Blei & Rosen

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Zusammenfassung

Kurz vor der Zeit brachte ich mich in Position, bäuchlings auf dem Boden, beide Hände am Gewehr, das Auge am Zielfernrohr – bereit zu schießen. Minuten vergingen, und ich wusste, dass mein Ziel jeden Moment mit seinen Kollegen das Restaurant betreten würde … Ein leises Wolfsgeheul war zu hören. „Verdammt! Was für ein Hintern!“ ***unedited***

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
40
Rating
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Altersfreigabe
18+

Prolog

Tatiana

Rennen. Ich war nie ein Fan vom Laufen, und doch lande ich immer wieder in solchen Situationen. Mit jedem Schritt fiel mir das Atmen schwerer, und der Schuss in meinem Bein machte die Sache nicht gerade besser.

Keuchend hockte ich mich hinter eine schimmlige Wand in einem verlassenen Gebäude. Scheiße. Ich habe nur noch eine Kugel. Aus der Ferne hörte ich Schüsse und Rufe. So hatte ich mir den heutigen Tag nicht vorgestellt. Aber andererseits war mein Alltag ohnehin alles andere als normal. Wer war ich also, mich zu beschweren?

Ich stand so elegant auf, wie es mit einer Kugel im Bein eben möglich war, und suchte nach dem Kerl, der für dieses Chaos verantwortlich war. Leise schlich ich vorwärts und hielt Ausschau nach dem Teufel persönlich.

Bevor ich einen weiteren Schritt machen konnte, hörte ich hinter mir ein Geräusch. Durch mein Training waren meine Reflexe messerscharf. Ich wirbelte herum, ging in Kampfstellung und richtete meine Waffe direkt auf das Gesicht des Schuldigen: Arturo Mortelli, der Teufel selbst.

Arturo ist einer der gefährlichsten Männer auf dem ganzen Kontinent. Ein skrupelloser italienischer Mafia-Boss, der der Inbegriff von Wahnsinn ist. Trotz seines offensichtlich guten Aussehens ist dieser Kerl einfach nur geisteskrank. Seine Bande steht schon lange auf der Abschussliste der Agency, und so schwer es mir fällt, das zuzugeben: Er ist niemand, den man so einfach ausschaltet.

„Uh uh uh, tesoro. An deiner Stelle würde ich die Waffe nicht auf mich richten“, sagte Arturo mit einem Grinsen.

Unbeeindruckt von seinem Aussehen und seinen offensichtlich falschen, süßen Kosenamen starrte ich ihn hart an.

„Oh, die cuciola versucht mutig zu sein. Wie süß. Siehst du, dieser Ort ist voll mit Sprengstoff präpariert. Eine falsche Bewegung und... Bumm!“, sagte er und gestikulierte wild mit den Händen.

„Vergiss es, Arturo. Ich bin diejenige mit der Waffe, also halt lieber dein verdammtes Maul.“

Sein Grinsen wurde nur noch breiter. Diese Überheblichkeit, die von ihm ausging, machte mich wahnsinnig!

„Weißt du, das Angebot steht noch immer, tesoro. Schließ dich mir an, und ich werde die Agency nie wieder belästigen.“

Seit ich mit meinem Training begonnen hatte, bemerkten viele Ausbilder bei der Agency mein Potenzial. Ich war gut mit Schusswaffen und noch besser im direkten Zweikampf. Aber meine wahre Liebe galt den Scharfschützengewehren. Ich war die beste Scharfschützin unseres Jahrgangs, und jede Mission wurde schnell und ohne Fehler ausgeführt. Aus diesem Grund versuchten viele, mich für ihre eigenen Zwecke anzuwerben – einer von ihnen war Arturo persönlich.

Ich schnaubte verächtlich, und etwas zuckte in Arturos Gesicht. Ihm gegenüber respektlos zu sein, war ein schwerer Schlag für sein ohnehin riesiges Ego. Indem ich ihm seinen Wunsch ausschlug, riskierte ich wohl mein Leben.

„Ich werde niemals für deine Bande arbeiten oder ihr beitreten, Arturo.“

„Hmmm, also ist es in Ordnung, wenn ich diesen ganzen Laden einfach in die Luft jage? Und dabei jeden Einzelnen aus deinem Team töte?“, fragte er mit einem teuflischen Funkeln in den Augen.

Wie gesagt, total verrückt. Als er etwas aus seiner Manteltasche zog, weiteten sich meine Augen. Ein kleines röhrenförmiges Gerät mit einem offensichtlichen roten Knopf. Er hatte nicht geblufft. Als er den Knopf drückte, begann es überall laut zu piepen. Ich hatte keine Wahl, ich musste hier weg.

„Das ist noch nicht vorbei, Arturo“, sagte ich und rannte in Richtung meines Teams, wobei ich eine leise Antwort von ihm hörte.

„Sicherlich nicht, tesoro.“

Scheiße. Scheiße. Scheiße. Ich hatte etwa 20 Sekunden, bevor der ganze Ort in die Luft flog. Ich rannte die Treppen zum Dach des Gebäudes hinauf und zählte im Kopf die Zeit mit. 10 Sekunden.

Als ich das Dach erreichte, sah ich den Hubschrauber meines Teams in der Luft, an dem eine Strickleiter herabhing. Ich rannte darauf zu, mein Herz hämmerte so laut. Ich muss es schaffen.

5... 4... 3... 2... Als ich gerade abspringen wollte, wurde das Piepen lauter, als würde es die bevorstehende Explosion ankündigen. 1...