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Im Schatten der Brüder

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Summary

Holly Scott kämpft ums Überleben. In den Slums von Chicago aufgewachsen, arbeitet sie Tag und Nacht, um ihrem Bruder Liam den Traum vom Polizeidienst zu ermöglichen. Jeder Dollar bringt sie ihrem Ziel näher – bis sie in einem Luxushotel die Stelle als persönliche Butlerin zweier berüchtigter Gäste antritt. Alex und Igor Drakonov. Zwei Brüder, deren Name in der Unterwelt gefürchtet ist und eng mit dem unheilvollen Namen Medwedew verbunden ist. Charmant, mächtig – und tödlich. Hinter ihrer eisigen Fassade verbergen sich dunkle Geheimnisse und eine Vergangenheit, die so zerbrochen ist wie Hollys eigene. Zwischen verbotener Anziehung, gnadenlosen Machtspielen, Geheimnissen die nicht aufgedeckt werden sollen und der Hoffnung, Liam zu retten, gerät Holly immer tiefer in ein Netz aus Gefahr und Verlangen. Doch wer den Drakonovs zu nahe kommt, riskiert nicht nur sein Herz – sondern alles.

Genre
Drama
Author
Katharina
Status
3h ago
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
16+

Rotschopf

7 Jahre vor der Vereinigung

POV: Alex Drakonov

Wütend schlage ich die Tür hinter mir zu.

„Medwedew wollte uns definitiv loswerden. Von wegen, wir bräuchten Ruhe. Lächerlich!“

Igor lacht hinter mir auf.

„Wenigstens können wir unsere Liste abarbeiten.“

Ich werfe die zerknitterte Liste auf den Tisch. Eine Reihe von Namen. Menschen, die früher oder später für ihre Taten bezahlen werden.

Die meisten haben etwas mit dem Lager zu tun.

Wolkov.

Allein dieser Name reicht aus, um die Kälte in mir zurückzubringen.

Manche nennen uns Monster, andere Psychopathen. Wer unsere Geschichte kennt, nennt uns die Kinder der Finsternis.

Ich bin Alex Drakonov. Neben mir steht mein Bruder Igor, und zu uns gehört Maxim Medwedew.

Drei Männer, verbunden durch eine Vergangenheit, die kein gewöhnlicher Mensch verstehen würde.

Wir wuchsen in einem Vernichtungslager der Wolkovs auf. Dort waren Kinder keine Kinder, sondern Werkzeuge. Druckmittel, mit denen sich Macht sichern ließ.

Man nahm uns unsere Freiheit und versuchte, alles Menschliche aus uns herauszureißen. Wir wurden zu Waffen ausgebildet, bis wir verstanden, dass Schwäche bestraft und Vertrauen ausgenutzt wurde.

Doch wir weigerten uns, aufzugeben.

Igor und ich hielten zusammen, weil wir Brüder waren. Maxim hielt zu uns, weil er wusste, dass wir einander verstanden.

Ein Blick genügte.

Wenn einer fiel, blieb der andere stehen.

Irgendwann gelang uns die Flucht. Wir warteten nicht auf Rettung. Wir sorgten selbst dafür, dass das Lager nie wieder existieren würde.

Wir brannten es nieder und töteten jeden Wolkov, den wir finden konnten.

Jeden.

Mit einer Ausnahme.

Daria Wolkov. Sie war noch ein Baby gewesen, zu jung, um die Verbrechen ihrer Familie zu verstehen. Medwedew nahm sie mit und brachte sie in ein Bordell.

Warum er sie verschonte, weiß ich bis heute nicht.

Seit unserer Flucht arbeiten wir für ihn. Wir beseitigen seine Probleme und erledigen Aufgaben, für die andere Männer nicht einmal bezahlt werden wollen.

Wir sind seine Handlanger.

Seine Killer.

Seine Lieblingswaffen.

Und jetzt hat er beschlossen, uns einen Urlaub zu gönnen.

Neun Wochen.

Neun beschissene Wochen!

„Wenn ich noch einmal das Wort Erholung höre, bringe ich ihn persönlich um“, knurre ich.

Igor grinst. „Du sagst das, als hättest du es nicht schon hundertmal versucht.“

„Beim nächsten Mal mache ich es richtig.“

„Natürlich, Brüderchen.“

Ich ignoriere ihn und sehe aus dem Fenster. Das Crimson Regent Hotel ist angeblich eines der exklusivsten Häuser der Gegend. Ein Ort für reiche Menschen mit zu wenig Problemen.

Perfekt für uns.

Ein Klopfen an der Tür unterbricht meine Gedanken.

Sofort wandert meine Hand zu meiner Waffe.

„Wer ist da?“, ruft Igor.

Keine Antwort.

Dann öffnet sich die Tür.

Vor uns steht ein Mädchen mit roten Locken und grünen Augen. Ihre Hoteluniform sitzt tadellos, ihre Hände sind vor ihrem Körper verschränkt.

Sie sieht aus, als hätte man sie dazu verdonnert, einem Rudel hungriger Wölfe das Abendessen zu servieren.

Was der Wahrheit ziemlich nahekommt.

„Hallo und herzlich willkommen im Crimson Regent Hotel“, beginnt sie. Ihre Stimme ist leise, und bei einigen Worten stockt sie kurz. Trotzdem spricht sie weiter.

„Maxim Andrejowitsch Medwedew hat mich als Ihre persönliche Butlerin angefordert. Mein Name ist Holly Scott und ich bin neunzehn Jahre alt.“


Ich hebe eine Augenbraue.


Medwedew hat uns tatsächlich eine persönliche Butlerin organisiert.

Natürlich hat er das.

Der Mann besitzt einen Humor, für den ich ihn eines Tages erwürgen werde.

Holly zieht eine Karte aus ihrer Tasche.


„Zu Ihrer Rechten befinden sich zwei Telefone. Mit dem weißen können Sie mich während meiner Dienstzeiten erreichen. Diese sind von acht bis achtzehn Uhr. Mit dem silbernen Telefon können Sie jederzeit den Chef kontaktieren.“


Sie stockt kurz und presst die Lippen zusammen.


Ich bemerke, wie sehr sie sich darüber ärgert.


„Die nächsten neun Wochen darf ich mich um Ihre persönlichen Wünsche kümmern“, fährt sie fort.

Ich lehne mich gegen den Türrahmen.

„Alle Wünsche?“

Sie zuckt zusammen, holt aber tief Luft.

„Natürlich kann ich nicht alles machen, Sir. Ich werde mich um Ihre Bedürfnisse kümmern, solange es im Rahmen meiner Aufgaben liegt.“

Igor lacht leise.

Ich mustere sie. Sie ist nervös, aber sie versucht, ihre Arbeit ordentlich zu erledigen.

„Hast du freiwillig darum gebeten, uns zugeteilt zu werden?“

„Nein.“

Die Antwort kommt so schnell, dass Igor laut loslacht.

Ich grinse.

„Dann solltest du dich bei Medwedew beschweren.“

„Das habe ich bereits.“

Stille.

Igor hört auf zu lachen.

Ich starre sie an. Dieses Mädchen hat sich tatsächlich über eine Entscheidung Medwedews beschwert?

„Du hast versucht, dich vor uns zu drücken?“

„Ich habe nach einer anderen Einteilung gefragt.“

„Klingt für mich ziemlich ähnlich.“

„Dann hätten Sie mich nicht fragen sollen, wenn Sie die Antwort bereits kennen, Sir.“

Igor verschluckt sich beinahe.

Ich drehe mich zu ihm.

„Du atmest zu laut.“

„Soll ich damit aufhören?“

„Wäre ein Anfang.“

Als ich Holly wieder ansehe, steht sie noch immer da. Ihre Finger sind fest ineinander verschränkt, doch sie hebt das Kinn.

„Hast du sonst noch Fragen?“, fragt sie.

Ich trete näher.

Sie weicht zurück.

„Komm her, Rotschopf.“

Sie zögert, kommt aber schließlich näher.

„Sieh mich an.“

Ihre grünen Augen treffen meine.

„Warum?“

Ich grinse. „Weil ich es dir sage.“

„Das ist kein besonders überzeugender Grund.“

Igor verschluckt sich erneut.

Ich mustere sie. Sie hat Angst, das ist offensichtlich. Trotzdem widerspricht sie mir, obwohl sie allen Grund hätte, den Mund zu halten.

Das gefällt mir.

„Du redest ziemlich viel für jemanden, der solche Schwierigkeiten hat, seine Sätze herauszubringen.“

Sofort verschwindet ihr Trotz.

Ihr Kiefer spannt sich an. Doch dann hebt sie das Kinn.

„Und Sie reden ziemlich viel für jemanden, der glaubt, seine Position würde ihm automatisch recht geben.“

Stille.

Igor starrt sie an.

Ich sollte wütend sein.

Stattdessen grinse ich.

„Du bist eine kleine Nervensäge.“

„Dann beschweren Sie sich bei Herrn Medwedew. Ich habe schließlich nicht darum gebeten, Ihnen zugeteilt zu werden.“

Meine Geduld ist endgültig am Ende.

Ich trete näher.

„Was ist los, Rotschopf? Plötzlich keine Antwort mehr?“

Sie öffnet den Mund.

Doch bevor sie etwas sagen kann, ziehe ich sie zu mir und küsse sie unvermittelt.

Ich wollte sie küssen, also habe ich es getan. Ich kenne sie erst seit ein paar Minuten, aber verdammt, dieser Mund ist eine verdammte Versuchung.

Für einen Sekundenbruchteil erstarrt sie. Ihre Hände landen an meiner Brust, und kaum löse ich mich von ihr, stößt sie mich zurück.

„SIND SIE VOLLKOMMEN WAHNSINNIG?!“

Ich breche in schallendes Gelächter aus.

„Interessant. Du kannst ja doch laut werden.“

„Sie haben mich einfach geküsst!“

„Scharfsinnig beobachtet.“

„Sie sind ein arroganter, widerlicher, selbstverliebter—“

„Vorsicht. Nicht, dass dir noch die Worte ausgehen.“

„ICH HASSE SIE!“

Ihre Augen funkeln vor Wut. Sie sieht aus, als würde sie mir am liebsten eine Ohrfeige verpassen.

Und verdammt, ich muss tatsächlich lachen.

„Das höre ich öfter.“

„Dann sollten Sie vielleicht darüber nachdenken, warum!“

Sie dreht sich zur Tür.

„Nennen Sie mich nie wieder Rotschopf! Und wagen Sie es ja nicht, das noch einmal zu tun!“

Dann knallt die Tür zu.

Stille.

Ich lasse mich grinsend auf das Sofa fallen.

Igor sieht mich an, als hätte ich endgültig den Verstand verloren.

„Du bist so was von tot.“

„Vielleicht.“

„Du kennst sie seit fünf Minuten, hast sie geküsst und dazu gebracht, dich zu hassen.“

Ich lehne mich zurück.

„Wenn du es so aufzählst, klingt es beinahe beeindruckend.“

„Du bist krank.“

Ich ignoriere ihn und blicke zur geschlossenen Tür.

Holly Scott.

Neunzehn Jahre alt, rothaarig und stur wie ein verdammter Esel.

Sie hat Angst vor uns.

Und trotzdem widerspricht sie mir.

Ich weiß nicht, ob ich sie interessant finde oder ob sie einfach nur eine außergewöhnlich hartnäckige Nervensäge ist.

Aber eines weiß ich ganz sicher.

Diese neun Wochen werden alles andere als langweilig.

-------

💬 Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, was ihr von dieser Idee haltet! Ich würde gerne eure ehrliche Meinung hören, damit ich weiß, ob es sich lohnt, die Geschichte weiterzuschreiben.🫶💓

Eure Katharina

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