Préparation du Tour
„Ich habe so etwas noch nie gemacht, Anja!“
„Es gibt immer ein erstes Mal, mein Schatz.“
„Die anderen Leute werden mich da sehen?“
„An dir ist nichts dran, was ein anderer Mann nicht hat.“
„Aber wir haben auch einen eigenen Bereich, oder?“
„Du kannst dir ja vorher aussuchen, wo du hinwillst.“
„Ich meine nur, dass wir auch mal allein sein können. Ein Platz wo keiner ist, der uns stört…“
„Du brauchst überhaupt keine Angst zu haben. Irgendwann nimmst du die anderen gar nicht mehr wahr. Vielleicht lernen wir auch jemanden kennen, der uns sympathisch ist und wir verbringen dann gemeinsame Zeit miteinander.“
„Gemeinsame Zeit? Aber wir sind alle nackt!“
„Wir sind Gleiche unter Gleichgesinnten.“
„Und du kennst dich da aus?“
„Na klar, schließlich war ich schon oft dort!“
„Also ich weiß nicht…“
„Du bist doch sonst nicht so prüde! Ich bin sicher, du wirst voll auf deine Kosten kommen!“
„Irgendwie kann ich mich mit dem Gedanken, dass wir das machen sollen noch gar nicht richtig anfreunden…“
„Soll ich dir mal die Webseite zeigen, dass du schon mal einen Eindruck von der Ausstattung und dem Gelände bekommst.“
„Die haben eine Webseite?“
„Klar, jeder hat heutzutage eine Webseite!“
Anja schaltete ihren Laptop ein und präsentierte Paul voll Enthusiasmus die Webseite, die sie schon seit langem in ihrer Favoritenliste abgespeichert hatte.
„Gleich hier, wenn man reinkommt, sind die Duschen. Da, gleich links.“
„Sind die gemischt?“
„Es macht keinen Sinn, sie nach Männlein und Weiblein zu trennen…“
„Aber dann stehe ich vielleicht mit einer fremden Frau unter der Dusche?!?“
„Du stehst ja auch mit mir unter der Dusche.“
„Aber wenn ich einen Steifen bekomme?!“
Anja grinste.
"Schau mal hier. Da bekommt man auch etwas zu essen. Falls wir Hunger bekommen. Das ist für den kleinen Happen zwischendurch, wenn man ausgepowert ist und einen kleinen Imbiss braucht.“
„Naja, das sieht ja eigentlich ganz nett aus…“
„Na siehst du. Du musst das alles positiv sehen. Es wäre übrigens gut, wenn du deine Französischkenntnisse noch ein wenig verfeinern könntest.“
„Du weißt, dass mir das nicht liegt…“
„Für verschieden Aktivitäten gibt es dann verschiedene Bereiche. Aber das kannst du dir dann alles vor Ort ansehen. Mitmachen ist keine Pflicht. Aber es gibt wirklich ein Abwechslungsreiches Angebot, das keine Wünsche offen lässt…“
„Das könnte anstrengend werden…“
„Naja, ein bisschen Kondition brauchst du schon. Je nachdem wo du mitmachen willst. Aber denk daran: Alles kann, nichts muss. Wenn ich manchmal Entspannung gebraucht habe, bin ich einfach irgendwo hingegangen, habe mich dazugesetzt und habe einfach zugesehen. Wenn es mir dann gefallen hat was die so machen, dann habe ich einfach gefragt, ob ich mitmachen darf.“
„Anja, ich bin nicht der Typ für sowas…“
„Meine beiden Schwestern waren dort. Die waren total begeistert und haben alles mitgemacht. Mein Bruder war dort. Der ging da voll ab. Meine Eltern waren dort und auch die hatten ihren Spaß. Sogar meine Oma war schon dort!“
„Deine…“ Paul riss die Augen weit auf uns musste schlucken als er das hörte, „...deine Oma???“
„Ja!“
„Und die war auch nackt?“
„Am Anfang fand sie es etwas befremdlich, dass überall Menschen unbekleidet herumgelaufen sind, aber dann hat sie sich auch ausgezogen und zum Schluss hat sie gesagt, dass es ihr super gefallen hat!“
„Deine Oma hat da mitgemacht?“
„Meine Oma, meine Eltern und meine Geschwister. Wir sind immer zusammen dort hingefahren.“
Paul lief es heiß und kalt den Rücken herunter. Bei so etwas mitzumachen, das konnte er sich nicht im Geringsten vorstellen. An was für eine Frau war er da geraten? Sie schien überhaupt keine Hemmungen zu haben. Anja fuhr mit ihren Ausführungen fort:
„Was ist denn so schlimm daran? Es ist doch alles ganz natürlich!“
„Ja, ich gebe dir ja im Prinzip recht…“
„Am liebsten war mir der Campingwagen. Das macht echt Spaß da drinnen!“
„In Campingwägen ist es ziemlich eng…“
„Man muss sich halt arrangieren. Eigentlich hat das immer ganz gut funktioniert. Wenn Besucher kamen musste man halt etwas zusammenrücken…“
„Anja, das wird mir jetzt alles ein wenig zu viel…“
Anja bemerkte, dass sie hier alleine mit Argumenten nicht weiterkam. Also musste sie zu härteren Maßnahmen greifen. Sie schaute Paul tief in die Augen und setzte diesen verführerischen Blick auf, den jede Frau beherrscht, die ihr Gegenüber dahinschmelzen lassen möchte wie Wachs in den Händen.
„Das wird ein ganz normaler Campingurlaub auf einem ganz normalen Campingplatz. Nur eben FKK!“
Seit einer Stunde versuchte Anja ihren Freund davon zu überzeugen, dass sie gerne mal wieder Urlaub in Südfrankreich machen möchte. Sie war schon viele Jahre nicht mehr dort gewesen und wollte mal wieder die Seeluft genießen. „Ein Zelt unter Pinien, die Weite des Atlantiks und mein Schatzi!“ träumte sie. Sommer, Sonne, Strand und Meer. Drei Wochen lang dem Alltag entfliehen. Natur pur! Laue Sommernächte, abendliche Spaziergänge, tagsüber vielleicht ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung, Bogenschießen, Minigolf, Sonnenbaden am Strand und sich von ihrem Schatz den Rücken und alle anderen Körperpartien mit Sonnencreme einreiben lassen… ALLE! „Gelegentlich könnte man dieses Wellness-Programm mit romantischem Sex im Campingzelt unterbrechen… Tagsüber reite ich auf den kraftvollen Wellen des Atlantiks und abends reite ich dann auf meinem Schatzi!“ Es könnte so schön sein! Leider zickte Paul noch etwas herum. Ihm kam es irgendwie befremdlich vor, wenn ihn die anderen Campinggäste morgens beim Bäcker nackt sehen würden. Er hatte noch nie nackt ein Brot gekauft.
„Anja, ich kann ja verstehen, dass du da gerne hinmöchtest. Aber ich stelle mir gerade vor ich stehe morgens beim Bäcker, möchte Brötchen kaufen…“
„Pain, mein Schatz. Dort kauft man Pain. Oder Flûte. Das ist so eine Art Baguette, nur etwas kleiner. Und die Mandelhörnchen sind absolute Spitze! Die musst du unbedingt probieren…“
„Also ich möchte Brötchen kaufen und da steht eine Frau vor mir in der Schlange, die total gut aussieht und mein Hörnchen … wird zum Baguette … Also man sieht dann halt etwas bei mir. Das wäre doch total peinlich!“
„Frühstück im Pinienwald!“ schwärmte Anja weiter.
„Und die Butter hängt in einem nassen Handtuch im Baum?“
„Man kann auch Kühlfächer anmieten. Das ist zwar nicht romantisch, aber die Butter wird dann nicht so weich.“
„Und wenn ich mal aufs Klo muss?“
„Selbst in Frankreich gibt es mittlerweile Toiletten…“
„Morgens habe ich immer eine Latte. Ich muss dann immer aufs Klo. Aber dann muss ich da ja erst über den halben Campingplatz hinlaufen.“
„Du wirst es schaffen!“ sagte Anja aufmunternd. Dann setze sie sich auf Pauls Oberschenkel, legte ihre Arme um ihn und sah ihn erneut mit diesem Hundeblick an, der ihn immer schwach werden ließ.
„Muss das sein?“
„Ja, es muss.“
„Wie lange?“
„Drei Wochen. Mindestens.“
„Wer zahlt?“
„Du.“
„Wieviel kostet das?
„Es ist für einen guten Zweck! - Für MICH!“
Paul verdrehte die Augen. „Du hast gewonnen…“.
Anjas Hundeblick hatte gewirkt. Sie hatte ihn mal wieder um den Finger gewickelt! Wer konnte diesen flehenden Augen widerstehen? Anja jauchzte laut auf und fiel Paul vor Freude um den Hals.
„Wir zwei in Arna! Das wird super!! Du bist ein Schatz!!!
Ihre überschwängliche Freude mündete in eine wahre Flut von Küssen. Sie hatte Paul herumgekriegt. Wieder einmal! Aber wer konnte auch solch einer Frau einen Wunsch abschlagen? Anja bekam immer das, was sie wollte. Sie wusste genau, auf welche Knöpfe sie bei Paul drücken musste und konnte die Waffen einer Frau gekonnt einsetzen.
„Wir können den Urlaub gleich hier online buchen“, fügte sie noch hinzu, nur um auf Nummer sicher zu gehen, dass Paul es sich nicht doch in nochmal anders überlegte. Gesagt, getan. Sie hämmerte die Buchungsdaten mit ihren zarten Fingern in die Tastatur und drückte zum Abschluss auf Enter.
„Du bekommst dann eine Mail mit der Bestätigung und der Bankverbindung, wo du die Anzahlung hinschicken musst.“
„Was müssen wir denn da alles mitnehmen? Haben wir überhaupt eine Ausrüstung?“
„Meine Eltern haben noch alles von früher, das können wir gerne haben. Nur ein Zelt müssen wir noch kaufen. Ein gemeinsames Zelt für unseren ersten gemeinsamen Urlaub! Fahren wir gleich in die Stadt, ja?“ fragte Anja voll Begeisterung und gab Paul einen Kuss.
„Du gibst ja sonst doch keine Ruhe…“ entgegnete er liebevoll und packte sie an ihrem knackigen Po.
„Shopping!“ Anja strahlte vor Glück.
„Mein Französisch ist aber nicht besonders gut...“ merkte Paul noch an, bevor sich die beiden aufmachten um loszufahren.
„Verlass dich da ganz auf mich. Französisch ist mein Spezialgebiet! Und alles, was du wissen mußt, werde ich dir auf unserer Reise beibringen...“









Echt klasse geschrieben. Zuerst denkt man ja, dass sie wo anders hinwollen. Ich schätze mal, dass es von dir auch so gewollt ist. ;-) Gefällt mir, diese Wendung. Als das Hörnchen zum Baguette wurde habe ich geschrien vor Lachen XD