PROLOGUE
Kennst du das, wenn in Kleinstädten jeder alles über jeden weiß? Genau so hat dieser ganze Mist angefangen. Nur gab es bei uns kein Stadt-Flittchen oder eine Hure, oder wie auch immer man sie oder ihn sonst noch nennen wollte. Unsere Stadt war anders. Wir hatten ein siebzehnjähriges Mädchen, das noch Jungfrau war, und dieses Mädchen war ich.
Wenn jemand in der Nacht zuvor mit jemandem geschlafen hatte, wusste es am nächsten Tag die ganze Schule. Es war immer dasselbe. Ich habe mir darüber nie einen Kopf gemacht; die Schule hatte für mich Priorität. Zumindest bis zu meinem letzten Schuljahr. Ich dachte, ich könnte mein kleines Geheimnis für mich behalten, bis ich mit der Schule fertig bin, aber das Glück war nicht auf meiner Seite. Ich war mit meinen Freunden auf einer Party, und dort fing der Ärger an. Jemand hat uns belauscht, und am nächsten Tag wusste es jeder. Da fingen die Beleidigungen und die starrenden Blicke an.
Sie nannten mich Heilige Jungfrau und eine Menge anderer Namen, die ich hier nicht wiederholen möchte. Ich hatte es so satt. Das Getuschel hinter meinem Rücken, die Blicke und das Gelächter, wenn sie auf mich zeigten. Was ich dann getan habe, war wahrscheinlich verdammt dumm, aber ich habe nicht lange nachgedacht. Ich wollte einfach nur, dass es aufhört, also nahm ich mir vor, meine Jungfräulichkeit loszuwerden. Und genau da habe ich ihn getroffen.
Einen Fremden. Einen Mann, der zehn Jahre älter war als ich. Einen Mann, der für meinen Vater arbeitete.
Wir hatten eine Abmachung: Er sollte mir alles beibringen, was ich über Sex wissen musste, aber Gefühle sollten dabei keine Rolle spielen.
Es ging nur um das Körperliche. Keine Bindungen. Keine Emotionen. Nur Sex.
Und genau dann fing der richtige Scheiß an.