen, die Matratze knarrte unter seinem Gewicht. Das Handtuch verschob sich, und Avas Wangen brannten, als sie einen Blick auf seinen Oberschenkel erhaschte – stark, gebräunt.

Sie nickte, drehte sich halb weg und schloss die Tasche mit zitternden Fingern. „Ja, hab von dir gehört. Klassenbester oder so? Moment, nein – Playboy-König, richtig?“ Die Worte rutschten ihr heraus, mutiger als beabsichtigt, ein Schutzschild gegen das Gefühl, wie ihre Haut unter seinem Blick prickelte.

Er lachte, ein kurzes, bellendes Geräusch, das den kleinen Raum ausfüllte. „Autsch. Wird schon getratscht? Glaub nicht alles, was du hörst, Avi. Obwohl... ja, vielleicht ein bisschen von beidem.“ Seine Augen verengten sich und huschten wieder über sie – ihr schmaler Körperbau, die Art, wie sie so steif dastand. Irgendetwas flackerte da auf, eine Verwirrung, die er schnell mit diesem Grinsen überspielte. „Starr mich nicht so an. Schnapp dir ein Shirt oder was auch immer. Das hier ist keine Peepshow.“

Avas Gesicht glühte. Anstarren? Hatte sie das? Sie schnappte sich ihren Hoodie vom Stuhl und zog ihn schnell über, der Stoff fühlte sich rau auf ihrer gebundenen Haut an. „Ich habe nicht gestarrt. Nur... mich eingelebt.“ Sie machte sich daran auszupacken und stapelte ihre Bücher auf dem klapprigen Schreibtisch, den sie sich teilten – ihre Biologie-Bücher, abgegriffen von jahrelangem Lernen. Der Raum war eng: zwei schmale Betten, ein geteilter Schrank, aus dem Kleidung quoll, Poster von schnellen Autos und halbnackten Models, die sich von den Wänden lösten. Kais Seite schrie nach Privileg – Designer-Sneaker unter dem Bett, ein Laptop, der auf dem Nachttisch summte.

Kai beobachtete sie noch einen Moment, das Handtuch immer noch tief hängend, dann stand er auf und streckte sich, wobei sich seine Muskeln spannten. „Cool. Regeln: Fass meine Sachen nicht an. Schnarche nicht. Und wenn ein Mädchen vorbeikommt, pennst du auf dem Sofa oder so. Alles klar?“ Er kramte in seiner Schublade, holte Boxershorts heraus und ließ das Handtuch achtlos fallen. Avas Atem stockte – sie riss den Kopf weg, starrte gegen die Wand, ihr Herz donnerte. Das Rascheln des Stoffes, das dumpfe Geräusch, als er sich anzog – es fühlte sich alles zu nah, zu eindringlich an.

„Alles klar“, murmelte sie mit belegter Stimme. Als sie einen Blick riskierte, trug er eine Jogginghose, war immer noch oberkörperfrei und scrollte durch sein Handy. Erleichterung mischte sich mit etwas Schärferem, Unerwünschtem – ein Flattern tief in ihrem Bauch. Nein. Konzentrier dich. Das war Überleben, nicht... was auch immer das war.

Ihr Handy summte auf dem Schreibtisch – Opa. Sie trat für mehr Privatsphäre auf den Flur, die Tür fiel hinter ihr ins Schloss. Der Korridor war leer, der Linoleumboden von Jahren rauer Füße verkratzt. „Hey, Opa“, flüsterte sie und lehnte sich gegen die kühle Wand.

„Ava, Mädchen. Bist du da? Sicher?“ Seine Stimme knisterte, müde, aber stetig, die Art von Stimme, die sie durch Beerdigungen und leere Vorratsschränke begleitet hatte.

„Ja. Bin gerade im Zimmer angekommen. Es ist... intensiv.“ Sie warf einen Blick zurück zur Tür, Kais Lachen drang durch, als er ein Telefonat annahm. Die Stimme eines Mädchens, die kicherte. „Habe meinen Mitbewohner getroffen. Kai Timberlake. Du hattest recht, was den Elite-Status angeht.“

Opa kicherte leise und wissend. „Timberlake, was? Alteingesessene Familie hier. Pass auf bei solchen Jungs – der Charme ist wie Honig, aber der Stich wie bei Bienen. Aber du? Halt den Kopf hoch. Die Wissenschaft wartet auf niemanden – auch nicht auf eine Frau in Verkleidung. Sei Klassenbeste, hol dir das Stipendium. Deine Ma und dein Pa... sie wären stolz.“

Avas Hals schnürte sich zu. „Werde ich. Versprochen.“ Das Gespräch endete und hinterließ ihr das Echo seiner Worte. Sie konnte das schaffen. Für sie. Für die Laborkittel und die langen Nächte, in denen sie Proteine entschlüsselte, nicht für diese erstickende Bindung.

Zurück im Zimmer telefonierte Kai gerade und seine Stimme nahm diesen sanften Unterton an. „Schatz, ja, heute Abend? Das Zimmer ist frei – der Neue ist ruhig.“ Er zwinkerte ihr zu und legte auf. „Ich hoffe, Gesellschaft stört dich später nicht. Sie ist... enthusiastisch.“

Ava zuckte mit den Schultern und griff nach ihrem Notizbuch. „Was auch immer. Ich werde lernen.“ Doch als sie am Schreibtisch saß, rieben die Bandagen – eine ständige Erinnerung. Kai ließ sich auf sein Bett zurückfallen, seine Augen wanderten zu ihrem Profil – etwas Unleserliches lag darin, ein Sog, den er nicht benennen konnte. Sie spürte es auch, wie einen Faden, der an ihr zog, gefährlich und unsichtbar.

Den Flur runter knallte eine Tür auf. Jax – groß, blond, Kais gelegentlicher Rivale – lehnte sich heraus und grinste. „Timberlake! Hab gehört, du hast einen neuen Mitbewohner. Ist er süß?“ Seine Augen wanderten zu Ava, prüfend, aber leicht – noch kein Biss dabei.

Kai winkte ab. „Verpiss dich, Jax. Er ist tabu.“ Die Worte hingen in der Luft, schon jetzt beschützerisch? Ava schauderte und vertiefte sich in ihre Notizen. Die Maskerade hatte begonnen, und die Schatten schlossen sich um sie.