Vorbereitung
Svala hatte Adam ein eigenes Haus zugewiesen. Es lag nicht weit von dem breiten Pfad entfernt, zwischen den anderen schweren Holzbauten, die dem Wind trotzten, als hätten sie längst aufgehört, ihn überhaupt noch wahrzunehmen. Das Haus war schlicht gehalten, errichtet aus massivem Holz und kaltem Stein, gebaut für Beständigkeit statt Schönheit. Eine kleine Feuerstelle hielt die Räume warm, dicke Felle bedeckten Wände und Boden und schluckten die Kälte, die selbst in Walvegards ruhigsten Nächten nie ganz verschwand. Kein Schmuck. Kein Prunk. Nichts Überflüssiges. Und dennoch fühlte es sich für Adam nach langer Zeit wieder wie etwas Echtem an. Ein Zuhause. Nicht bloß ein Ort, an dem man die nächste Nacht überstand.
Auch Malina war geblieben. Nicht als Gast, sondern als etwas, das Walvegard nun offiziell anerkannte: eine Gesandte der Zentauren. Svala hatte es mit einem einzigen Satz entschieden, ruhig und endgültig, wie alles, was die Mutter des Nordens sagte. Keine Zeremonie hatte diesen Moment begleitet, keine Schwüre, keine feierlichen Worte für Menschen oder Zentauren. Seitdem stand Malina zwischen zwei Welten — zwischen König Brutus und Svala, zwischen dem Großen Wald Zentariths und den kalten Höhen des Nordens. Frieden bedeutete Arbeit. Botschaften mussten überbracht werden. Kontakt musste bestehen bleiben. Ein falsches Wort, ein missverstandener Blick oder ein Gerücht konnten genügen, um aus Verbündeten Feinde zu machen.
Und dennoch zeigte sich gerade in den kleinsten Dingen, wie fremd sich ihre Welten noch immer waren. Denn Walvegard war nie für Zentauren gebaut worden. Jedes Mal, wenn Malina oder Aegratos ein Haus betraten, mussten sie den Kopf senken und die Schultern einziehen, als verlange die Stadt selbst, dass sie sich kleiner machten, nur um in sie hineinzupassen. Es war eine dieser Unannehmlichkeiten, die man hinnahm, weil niemand darüber sprach. Bis Malina eines Tages in einer Tür stand, nur einen Augenblick lang. Nicht aus Schwäche, sondern aus dieser stillen Erschöpfung, die entsteht, wenn man sich immer wieder beugen muss, obwohl man niemandem unterlegen ist. Und dann waren da die Betten. Schmale menschliche Konstruktionen, zu klein und völlig nutzlos für Zentauren. Fremdkörper in einem Raum, der ihnen eigentlich Unterkunft bieten sollte.
Eines Morgens begannen die Walküren mit dem Umbau. Der Nebel hing tief zwischen den Häusern, während feiner Schnee über den breiten Pfad trieb und sich auf Schultern, Werkzeugen und den blonden Haaren der Walküren sammelte. Niemand fragte Malina nach Erlaubnis, niemand erklärte etwas, die Arbeiten begannen einfach. Türen wurden aus den Angeln gehoben, Rahmen erweitert, Balken verstärkt. Das dumpfe Schlagen von Werkzeug gegen Holz hallte durch die kalte Morgenluft, bis schließlich selbst die letzten Engstellen verschwanden. Als die Arbeiten beendet waren, konnten Malina und Aegratos die Häuser aufrecht betreten. Ohne gesenkten Kopf, ohne eingezogene Schultern, ohne dieses ständige Erinnern daran, dass sie hier ursprünglich nie vorgesehen gewesen waren. Auch die Betten wurden ersetzt. An ihrer Stelle lagen nun riesige weiße Felle auf dem Boden, dicht und weich genug, dass selbst zwei Zentauren darauf ruhen konnten, ohne Enge zu spüren. Damit besaß Malina nun ihr eigenes Haus in Walvegard. Die Gesandte der Zentauren hatte zwei Heimaten. Zentarith blieb der Ort ihrer Wurzeln, ihrer Erde, ihres Volkes. Walvegard dagegen wurde der Ort ihrer Aufgabe. So lebten Malina und Aegratos nun in einem Haus, das für sie angepasst worden war. Und obwohl es nur größere Türen und ein paar weiße Felle waren, lag darin etwas, das weit über bloße Funktion hinausging. Walvegard besaß nicht mehr nur Mauern, um Menschen und Isvyr vor anderen zu schützen, sondern auch Zentauren waren nun willkommen.
Gorm hatte unterdessen ein anderes Problem. Er konnte sich nicht entscheiden. Mittlerweile gab es drei Häuser in Walvegard, in denen Wesen lebten, die er mochte, also tat der Isvyr das Einzige, was für ihn offensichtlich Sinn ergab: Er pendelte. Mal lag er nachts bei Brunolf und Kethen, mal ruhte er zwischen Malina und Aegratos auf den großen weißen Fellen, als hätte ihre Gelassenheit selbst auf ihn abgefärbt. Und meistens fand man ihn bei Adam. Nicht wegen Futter, nicht weil Adam ihn rief. Es war etwas anderes. Etwas, das Adam nicht erklären konnte. Der große weiße Wolf legte sich oft einfach neben ihn, nie ganz an ihn geschmiegt, aber nah genug, dass Wärme zwischen ihnen überging. Manchmal hob Gorm nur langsam den Kopf und sah ihn an — lange, ruhig und mit diesen eisblauen Augen, die nicht wie Tieraugen wirkten, sondern wie etwas Altes. Fast schien es Adam manchmal, als würde Gorm mehr in ihm erkennen, als er selbst verstand.
Doch während der Isvyr seine Nähe suchte, verlor Adam Adeema Stück für Stück. Nicht plötzlich, nicht mit einem einzigen Augenblick. Eher wie Nebel, der jeden Tag ein wenig dichter wurde, bis man irgendwann nicht mehr sagen konnte, wann die Sicht eigentlich verloren gegangen war. Einmal in der Woche kam sie gemeinsam mit Svala, Walynora und Walessa hinab nach Walvegard. Vier Walküren, die Seite an Seite den breiten Pfad entlangschritten, ruhig, aufmerksam und mit dieser selbstverständlichen Präsenz, die ihnen zu eigen waren. Sie sprachen mit den Bürgern, hörten zu, nahmen Anliegen entgegen und halfen mit einer Ruhe, die keine Dankbarkeit verlangte. Adam verstand, dass auch dies Teil von Adeemas Ausbildung war. Nicht nur kämpfen, nicht nur lernen, sondern unter jenen zu stehen, die sie eines Tages beschützen sollte. Und dennoch fühlte es sich für ihn jedes Mal wie ein Verlust an. Er bekam nur wenige Worte mit ihr. Nie lange, nie ungestört. Die anderen Walküren duldeten weder Zögern noch Ablenkung, und Adeema bewegte sich inzwischen mit derselben stillen Disziplin zwischen ihnen, die Adam früher nur bei Svala wahrgenommen hatte.
In diesen wenigen Wochen hatte sie sich erneut sichtbar verändert. Das Suchende war aus ihrem Gesicht verschwunden. Vor ihm stand keine junge Frau mehr, die noch zwischen zwei Welten schwankte. Ihre Züge wirkten klarer, härter, beinahe zeitlos. Selbst ihr Blick hatte sich verändert. Ruhiger. Tiefer. Verschlossener. Doch schlimmer als alles Sichtbare waren die kleinen Dinge. Die Pausen zwischen ihren Worten. Adam kannte sie längst von den Walküren. Nicht jene Pausen, die entstanden, weil jemand nachdachte — sondern jene, in denen jedes Wort erst geprüft wurde, bevor es die Lippen verlassen durfte. Als hätte Sprache für Walküren niemals Nähe bedeutet, sondern Ordnung. Auch ihre Emotionen verschwanden zunehmend hinter dieser Ruhe. Kein spontanes Lächeln mehr, kein offenes Staunen, kein unbedachtes Aufleuchten in ihren Augen, wenn sie vertraute Gesichter sah. Sie war freundlich, aber nicht mehr unbefangen. Aufmerksam, aber nicht mehr neugierig. Sie stand vor ihm — und schien sich doch immer weiter zu entfernen. Genau davor hatte Adam sich gefürchtet. So vergingen die Wochen in einer eigentümlichen Ruhe, die überall in Walvegard spürbar war.
Doch jede trügerische Ruhe hat irgendwann ein Ende.
Die Dunkelheit hatte Walvegard bereits verschlungen, als Adam den breiten Pfad entlangging. Schnee trieb in feinen Schleiern zwischen den Häusern hindurch, die Standfackeln warfen flackerndes Licht auf Stein und Blaues Metall, und über allem lag diese tiefe nordische Stille. Adam hatte kein Ziel. Er ging nur, um die Gedanken loszuwerden, die sich seit Tagen immer wieder im Kreis drehten. Dann erklang das Horn. Tief. Getragen. Ein Laut, der sich nicht einfach hören ließ, sondern sich über Walvegard legte wie etwas Lebendiges. Er glitt über Dächer und Mauern hinweg, schnitt durch Wind und Dunkelheit und ließ selbst die Luft schwerer wirken.
Adam blieb abrupt stehen. Der Ton traf ihn nicht wie ein Geräusch, sondern wie ein Schlag gegen die Brust. Sein Blick wanderte sofort den Pfad entlang zur Mauer, die nur schemenhaft hinter Nebel und Schneetreiben zu erkennen war, als könnte er durch die Entfernung hindurch bereits sehen, was dort draußen auf das Plateau getreten war. Um ihn herum veränderte sich Walvegard. Türen öffneten sich, Stimmen verstummten, Menschen traten aus den Häusern und blickten instinktiv in dieselbe Richtung. Niemand fragte nach einer Erklärung, denn dieses Horn wurde nicht für gewöhnliche Reisende geblasen. Jemand hatte den Pfad des Plateaus betreten. Jemand, der nicht hierhergehörte, nicht hier wohnte. Und jemand, der Walvegard in wenigen Stunden erreichen würde.
Der Nachhall des Horns hing noch immer zwischen den Mauern, als ein zweites Geräusch einsetzte. Tiefer. Schwerer. Kein Laut, den man nur mit den Ohren wahrnahm, sondern etwas, das durch Stein und Knochen wanderte. Der Boden vibrierte. Für einen Moment glaubte Adam, die Mauer selbst würde sich öffnen. Dieses dumpfe, uralte Grollen hatte sich längst in sein Gedächtnis eingebrannt — das Geräusch gewaltiger Mechanik aus Blauem Metall. Instinktiv riss er den Blick zur Mauer, doch sie blieb geschlossen. Kein Metall verschob sich, nur die Vibration blieb. Stetig. Näherkommend.
Dann erkannte Adam die Bewegung. Nicht in der Mauer, sondern an ihr. Von Westen und Osten zugleich schoben sich gewaltige Konstruktionen durch den Nebel. Zunächst wirkten sie nur wie dunkle Schatten gegen das kalte Blau des Metalls, doch mit jedem Augenblick wurden ihre Umrisse deutlicher. Riesige Rampenkonstruktionen aus demselben Blauen Metall wie die Mauern Walvegards. Gewaltige Reifen trugen ihr Gewicht über den Schnee, während dutzende Walküren sie langsam voranschoben. Ruhig. Gleichmäßig. Ohne Hast.Er trat einige Schritte näher, hielt jedoch Abstand. Man drängte sich nicht zwischen Walküren, wenn sie arbeiteten. Und erst recht nicht, wenn der Norden sich auf Krieg vorbereitete. Dann fiel sein Blick auf eine der Gestalten zwischen den Walküren. Blaue Rüstung. Schwarzes Haar. Diese präzise Ruhe in jeder Bewegung, die inzwischen nicht mehr menschlich wirkte. Adeema stemmte die Hände gegen das kalte Metall der Rampe, den Blick starr nach vorne gerichtet, vollkommen eingebunden in den Ablauf um sie herum. Keine Unsicherheit lag mehr in ihren Bewegungen. Kein Zögern. Adam wagte nicht, sie anzusprechen.Was auch immer hier geschah — es war Vorbereitung. Verteidigung.
Seine Lippen bewegten sich kaum, als er schließlich flüsterte: „Kayne und sein Heer sind hier,“ der Name allein fühlte sich bereits an wie etwas, das den Sturm näherbrachte.
Die Rampen knirschten schwer über den Schnee, als die Walküren sie schließlich drehten und gegen die Mauer schoben. Nicht ungefähr. Nicht hastig. Mit einer Präzision, die fast beunruhigend wirkte. Die Oberkante der Konstruktionen lag exakt auf Höhe der Mauerkrone, als wären die Rampen nicht bloß hinzugefügt worden, sondern ein Teil der Mauer selbst. Ein Weg nach oben. Oder für etwas, das zu schwer war, um über Leitern getragen zu werden.
Adam wollte gerade näher treten, als hinter ihm Schritte erklangen. Er drehte sich herum — und der Anblick nahm ihm für einen Moment den Atem. In geordneten Reihen marschierten Walküren den Pfad entlang. Jeweils zehn von ihnen trugen gemeinsam eine gewaltige Stele aus Blauem Metall. Mehrere Meter hoch. Massiv. Der breite Sockel darunter wirkte nicht gebaut, um schön auszusehen, sondern um sich tief in den Boden zu pressen. Und hinter dieser Gruppe kam bereits die nächste. Und die nächste. Der gesamte Pfad hatte sich in einen endlosen Strom aus Blauem Metall, weißen Atemwolken und diszipliniertem Gleichschritt verwandelt. Es schien kein Ende zu nehmen.
„Was geschieht hier …?“ hauchte Adam. Seine Stimme klang klein gegen die dumpfen Schritte, gegen das Schaben von Metall an Rüstung und gegen das kontrollierte Atmen der Trägerinnen.
Gemeinsam mit zwei anderen Walküren überprüfte Adeema den Übergang zur Mauer. Ihre Bewegungen waren knapp und präzise. Eine Hand glitt über die Metallkante, prüfte Unebenheiten, tastete nach Spalten. Dann gab sie ein kurzes Zeichen. Die Rampe wurde um einen Fingerbreit verschoben. Erst danach nickte Adeema knapp. Für einen Augenblick wandte sie den Kopf, ihr Blick traf Adam. Kein Lächeln lag darin, keine sichtbare Freude über sein Gesicht. Nur dieses ruhige Erkennen.
Die ersten Stelen erreichten die Mauer. Einen Moment geschah nichts. Nur das Schnauben der Walküren, das schleifen des schweren Sockels über den Schnee. Dann erklang erneut dieses tiefe Grollen. Dieses mal war es die Mauer. Sie öffnete sich. Nur ein schmaler Spalt entstand im Blauen Metall — gerade groß genug, damit eine einzelne Stele hindurchgetragen werden konnte. Kalter Wind drang von draußen herein, doch diesmal war es nicht die Kälte, die Adam die Nackenhaare aufstellte. Sondern die Vorstellung dessen, was sich jenseits der Mauer näherte. Die ersten zehn Walküren verschwanden ohne Unterbrechung durch den Spalt. Die nächste Gruppe folgte bereits.
Adam blieb reglos stehen. „Sie errichten etwas …“ fast klang es, als wolle er die Worte selbst nicht glauben.
Adeema löste sich unterdessen von den Rampen. Ihr Blick glitt ein letztes Mal über die Metallkante, über den Übergang zur Mauer, dann wandte sie sich ab und kam mit schnellen Schritten den Pfad entlang.
Als sie Adam erreichte, schloss er sofort zu ihr auf. „Was geschieht hier?“ fragte er hastig. „Ist es Kayne? Wird Walvegard angegriffen?“
Adeema nickte, ohne langsamer zu werden. Ihr Atem blieb ruhig. Gleichmäßig. „Er kommt … und wird bald hier sein“ sagte sie mit diesen präzisen kleinen Pausen zwischen den Worten. „Zehntausend Männer … und viertausend Kreischer folgen ihm.“
Adam stolperte beinahe über seine eigenen Schritte. „Viertausend Kreischer?!“ die Worte klangen falsch in seinem Mund.
Sie erreichten die Treppe. Der Aufstieg ragte vor ihnen empor, breit, kalt und aus demselben Blauen Metall gefertigt wie die Mauern Walvegards. Schnee hatte sich in den Kanten gesammelt, und zwischen den Stufen trieb feiner Nebel wie atmender Rauch. Adeema verlor keine Zeit. Ohne zu zögern setzte sie den Fuß auf die erste Stufe und begann den Aufstieg, während weitere Walküren an ihnen vorbeikamen — abwärts, in geordneten Reihen, jede Gruppe mit einer dieser gewaltigen Stelen beladen.
Adam schloss rasch zu Adeema auf. „Wie kann das möglich sein?“ fragte er, den Blick kaum von ihr lösend. „Wie kann Kayne Kreischer kontrollieren?“
Adeema hielt ihren Schritt gleichmäßig. Nicht einmal ihr Atem geriet aus dem Rhythmus. „Wir hörten Legenden“ sagte sie schließlich. „dass es möglich ist.“
Adam stieß scharf Luft aus. „Legenden sind keine Antwort.“
Seine Stimme hallte lauter durch den Aufgang, als er beabsichtigt hatte. Einige Walküren blickten nicht einmal auf. Sie trugen die schweren Stelen weiter, als existierte um sie herum nichts außer ihrer Aufgabe.
„Wie wollt ihr vierzehntausend Feinde aufhalten?“ fuhr Adam fort. „Zehntausend Soldaten und viertausend Kreischer! Adeema, ihr seid bloß eintausendzweihundert Walküren!“
Für einen kurzen Moment glitt ihr Blick zu ihm. Nur einen Herzschlag lang. Dann sah sie wieder nach vorne. „Mutter hat einen Plan.“
Die Worte trafen Adam inzwischen fast schlimmer als Schweigen. Er spürte das Brennen in seinen Beinen, die Kälte in seiner Lunge und diesen wachsenden Druck im Kopf, der mit jeder Stufe stärker wurde.
„Das sehe ich“, sagte er hart. „Diese Rampen. Die Stelen. Aber kein Plan ist gut genug, um ein Heer dieser Größe aufzuhalten.“
Sein Atem dampfte schwer vor ihm. „Adeema … wir müssen die Menschen fortbringen. Die Isvyr ebenfalls. Wenn Kayne die Mauer erreicht, ist es vielleicht bereits zu spät.“
Adeema blieb nicht stehen. Nicht einmal ihr Tempo veränderte sich. „Wie ich bereits sagte“ Ihre Stimme blieb ruhig. „Mutter hat einen Plan.“
„Adeema—“
„Vater.“ Sie unterbrach ihn nicht laut. Gerade das machte es schlimmer. Diese Ruhe in ihrer Stimme erinnerte Adam inzwischen mehr an Svala als an die Tochter, die er einst gekannt hatte. Keine Unsicherheit lag mehr darin. Kein Bitten. Kein Zorn. Nur Gewissheit. „Vertraut ihr.“
Adam schwieg, weil er plötzlich begriff, dass er gegen etwas sprach, das längst entschieden war. Sie stiegen weiter. An ihnen zogen Walküren vorbei, die schwere Stelen hinabtrugen und überall herrschte dieselbe unheimliche Ordnung. Niemand rief Befehle. Niemand rannte. Walvegard bereitete sich nicht hektisch auf einen Angriff vor. Walvegard erwartete ihn.
Als sie schließlich den oberen Absatz erreichten, lag der Palast vor ihnen wie ein stiller Schatten aus Blauem Metall. Die Luft dort oben fühlte sich anders an. Konzentriert. Wie der Moment vor einem Schlag. Adeema schritt direkt durch die große Tür, ohne langsamer zu werden. Adam folgte ihr sofort hinein. Die Schritte ihrer Stiefel verklangen dumpf auf dem langen blauen Teppich des Thronsaals. Und sofort suchte Adams Blick den Mittelpunkt Walvegards.
Svala saß erhöht auf der obersten Plattform ihres Thrones. Die weißen Flügel hinter ihr wirkten im flackernden Licht beinahe unwirklich, wie etwas Altes und Unnahbares. Unter ihr saßen Walynora und Walessa auf der mittleren Plattform. Und nun nahm auch Adeema ihren Platz ein. Auf der untersten Ebene. Auf ihrem Thron. Adam blieb am Ende des Teppichs stehen. Er spürte plötzlich wieder dieses alte Gefühl aus seinen ersten Tagen im Norden — das Wissen, zwischen Wesen zu stehen, die größer wirkten als gewöhnliche Menschen. Dort oben saßen Vier Frauen in blauen Rüstungen, deren Entscheidungen in dieser Nacht nicht nur über Walvegard bestimmen würden, sondern über ganz Sumeria. Und er stand unter ihnen. Nicht als Krieger, sondern erneut wie der Mann aus dem Süden, der warten musste, während andere über das Schicksal der Welt entschieden.
Adam zwang sich zur Ruhe. „Ich grüße Euch, Svala.“ Seine Stimme klang kontrollierter, als er sich fühlte. „Adeema erzählte mir bereits von Kaynes Heer.“ Er hob leicht das Kinn. „Wie lautet Euer Plan? Wie wollen wir ihn aufhalten?“
Svala antwortete nicht sofort. Wie immer ließ sie einige Sekunden verstreichen, als gehöre selbst die Zeit in diesem Raum ihr allein. Dann sprach sie. Ruhig. Klar. Und mit Worten, die Adam augenblicklich die Luft abschnitten. „Bloß wir Walküren … werden Walvegard verteidigen.“
Adam blinzelte. Für einen Moment glaubte er, sie falsch verstanden zu haben. „Wie bitte?“ Seine Stimme wurde schärfer. „Svala, Ihr habt Menschen und Zentauren hier, die kämpfen können. Brunolf. Kethen. Leifson. Malina. Aegratos. Ich selbst.“ Er machte einen Schritt nach vorne. „Ihr braucht jede Hilfe, die Ihr bekommen könnt—“
„Ich sagte … bloß wir Walküren,“ keine Lautstärke lag in Svalas Stimme. Kein Zorn. Und dennoch wirkte ihre Antwort endgültiger als jedes Anschreien.
Adams Hände ballten sich unbewusst zu Fäusten. „Weshalb?“
Adeema antwortete vor Svala. Und allein die Art, wie sie sprach, traf Adam härter, als er erwartet hatte. Diese kleinen kontrollierten Pausen zwischen ihren Worten. Dieses präzise Abwägen jeder Silbe. Immer mehr klang sie wie der Norden selbst. „Weil Menschen … unsere Verbindung stören könnten.“
Walynora sprach, ohne sich vorzubeugen. „Walküren kämpfen in vollkommener Harmonie.“
„Menschen zwischen unseren Reihen“ ergänzte Walessa ruhig, „würden diese Harmonie brechen.“
Adam schloss kurz die Augen. Er verstand es. Er hasste es, aber er verstand es. Wenn Svala eintausendzweihundert Walküren gleichzeitig führte — wenn Gedanken, Bewegungen und Reaktionen wie ein einziges Bewusstsein funktionierten — dann konnte bereits ein einziger Mensch alles stören. Ein falscher Schritt. Ein zu später Schlag. Ein kurzer Moment Chaos.
Adam schluckte schwer. Dann trat er noch einen halben Schritt vor. „Lasst mich wenigstens irgendetwas tun“, sagte er. „Bei den Vorbereitungen helfen. Waffen tragen. Irgendetwas.“
Svala antwortete nicht. Sie schüttelte lediglich langsam den Kopf. Endgültig. Adams Gedanken überschlugen sich. Draußen bereitete sich Walvegard auf Krieg vor, und Kaynes Name hämmerte ihm wie ein zweites Herz im Schädel, doch er zwang sich, langsamer zu sprechen. Ruhiger. Als könnte Kontrolle allein verhindern, dass ihm alles entglitt.
„Dann lasst mich wenigstens mit euch auf der Mauer stehen“, sagte er. „Brunolf ebenfalls.“ Er hob den Blick direkt zu Svala. „Wenn Kaynes Heer uns sieht, werden sie vielleicht innehalten. Sie glauben noch immer, die Walküren seien Dämonen und Brunolf sei Tod. Sie folgen Kayne nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst,“ seine Stimme wurde fester. „Vielleicht kann ich mit ihnen sprechen. Vielleicht kann ich wenigstens einen Teil dieses Gemetzels verhindern.“
Svala schwieg. Und diese wenigen Sekunden fühlten sich für Adam schlimmer an als jede offene Ablehnung. Denn in ihrem Schweigen lag Macht. Diese kalte Selbstverständlichkeit des Nordens, Entscheidungen zu treffen, ohne erklären zu müssen, weshalb.
Doch ihre Antwort kam unerwartet. „Ihr werdet auf der Mauer stehen dürfen …“
Erleichterung flackerte in Adam auf. Nur kurz.
„…doch werden wir zuerst die Kreischer vernichten müssen … bevor Ihr mit Kaynes Männern sprecht.“
„Weshalb?“ In diesem einen Wort lag alles. Seine Angst. Sein Unverständnis. Und die verzweifelte Hoffnung, dass es vielleicht doch noch einen anderen Weg gab.
„Solange die Kreischer leben“ sagte Adeema ruhig, „ist die Gefahr nicht gebannt… Sie müssen zuerst sterben … Vater.“
Das letzte Wort traf Adam seltsam. Nicht kalt. Nicht warm. Es klang wie etwas, das noch existierte, obwohl es längst Teil einer anderen Ordnung geworden war.
Svala wandte den Blick nicht von ihm ab. „Nun geht“, sagte sie ruhig. „wir haben wenig Zeit.“
Widerstand bäumte sich in Adam auf. Ein Teil von ihm wollte weitere Antworten. Wollte wissen, wie dieser Plan aussah. Wie eintausendzweihundert Walküren vierzehntausend Feinde aufhalten wollten. Doch er kannte den Norden inzwischen gut genug. Diese Ruhe war keine Einladung zur Diskussion. Sie war ein Urteil. Jedes weitere Wort würde nur deutlicher machen, wie wenig Einfluss er hier besaß. Also nickte er schließlich langsam. Von außen wirkte es respektvoll, innen fühlte es sich an wie Kapitulation. Er wandte sich ab und verließ den Thronsaal. Seine Schritte wurden vom weißen Marmor und den kalten Metallwänden verschluckt, bis ihm nur noch eine einzige Gewissheit blieb: Er würde auf der Mauer stehen dürfen.
Als Adam die Treppe hinabgestiegen war und der breite Pfad Walvegards sich erneut vor ihm öffnete, spürte er sofort die Veränderung in der Luft. Diese bedrückende Spannung, die entsteht, wenn eine ganze Stadt unbewusst den Atem anhält. Er erkannte sie noch bevor er nahe genug war, um ihre Gesichter deutlich zu sehen. Brunolf stand vorne, breit und massig wie eine Mauer aus Fleisch und Muskeln. Kethen stand neben ihm, stiller als sonst, die Augen aufmerksam und scharf. Etwas abseits warteten Malina und Aegratos, ruhig und konzentriert, als hätten beide längst verstanden, dass in angespannten Momenten jedes unnötige Wort Kraft kostete. Leifson und Elsa standen dicht beieinander. Und um sie herum war der Pfad vollkommen leer. Keine Bürger, keine Isvyr, keine Stimmen. Nichts erinnerte mehr an den Alltag, der Walvegard in den letzten Wochen erfüllt hatte.
Brunolf kam Adam sofort entgegen, als hätte die Frage bereits die ganze Zeit in seiner Kehle gelegen. „Ist es Kayne?“ fragte er ohne Umschweife. Seine tiefe Stimme klang rau. „Wurde deshalb das Horn geblasen?“
Adam brauchte einen Moment, bevor er antworten konnte. „Ja“, sagte er schließlich leise. „Kayne ist auf dem Weg hierher.“
Der Wind zog kalt über den Pfad, doch Adam spürte ihn kaum noch.
„Und er bringt nicht bloß zehntausend Soldaten mit sich“ seine Stimme wurde schwerer. „Viertausend Kreischer folgen seinem Heer ebenfalls.“
Für einen Augenblick sagte niemand etwas. Selbst die Standfackeln vor den Häusern schienen nur noch leiser zu knistern.
Leifson hob langsam den Blick. Keine Überraschung lag in seinem Gesicht. Eher etwas Düsteres. Als hätte sich lediglich bestätigt, was er tief in sich längst befürchtete. „Deshalb greift er also bei Nacht an.“
Kethen trat sofort einen Schritt näher. „Was machen wir jetzt?“ fragte sie scharf. „Wann gehen wir hinaus zur Verteidigung?“
Adam atmete tief ein. Die Antwort schmeckte bitter. Wie etwas, das er selbst noch nicht akzeptieren konnte. „Wir gar nicht.“
Kethen blinzelte. Brunolfs Gesicht verdunkelte sich augenblicklich, doch bevor einer von beiden etwas sagen konnte, sprach Adam weiter.
„Svala möchte uns nicht zwischen den Walküren haben.“ Er zwang sich zu einem humorlosen Lächeln. „Wir würden ihre Harmonie stören.“
Kethens Mund öffnete sich kurz wieder. Dann schloss sie ihn langsam, als müsste sie ihre Wut erst unter Kontrolle bringen, bevor sie sprach. „Sie verbietet uns zu helfen, obwohl vierzehntausend Feinde auf Walvegard marschieren?“
Brunolf stieß hörbar Luft aus. Das Geräusch klang fast wie ein unterdrücktes Knurren. „Ich werde nicht tatenlos zusehen“, sagte er rau. „Nicht während Kayne hierherkommt. Ich kämpfe an der Front.“
Adam verstand ihn nur zu gut. Vielleicht verstand er ihn sogar besser als jeder andere hier. Doch gleichzeitig wusste er, wie sinnlos jeder Widerstand gegen Svala war. Er hatte diese Ruhe gesehen. Diese unbewegliche Gewissheit, mit der die Mutter des Nordens Entscheidungen traf. Man konnte gegen sie sprechen, aber man konnte sie nicht erschüttern.
„Sie wird ihre Meinung nicht ändern, Brunolf“, sagte Adam schließlich müde. „Aber sie erlaubt uns, mit ihr auf der Mauer zu stehen.“
Brunolfs Augen verengten sich leicht. „Wie sollen wir da helfen?“ knurrte er. „Wir werden Zuschauer sein.“ Seine Stimme wurde härter. „Ich bin ein Krieger, Adam. Keiner, der am Rande steht und anderen beim Kämpfen zusieht.“
Adam nickte langsam. Sein Blick wanderte unwillkürlich zur Treppe hinauf, die im Nebel verschwand. „Es ist wichtig, dass Kaynes Männer uns sehen“, sagte er leise. „Sie glauben noch immer, ihr wärt tot. Und die Walküren seien Dämonen.“ Er blickte wieder zu Brunolf. „Vielleicht können wir Schlimmeres verhindern, wenn sie uns dort oben sehen.“
„Die Walküren scheinen einen Plan zu haben“, sagte Malina. „Diese Rampen. Die Stelen.“ Ihr Blick glitt kurz zur Treppe. „Wisst Ihr, wofür sie gedacht sind?“
Adam schüttelte langsam den Kopf. Ein kleines, erschöpftes Lächeln huschte über seine Lippen. Mehr Schmerz als Humor. „Wie immer sagte Svala mir nichts. Nicht einmal Adeema ließ mich teilhaben.“
Kethen stieß ein bitteres Geräusch aus. „Großartig. Svala besitzt Krieger wie uns und lehnt trotzdem unsere Hilfe ab.“
„Svala hat recht.“ Leifsons Stimme blieb ruhig. Fest. „Die Walküren kämpfen nicht wie Menschen.“ Sein Blick glitt kurz zu Adam. „Sie kämpfen als Einheit. Vollkommen im Einklang miteinander. Menschen zwischen ihren Reihen würden dieses Gleichgewicht stören.“
Kethen sah zu ihm hinüber. Mit dieser offenen Härte, die sie nie verbarg, wenn sie sich ungerecht behandelt fühlte. „Dennoch gefällt es mir nicht ausgeschlossen zu werden. Auch ich bin eine Kriegerin und möchte kämpfen.“
Plötzlich erklangen hinter ihnen Schritte. Zunächst leise. Rhythmisch. Dann wurden es mehr. Ein gleichmäßiger Strom aus Bewegungen und dumpfen Tritten auf Metall. Die Gruppe wandte sich zur Treppe um. Und sah die ersten Walküren hinabkommen. Keine einzige sprach ein Wort, und dennoch wirkte jede Bewegung abgestimmt, als seien sie alle Teil desselben Bewusstseins. Jeweils vier Walküren trugen gemeinsam schwere Behälter zwischen sich herab. Das Gewicht spannte ihre Arme sichtbar an, doch keine von ihnen verlor auch nur einen Schritt ihres Rhythmus. In den Behältern lagen Speere, dicht an dicht geschichtet, jeweils Fünfzig. Die Schäfte ragten nach oben, bereit, ohne Verzögerung gegriffen zu werden. Und kaum hatten Adam und die anderen den ersten Transport richtig erfasst, begriffen sie, dass es nicht bei diesem einen bleiben würde. Die gesamte Treppe war voller Walküren. Reihe um Reihe. Behälter um Behälter. Es wirkte beinahe, als würde Walvegard selbst seine Vorräte ausspucken. Die Gruppe trat instinktiv zur Seite, als die Walküren an ihnen vorbeizogen.
Leifsons Blick folgte der endlosen Reihe aus Waffen und Blauem Metall. „Was auch immer Svala vorbereitet“ sagte er ruhig, „niemals zuvor kämpften die Walküren auf diese Weise.“
Brunolf schnaubte leise. Ein dunkler Nachhall lag in seiner Stimme, als erinnere ihn der Anblick an etwas, das er lieber vergessen hätte. „Speere benutzten sie damals ebenfalls gegen uns.“
„Nicht in diesem Ausmaß“, entgegnete Leifson. Sein Blick blieb auf den vorbeiziehenden Walküren. „Und die Rampen. Die Stelen.“ Er schüttelte langsam den Kopf. „All das ist neu. Was auch immer Svala plant, es widerspricht ihrer bisherigen Verteidigung.“
In Adam formte sich ein kalter Gedanke. „Wenn es neu ist“ murmelte er, „kann es auch scheitern.“
Leifson wandte ihm ruhig den Blick zu. Keine Genervtheit lag darin. Kein blinder Gehorsam. Nur diese unbeirrbare Zuversicht, die Adam schon oft an ihm bemerkt hatte. „Vertraut ihr“, sagte er schlicht. „Sie weiß, was sie tut.“
Nach und nach verschwanden die letzten Behälter in der Ferne des Pfades Walvegards. Der Strom der Walküren lichtete sich. Und plötzlich lag wieder diese feuchte nordische Stille über dem Pfad, dicht und schwer wie Nebel. Dann erschienen vier weitere Gestalten oben an der Treppe. Svala trat zuerst aus dem weißen Nebel hervor, hinter ihr Walynora und Walessa, und zwischen ihnen Adeema. In ihrer Bewegung lag etwas Unausweichliches, als hätte diese Nacht bereits längst entschieden, wohin sie führen würde. Die vier Walküren gingen an der Gruppe vorbei. Ohne ein Wort, ohne einen Blick, als existierte um sie herum nichts mehr außer dem Plan, den Adam nicht kannte und den sie ihm niemals vollständig erklären würden.
Adam wandte sich sofort an Brunolf. Seine Stimme blieb leise, doch darin lag ein Drängen, das keinen Aufschub mehr duldete. „Wir müssen ihnen folgen“, sagte er. „Svala erwartet uns oben auf der Mauer.“ Er hielt kurz inne. „Der Rest liegt nicht mehr in unserer Hand.“
Brunolfs Gesicht verhärtete sich. „Ich möchte kämpfen!“ Die Worte klangen rau. Fast wie das Knurren eines eingesperrten Tieres.
„Ich ebenso“, sagte Kethen sofort.
Adam schloss für einen Moment die Augen. Jede einzelne Silbe, die er nun sprach, fühlte sich an, als müsste er einen Teil seines eigenen Stolzes hinunterschlucken. „Wir entscheiden das nicht“, sagte er ruhig. „Svala tut es. Nun kommt.“
Malinas Stimme hielt ihn noch einmal zurück. „Viel Erfolg dort oben.“ Die Worte waren schlicht. Und dennoch klangen sie beinahe wie ein Segen. „Wir werden unten an der Mauer bleiben.“
Aegratos nickte. „Wir werden nicht weit entfernt sein, Adam“, sagte er mit dieser hastigen Stimme die ihm zu eigen war. „Direkt unterhalb der Mauer.“
Adam nickte ihnen dankbar zu. Denn in dieser Nacht konnte Nähe vielleicht das Einzige sein, was ihnen noch blieb. Kethen schnaubte erneut leise vor Frustration. Brunolf setzte sich schließlich in Bewegung, widerwillig und mit schweren Schritten, als trüge er nicht nur seinen Körper, sondern auch den Zorn darüber, untätig bleiben zu müssen. Gemeinsam folgten Adam und Brunolf den vier Walküren Richtung Mauer. Hinter ihnen versank der Pfad langsam wieder in Stille. Und über ganz Walvegard lag das bedrückende Wissen, dass sich etwas näherte, das längst nicht mehr aufzuhalten war.



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