Ivy's Savior

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Zusammenfassung

"Du gehörst mir, Ivy, von dem Moment an, als ich dich zum ersten Mal sah." Alle haben Angst vor dem, der er ist – alle außer ihr. Als eine rivalisierende Gang einen Überfall auf The Lost Brothers verübt, schickt ihr Anführer Cash McDavid seine Brüder los, um Rache zu nehmen. Die Lage spitzt sich zu, als sie bei einem Einsatz ein gefangen gehaltenes Mädchen entdecken. Alles läuft noch mehr aus dem Ruder, als ihr Bruder Flash, ein ehemaliger Marine, sie versehentlich als die Seine beansprucht. Nun wird er alles tun, um sie zu beschützen. Ivy Jost wollte eigentlich Sängerin werden und um die Welt reisen, um das zu tun, was sie liebt. Leider zerstörte die Realität diese Träume, als sie gefangen genommen und zwei Jahre lang von der Colombo Family festgehalten wurde. Psychisch und körperlich misshandelt, wusste sie nicht, wie viel sie noch ertragen konnte. Als schon alle Hoffnung verloren schien, wurde sie von einem düsteren Mann mit blauen Augen gerettet, der sie mitnimmt, um inmitten seiner Gang, The Lost Brothers, zu leben. Er wird von Kriegserinnerungen geplagt. Sie wird von Albträumen ihrer Gefangenschaft verzehrt. Können beide die Dunkelheit in sich überwinden und die Liebe aufblühen lassen?

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
34
Rating
4.8 40 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1 – Albträume

Flash

Staub- und Trümmerwolken nahmen mir die Sicht, während ich durch das Zielfernrohr nach meinem Schuss suchte. „Verdammt, Flash, drück verdammt noch mal ab!“, brüllte der Captain in mein Headset.

„Ich versuch’s ja.“ Ich biss die Zähne zusammen und konzentrierte mich wieder aufs Visier. Mein Ziel war in Sicht, bereit für meine Kugel. Ein einfacher Schuss für jemanden wie mich. Ich krümmte langsam den Finger, immer mehr Druck auf den Abzug. Dann sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung, die mich innehalten ließ.

Da unten, in einer Ecke kauernd und ein Kind an ihre Brust gepresst, war eine verängstigte Frau. Ihr Mund bewegte sich in flehendem Gebet, sie bettelte darum, dass man sie und ihr Kind gehen ließe. Ich konnte es nicht tun. Ich war ein ausgebildeter Soldat, der Arschlöcher wie mein Ziel eliminierte, aber keine Unschuldigen. „Cap, ich habe Zivilisten im Visier. Ich kann nicht –“

„Du tust verdammt noch mal, was ich sage, Flash! Wir sind hier unten und bereit, diesen Wichser auszuschalten. Wenn du den Schuss vermasselst, ist der Plan im Arsch –“

Bevor er noch ein Wort schreien konnte, zerriss eine gewaltige Explosion die Luft. Die plötzliche Wucht schleuderte mich nach hinten. Ich landete ächzend auf dem Rücken und spürte einen stechenden Schmerz im Kopf. „Scheiße.“

Mein Team.

Ich krabbelte vor, um über den Rand des Daches zu spähen, auf dem ich postiert war. „NEIN!“

Das Gebäude war nun zerstört, zusammengebrochen zu einem Haufen Schutt und Staubwolken. Mein Team war weg … und es war meine Schuld.

Es ist deine Schuld. Es ist deine Schuld. Es ist deine Schuld.

Keuchend setzte ich mich im Bett auf, schweißgebadet und schwer atmend. Mein Schlafzimmer war dunkel, die einzige Lichtquelle war der Mond, der durch die Vorhänge spähte. Ich warf einen Blick auf den Nachttisch und las die Zeit auf der Uhr ab.

3:20 Uhr

„Verdammt.“ Ich schwang die Beine aus dem Bett, beugte mich vor und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. Wieder eine Nacht, wieder ein Albtraum. All diese Jahre draußen sollten eigentlich bedeuten, dass ich die schlimmen Erinnerungen verdrängen kann, doch ich werde ununterbrochen von ihnen geplagt.

Tag und Nacht scheint die Dunkelheit mir zu folgen. Es gibt kein Entkommen, außer in den seltenen Momenten, in denen ich mich im Alkohol ertränke. Aber ich verdiene kein Entkommen. Ich verdiene diese Qual. Ich habe das alles verdient.

Da ich weiß, dass ich so schnell nicht wieder einschlafen werde, stehe ich auf und mache mich bereit für den langen Tag, der vor mir liegt. Nach einer eiskalten Dusche und dem Anziehen verlasse ich mein Schlafzimmer und gehe durch die hinteren Räume Richtung Bar.

Ich ging an mehreren geschlossenen Türen vorbei, hinter denen meine Brüder wohnten. Wahrscheinlich ohnmächtig vor Trinken oder nach dem letzten Fick. Wenn ich wetten müsste, würde ich sagen: wegen beider Dinge. Das ist ohnehin die Art der Brüder.

Es war verdammt noch mal zu früh, oder vielleicht schon zu spät, ich wusste es wirklich nicht mehr. Der Club war jetzt leer und alle schliefen tief und fest. Ich hasste die Stille. Stille erinnerte mich daran, dass ich wirklich allein war.

Mein Kopf füllte sich mit diesen Gedanken und es gab keinen Weg für mich, sie beiseitezuschieben. Keine Ablenkung, um sie in Schach zu halten. Sie wüteten und wüteten, bis ich ganz von ihnen verschlungen wurde.

Ich atmete scharf durch die Nase ein, warf mich auf einen der Barhocker und beäugte die Schnapsregale, die mich förmlich riefen. Vielleicht nur ein Drink.

Aus einem Drink wurden zwei, und das Nächste, was ich mitbekam, war, dass ich durch eine kalte, nasse Substanz im Gesicht geweckt wurde. Gott, ich hoffe, das war Wasser.

„Guten Morgen, du Vollidiot. Du sabberst meine Bar voll.“

Ich setzte mich auf und sah, dass die Tanzfläche nun voller Clan-Mitglieder war. Brüder saßen an Tischen, machten Witze und hatten Frauen auf dem Schoß. Andere standen mit Zigaretten in der Hand da und unterhielten sich leise in kleinen Gruppen.

Die Clovers probten auf der Bühne für ihren Auftritt am Abend, weshalb die meisten Männer im Raum ihre ganze Aufmerksamkeit den heißen Tanzbewegungen der Frauen widmeten.

Ich sah hinüber und entdeckte keinen Geringeren als den Boss, Cash McDavid, der mit zusammengekniffenen Augen und einem Glas in der Hand an der Bar lehnte.

Wie lange habe ich geschlafen?

Ich stöhnte und wollte zum nächsten Drink greifen, als mir die Flasche aus der Hand gerissen wurde. Ich knurrte ihn an, doch der braunhaarige Mann grinste mich nur an. Seine braunen Augen funkelten schelmisch. Bei jedem anderen hätte ich nicht gezögert, ihm die Hände zu brechen, wenn er mich oder meinen Drink anrührt. Aber nicht bei Cash.

Im Gegensatz zum Rest des Clans hatte McDavid keine Angst vor mir. Ganz im Gegenteil. Ich wusste, dass er von der Irish Mob kam; er war verdammt noch mal der Prinz eines der Clans. Mein Anführer hatte eine Menge Scheiße durchgemacht, und ich bezweifle, dass ein fertiggemachter Soldat ihn auch nur einen Funken Angst zeigen ließe.

„Zeit für ein Meeting, Flash.“ Die Heiterkeit in seinen Augen verschwand und machte Ernsthaftigkeit Platz. Das machte mich nüchtern. Cash war ein entspannter Typ und zeigte nie seine wahren Gefühle, außer wenn es um den Clan ging. Wenn der Spaß vorbei ist, ist die Kacke am Dampfen.

Ich nickte und stand auf, wobei mir kurz schwindelig wurde, bevor es wieder verging. Ich folgte Cash in den Konferenzraum im hinteren Teil der Halle, wo die Geschäfte des Clans erledigt wurden.

Wir gingen hinein und ich sah die wichtigsten Brüder auf ihren Stammplätzen sitzen. Ich lehnte mich an meinen üblichen Platz an der Wand, direkt neben McDavid. Ich griff in meine Tasche, holte meine Zigaretten heraus und zündete eine an. Ich inhalierte, ließ den Rauch in meine Lungen strömen und atmete dann aus.

Verdammt, tat das gut.

„Lasst uns das Meeting beginnen, Jungs“, befahl McDavid und schlug auf den Tisch, um die Aufmerksamkeit der Kerle zu bekommen.

„Kein Lärm, Mc. Mein Kopf dröhnt wie verrückt“, stöhnte Wiggs und legte den Kopf in Agonie zurück. Troy Wiggins war eines der ersten Vollmitglieder des Clubs und der größte Arsch von uns allen. Dieser Wichser war ein laufender notgeiler Bock, der alles besteigt, was Kurven hat, und ein Partylöwe dazu.

Von allen im Clan schien Troy der Einzige zu sein, der jeden Abend eine andere Frau an seiner Seite hatte. Wir wundern uns, dass sein Schwanz noch nicht abgefallen ist.

Es half auch nicht, dass die Frauen ihn unwiderstehlich fanden. Mit seiner exotischen dunklen Haut und dem sauber rasierten Gesicht, das den Blick auf seine scharfen Gesichtszüge und sein charmantes Lächeln freigab. Frauen wurden schwach, wenn es um diesen Arsch ging.

Ich rieb mir über den wachsenden Bartstoppeln und schüttelte den Kopf. Ich brauchte ohnehin keine Frau. Die, die im Club auftauchten, waren nicht die Sorte, die ich suchte. Das bedeutete, ich wollte niemanden, den meine Brüder wahrscheinlich in der Nacht zuvor schon gefickt hatten. Die anderen Jungs hatten kein Problem damit, ihre Frauen zu teilen, aber ich schon.

„Vielleicht, wenn du aufhören würdest, dich vollaufen zu lassen und deinen Schwanz in alles zu stecken, was Titten und einen netten Arsch hat, dann wärst du jetzt nicht in dieser Lage, Wiggs“, spuckte McDavid zurück.

„Und diese ganzen schönen Frauen dir überlassen? Verpiss dich, McDumbass, auf deine Spielchen falle ich nicht rein“, konterte Wiggs mit einem Grinsen.

„Es ist nicht meine Schuld –“

„Wenn du dieses Meeting einberufen hast, um Schwanzlängen mit Wiggs zu vergleichen, kann ich dann zurück an die Arbeit gehen? Ich muss unseren Club hier schließlich am Laufen halten“, warf eine tiefere Stimme ein und unterbrach die beiden Männer.

Alle Köpfe drehten sich zu der einzigen Person, die in diesem Clan einen Anzug trug. Jude grinste, als er Cashs Stirnrunzeln sah. Er lehnte sich lässig in seinem Stuhl zurück und verschränkte die Arme hinter dem Kopf. Normalerweise hätte jeder, der so mit McDavid sprach, eine Kugel im Kopf kassiert, aber das war Jude.

Nur die Nummer zwei konnte so frei sprechen, ohne zu sterben. Jude Acostas war Cashs bester Freund und wahrscheinlich einer der wenigen Menschen, denen er sein Leben anvertraute.

Jude war früher ein berühmter Sänger und Musiker, aber als seine Popularität nachließ, tat es sein Plattenvertrag auch. Er verkraftete das nicht besonders gut. Eines kam zum anderen, und das Gebäude des Labels ging in Flammen auf, zusammen mit Equipment und Verträgen im Wert von Millionen Dollar.

Danach baute sich Jude ein Leben als Krimineller auf. Er begann als Spieler und Betrüger und arbeitete sich bis an die Spitze in Vegas hoch. Bald wurde es für Jude zu viel, alles alleine zu bewältigen; er verließ Vegas und kam hierher, wo er Cash traf.

Der Rest ist Geschichte. Sie taten sich zusammen und besaßen nun einen der beliebtesten Clubs in der Innenstadt von Chicago: The Golden Clover.

Cash trommelte mit den Fingern auf den Tisch und funkelte seinen Partner an, bevor sein Blick über den Rest des Clans wanderte. „Wir haben ein Problem.“

Der Tonfall seiner Stimme ließ die Männer im Raum hellhörig werden. Wiggs Grinsen wich einem tiefen Stirnrunzeln und Jude verschränkte die Arme, ohne seinen stählernen Blick von unserem Anführer abzuwenden.

„Es scheint, als würden Lus Jungs denken, sie könnten auf unser Territorium kommen und einige unserer Waffen stehlen. In das Lagerhaus am anderen Ende der Stadt wurde eingebrochen und ein paar unserer Fringes wurden getötet.“ Cash stand auf und baute sich über dem Konferenztisch auf, die Wut war ihm ins Gesicht geschrieben. „Ich will, dass diese Wichser dafür bezahlen, einen der Unseren getötet zu haben. Ich schicke ein Team los, um diesen Pennern zu zeigen, was passiert, wenn man sich mit den Brüdern anlegt.“ Er richtete seinen scharfen Blick auf mich. „Flash, ich will, dass du und Wiggs euch darum kümmert. Wir haben einen ihrer Umschlagplätze ausfindig gemacht, Dom gibt euch die Details.“

Wiggs sah mich an, bevor er breit grinste, die Aufregung stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Verdammt ja. Ich darf mit Flash los? Ich bin dabei, Boss.“

Ich sagte nichts, aber meine Lippen zuckten nach oben, was Wiggs noch mehr freute. Dann nickte ich Cash zu, der mit meiner Reaktion zufrieden war, bevor ich noch einmal an meiner Zigarette zog. Nicht, dass ich jemals Nein sagen würde. Cash ist derjenige, der mir einen Sinn und ein Zuhause gab, als ich nichts mehr hatte.

Das stimmt nicht. Du hast immer noch sie.

Ich schüttelte den Gedanken ab und löste mich von der Wand. „Wann brechen wir auf?“, fragte ich mit rauer Stimme.

„Sobald ihr euren Scheiß zusammenhabt. Verschwendet keine Zeit.“ McDavid winkte uns ab, bevor er sich sein braunes, zurückgegeltes Haar glattstrich. Ich sah zu Wiggs hinüber, der in ein tiefes Gespräch mit Gage vertieft war, wahrscheinlich um herauszufinden, welches Team wir mitnehmen. Gut. Er kann sich um die Details kümmern. Mir war egal, wie wir es machten oder wen wir mitnahmen, ich wollte diesen Einsatz einfach nur hinter mich bringen.

„Hey Flash, ich trommle die Jungs zusammen. Wir treffen uns an der Bar. Gage kümmert sich um das Zeug.“ Wiggs kam auf mich zu und steckte die Hände in seine Hosentaschen. „Bist du bereit?“

Ich nickte, sagte aber nichts. Wiggs nahm meine Wortkargheit nicht übel; er und der Rest meiner Brüder waren es gewohnt, dass ich schweigsam war. Er grinste, klopfte mir auf den Arm und erntete dafür einen bösen Blick von mir. Er zog seine Hand schnell zurück und hustete nervös. „Wir sehen uns dann gleich.“

Genau das habe ich mir gedacht, du Vollidiot.