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Paradiesvogel

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Summary

Ein Homophob und ein Homosexueller mit rosa Haaren. Keine gute Mischung. Und doch bleibt Sam nichts anderes übrig, als Flip einzuweisen, nachdem dessen Vater, Sams Chef, ihn darum gebeten hatte. Aber was wenn aus der anfänglichen Abneigung etwas anderes wird? Wenn Sam erkennt, dass das Schwulsein nicht das Übel ist, für das er es hält? Wenn Flip ihn einfach nicht in Ruhe lässt und ihn plötzlich zum Lachen bringt? Was, wenn Gefühle entstehen, die Sam weder gewollt hatte noch versteht? Wenn er plötzlich selbst zu dem zu werden droht, was er so verachtet?

Status
Ongoing
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
18+

~~ Sam ~~

»Sam, kann ich kurz mit dir reden?«, hörte ich die Stimme meines Chefs, als ich gerade das letzte gereinigte Glas ins Regal stellte.

»Natürlich, Chef!«, gab ich zurück, legte das Tuch beiseite und ging zu Richards Büro. Die Tür stand offen, deshalb trat ich direkt ein.

Richard, der Mann, dem das Restaurant gehörte, in dem ich arbeitete, saß an seinem Schreibtisch. Zahlreiche Papiere lagen vor ihm ausgebreitet.

»Was gibt´s?«, fragte ich und Richard schaute auf. Er war bereits über sechzig und obwohl er sich sehr gut gehalten hatte, sah man ihm die vielen Arbeitsjahre trotzdem an, all das Kämpfen, um sich seinen Traum vom eigenen Restaurant erfüllen zu können. Ich beneidete ihn. Er hatte als Tellerwäscher angefangen und es letztendlich so weit geschafft. Es war beeindruckend! Er war ein großes Vorbild.

»Ich habe eine große Bitte an dich, Sam. Ich bin alt geworden, habe mein Leben lang für dieses Restaurant gekämpft und alles andere vernachlässigt«, erklärte er mir und mein Herz begann schneller zu schlagen, denn ich wartete nun schon eine Weile darauf, dass er mich zu seinem Nachfolger ernennen würde. Er hatte es mir schon bei verschiedenen Gelegenheiten versprochen, dass ich das Restaurant würde übernehmen dürfen, wenn er irgendwann in Rente ging. Er hatte mich vor ein paar Jahren eingestellt, obwohl ich keine Ausbildung oder dergleichen vorzuweisen hatte können. Und über die Jahre hinweg hatte er mich alles gelehrt, was es zu wissen gab über diesen Job.

Richard hielt inne und seufzte dann, was mich verwirrte, denn plötzlich schien es sich in eine nicht so tolle Nachricht zu verwandeln.

»Ich habe vernachlässigt, was ich nie hätte vernachlässigen dürfen. Du musst wissen, Sam, ich habe einen Sohn«, sagte er und ein trauriger Ausdruck trat in seine Augen.

Ein Sohn?

»Nachdem ich meine Exfrau verlassen hatte vor all den Jahren und weggezogen war, gab es zwischen uns kaum bis keinen Kontakt und leider brach dadurch auch der Kontakt mit meinem Sohn ab. Ich war viel zu sehr mit meiner Arbeit beschäftigt, um mich um eine Beziehung zu ihm zu bemühen, was ich mittlerweile sehr bereue. Vor ein paar Wochen hat er sich bei mir gemeldet …« Richard sah auf seinen Schreibtisch hinab. »Er ist mittlerweile ein Mann geworden. Wir ... wir haben viel telefoniert und uns auch schon einige Male getroffen. Er hat ein Studium hier in der Stadt angefangen, musst du wissen, deshalb ist er jetzt plötzlich in meiner Nähe. Um es abzukürzen: Ich habe ihm einen Job hier im Restaurant angeboten, um ein wenig dazu zu verdienen und ... ich möchte dich darum bitten, dich seiner anzunehmen, ihm alles beizubringen, was ich dir über die Jahre beigebracht habe und ihm zu helfen. Ich werde natürlich trotzdem da sein, aber es ist schon eine Weile her, seit ich gekellnert habe. Du weißt, ich bleibe lieber in der Küche. Wärst du dazu bereit?«, fragte er abschließend und schaute wieder auf, während ich noch zu verarbeiten versuchte, was er mir da gerade erzählt hatte. Ich kannte Richard. Nach all den Jahren dachte ich eigentlich, dass ich ihn sehr gut kannte, doch anscheinend war das nicht der Fall. Er hatte einen Sohn?

»Ich … ich meine, ja natürlich, Richard«, antwortete ich nach einer kurzen Stille zögerlich, noch immer ein wenig überfahren von der neuen Information. Mein Chef lächelte mich erleichtert an.

»Das freut mich zu hören und vielen Dank Sam! Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde.«

Ich erwiderte sein Lächeln. »Kein Problem, Richard, du hast doch auch so viel für mich getan. Wie könnte ich dir da so eine Bitte abschlagen?«

»Ich danke dir! Mein Sohn, Philip, wird morgen kurz vor Mittag kommen, doch leider bin ich den Vormittags unterwegs wegen eines Treffen mit unserem Lieferanten. Ich weiß also noch nicht genau, ob ich dann schon da sein werde.«

»Mach dir darum keine Sorgen. Ich kümmere mich um ihn«, versprach ich. Das war wirklich das mindeste, was ich tun konnte, nach allem, was er für mich getan hatte.

»Danke Sam und nun mach endlich Feierabend!«, meinte er und schickte mich mit einer Handgeste und einem Grinsen fort.

Ich nickte zum Abschied lächelnd, bevor ich sein Büro verließ, meine Sachen holte und schließlich heimfuhr. Mit einem geschafften Seufzen ließ ich die Wohnungstür hinter mir ins Schloss fallen, bevor ich an Küche und Bad vorbei direkt ins Schlafzimmer ging. Die Schicht heute war anstrengend gewesen. Ich ließ mich auf mein Bett fallen.

Richard hatte einen Sohn. Ich wusste nicht wirklich, was ich davon halten sollte. Er hatte ihn nie erwähnt. Wobei er nie sonderlich viel von seinem Leben vor dem Restaurant erzählt hatte.

Ich atmete tief durch. Ich sollte mir noch nicht zu viele Gedanken machen. Nur weil Richard einen Sohn hatte und der im Restaurant aushelfen würde, bedeutete das noch nicht mein Ende. Es bedeutete nicht, dass der Traum, dass Restaurant irgendwann übernehmen zu dürfen, vorbei war. Wer wusste, was der Junge studierte. Er hatte vielleicht überhaupt kein Interesse am Restaurant.

Mit einem Seufzen strich ich mir über das Gesicht. Ich machte mir schon viel zu viele Gedanken.

Fertig von der langen Schicht schleppte ich mich ins Bad, um mir zumindest noch die Zähne zu putzen, bevor ich mich bis auf die Unterhose auszog und wieder ins Bett haute. Trotz meiner weiter kreiselnden Gedanken schlief ich doch überraschend schnell ein.


Das laute Klingeln meines Weckers schreckte mich viel zu zeitig aus dem Schlaf und ich öffnete murrend die Augen, um nach dem lärmenden Ding zu greifen und es auszuschalten. Ich brauchte noch gute fünf Minuten, bevor ich mich aus meinem Bett quälen und müde ins Bad schleppen konnte, wo ich eine schnelle Dusche nahm. Danach um einiges wacher nahm ich ein kleines Frühstück zu mir, bevor ich mich fertig und dann auf den Weg zum Restaurant machte.

Mit meinen eigenen Schlüsseln betrat ich das Restaurant durch den Haupteingang, ließ es im Gegensatz zu sonst aber hinter mir offen. Ich wusste nicht, wann genau Richards Sohn kommen würde. In der Küche klapperte es bereits, was bedeutete, das Juan, der zweite Koch neben Richard, schon mit den Vorbereitungen begonnen hatte.

Ich ging kurz in die Küche, um ihn zu begrüßen, bevor ich meine Sachen wegschaffte und dann meine gewohnte Routine durchging. Ich bereitete alles für die Mittagstische vor, füllte Gewürze nach und stellte Getränke bereit. Da nicht viele Vorbestellungen für heute im Buch standen, war ich der einzige eingeplante Kellner.

Ich betrachtete gerade zufrieden meine Vorbereitungen, als sich die Tür öffnete. Mit einem willkommenen Lächeln drehte ich mich um, doch es gefror mir auf den Lippen, als ich den jungen Mann sah, der das Restaurant betrat. Mein ungläubiger Blick wanderte von dessen rosa Haaren, über seine hellrosa Jeansjacke und die ausgefranste kurze Jeanshose hinunter zu seinen schneeweißen Sneakern. Das ... war Richards Sohn?!

Lässig Kaugummi kauend schaute er sich interessiert um, bevor er mich erblickt, näher kam und breit grinste.

»Hey, Hübcher«, meinte er und wenn sein Aussehen allein nicht ausgereicht hätte, dann wäre das der letzte Hinweis gewesen, um zu zeigen, mit wem ich es hier zutun hatte. Einem Schwulen! Der Sohn meines Chefs war eine Schwuchtel?

Ich versuchte, mir meine sofortige Abscheu nicht anmerken zu lassen, als ich ihn ebenfalls knapp begrüßte.

»Du musst Sam sein. Mein Name ist Flip«, meinte er mit fröhlicher Stimme und reichte mir die Hand. Ich zögerte kurz, bevor ich seine Handgeste erwiderte, auch wenn ich es so kurz wie möglich hielt.

»Du bist Richards Sohn?«, fragte ich nach, nur um sicherzugehen, und hoffte so sehr, dass er es verneinen würde.

Der Junge – Flip, was war das bitte für ein Name? – nickte.

»Der bin ich«, meinte er noch immer fröhlich grinsend. »Per Blut schon seit meiner Geburt, beziehungstechnisch wohl erst seit ein paar Wochen.« Er zuckte mit den Schultern, als wäre es keine große Sache, dass sein Vater den Großteil seines Lebens nicht da war.

Ich wusste derweil nicht, was ich sagen sollte, versuchte, mir meinen inneren Hass nicht anmerken zu lassen. Der Sohn meines Chefs gehörte zu denen. Zu den Schwulen! Wie der, der damals meine Familie zerstört hatte.

Bevor ich endlich Worte finden konnte, öffnete sich die Tür des Restaurants erneut und Richard kam herein.

»Philip! Du bist schon da. Tut mir leid, ich hatte noch ein Problem mit einer Lieferung«, begrüßte er seinen Sohn mit einem Lächeln und umarmte ihn doch tatsächlich.

»Schon okay, Paps, du hattest mich ja schon vorgewarnt. Außerdem bin ich auch gerade erst gekommen. Die Bahn hatte mal wieder Verspätung. Ich glaube, ich sollte mir doch ein Fahrrad zulegen. Damit bin ich glaube schneller.«

Richard lächelte. »Dann sollten wir dir eins kaufen. Aber nun komm, ich zeig dir erstmal das Restaurant und gebe dir deine Arbeitskleidung, danach kann dir Sam erklären, wie alles funktioniert.«

Richard nickte mir kurz zu, bevor er seinen Sohn nach hinten führte. Ich sah den beiden nur ungläubig hinterher, noch immer darum bemüht, keinen meinen inneren Gedanken auf meinem Gesicht zu zeigen. Richards Sohn war eine Schwuchtel und ich sollte ihn unter meine Fittiche nehmen? Zeit mit ihm verbringen? Womit hatte ich das bitte verdient?

Ich ging hinter den Tresen und stützte mich auf die Arbeitsplatte dahinter, bevor ich meinen Blick durch das Restaurant schweifen ließ.

Mir blieb wohl nichts anderes übrig. Ich hatte es Richard versprochen. Hatte ihm versprochen, dass ich dem Jungen helfen und alles erklären würde und genau das würde ich tun. Ich musste einfach ignorieren, was er war. Ich musste ihn wie einen unangenehmen Gast behandeln. Eine neutrale Maske aufsetzen und nichts von meinen inneren Gedanken und Gefühlen zeigen. Die Sache einfach ganz professionell angehen.

Ich schloss die Augen und atmete tief durch. Richard zuliebe. Er hatte so viel für mich getan, also würde ich das für ihn tun, egal wie sehr ich seinen Sohn schon jetzt verabscheute.


Es dauerte noch einige Minuten, bis die beiden wieder auftauchten. Philip, Flip, wie auch immer, hatte seine Klamotten gegen die Kleidung der Angestellten gewechselt. Schwarze lange Jeans und ein weißes Hemd. Die schwarze Schütze, die jeder Kellner hier um die Hüfte trug, hielt er in der Hand, während er seinem Vater aufmerksam zuhörte.

»Okay?«, fragte Richard.

Philip nickte. »Jep, kein Problem.«

Kein Problem? Nun, ich sah ein ziemlich rosahaariges vor mir.

»Gut, dann überlasse ich dich mal Sam. Er ist mein bester Angestellter und wird dir alles zeigen und erklären, was du wissen musst.«

Wieder schenkte mir dieser Flip ein breites Lächeln. Ich zwang mir ein einigermaßen freundliches ab.

»Natürlich.«

»Wunderbar, dann bis später, ich muss noch einiges in der Küche vorbereiten. Viel Spaß bei deiner ersten Schicht!«, damit ließ er seinen Sohn bei mir zurück.

Unschlüssig sah ich den Jungen an. Wusste nicht, was ich sagen sollte. Wollte eigentlich auch gar nichts sagen.

Nach ein paar langen, stillen Sekunden legte der Rosaschopf den Kopf schief. »Also wenn das alles ist, was ich beachten muss, wird das hier ein Klaks.«

Das schnappte mich aus meiner Starre und ich drehte mich um. Professionalität, Sam, Professionalität!

»Es wird kein Klaks. Es gibt Tage, die nicht so anstrengend sind, doch es kann auch sehr stressig werden und wenn du mit diesem Stress nicht umgehen kannst, dann bist du hier falsch.«

»Nun, dafür muss ich den Stress erstmal kennenlernen, um zu sehen, ob ich damit umgehen kann oder nicht. Ich gebe dir Bescheid, sobald ich es weiß.«

Ich verzog kurz den Mund, doch riss mich schnell wieder zusammen, bevor ich mich zu ihm umdrehte und ihm zu erklären begann, wo sich alles befand. Gläser, Getränke, Karten, Gewürze, Früchte und so weiter und so fort.

»Wenn Gäste kommen, werden sie von uns platziert. Hier im Tablet siehst du, welche Tische für welche Zeiten reserviert sind. Da darf dann natürlich niemand anderes platziert werden. Kommen Gäste, nimmst du dir Speisekarten und bringst sie an einen freien Tisch. Für Kinder gibt es extra Kinderkarten.«

»Kompliziert, kompliziert, aber ich denke, das bekomme ich hin.«

Ich warf ihm nur einen kurzen Blick zu, bevor ich fortfuhr. »Wir geben ihnen dann ein paar Minuten, bevor wir die Getränke aufnehmen. Die werden dann auch gleich zubereitet. Wenn man zu zweit kellnert, dann kann man sich entweder die Tische einteilen oder einer nimmt auf und der andere kümmert sich um die Zubereitung der Getränke.«

»Lass mich raten: Als nächstes fragen wir die Gäste, was sie gern essen möchten und geben das in die Küche weiter und wenn das Essen fertig ist, dann holen wir es und bringen es den Kunden. Am besten den richtigen. Und dann, wenn alle aufgegessen haben, räumen wir den Tisch ab und wenn sie nach der Rechnung fragen, kassieren wir ab.«

Ich starrte den Besserwisser ausdruckslos an.

»Falsch«, sagte ich dann nur. »Ich kassiere ab. Du wirst erstmal noch gar nichts abkassieren.«

Der Junge schnaubte belustigt. »Schon klar. Aber Sammy, ich war schon mal in einem Restaurant. Zwar als Besucher, aber du brauchst mir nicht das Offensichtliche erklären. Ich bin nicht geistig beeinträchtigt, weißt du?«

Nun, da war ich mir nicht so sicher.

»Nenn mich nicht Sammy, aber fein. Dann machen wir es einfach so, dass du fragst, wenn du etwas nicht weißt und ich gebe dir Anweisungen, wenn du etwas zu tun hast.«

»Aye aye Käp'n!« Er salutierte und ich rollte mit den Augen.

»Gut«, murmelte ich, bevor ich einen Blick auf die Uhr warf. »Die ersten Gäste sollten bald kommen.«

Kaum hatte ich das letzte Wort ausgesprochen, öffnete sich die Tür.

»Okay, halt dich an mich, schau zu und halt den Mund. Die nächsten Gäste sind dann deine.«

»Yes Sir.«

Ich ignorierte seine Antwort und ging zu den Gästen, um sie an einen Tisch zu geleiten und ihnen die Speisekarten zu reichen. Philip hielt sich im Hintergrund und sagte tatsächlich nichts. Ich nahm gerade die Getränke auf, als die nächsten Gäste eintrafen. Bevor ich etwas sagen konnte, ging Philip mit ein paar Karten zu ihnen hinüber. Kurz beobachtete ich, wie er sie begrüßte, bevor ich mich wieder auf meinen Tisch konzentrierte, die Getränke fertig aufnahm und sie dann gleich zubereiten ging. Philip folgte meinem Beispiel.

»Orangensaft kommt in ein kleineres Glas und das ist das falsche Glas für Wein«, sagte ich, als ich zurück zum Tresen kam, nachdem ich meine Getränke an den Tisch geschafft hatte.

»Oh«, meinte Philip, bevor er begann, seine Fehler zu berichtigen. »Hey, das wäre tatsächlich etwas gewesen, was du mir vorher hättest erklären können.«

Das folgende Augenzwinkern sollte seinen Vorwurf wohl zu Spaß machen, doch ich fand es gar nicht lustig und ging ohne ein weiteres Wort, als die nächsten Gäste kamen.

So hielt ich es auch den Rest der Schicht. Abgesehen von Berichtigungen und knappen Anordnungen bekam er nichts von mir zu hören. Dafür redete er wie ein Wasserfall, wann immer es ging. Einiges traf mich, aber vor allem unterhielt er sich auch sehr viel mit den Kunden. Er redete gleich mehrere Minuten mit einer älteren Dame über was auch immer, lachte über etwas mit einem jungen Paar und schäkerte mit einem Baby. Mir blieb nichts anderes übrig, als zuzugeben, dass er seine Sache gutmachte, von ein paar kleinen Anfängerfehlern abgesehen, und er konnte definitiv gut mit Kunden umgehen. Auch wenn ich es wirklich nicht offen zugeben wollte. Mir wäre deutlich lieber gewesen, er hätte sich grottenschlecht angestellt, damit Richard ihn doch nicht hier arbeiten lassen würde. Dann wäre ich ihn zumindest schnell wieder losgeworden.

Die Mittagsschicht war recht schnell rum, da nicht gerade viel los war, und die Aufräumarbeiten begannen. Während ich Philip damit beauftragte, die Tische alle wieder in Ordnung zu bringen und den Boden zu fegen, kümmerte ich mich um die Gläser.

Immer wieder warf ich einen missmutigen Blick in die Richtung des Rosahaarigen. Selbst beim Putzen schien der Junge glücklich zu sein, summte irgendeine Melodie vor sich hin, als wäre er eine Disney-Prinzessin.

Irgendwann, als wir mit allem soweit fertig waren, kam Richard wieder nach vorn und erkundigte sich, ob Philip seine erste Schicht gefallen hatte.

»Ich fands toll. Ich weiß noch nicht, ob ich den anstrengenden Schichten gewachsen bin«, sagte Philip mit einem Schmunzeln in meine Richtung, »aber es hat Spaß gemacht.«

»Das freut mich zu hören. Dann komm mal mit hinter, damit wir alles offiziell machen können.«

Ich schaute den beiden nach, als sie gemeinsam nach hinten zu Richards Büro verschwanden.

Nun, bei den anstrengenderen Schichten kannst du auf jeden Fall nicht so viel quatschen, dachte ich nur, während ich das letzte Glas fertig polierte.

Das kann ja was werden ...

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Good Writing

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