Customize readability
Aa

Vom Tyrann zum Retter? Gefangen in deiner Liebe

All Rights Reserved ©

Summary

Gefürchtet, gehasst und einsam stirbt Diamond Yuya als tyrannischer König der Elfen. Seine zweite Chance in der modernen Welt nutzt er, um Agrarwirtschaft zu studieren - bis ein Unfall im Gewächshaus ihn erneut sterben lässt. Yuya erwacht wieder in seinem ersten Leben, genau vor der Auswahl des Thronfolgers. Zerfressen von Reue will Yuya den Thron dieses Mal um jeden Preis meiden. Sein einziges Ziel: Sein Volk mit dem Wissen der Moderne vor einer Hungersnot zu retten. Doch der Wächter des heiligen Baumes verweigert eine klare Wahl und zwingt die Kandidaten, sich zu beweisen. Während Yuya versucht, die Zukunft des Reiches zu sichern, gerät sein Herz in Gefahr. Fünf mächtige Männer aus seiner Vergangenheit, die einst unter seiner Tyrannei litten, sind plötzlich fasziniert von seiner dramatischen Veränderung. Sie suchen seine Nähe, belagern seine Gefühle und wollen ihn für sich gewinnen. Allen voran seine erste große Liebe - der geheimnisvolle Wächter des heiligen Baumes, der Yuya regelmäig um den Verstand bringt. Doch die Schatten seiner Vergangenheit wiegen schwer. Aus Angst, sie erneut zu verletzen, versucht Yuya, niemanden mehr an sich heranzulassen. Werden die fünf Männer es schaffen, die eisigen Mauern des reuevollen Ex-Tyrannen zu brechen?

Genre
Fantasy
Author
Martina
Status
Ongoing
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
18+

Der Alptraum

Jeder Atemzug brannte wie flüssiges Feuer in meiner Lunge. Ich presste die Hand auf meine Hüfte, doch das warme Blut sickerte unaufhaltsam durch meine Finger. Die Wunde war zu tief. Ich wusste, dass dies mein Ende war. Verschwitzt und mit Asche verklebt hingen mir die Haare im Gesicht, während der süßliche Geruch von Rauch und Tod in der Luft lag.

​Mein Reich war untergegangen. Und die Schuld lastete schwerer auf meiner Brust als der nahende Tod. Als König hatte ich versagt.

​Mit letzter Kraft schleppte ich mich die steinernen Stufen hinauf. Meine Beine zitterten, gaben nach - und ich stürzte. Der Aufprall presste die restliche Luft aus meinem Körper. Ich hustete bitteren Staub und den metallischen Geschmack von Blut auf den kalten Boden.

​Aufgeben? Nein. Nicht jetzt.

​Ich stemmte mich hoch, ignorierte den stechenden Schmerz und kroch weiter. Nur noch ein Schritt.

​Da stand er. Der Baum des Lebens. Seine mächtige Silhouette hob sich gegen den brennenden Horizont ab. Ich brach vor ihm auf die Knie und streckte die zitternden Hände aus.

„Ich habe kein Recht, dich darum zu bitten", flüsterte ich, meine Stimme kaum mehr als ein heiseres Flehen. „Doch bitte... nimm mein Mana. Und rette unser Volk!"

​Ein verächtliches Schnauben hinter mir ließ mich gefrieren.

„Das hier ist deine Schuld, König der Feen!"

​Ich wandte den Kopf. Da stand Yggdrasil. Der einzige Elf der mir etwas bedeutete. Der Mann für dessen Liebe ich alles gegeben hatte. Sein Blick war voller Melancholie, und in mir zog sich alles schmerzhaft zusammen. Er hatte recht. Ich konnte ihm nicht widersprechen.

​Die bittere Wahrheit fraß sich in meine Seele: Ich war es gewesen, der sich gegen die Entscheidung des Schicksals gestellt hatte, meinen Bruder zu krönen. Ich hatte meinen eigenen Bruder getötet - und Yggdrasil seine große Liebe genommen. Ich hatte Yggdrasil mit Gewalt dazu gezwungen, mich als Partner zu akzeptieren. Aus purer Geldgier hatte ich die heiligen Felder mit Baumwolle bepflanzen lassen und weggesehen, als die Ernten der Bauern ausfielen. Ich hatte sogar die Blätter des Lebensbaumes an die Menschen verkauft, nur um Getreide zu erwerben.

​Ich hatte uns alle verraten. Und jetzt standen die Armeen der Menschen in unserem brennenden Reich.

​„Hilf mir!", flehte ich erneut.

​Yggdrasil trat auf mich zu. Seine Hand schloss sich um meine, doch seine Berührung war eiskalt. „Der Preis dafür wird ewige Verdammnis sein", sprach er, und seine Stimme schnitt mir durchs Herz.

​Ein bitteres Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Mein Leben war ohnehin nur noch eine leere Hülle. Er hatte mich nie geliebt.

„Ich bitte drum."

​Ich schloss die Augen und spürte, wie mein Mana in einem goldenen Strom aus mir herausgesaugt wurde. Doch bevor die Dunkelheit mich holen konnte, zischte ein scharfes Geräusch durch die Luft. Ein brutaler Manaschub feuerte zurück in meinen Körper.

​Ich riss die Augen auf. Ein Pfeil steckte tief in Yggdrasils Brust. Seine Augen weiteten sich im Schock. Er stolperte zurück, verlor den Halt und fiel wie in Zeitlupe rückwärts die Klippe hinunter.

​„Neeeein!" Myriaden von Funken stoben auf, als er in der Tiefe verschwand.


​Ich fuhr mit einem heftigen Keuchen hoch.

​Mein Körper zitterte am ganzen Leib, mein Herz hämmerte wie wild gegen meine Rippen und Schweiß klebte auf meiner Haut. Ich starrte ins Halbdunkel des Raumes. Das einzige Geräusch war das leise, gleichmäßige ticken der Uhr in der Bibliothek .

​Schon wieder dieser Traum.

Ich richtete mich keuchend auf und fuhr mir mit zitternden Fingern durch die Haare. Sie waren kurz, dunkel und völlig unspektakulär. Keine langen, magiegetarnten, silbernen Elfenhaare mehr. Keine spitzen Ohren, keine zierlichen Flügel auf meinem Rücken.

Wenn ich in den Spiegel sah, erblickte ich nur noch Yuya - einen ganz gewöhnlichen Studenten im achten Semester, der kurz vor seinen Abschlussprüfungen stand.

Niemand hier ahnte, wer ich wirklich war. Oder was ich in meinem früheren Leben getan hatte. Für meine Kommilitonen war ich nur der seltsame Typ, der Tag und Nacht im Gewächshaus oder über staubigen Büchern verbrachte. Sie dachten, ich sei einfach nur extrem ehrgeizig. In Wahrheit hatte ich einfach nur panische Angst. Angst davor, dass meine zweite Chance vorbei sein könnte, bevor ich gelernt hatte, wie man ein ganzes Volk vor dem Hungertod bewahrte.

Ein lautes, energisches Räuspern riss mich jäh aus meinen Gedanken.

„Herr Sato? Wir schließen. In fünf Minuten wird hier das Licht ausgemacht."

Ich blickte blinzelnd auf. Die Bibliothekarin stand vor meinem Tisch, die Arme streng vor der Brust verschränkt. Ihr Blick war eine vertraute Mischung aus mitleidiger Sorge und tiefer Genervtheit. Ich war mal wieder der Letzte.

Mein Blick huschte zur großen Wanduhr. Dreiundzwanzig Uhr. Schon wieder.

„Entschuldigung", murmelte ich und stopfte hastig meine Notizblöcke und das schwere Buch über Nutzpflanzen-Rotation in meinen Rucksack. „Ich war... in Gedanken."

„Das sind Sie immer", entgegnete sie, während ihr Tonfall etwas sanfter wurde und sie bereits den schweren Schlüsselbund in der Hand wiegte. „Gehen Sie nach Hause, schlafen Sie sich aus. Die Prüfung ist erst in zwei Wochen."

*Schlafen.* Wenn sie wüsste, was mich im Schlaf erwartete, würde sie mich nicht darum bitten.

Wenige Minuten später trat ich ins Freie. Die kühle Nachtluft tat gut auf meinem erhitzten Gesicht, während ich über den Campus lief. Die Universität war um diese Uhrzeit wie leer gefegt. Eigentlich hätte ich jetzt den Weg zu meiner kleinen, unordentlichen Studenten-WG einschlagen müssen. Aber meine Beine führten mich in die entgegengesetzte Richtung. Zum Unigelände am Rand des Parks.

Ich musste einfach noch einmal nach meinen Proben im Gewächshaus sehen. Nur ein kurzer Kontrollblick, redete ich mir ein. Nur zur Sicherheit.

Als ich jedoch um die Ecke des Hauptgebäudes bog, blieb ich wie angewurzelt stehen. Mir stockte der Atem.

Das Gewächshaus. Normalerweise lag es um diese Uhrzeit in völliger Dunkelheit. Doch heute pulsierte es. Ein unnatürliches, tiefes Rot drang durch die gläsernen Scheiben. Ein unruhiges Flackern.

*Scheiße, das war kein Licht - das war Feuer!*

Mein Herz begann wild gegen meine Rippen zu hämmern, und ein eisiger Schauer lief mir über den Rücken. Ich trat einen Schritt näher. Das Knirschen des Kieses unter meinen Schuhen klang in der nächtlichen Stille unnatürlich laut, fast wie ein Schuss.

Dann sah ich es. Eine Gestalt. Ein Student stand inmitten meiner Pflanzen, den Rücken zu mir gekehrt. Er wirkte starr, wie eingefroren vor Schreck, während die Flammen hinter ihm an den Regalen hochkletterten.

„Hallo?", rief ich, doch meine Stimme klang dünn und zittrig gegen das aufkommende Knacken des Holzes. „Das Gelände ist geschlossen! Was machen Sie da? Kommen Sie da raus!"

Der andere reagierte nicht. Vielleicht stand er unter Schock. Das rote Licht der Flammen wurde schlagartig heller, fraß sich hungrig weiter. Ein beißender Geruch stieg mir in die Nase - erst trocken, wie verbranntes Laub, dann stechend chemisch von den Düngemitteln. Ein lautes Knacken ging durch das Glas.

Er steckte da mitten drin fest und atmete den giftigen Rauch ein. Wenn ich jetzt nicht handelte, würde er da drin sterben.

Das Knacken wurde im nächsten Moment zu einem ohrenbetäubenden Brüllen. Plötzlich schossen die Flammen wie entfesselte Bestien an den Wänden hoch - das Gewächshaus brannte lichterloh.

Und diese Gestalt stand noch immer mitten darin.

„Hey! Kommen Sie da raus!", schrie ich, so laut ich konnte. Doch die Person bewegte sich keinen Zentimeter. *Er hat die Orientierung verloren*, schoss es mir panisch durch den Kopf. Der Rauch war bereits so dicht, dass man kaum die Hand vor Augen sehen konnte. Und das Gewächshaus war riesig.

Ich überlegte nicht länger. Der Tyrann, der ich einmal gewesen war, hätte wohl einfach zugesehen, um sein eigenes Leben zu schützen. Doch Yuya? Yuya rannte hinein.

Die Hitze schlug mir wie eine massive Wand ins Gesicht und raubte mir augenblicklich den Atem. Ich riss meinen Ärmel hoch, hielt ihn mir vor den Mund und hustete schwer. Das Visier aus Qualm brannte in meinen Augen. „Hallo?! Wo sind Sie?!"

Keine Antwort. Nur das unbarmherzige, gierige Knistern des Feuers. Ich stolperte tiefer in das Flammenmeer, vorbei an den verbrennenden Proben, an all der harten Arbeit der letzten Monate, die eigentlich mein Volk hätte retten sollen.

Plötzlich ertönte ein lautes, bedrohliches Splittern direkt über mir.

Ich blickte auf. Eine der riesigen, exotischen Palmen im Zentrum des Gewächshauses - vom Feuer völlig zerfressen - neigte sich gefährlich. Sie stürzte genau auf mich zu.

Ich wollte zur Seite springen, doch mein Fuß verfing sich im dichten Unterholz eines umgestürzten Kübels. Ich stolperte. Noch bevor ich den Boden berührte, traf mich der schwere, brennende Stamm mit voller Wucht.

Ein erstickter Schrei entfuhr meiner Kehle.

Der Schmerz war absolut betäubend. Ich lag hilflos am Boden, unfähig mich auch nur einen Zentimeter zu bewegen, während die Flammen unaufhaltsam näher krochen. Tränen des Schmerzes und der puren Wut schossen mir in die Augen.

*Nicht schon wieder*, dachte ich verzweifelt, während die Hitze meine Haut versengte. *Nicht schon wieder stirbt jemand wegen mir. Ich wollte ihn retten... und ich habe versagt.*

Die Last der Schuld erstickte mich noch vor dem dichten, schwarzen Rauch. Meine Lungen brannten. Meine Augenlider wurden bleischwer. Das gleißende, rote Licht um mich herum verblasste langsam zu absolutem, friedlichem Schwarz.

Mit einem heftigen, prustenden Einatmen schreckte ich auf. Ich schnappte gierig nach Luft, während mir eiskaltes Wasser in Strömen das Gesicht hinunterlief.

„Euer Hoheit! Vergebt mir, aber Ihr wart einfach nicht wachzukriegen!", tönte plötzlich eine schrille, extrem nervöse Stimme direkt an meinem Ohr.

Ich blinzelte hastig das Wasser aus den Augen, mein Herz raste. Kein Rauch. Keine brennende Palme. Keine Universität.

Ich saß auf den seidenen Laken eines riesigen, prunkvollen Bettes. Vor mir kniete mit zitternden Händen ein junger Elf, der panisch einen leeren Silberkrug an seine Brust presste.

Mein Blick wanderte fassungslos an mir herab. Meine Haut war makellos und weiß. Keine Brandwunden. Keine Schmerzen. Und als ich mir geschockt durch die nassen Haare fuhr, spürte ich sie sofort: Sie waren lang, seidig und silbern. Und an meinem Kopf waren wieder spitz zulaufende Ohren. Auf meinem Rücken... regten sich zarte Flügel.

„Der König verlangt nach Euch", stammelte der Diener und wagte es kaum, mir in die Augen zu sehen. „Ihr... Ihr müsst für die Thronfolge-Auswahl zurechtgemacht werden. Sofort."

Mein Herz setzte für einen Schlag komplett aus.

Ich war zurück. Genau an dem Tag, an dem das Unheil meines ersten Lebens seinen Lauf genommen hatte.



Let Martina know what you thought about this chapter!
Love this

0

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

0

Suspenseful

Emotional

0

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

0

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

0

Good Writing

Compelling Plot

0

Compelling Plot

Great Character

0

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

 Mehrfach zurückgewiesene Gefährtin

Nicole Schär: Eine tolle Geschichte, bin schon gespannt wie sie ausgeht.

Read Now
Alpha Zach

Viviana Lorena: La trama de la novela, me encanta.

Read Now
The Orc's Pet

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Read Now
Mated to the Wrong Alpha

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Read Now
Bloodlines

Victoria: Hi,I analyzed your work, and I think it has a very unique and engaging storytelling style. The way you present your ideas and emotions really stands out. By the way are you currently working on any other stories or writing projects?

Read Now
His Forsaken Fate

monica: Ho trovato questo libro interessante dal punto dl vista della storia,l'autore ha cercato di dare un messaggio ben preciso.Il perdono si deve conquistare ,ma bisogna avere ancora più coraggio per darlo.L'ortografia è un pó da correggere,lo stile di scrittura è acerbo,ma penso che ci sia molto potenzi...

Read Now
The Mafia's Chef

vitaline1985: Bien bien bien bien bien bien bien

Read Now
Luna de Verano - Die Gefährtin des Alphas (Band 1)

Alischa: Einfach super! Ich liebe das Alpha Setting sowieso, ich konnte gar nicht aufhören zu lesen, wirklich richtig gut 💗💗💗🌹

Read Now
The Triumvirate's Omega

Izzy Rhae : By far one of the best werewolf books I’ve read. Definitely some plot holes that confused me, like does birth control preventative options not exist? Or like why wouldn’t they leave the area during the purge. A little clarification might have helped. But overall that doesn’t matter because the world...

Read Now