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CEO on the Run (and into my Coffee)

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Summary

Jaxson Miller, der arroganteste Tech-Erbe New Yorks, flüchtet vor einer Zwangsheirat. Er landet im verschlafenen Nest „Oatley“ und wird dort für den neuen Aushilfskellner im „Bean & Gone“ gehalten. Die Besitzerin Chloe hasst reiche Schnösel. Jaxson hat keine Ahnung von Arbeit, aber ein Gesicht, das die Kunden schmelzen lässt.

Genre
Romance,Humor
Author
Vici
Status
6mo ago
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
13+

Der goldene Käfig kracht

„Jaxson, das ist kein Sakko. Das ist eine Zwangsjacke mit Seidenfutter.“

Jaxson Miller schaute sein Spiegelbild an. Der Typ im Glas sah aus wie eine Milliarde Dollar, fühlte sich aber an wie ein Cent-Stück unter einem schweren Stiefel. Der oberste Knopf seines Hemdes drückte gegen seine Luftröhre. Draußen, im Ballsaal des Penthouses, klirrten Kristallgläser. Das Geräusch klang für Jaxson wie das Laden von Gewehren.

Heute war der Tag. Die Fusion der Miller Tech Group mit dem Imperium der van der Woods. Besiegelt durch ein Stück Metall an seinem Ringfinger und einen Kuss für die Kameras.

„Tiffany van der Wood“, murmelte er. „Die Frau, die beim Lächeln wahrscheinlich Scharniere benutzt.“

Ein Klopfen an der schweren Eichentür riss ihn aus seinen Gedanken.

„Jaxson? In fünf Minuten beginnt die Zeremonie. Dein Vater verliert die Geduld.“ Die Stimme seines Assistenten, Arthur, zitterte leicht. Arthur wusste, dass Jaxson ein Pulverfass war.

„Ich brauche noch einen Moment für mein Ego, Arthur! Geh schon vor!“, brüllte Jaxson zurück.

Er sah sich im Zimmer um. Überall standen Geschenke. Silberne Schalen, goldene Uhren, Dinge, die er nicht brauchte. Er trat an das riesige Panoramafenster. New York glühte unter ihm. Die Freiheit war da draußen, hunderte Stockwerke tief.

„Nicht mit mir“, sagte er entschlossen.

Er riss den Schrank auf. Er brauchte ein Seil. Aber in einem Penthouse gibt es keine Seile. Er griff nach dem Nächstbesten: Die Sammlung von Designer-Seidenschals, die Tiffany ihm geschenkt hatte. „Limitierte Edition“, hatte sie gesagt. „Perfekt für einen Knoten“, sagte er jetzt.

Mit fliegenden Fingern verknotete er Hermes an Gucci, Versace an Prada. Er schlang das Ende um den massiven Beinen des Marmorschreibtisches. Er warf das bunte Seil über den Balkon. Es flatterte im Wind wie eine Partygirlande.

„Viel Glück, alter Junge“, flüsterte er sich selbst zu, stieg über das Geländer und begann den Abstieg.

Der Wind peitschte ihm ins Gesicht. Sein 3000-Dollar-Sakko spannte an den Schultern. Auf halbem Weg zwischen dem 4. und 3. Stock passierte es. Ein grelles Quietschen hallte durch die Häuserschlucht. Ein Müllwagen bog um die Ecke, genau unter seinen Balkon.

Und dann machte es Ratsch.

Der Gucci-Schal gab nach. Jaxson Miller, der begehrteste Junggeselle Manhattans, verlor den Halt. Die Schwerkraft übernahm das Kommando. Er ruderte mit den Armen, ein kurzer, eleganter Schrei entwich seiner Kehle – und dann wurde es dunkel.

WUMMS.

Er landete weich. Aber es war ein feuchtes Weich. Ein klebriges Weich. Ein Weich, das nach altem Camembert und Bio-Abfällen stammte.

Jaxson öffnete ein Auge. Über ihm zog der Nachthimmel von New York vorbei. Er lag in einem Berg aus Salatblättern und Pizzakartons. Der Müllwagen beschleunigte.

„Das steht definitiv nicht in meinem Terminkalender“, keuchte er. Er wollte aufstehen, doch der Wagen rumpelte über ein Schlagloch und begrub ihn unter einer Ladung weggeworfener Blumensträuße der High Society.

Er war weg. Flucht gelungen. Aber der Preis war ein sehr intensiver Geruch nach Verwesung.

Der Wagen fuhr aus der Stadt, weg von den Lichtern, weg von Tiffany und weg von der Vernunft. Jaxson Miller schloss die Augen und hoffte, dass das alles nur ein sehr teurer Albtraum war. Doch der Geruch von saurer Milch blieb.

Der Müllwagen stoppte mit einem kreischenden Bremsgeräusch. Jaxson rutschte von seinem Thron aus Pizzakartons und klatschte auf harten Asphalt. Der Wagen brummte davon und ließ ihn in einer Staubwolke zurück.

Es war still. Kein Hupen, keine Sirenen, keine New Yorker Hektik. Nur das Zirpen einer Grille, die vermutlich noch nie ein Paar handgenähte Oxford-Schuhe gesehen hatte.

Jaxson rappelte sich auf. Sein Sakko hing nur noch an einem Ärmel. Sein Gesicht war von Tomatensoße verschmiert. Er sah auf das Ortsschild direkt vor seiner Nase: OATLEY – Wo das Glück zu Hause ist.

„Glück? Wohl eher die Hölle“, knurrte er und wollte sein Handy aus der Hosentasche ziehen. Er tastete ins Leere. Sein Herz setzte einen Schlag aus. Er tastete die andere Tasche ab. Nichts.

Sein Smartphone, seine Kreditkarten, sein gesamtes digitales Leben – alles lag wahrscheinlich noch im Müllwagen, der gerade am Horizont verschwand. Er war offiziell ein Niemand. Ein Niemand mit dem Duft von altem Fisch.

Plötzlich flammte ein helles Licht auf. Ein Scheinwerfer blendete ihn. Eine Autotür schlug zu.

„He! Du da!“, rief eine raue, weibliche Stimme. „Wenn du der Neue für den Job bist, bist du zwei Stunden zu spät. Und du siehst aus, als hättest du einen Kampf mit einem Schredder verloren.“

Jaxson blinzelte gegen das Licht. Vor ihm stand eine Frau in einer verschlissenen Jeansjacke, die Hände in die Hüften gestemmt. Hinter ihr prangte ein Schild an einer verwitterten Holzhütte: Bean & Gone – Personal gesucht.

„Ich bin nicht...“, setzte Jaxson an, doch sein Magen knurrte so laut, dass es den Rest des Satzes verschlang.

„Spar dir die Ausreden“, unterbrach sie ihn und warf ihm einen schmutzigen Lappen zu. „Nimm das und wisch dir das Gesicht ab. Du fängst sofort an. Wenn du gut bist, gibt es heute Abend ein Sandwich. Wenn nicht, schläfst du im Schuppen.“

Jaxson starrte den Lappen an, als wäre er ein giftiges Tier. Er, der Mann, der Millionen per Mausklick bewegte, sollte... arbeiten?

In diesem Moment tauchte im Scheinwerferlicht ein zweiter Wagen auf. Ein schwarzer SUV mit getönten Scheiben. Jaxsons Blut fror ein. Er erkannte das Kennzeichen. Der Suchtrupp seines Vaters war bereits in der Nähe.

Er hatte zwei Optionen: Als Versager zurück in den goldenen Käfig – oder als „Jack“ den dreckigen Lappen nehmen.

Jaxson sah die Frau an. Dann sah er den schwarzen Wagen. Er griff nach dem Lappen.

„Alles klar, Chefin“, presste er hervor. „Was muss ich tun?“

Sie grinste schief. „Zuerst? Du lernst, wie man eine Toilette schrubbt.“

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