All I Want For Christmas

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Zusammenfassung

Amelia freut sich dieses Jahr nicht auf Weihnachten, da es das erste Fest ohne ihre Mutter ist. Sie übernimmt zusätzliche Arbeit, um sich von ihrer Einsamkeit abzulenken. Cole ist von einer Geschäftsreise zurück und muss Amelia bei einem Projekt helfen, das sein Bruder ihr zugewiesen hat. Während Gefühle zwischen ihnen aufkeimen und eine Weihnachtsfeier am Tag vor Weihnachten im Büro ansteht, beschließen beide hinzugehen – doch was passiert, wenn sie dort ankommen? Mit einer Frage auf Coles Lippen: Was wünscht sich Amelia zu Weihnachten? ***ERSTER ENTWURF, NICHT EDITIERT***

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
23
Rating
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Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

AMELIA

Je länger ich auf den Computerbildschirm starrte, desto mehr begannen meine Augen zu brennen. Alles wurde verschwommen.

Ich lehnte mich in meinem Stuhl zurück und rieb mir die Augen.

Ich wollte sie nur für einen Moment schließen, doch dann räusperte sich jemand.

Erschrocken riss ich die Augen auf. Ich starrte den Mann an, der im Türrahmen meines Büros lehnte.

Dort stand mein Chef, Carter Wilson. Als sich unsere Blicke trafen, breitete sich ein Grinsen auf seinem Gesicht aus.

„Du weißt schon, dass du das auch morgen hättest erledigen können“, sagte er. Er stieß sich vom Türrahmen ab, kam herein und setzte sich mir gegenüber.

Ich beobachtete ihn dabei. Er lehnte sich entspannt zurück und sah sich kurz um, bevor er seinen Blick wieder auf mich richtete.

„Warum bist du noch so spät hier, Amelia?“, fragte Carter und legte den Kopf schief.

Ich seufzte und sah wieder auf den Computer.

„Wegen dem Projekt, an dem ich gerade arbeite“, antwortete ich und sah ihm wieder in die Augen. „Ich werde Hilfe dabei brauchen.“

Carter sah mich an und nickte.

„Ich habe dich ja gewarnt, dass das ein Haufen Arbeit wird“, sagte er. Er beugte sich vor, ohne mich aus den Augen zu lassen.

Ich starrte zurück, doch er hielt meinem Blick stand. Langsam schlich sich sein Grinsen wieder herbei.

„Mein Bruder Cole kommt morgen vorbei“, sagte er. Allein bei der Erwähnung seines Bruders zog sich mein Magen zusammen. „Er kann dir helfen.“

Ich nickte und starrte wieder auf den Bildschirm. Ich versuchte angestrengt, mir nichts anmerken zu lassen.

In meinem Kopf spielten sich Szenen von unserem letzten Treffen ab. Das war vor acht Monaten gewesen.

Ich spürte, wie Carters Blicke mich förmlich durchbohrten. Also sah ich ihn doch wieder an.

Carter grinste spitzbübisch.

„Er hat dich immer noch voll im Griff, was?“, meinte er und lehnte sich wieder in seinem Stuhl zurück.

Ich starrte ihn sprachlos an. Ich konnte nicht verhindern, dass mir die Röte ins Gesicht stieg. Er hatte mich eiskalt erwischt.

Carter lachte leise. „Ihr beide seid echt goldig“, murmelte er vor sich hin.

Ich sah ihn nur verwirrt an. Ich verstand nicht ganz, was er damit meinte.

Carter schaute mich an und schüttelte den Kopf.

„Schon gut“, sagte er und stand auf. Er lächelte mir zu. „Ich schicke Cole morgen in dein Büro. Er soll sich das Projekt und den Papierkram ansehen, dann könnt ihr zusammenarbeiten.“

Ich nickte nur, brachte aber kein Wort heraus.

Ich sah zu, wie Carter gemächlich aus meinem Büro schlenderte. An der Tür hielt er noch einmal inne. „Geh nach Hause, Amelia“, rief er mir zu. „Das Projekt läuft dir nicht davon.“ Dann war er verschwunden.

Ich antwortete nicht. Ich lehnte mich zurück und atmete erst einmal tief durch, als er weg war.

Meine Gedanken drifteten sofort zu Cole ab, so wie immer, wenn sein Name fiel. Ich war schon in Cole verknallt, seit ich denken kann.

Ich kannte Carter und Cole schon aus der Highschool. Ich wusste natürlich, wer sie waren, denn sie waren die beliebtesten Jungs der Schule. Aber ich hatte nie etwas mit ihnen zu tun, bis sie das Familienunternehmen übernahmen und ich mich auf meine jetzige Stelle bewarb.

In der Schule war ich das, was man einen Nerd nennt. Ich war nicht hässlich oder so, aber ich liebte das Lernen. Ich hatte nur eine Handvoll Freunde in einer kleinen Gruppe.

Carter und Cole waren Zwillinge und ein Jahr über mir. Sie waren so unterschiedlich, wie Zwillinge nur sein konnten. Carter war offen und beliebt. Cole hielt sich eher im Hintergrund, war aber trotzdem immer bei Carter und seinen Freunden dabei.

Ich mochte ihn schon damals, aber ich dachte nie, dass ich eine Chance hätte. Beide waren zwar nett zu mir und haben mich nie schikaniert. Sie haben sogar mit mir geredet – also, Carter zumindest.

Probleme hatte ich nur mit den Mädchen. Das passierte meistens dann, wenn sie merkten, dass Carter mit mir sprach. Ihnen gefiel es gar nicht, wie Carter und Cole mich behandelten. Sie machten es sich zur Aufgabe, mir das Leben zur Hölle zu machen. Ich ertrug es und hielt einfach den Ball flach.

Nach der Highschool ging ich für vier Jahre aufs College und verschwendete keinen Gedanken mehr an sie. Erst als ich fertig war und mich bei der Firma ihrer Familie bewarb, trafen wir uns wieder. Ich dachte, ihr Vater würde den Laden noch führen. Umso schockierter war ich, als beide Brüder beim Vorstellungsgespräch vor mir saßen.

Carter war derjenige, der mich mit Fragen löcherte. Cole starrte mich einfach nur an, ohne ein einziges Wort zu sagen.

Nach dem Gespräch wusste Carter wieder, wer ich war. Er fragte mich, ob ich mit ihnen zur Schule gegangen sei.

Ich nickte, und Carter stellte mich gerne ein. Er wusste, dass ich den Job brauchte.

Carter ist hier mein Hauptchef. Ich arbeite als seine Sekretärin und erledige alle möglichen Aufgaben, die er mir überträgt.

Cole sehe ich kaum. Ich glaube, er ist meistens unterwegs und trifft sich mit Kunden.

Carter und ich sind befreundet, und ich weiß, dass zwischen uns nie etwas laufen wird. Er hat nicht nur kapiert, dass ich auf seinen Bruder stehe – was er jedes Mal erwähnt, wenn er mich beim Tagträumen erwischt. Carter ist auch eher ein Frauenheld. Die meisten Frauen in der Firma wollen was von ihm. Ich habe schon oft Stöhnen aus seinem Büro gehört, wenn seine neueste Flamme des Monats vorbeischaute, um ihm den Tag zu versüßen.

Ich kann nur mit den Augen rollen, wenn ich daran denke.

Ich seufze und versuche, mich wieder auf die Arbeit zu konzentrieren. Es klappt nicht; meine Gedanken landen sofort wieder bei Cole.

Ich muss zugeben, dass ich nicht weiß, wie Cole so tickt. Ich habe ihn noch nie mit einer Frau gesehen, eigentlich mit überhaupt niemandem. Er ist sehr verschlossen. Ein Teil von mir will unbedingt mehr über ihn erfahren. Das wollte ich schon in der Schule, aber irgendetwas kam immer dazwischen.

Ich seufzte, sah auf meinen Bildschirm und beschloss, für heute Schluss zu machen.

Als ich auf die Uhr sah, erschrak ich. Carter hatte recht: Es war wirklich schon spät.

Ich konnte nur noch an ein heißes Bad und mein Bett denken.

Ich loggte mich am Computer aus und stand auf, um alles andere im Büro auszuschalten.

Ich ging zur Tür, schnappte mir meinen Mantel vom Haken und zog ihn an. Ich machte den Reißverschluss zu und prüfte, ob ich alles dabei hatte. Dann löschte ich das Licht, verließ mein Büro und schloss die Tür hinter mir.

Ich lief an den leeren Büros vorbei zum Aufzug.

Ich stieg ein und drückte auf den Knopf für das Erdgeschoss. Der Aufzug fuhr nach unten. Nach ein paar Sekunden öffneten sich die Türen mit einem leisen Ping. Ich ging zum Ausgang, winkte Bobby, unserem Wachmann, zu und trat hinaus ins Freie.

Ich blieb kurz stehen und ließ mir den kalten Wind um die Nase wehen. Weihnachten stand vor der Tür, es waren nur noch vier Tage.

Ein Stich versetzte mir einen kurzen Schmerz. Es war das erste Jahr ohne meine Mutter. Sie war vor acht Monaten an Krebs gestorben. Mein Vater war schon fünf Jahre vor ihr gegangen. Geschwister hatte ich keine, nur Tanten und Onkel, die ich wohl erst im neuen Jahr sehen würde.

In den letzten fünf Jahren hatten meine Mutter und ich die Feiertage immer zusammen verbracht. Wir haben abwechselnd beieinander übernachtet. Wir haben den Baum geschmückt und Plätzchen gebacken. Ich habe es geliebt.

Dieses Jahr war alles anders, und ich hasste es.

Ich würde allein sein, und davor hatte ich Angst. Obwohl ich das Geld nicht brauchte, hatte ich zugestimmt, die Vertretung für ein paar Kollegen zu übernehmen. Die Arbeit war das Einzige, was mich davor bewahrte, durchzudrehen.

Ich schüttelte das beklemmende Gefühl der Einsamkeit ab und winkte einem Taxi.

Schon Sekunden später hielt einer an. Ich ging hin und stieg ein.

Der Fahrer wartete, bis ich die Tür geschlossen hatte. Dann nannte ich ihm meine Adresse und er fuhr los.

Ich starrte aus dem Fenster. Mir graute davor, in meine leere Wohnung zurückzukehren. Es war zwar schön, die ganze Weihnachtsbeleuchtung an den Häusern und Geschäften zu sehen, aber es machte mir nur noch deutlicher bewusst, wie einsam dieses Weihnachten werden würde.