Im Labyrinth des Schmerzes zur Heilung gefunden
Wenn die Zeit weiter vergeht, obwohl man sich wünscht sie würde für immer stehen bleiben, realisiert man, wie wertvoll die Zeit mit einer geliebten Person ist. Manchmal kommt der Moment, indem man sich verabschieden muss, auch wenn man es nie wollte, oder denkt es nicht verkraften zu können.
Es ist ein Abschied, der Schmerzen hinterlässt und das Leben für immer verändert. Ich wusste, dass dieser Moment unausweichlich war, aber ich wollte es nicht ernst nehmen, denn so wie ich mich bei ihm gefühlt habe war schön, so schön, dass ich mich darin verlor. Bei jedem Treffen fühlte es sich an, als hätte die Welt für einen Moment aufgehört, sich zu drehen. Die Gespräche gingen stundenlang, hörten nie auf, die Bindung wurde immer stärker. Wir konnten uns wie kleine Kinder benehmen und trotzdem war es keinem peinlich, wir verliebten uns sogar noch mehr ineinander. Wir konnten über alles reden, auch wenn es mal unangenehm wurde, waren wir füreinander da und hörten uns zu. Für einen Moment schien die Welt perfekt - als könnte nichts dieses Glück zerstören, alles schien genau richtig zu sein.
Doch manchmal merkt man erst, wie kostbar ein Moment war, wenn alles eine Erinnerung ist. Die Situation wurde anders, es war nicht mehr wie vorher, er distanziert sich. Ich rufe ihn an, er geht nicht dran, ich schreib ihm und statt stundenlangem Schreiben, war es stundenlanges Warten, für eine kalte und desinteressierte Antwort. Keine Treffen, keine Gespräche, keine Telefonate, keine Nachrichten, kein Mensch bei dem ich, ich sein kann. Es fühlt sich an, als würde keiner mehr in meinem Leben sein der mich wertschätzt oder liebt. Ich gab die Hoffnung nicht auf und versuchte allein die Beziehung aufrecht zu erhalten aber das funktioniert nicht, denn LIEBE ist wie eine Waage, ist auf einer Seite weniger, fällt sie aus dem Gleichgewicht. Plötzlich war die Stille zwischen uns lauter als jedes gemeinsame Lachen zuvor. Aber tief in meinem Herzen flackerte noch eine letzte Hoffnung – eine, die niemals erfüllt werden würde, das wurde mit der Zeit klar. Man sagt immer, die Zeit heilt alle Wunden, aber manche bleiben wohl für immer, ich hätte noch so viel sagen wollen, aber es war zu spät. Draußen fiel der Regen, als ob der Himmel mitweinen würde jede Nacht. Jede Nacht kamen die Erinnerungen zurück, als würde die Zeit schon wieder stillstehen. Aber diesmal wünschte ich mir, dass die Zeit so schnell wie möglich vergeht. Alles um mich herum schien bedeutungslos im Angesicht dieses Abschieds. In meinem Kopf herrschte nur Stille, mein Herz spürte nur Schmerz und alles, was mir blieb waren Erinnerungen. Die Vergangenheit holte mich ein, Tag für Tag, Nacht für Nacht. Ich war umgeben von Trauer und es fühlte sich an, als wäre ich in ein Loch gefallen das mich in der Dunkelheit gefangen lässt.
Und irgendwann, ohne es zu wissen, wurde alles um mich herum heller, das Leben schien wieder erträglich. Die Zeit nahm den Schmerz nicht ganz, das wird sie nie, aber sie machte den Schmerz erträglicher, jeden Tag wurde das Atmen einfacher und der Schmerz definierte mich nicht mehr. Ich verstand das dieser Verlust nicht nur etwas Schlechtes war, sondern etwas von dem ich lernen und wachsen konnte. Ich begann wieder Licht in meinem Leben zu sehen, die Erinnerungen schmerzten noch, aber sie brachten auch das Gefühl von Abneigung mit sich, denn wenn ich daran denke das ich mich so kaputt gemacht habe für jemanden dem ich all meine Liebe gab, ekelt mich das an. Ich bin glücklich nicht mehr in einem Loch zu sein, in das mich meine erste große Liebe geworfen hat.