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Zusammenfassung

Eine Kurzgeschichte über ein Happy End. Um ihr Studium und ihre Rechnungen zu finanzieren, arbeitet Anna als Telefon-Sex-Operatorin. Unter den vielen Kunden, die ihr begegnen, gibt es einen, der ihr Interesse mehr als nur weckt. Mature Content Nur für Erwachsene (+18)

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
23
Rating
4.9 45 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

1

*

Mein Wecker klingelte wie üblich um 6 Uhr. Ich duschte und machte mich für die Uni fertig. Philosophie zu studieren war schon immer mein Traum. Mein Vater ist abgehauen, als ich 6 war. Deshalb hat meine Mutter alles versucht, um mir ein gutes Leben zu ermöglichen, und hat zwei Jobs gleichzeitig gemacht.

Wir konnten uns kein Studium leisten. Als ich 20 wurde, bin ich bei meiner Mutter ausgezogen. Ich habe mir mit meiner besten Freundin Lora eine kleine Wohnung in der Stadt gemietet, und wir haben beide einen Job gefunden. Ein Job, für den ich mich ständig schämte. Ich war Sex-Text-Operator bei einer Firma namens „Sweet talk“. Aber es zahlte gut, und als Studentin konnte ich nicht so viel Geld mit Kellnern nach den Vorlesungen verdienen.

Mein Alltag bestand also im Grunde aus Vorlesungen und Arbeit – fast jeden Tag von 18 Uhr bis Mitternacht. Manchmal habe ich Doppelschichten übernommen und bis zum Morgen gearbeitet. Dann blieb nur Zeit, um zu duschen, zur Uni zu gehen und danach direkt wieder zur Arbeit.

„Wie viele Vorlesungen hast du heute, Süße?“, fragte mich Lora fröhlich und füllte zwei Tassen mit Kaffee.

„Nur zwei. Ich muss heute zum Chef. Er wollte, dass ich ins Büro komme“, antwortete ich und warf ein paar Energieriegel in meinen Rucksack.

„Was will dieser Mr. Grumpy-Nerd jetzt schon wieder von dir?“, fragte sie durch zusammengebissene Zähne. „Er findet echt immer einen neuen Weg, um dich anzupissen.“

Und das stimmte. Liam Jones war ein echter Pain in my ass. Er hat sich ständig über meine Einstellung gegenüber den Kunden beschwert. Versteh mich nicht falsch, es war mir scheißegal, was für schmierige Typen mir da schrieben, aber ich hatte meine Grenzen. Es gab Regeln, sowohl für die Kunden als auch für die Mädels, die für Liam arbeiteten.

„Ich mache mich jetzt vom Acker. Ich arbeite heute über die App auf meinem Handy, also warte nicht auf mich“, ich zwinkerte ihr zu und verschwand im Flur.

Die Sonne strahlte durch die Wolken, sodass ich meine Sonnenbrille aufsetzen musste. Ich liebte dieses Wetter. Der Geruch von frisch gemähtem Gras und das Geräusch von glücklichen Leuten, die an ihrem Eis leckten.

Ich merkte erst, dass ich spät dran war, als ich Nancy sah, ein Mädchen aus meinem Kurs, das zum Uni-Gebäude rannte. Ich rannte hinterher, weil ich den wütenden Professor nicht noch saurer machen wollte. Ich rannte den Flur entlang und drängte mich durch die Menge, während ich immer noch den Kaffee in der Hand hielt. Noch eine Kurve und ich hätte es geschafft, aber mein Marathon wurde jäh gestoppt, als eine harte Brust mit mir zusammenstieß. Meine Bücher flogen aus meinen Händen und mein Kaffeebecher ergoss sich direkt über mein Shirt. Ich stolperte zurück und wäre fast hingefallen, aber eine feste Hand packte mich an der Taille und zog mich hoch.

„Whoa, ganz ruhig! Alles okay bei dir?“, eine sanfte Stimme klang wie eine Melodie in meinen Ohren und dann sah ich Noah Willis, den Hottie vom Campus, der auf mich herabsah.

„Mir ging’s gut, bis du mich fast umgebracht hättest!“, blaffte ich ihn wütend an, während ich meine Bücher vom Boden aufsammelte.

„Eigentlich bist du diejenige, die mich fast umgerannt hätte.“ Er lächelte, bückte sich und hob meinen nun leeren Becher auf. „Ich hoffe, das war kein süßes Getränk, sonst klebt dein Shirt noch mehr am Körper“, er grinste und sah an mir herab.

Da sah ich, dass mein vom Kaffee nasses Shirt durchsichtig war. Ich warf ihm den nervigsten Blick zu, den ich konnte, und wagte den kühnsten Zug meines Lebens. Ich zerrte kräftig an dem Flanellhemd, das er über seinem weißen T-Shirt trug, und zog es ihm einfach aus. Er protestierte nicht, aber sein Gesichtsausdruck zeigte Schock und Belustigung. Ich zog das Hemd an, genoss die Wärme, die noch von seinem Körper darin hing, und begann es zuzuknöpfen.

„Bedankt man sich so bei jemandem, der einen davor bewahrt hat, auf den Boden zu knallen? Indem man ihn ausraubt?“, fragte er, und seine Lippen formten ein leichtes, selbstgefälliges Lächeln.

„Nein, das ist Rache dafür, dass du mein Lieblingsshirt ruiniert hast. Und wer trägt bitte ein Flanellhemd in L.A., wo es verdammt noch mal so heiß ist?“, fuhr ich ihn an und kniff die Augen zusammen.

Während ich das Hemd zuknöpfte, fuhr ich mit den Händen darunter und nach etwas Gezappel gelang es mir, das nasse T-Shirt unter dem Flanell auszuziehen, ohne auch nur einen Zentimeter Haut zu zeigen.

„Hier, wenn es dich glücklicher macht, kannst du meines haben. Es ist eh ruiniert.“ Ich grinste und warf ihm mein nasses T-Shirt entgegen. „So. Wenn du mich entschuldigst, im Gegensatz zu dir muss ich noch zu einer Vorlesung“, und damit legte ich ein schnelles Tempo Richtung Tür vor.

Erst da bemerkte ich, wie viele Leute mich und meinen kleinen Zwischenfall mit Noah beobachteten. Ich verdrehte die Augen und schlich mich in den Hörsaal, wo ich mich auf den erstbesten Platz setzte.

Die Vorlesungen waren im Nu vorbei und ich machte mich auf den Weg zu meinem Lieblings-Café. Ich liebte deren Kaffee und Gebäck, und ab und zu arbeitete ich von dort aus an meinem Handy oder Laptop.

Ich holte mir einen schönen großen Iced Latte und ging über die Straße zum Büro. Als ich an den Schreibtischen vorbeilief, grüßte ich ein paar Mädels und steuerte auf Rosie zu, die süßeste alte Dame, die als Liams Sekretärin arbeitete.

„Hallo, Rosie. Du strahlst ja wieder richtig“, lächelte ich sie an und gab ihr eine kleine Papiertüte mit einem Muffin, den ich im Café gekauft hatte.

„Meine liebe Anna, du weißt doch, dass ich nicht strahlen kann, wenn du mich ständig mit sowas fütterst. Ich werde dick und ruiniere meine Chance, endlich die Liebe meines Lebens zu treffen“, ihr sanftes Lächeln ließ mich fast vergessen, warum ich hier war. Die Frau stand kurz vor der Rente, aber irgendwie hatte sie immer noch Hoffnung, die Liebe zu finden.

„Also, wie ist die Stimmung heute? Soll ich lieber speichern, bevor ich reingehe?“, lachte ich und ahmte eine Joystick-Bewegung mit den Händen nach. Aber Rosies Gesicht wurde ausdruckslos – ein Zeichen für mich, dass der Boss höchstpersönlich hinter mir stand.

„Sie sollten versuchen, sich mehr auf Ihre Arbeit als auf Videospiele zu konzentrieren, Miss Black“, der tiefe Bariton erwischte mich eiskalt.

Ich sah über meine Schulter und entdeckte Liam, der am Türrahmen lehnte und mich mit Blicken durchbohrte.

„Ach bitte, als ob du keine Spiele magst. Du hast die eigene App erfunden, mit der wir arbeiten. Erzähl mir nicht, dass du nicht auf Gaming stehst“, ich schenkte ihm mein unschuldigstes Lächeln, bevor ich in sein Büro ging.

Ich setzte mich auf den bequemen Stuhl direkt gegenüber und musterte wie üblich sein Büro. Es hatte schwarze Wände, aber die Wand hinter ihm bestand komplett aus einer Fensterfront, die einen wunderschönen Blick über die Stadt freigab. An den Wänden hingen scharfe Metallrahmen mit verschiedenen abstrakten Gemälden. Auf seinem Schreibtisch stand eine runde Vase voller großer, bunter Kristallkugeln. Ich habe mich immer gefragt, warum ein Typ so was braucht.

„Du wolltest mich also sehen“, fing ich an, weil ich nicht länger als nötig hier bleiben wollte.

„Ja, ich werde die Dienstpläne ändern. Also brauche ich deine verfügbaren Stunden, damit es für euch alle passt“, Liam war auf seinen Laptop konzentriert und blickte nicht einmal davon auf.

„Warum willst du das ändern? So, wie es ist, gefällt es mir gut. Ich kann morgens nicht arbeiten, da habe ich Vorlesungen“, sagte ich und legte den Kopf schief.

Liam sah von seinem Laptopbildschirm zu mir auf, Neugier stand ihm ins Gesicht geschrieben.

„Vorlesungen?“, fragte er, ohne den Blick von mir abzuwenden.

„Ja. Warum? Glaubst du, ich arbeite bis an mein Lebensende für dich? Ich will einen Abschluss und einen normalen Job, bei dem ich vielleicht irgendwann eine Familie gründen kann, mit weißem Gartenzaun, sieben Kindern und all diesem Mist“, sagte ich, ohne auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, warum ich das gerade gesagt hatte.

„Schwer zu glauben, dass du all das willst, wenn du gerade das Wort ‚Mist‘ im selben Satz benutzt hast“, er grinste. „Wie auch immer, ich kann dir die Vormittage geben, aber das bedeutet, dass du ein paar Mal nachts arbeiten musst“, sagte er, sah wieder auf den Bildschirm und tippte wild darauf herum.

„Na gut“, spuckte ich aus und verdrehte die Augen.

Ich stand auf und machte mich auf den Weg aus seinem Büro. Ich war fast draußen, als ich ihn sagen hörte: „Keine Sorge, du bekommst dafür eine Gehaltserhöhung“. Ich lächelte vor mich hin und verließ den Raum, ohne mich zu verabschieden.