Der Blick in die Nacht
Es begann an einem Abend, als ein Mann von sieben anderen Typen angegriffen wurde. Er wehrte sich heftig, schlug zurück und konnte sich schließlich losreißen. Ohne lange nachzudenken, rannte er davon, während die Gruppe ihm hinterherjagte.
Auf seiner Flucht kam er an einem Hochzeitssaal vorbei. In einem kurzen Moment der Entscheidung drehte er um. Draußen sah er einen Mann rauchen. Er griff ihn überraschend an, überwältigte ihn und zog ihm seinen Anzug aus. Der Anzug passte ihm erstaunlich gut, als wäre er für ihn gemacht.
So getarnt betrat er den Hochzeitssaal und versuchte, die Männertoilette zu finden. In dem Trubel lief ihm ein kleiner Junge entgegen und prallte gegen ihn.
„Autsch!“, sagte der Junge und fiel hin.
Der Mann half ihm sofort wieder auf und lächelte leicht. „Wo ist die Männertoilette?“
Der Junge zeigte auf ein Schild: „Fluchtweg + WC“.
Der Mann nickte. „Danke.“ Er streichelte dem Jungen kurz über den Kopf und ging weiter.
Im Spiegel der Toilette betrachtete er sein Gesicht. Seine Augenbraue war auf der linken Seite verletzt und blutete leicht. Er wusch sich das Gesicht mit Wasser und säuberte seine Hände. Die Verletzungen an seinen Händen versuchte er zu ignorieren, steckte sie in die Hosentaschen und atmete kurz durch.
Als er die Toilette verließ, bemerkte er die Menschenmenge im Saal. Plötzlich fiel ihm ein Mädchen auf, das mit einem Cousin genervt sprach. Sie wirkte unruhig und sah immer wieder um sich.
Für einen kurzen Moment trafen sich ihre Blicke.
Er sah sie an, biss sich leicht auf die Unterlippe – dann wandte sie den Blick schnell wieder ab.
In diesem Moment hörte er wieder die Stimmen der Männer, die ihn verfolgten. Ohne zu zögern ging er nach draußen. Dort entdeckte er ein Motorrad, nahm es sich und auch den Schlüssel des Mannes, den er zuvor überwältigt hatte. Dann verschwand er mit dem Motorrad in der Nacht.
Das Mädchen suchte ihn noch eine Zeit lang in der Menge, konnte ihn aber nicht mehr finden. Als sie später zu Hause war, lag sie im Bett und dachte immer wieder an ihn. Schließlich schüttelte sie den Kopf, als wolle sie die Gedanken loswerden, und umarmte ein Kissen, während sie wach dalag.