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Chains of Occumbra - Nithaels Erbe

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Summary

Aequinnas, ein fahrender Söldner, schleppt sich eines Abends völlig erschöpft in die abgelegene Stadt Talmbruk, um dort endlich eine Pause von den Strapazen des Umlands zu finden. Zur gleichen Zeit versucht der Fischer Vanrid, den Tod seiner Geliebten Nithael zu verarbeiten und etwas Düsteres beginnt sich um ihn zu bewegen. Ein Fluch, geboren aus einer Macht, die seit Jahrhunderten im Verborgenen lauert. Als dieser sich in Talmbruk entfaltet, gerät Quinn in einen Strudel aus Ereignissen, der nicht nur die Stadt bedroht, sondern viel tiefer reicht, als er begreifen kann. "Dies ist eine Preview Version, die dazu dient, dich die Welt von Occumbra kennenlernen zu lassen und Feedback einzuholen. Die vollständige Geschichte wird im Hintergrund fertig gestellt und erscheint nicht auf Inkitt. Alle meine Welten sind selbst erdacht und verfasst - KI nutze ich nur für Recherchen, Übersetzungen, Bilder erstellen und Feedback, um meine eigenen Schreib-Skillz zu schärfen. Updates zur Geschichte und zu der Lore findest du auf meiner Pinnwand. Viel Spass beim Eintauchen in Occumbra!" - Oliver

Status
Excerpt
Chapters
7
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog

Eine leichte Brise strich Vanrid ums Gesicht. Sie war durchzogen vom modrigen Geruch des Gewässers, das vor ihm lag. Der Fejorn, ein riesiger See nahe der Stadt, der mit seiner spiegelglatten Oberfläche und dem umliegenden Grün für viele einen Ort der Ruhe und Besinnung bot. Vanrid konnte in der Brise ebenfalls eine Note der Tallmar-Blumencreme seiner Freundin ausmachen, die unweit von seiner Position mit einem ihrer neuesten Töpferkunstwerke beschäftigt war. Eine Auftragsarbeit vom hiesigen Schmied, der den Gegenstand seiner Frau als Geschenk zum 30. Hochzeitstag überreichen wollte. Sie hatte schon etliche davon angefertigt. Eine für die Schneiderin Salja. Eine andere für den Schankwirt Rogbert, der den exquisiten Tonkrug stolz auf einem Sims hinter seinem Tresen präsentierte. Nithael hatte diesen sogar noch mit Runen aus ihrer Heimat versehen, was viele schräg beäugten. Fremde Dinge waren nun einmal nicht jedem Geheuer. Aber klar war: Die Bewohner der Stadt konnten gar nicht genug von ihren speziellen Erzeugnissen kriegen.

Vanrid folgte dem Tallmar-Geruch mit seiner Nase, verharrte beim Anblick Nithaels und lächelte zufrieden. Sie war völlig in ihr Tun vertieft – Der Kopf leicht nach vorn gebeugt und das schwarze Haar wie ein Vorhang hinter der Drehscheibe verweilend. Ihre spitzen Ohren waren für ihn immer wieder ein faszinierender Anblick. Genau wie die zierlichen Hände, die in gekonnten Bewegungen um das Tongebilde glitten, während die Scheibe darunter von einem simplen Hydraulik-Mechanismus angetrieben wurde, den Nithael mit ihrem rechten Fuss betätigte.

Die Frau war einfach eine Bomben-Künstlerin, dachte Vanrid jedes Mal aufs Neue, wenn ihm Nithael ihre Arbeiten vorführte. Sie behauptete zwar sie habe in ihrer Heimat gänzlich andere Dinge getan, als sich mit Kunst zu beschäftigen, aber Vanrid glaubte das nicht so richtig. Er konnte sich dennoch vorstellen, dass das Volk der Nankara einfach ein faible für derlei Dinge besass. Obwohl es Nithael von Qualität und Stil her mit den besten Künstlern von ganz Astram aufnehmen konnte, war sie mit ihren Werken nie so ganz zufrieden. Einmal hatte sie Vanrid ein Bild gezeigt, an dem sie zwei Wochen lang im Schuppen hinter ihrem Haus gearbeitet hatte. Sie war völlig verbissen gewesen und verscheuchte alle neugierigen Stadtbewohner mit finsteren Blicken, wenn diese dem Schuppen zu nahe kamen. Als Vanrid als erstes das Gemälde betrachten durfte, verschlug es ihm die Sprache. Es war so gross wie er selbst und zeigte ihn, auf der Kaylar, wie er sein kleines Fischerboot getauft hatte.

Das kräftige tiefblau des Wassers unter ihm verlor sich zunehmend in Dunkelheit. Doch diese Dunkelheit am unteren Ende des Bildes wurde erfüllt von einem Licht, das vom Köder am Haken der Angelschnur ausging. Wie wabernde Sonnenstrahlen erhoben sich Lichtfetzen vom leuchtenden Köder, durchdrangen die Wasseroberfläche und umschlossen sich über Vanrids Haupt in einem Sternenbehangenen Nachthimmel. Das Gemälde knallte einem regelrecht ins Gesicht – So prachtvoll und detailverliebt mutete es an. „Ich weiss was du denkst.. Ich muss mich einfach mehr reinhängen.“, kommentierte Nithael mit einem Blick aus Verständnis und Resignation. Vanrid schielte noch immer in Schockstarre zu ihr rüber, während sie kopfschüttelnd und mit verschränkten Armen das Bild musterte. Seine Freundin war der nächste Kil Waidenbrandt, dessen Name in der Künstlerszene seit Jahrhunderten die Runde machte – Das war Vanrid damals klar geworden.

Seine Freundin war seit er sie vor all den Jahren kennen gelernt hatte, ein Rätsel gewesen, das er nur zu gern nach und nach entwirrte. Auch wenn sie gut darin war, sich aus jeder Diskussion was ihr vorheriges Leben betraf herauszuwinden.

Ein leichtes Zucken der Angel, die an seinem linken Bein lehnte, verlangte nach seiner Aufmerksamkeit. Vanrid fächerte einige Stechmücken beiseite, die sich auf seinem verträumten Gesicht niederzulassen versuchten und stürzte sich auf die Angel, bevor sie ihm davon rutschte. „Nill schau her!“, rief er und lachte herzhaft, „Schau! Das ist ein echter Brocken!“ Seine Stimme war voller Aufregung und zu Nithaels Vergnügen rang er mit der Rute, als würde er versuchen einen Baum auszureissen. Das ging weitere fünf Sekunden so, bis er den Halt verlor, stolperte und mit dem Gesicht voran in den See stürzte. „Vanrid! Oh Scheisse..“ Nithael sprang von ihrem Platz hoch. Sie eilte auf den Steg, auf dem nun ein Vanrid weniger vorzufinden war – Verschlungen vom Nichts, binnen einer Sekunde.

Ihre Stoffhose schrammte unsanft über das Holzbrett am Rand des Stegs. Die hellgrünen Augen glommen inmitten ihrer leicht gräulichen Haut und streiften rastlos über die Wasseroberfläche. Dann schoss plötzlich etwas an die Oberfläche. Ein paar Meter rechts von ihrer Position tauchte ihr Freund auf. „Ich hab ihn Schatz! Zieh mich raus!“ Er hustete und wand sich – Herumplatschend wie jemand, der kurz davor ist abzusaufen.

Nithaels langer Ledermantel flatterte bei ihrem Sprint vom Steg herunter, bis zu der Position wo ihr Mann mit etwas goldenem scheinbar um Leben und Tod kämpfte. Sie kniete erneut hin, griff nach unten und packte Vanrid an der Kapuze seiner Stoffjacke. Mit aller Kraft hiefte sie ihn nach oben. „Jaaahaha! Ich hab ihn! Ich bin reich! Ich ääh.. WIR sind reich! Reich Nilly! Wir gehen in die Geschichte ein! Bücher werden von diesem Tag erzählen!“, verkündete er euphorisch, während er das 70 cm lange Biest von einem Fisch ins Gras drückte. „Warum hast du das Ding nicht einfach ziehen lassen, du Idiot. Ich habe mir Sorgen gemacht!“, tadelte seine Freundin. Aber Vanrid liess sich nicht beirren. „Schau doch her! Weisst du denn nicht was das hier ist!?“

Nithael schaute zum ersten Mal richtig hin und begutachtete den Fang, der sich unter Vanrids Gewicht noch immer zu befreien versuchte – Jedoch schien seine Kraft langsam nachzulassen.

Das Licht der Sonne liess die Schuppen funkeln, während das breite Maul weit aufgerissen nach der Luft schnappte, die nicht für seinen Körper bestimmt war. Nithael verzog den Mund. „Naja.. Ist halt ein hübscher Fisch.“ Vanrid schien sich verhört zu haben. „Ein hübscher Fisch? Da sieht man mal wieder was mein Weib von der Fischerei weiss!“, zeterte er keuchend, „Reich mir mal den Knüppel aus dem Kessel, du Expertin.“ Nithaels linke Augenbraue stieg leicht nach oben – Bereit den verbalen Angriff zu parieren. Aber sie bemerkte den Impuls, entschied sich stattdessen für ein Schulterzucken und reichte ihm den gewünschten Gegenstand.

„Da. Walte deines Amtes, mein Held.“ Vanrid grinste, als er den Stock entgegen nahm. Den 'Richterstab', wie er ihn manchmal liebevoll nannte. Aber nur bei seinen Fischerkumpels in der Taverne. Vanrid dachte immer, dass Nithael das dämlich finden würde. „Wer gibt bitteschön einem Stock einen Namen?“, hörte er sie in seinen Gedanken sagen. Sein Weib konnte manchmal etwas humorlos erscheinen, aber er vermutete, dass die Nankara vielleicht im Allgemeinen weniger für Scherze und Blödeleien zu haben waren. Aber er würde es wahrscheinlich nie erfahren. Dazu müsste er über den westlichen Bergkamm, bis in die Lande von Westbruch reisen, oder das fragwürdige Glück haben hier in der Heimat Astram auf eine weitere Person dieses Volkes zu treffen. Nankara waren gerne unter sich und mischten sich nur selten in die Angelegenheiten der Duhnar ein – Dem Volk, von dem Vanrid abstammte und das in Astram am Weitesten verbreitet war.

„Was ist denn das nun für ein Exemplar?“, fragte Nithael mit verschränkten Armen – Gerade als Vanrid zuschlagen wollte. Die Frage brachte ihn dazu den vernichtenden Angriff abzubrechen und ihr zu antworten. „Das, meine Teuerste, ist eine Goldspann-Reide. Klar erkennbar an der dunklen Verfärbung der Kiemen und dem schwarzen Kamm hier oben.“, erklärte er und deutete auf die markanten Stellen. Die Reide liess alles ohne zu meckern über sich entgehen. Wahrscheinlich hatte sie sich mit dem drohenden Schicksal abgefunden. Ihr rechtes Auge schien der Konversation zu folgen und wechselte zwischen Vanrid und Nithael hin und her.

„Und den goldenen Schuppen.“, fügte Nithael hinzu. „Und den goldenen Schuppen, scharf beobachtet. Dieser Fisch wird in zahlreichen Büchern als eine Legende dargestellt und vor allem Nellar Fessmer, das Fischer-Ass schlechthin, hatte in seinem Buch 'Königs-Gewässer' behauptet, es sei ein einmaliger Fisch, den man auf gar keinen Fall..“ Vanrid brach mitten im Satz ab. „Den man auf gar keinen Fall töten sollte.“, beendete Nithael den Satz. „Ach, weisst du.. So genau war das da auch gar nicht beschrieben und selbst wenn, hiesse es ja nicht, dass..“ Wieder ein Abbruch. „Dass, was?“ Stille.. „Du siehst der Fisch leidet, ich sollte ihn jetzt wirklich erlösen.“, sagte Vanrid und holte aus, doch der Knüppel blieb unschlüssig in der Luft hängen. Vanrids Kiefer arbeitete. Die Reide glotzte. Nithaels Vorwurf hing unausgesprochen in der Luft. Sie ging neben ihrem Freund in die Hocke und schaute ihn nur an. Sie brauchte nun gar nichts mehr zu sagen, das wusste sie genau. Sie schaute lieber nur zu, was da in diesem anderen Geschöpf vorging. Wie ein Forscher im Zoo. Und Vanrid war gerade das spannendste Tier von allen.

Nach wenigen Augenblicken entspannten sich seine Gesichtszüge. Er seufzte, liess den Knüppel sinken und schaute Nithael resigniert ins Gesicht. Sofort war er wieder im Bann ihrer Präsenz gefangen. Dieses wunderschöne, seltene Geschöpf, das er damals verletzt im Wald gefunden hatte. Das Geschöpf, das sich nach dessen Genesung zuwider allen Erwartungen für ihn entschieden hatte.

Vanrid sagte nichts. Er streckte seine Hand aus und strich Nithael sanft über die Wange. Eine Geste der Wertschätzung, die keiner Worte bedurfte. Dann hiefte er den Fisch hoch, lief zum Rand des Ufers und warf die Goldspann-Reide – Den Fang seines Lebens, wieder zurück ins Wasser. Der Fisch platschte ins Nass und verschwand sogleich in der Tiefe. Kein Abschied. Kein Dank.

„Du bist ein guter Mann, Vanrid.“, sagte Nithael, nachdem sie zu ihm gestanden war. Gemeinsam blickten sie nach unten. Vanrid legte seinen Arm um ihre Schulter und zog sie an sich. „Es ist egal.. Ich habe meinen Reichtum bereits.“ Und als sich ihre Lippen berührten, wusste Vanrid, dass er diese Frau bis an sein Lebensende behüten würde – Und wenn es sein Leben kostete. Der Moment war von Magie durchdrungen. Eine Schar schwarzer Ahlorn-Tauben segelte über ihre Köpfe hinweg, während auf einem nahen Seeblatt, das sonst so übliche Dauerquaken eines Tifus verstummte. Es war eines der friedlichsten Ereignisse, die diese Zeiten gesehen hatten. Ein energetischer Abdruck, für immer in die zugrundeliegende Verbindung allen Seins eingebettet.

„Komm Liebster.. Ich will dir etwas zeigen.“ Nithael nahm Vanrid bei der Hand und führte ihn zu dem Platz, den sie für ihre Topfangelegenheiten vorbereitet hatte. Neben der Drehscheiben-Vorrichtung befand sich eine Decke, mit irgendwelchen Runen bestickt, die Vanrid nicht verstand. Ausgebreitet wie bei einem Pick-Nick. Die beiden setzten sich und Nithael griff nach einem Lederbeutel, bevor sie darin herum kramte. „Ich wollte es dir eigentlich erst später geben, weil ich dachte, dass es noch mehr Feinschliff gebrauchen könnte und es dir vielleicht nicht gefallen würde – Du weisst ja: Ein Künstler ist nie wirklich fertig mit seinem Zeug!“, erklärte sie und kicherte, so dass sich kleine Grübchen in ihren Wangen bildeten. „Ich habe es zwar mitgenommen – Dann aber doch wieder kalte Füsse gekriegt und jetzt habe ich das Gefühl, dass es okay ist.. Versteh' einer die Frauen, was?“ Wieder ein Kichern.

Nun war es an Vanrid mit gehobener Braue zu horchen, während Nithael wieder einem ihrer spontanen Plauderanfälle zu verfallen schien. „Ich ääh.. Ich hab's gemacht, als du mit Mikkas und Melianne gestern in den Wald gegangen bist. Ach, wo hab' ich es denn.. So, hier. Mach die Augen zu.“ Vanrid verkniff sich ein Lächeln und folgte der Anweisung. Sie nahm seine Hände und legte einen Gegenstand hinein, der leicht, flach und rund war, wie eine Münze, Plakette, oder ein Amulett. „Fahr mit deinem Finger darüber. Erkennst du das Muster?“

„Ist es ääh.. Ist es ein Storch?“, riet er drauf los. Vanrid hatte keinen Schimmer was es war. Das Gelächter seitens Nithael, das nach dem kläglichen Rateversuch über den See hallte, würde die 'unterliegende Verbindung allen Seins' ebenfalls nie wieder vergessen.

„Du bist so ein Holzkopf! Schau ihn dir an – Deinen Storch!“ Vanrid grinste breit, öffnete seine Augen und stutzte. Alle Freude und Leichtigkeit war wie weggeblasen. Das, was da in seiner Hand lag, löste in ihm eine unnatürliche Unruhe aus. Es war ein Amulett aus Vulkanglas. Das eingearbeitete Muster zeigte einen Mann und eine Frau, die nahe beieinander standen und sich bei den Händen hielten. Vanrids Herz begann zu rasen. Sein Atem stockte und als er den den Kopf hob, blickte er in ein hageres, bleiches Gesicht – Die Augen weiss, durchbohrend und gezeichnet von stiller Anklage.

„Du hast mich nicht aufgehalten, Vanrid. Es ist alles nur wegen dir passiert.“, flüsterte Nithael. Eine verwelkte, wüste Version von der Frau, die er so abgrundtief liebte. Eine Version mit zerfetzter Kleidung, schütteren Haaren und Zähnen, die zwischen beschädigter und fauler Backenhaut hervorlugten. Vanrid blickte um sich. Alles schien jetzt irgendwie unklar – Verzerrt und verwaschen, wie eines der Gemälde, das Nithael einmal gemalt hatte. Es war eine Lichtung inmitten eines Waldes. Sie hatte nur blasse Farbtöne verwendet, um das Bild geisterhafter erscheinen zu lassen. Dies war ihr gelungen. Es erschien ihm damals bereits vollkommen unheimlich. Aber das hier war anders. Es war echt. Und Vanrid spürte wie etwas aus der Ferne an ihn heranschlich. Etwas unfassbar Böses, das sein Gemüt mit jeder Sekunde weiter in den Abgrund riss.

„Aufgehängt wie ein Stück Fleisch. Der Leib besudelt von Blut und Dreck und keiner da – Keiner da, der mich holt – Nur der Schatten, der in mich eindringt und mein Herz frisst.“ Vanrid rang nach Luft. Er versuchte seine Lungen zu füllen, doch es kam einfach kein Sauerstoff unten an. Er sprang hoch – Den Anhänger fest an seine Brust gedrückt, denn obwohl er seinen Schrecken einleitete, war es das Einzige, das ihm Halt gab in dieser schrecklichsten aller Erfahrungen. „Nithael! Nithael geh nicht fort!“, schrie er, als das Anlitz seiner Freundin vom Nichts gefressen wurde – Sich auflöste, wie ein nie dagewesener Schatten seines Lebens. Eine Einbildung. Die Liebe seines Lebens – Nur eine flüchtige Erscheinung. Und gewichen war sie völliger Schwärze.

Kein See mehr. Kein Ufer. Keine Decke. Keine Nithael. Nur Leere, die ihn jetzt umgab. Aber Vanrid war nicht allein. Er fühlte die Präsenz von zuvor. Eine Präsenz, die allgegenwärtig schien und ihn beobachtete. Etwas, das nur darauf wartete, dass er auch nur die kleinste Bewegung machte – Den kleinsten Gedanken dachte.

„Was bist du?“, fragte Vanrid. Dann war es, als würden aufgestaute Wellen purer Energie von allen Seiten auf ihn einstürzen und ihn begraben – Ihn packen und auseinander reissen, wie die Pranken von Kreaturen vergessener Mythen.

Vanrid schreckte in seinem Bett hoch. Wieder war alles vollkommen vollgeschwitzt, wie praktisch jede Nacht in den letzten zwei Monden. Aber es kümmerte ihn nicht. Er hatte nur einen Gedanken. Das Amulett! Wo war das Amulett?!

Er sprang aus seinem Bett hoch und stürzte schwer atmend zu einer nahen Kommode, wo Nithales Geschenk nebst geschnitzten Tierfiguren und ihrem eingerahmten Portrait auf ihn wartete. Er griff nach der Plakette, die nun an einem Halsband befestigt war, bevor er sie sich gegen die Brust drückte. Sein Herz pumpte das Blut so heftig durch seine Adern, als wäre er in einen Kampf um sein Leben verwickelt. „Warum bist du nur gegangen..“, hauchte er, während er zu Boden sank – Das Fehlen seiner Geliebten und all die emotionale Schwere, nachdem er sie aufgeknüpft im Wald gefunden hatte, erneut auf ihn hereinbrechend. Eine Leere hatte sich in seinem 'Sein' ausgebreitet. Eine Leere die seine Welt jeglicher Farbe beraubte.

Doch vor kurzem gesellte auch noch eine andere Empfindung dazu. Vanrid fühlte sich zunehmend beobachtet. Und jeder Widerstand gegen die schreckliche Realität verstärkte dieses Gefühl. Als würde etwas langsam an ihn heran rücken. Manchmal spürte er seine Haut regelrecht brennen, aufgrund der Angstzustände. Es war die Angst, sein Leben lang in diesem Zustand verbringen zu müssen. Vermischt mit Schuldgefühlen, nichts getan haben zu können. Vermischt mit Wut darüber, dass die Dinge so waren wie sie waren und dass nichts auf dieser Welt sich je wieder gut anfühlen würde. Er zog die Beine an, so dass die Knie seine Brust berührten und blieb in dieser Embryo-Stellung, bis ihn seine kreisenden Gedanken zurück in den Schlaf wiegten, wo die Albträume ihn weiterquälten. Vanrid war gefangen. Eingequetscht zwischen zwei Höllen. Doch noch ahnte er nicht, welche Auswirkungen sein Zustand noch haben würde. Nicht für ihn und nicht für seine Umwelt. Etwas war auf der Suche nach ihm.. Und es war ihm keineswegs freundlich gesinnt.

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Good Writing

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