Diamond And Ashes by Saltham at Inkitt
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Diamond and Ashes

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Summary

💎 DIAMONDS AND ASHES 💎 💔 Manchmal ist der Preis für einen Sieg der totale Ruin des Herzens.💔 Brendan hat alles: Geld, unverschämt gutes Aussehen und die emotionale Kälte eines Raubtiers. Gefangen in den Machtspielen der Upper Class, lässt er sich auf eine perfide Wette mit der intriganten Emma ein: Sechs Treffen pro Monat für ein halbes Jahr mit Lily - einem Mädchen, das so gar nicht in seine Welt aus Marmor und Zynismus passt. Was als lästige Pflicht beginnt, wird zu einer gefährlichen Obsession. Brendan will gewinnen. Er will Emma vernichten. Und er will Lily - doch er weigert sich, sie zu lieben. Als das Spiel eskaliert, muss Brendan sich entscheiden: Gewinnt er die Wette oder rettet er die einzige Frau, die jemals hinter seine Maske blicken durfte? Ein Spiel um Stolz, Verrat und die Asche einer Liebe.

Genre
Romance
Author
Saltham
Status
Ongoing
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1

Brendan warf einen Blick auf seine Armbanduhr – nur eine Stunde zu spät.

Nicht schlecht für seine Verhältnisse. Einen letzten, tiefen Zug an seiner Zigarette, dann klingelte er an der Haustür und schnippte den Glimmstängel nebenher achtlos in die sorgfältig gepflegte Blumenrabatte. Er hörte es leise klicken und hob den Kopf, um in das schwarze Auge der Überwachungskamera zu grinsen.

„Hey, Brendan! Komm rein“, quietschte in diesem Moment auch schon Sophias gekünstelte Stimme durch den Lautsprecher der Überwachungsanlage.

Der Türsummer ertönte. Mit Schwung drückte er die schwere Glastür des Apartmenthauses auf, das Teil einer sehr gut gesicherten und exquisiten Wohnanlage war. Er trat ein. Als er sicher war, dass die Kamera ihn nicht mehr einfing, schüttelte er den Kopf.

Warum konnten manche Frauen nicht normal sprechen?

Dieses Kleinmädchen-Getue.

Erbärmlich.

Er verstand nicht, wie Männer auf diese Masche reinfallen konnten. Sophias Stimme sollte wohl kindliche Unschuld vorspielen, die Suche nach einem Beschützer. Nichts weiter als ein großer Betrug. In Wahrheit war Sophia so unschuldig wie eine Klapperschlange, und wahrscheinlich doppelt so giftig.

Den Fahrstuhl ignorierend, nahm er die geschwungenen Marmorstufen des offenen Treppenhauses, immer zwei auf einmal, in den dritten Stock. Die Tür zu Kylees Apartment, das sich über die gesamte oberste Etage zog, schien offen zu stehen. Schon im ersten Stockwerk dröhnten ihm die harten Beats aus der Musikanlage entgegen. Zum Glück für Kylee gab es hier keine Nachbarn, die das störte. Er erinnerte sich an einen Chirurgen, der nie zu Hause war, und an die alte, schwerhörige Dame.

Er hatte sich schon öfter gefragt, ob Kylees Vater die Wohnung für seine Tochter nach diesem Gesichtspunkt ausgesucht hatte. Jedenfalls hatte er sich nicht lumpen lassen, als er Kylee damals das Apartment zum neunzehnten Geburtstag geschenkt hatte. Ein Designer-Penthouse mit kompletter Designer-Ausstattung. Recht passend für Kylee, dachte er, schließlich war an ihrem Körper auch einiges neu designt worden.

Oben angekommen, sah er, dass die Tür tatsächlich nur angelehnt war. Er schob sie auf und trat ein. Einige der Partygäste schauten neugierig zur Tür, um zu sehen, wer der Nachzügler war.

„Hi, Brendan.“

„Sieh mal, wer gekommen ist.“

„Hey, doch schon da?“

Er grinste breit, hob kurz die Hand zur Begrüßung und ließ den Blick über die versammelten Leute schweifen. Schienen alle schon auf Kylees kleiner Party vollzählig zu sein.

Sein Gang führte ihn direkt in die Küche, zu dem bei Kylee stets gut gefüllten Kühlschrank. Er fischte sich ein kühles Bier heraus. Nachdem er die Flasche geöffnet und den Kronkorken achtlos beiseitegeworfen hatte, nahm er einen tiefen Schluck.

Auf dem massiven Holztisch in der Mitte der Küche befanden sich Fingerfood und Sandwiches vom Feinsten. Ohne weiter darüber nachzudenken, packte er sich einiges von dem vorbereiteten Essen auf einen der bereitstehenden Teller.

Er hatte mit einem Blick die hervorragende Kochkunst von Maria, Kylees sechzigjähriger Haushaltshilfe, erkannt. Kylee nannte sie nur ihre „Perle“.

So eine Haushaltsperle ist schon nicht schlecht, überlegte er, während er sich noch ein Sandwich nahm. Kylee hatte Maria zusammen mit dem Penthouse bekommen. Tja, Mommy und Daddy dachten schon an alles. Vielleicht sollte er sich auch eine solche „Perle“ zulegen. Bis jetzt hatte er nur eine Putzfrau, die dreimal die Woche zum Saubermachen kam. Möglicherweise wäre etwas Knackiges mit 24-Stunden-Dienst eher etwas für ihn?

Die Kleine in der Reinigung, die wäre sicher etwas. Sie arbeitete schnell, war immer freundlich zu ihm und hatte Spaß daran, mit ihm auf eine nahezu unverschämte Art zu flirten. Wenn er so zurückdachte, hatte sie ihm schon mehrfach signalisiert, dass sie einem kleinen Sexabenteuer nicht abgeneigt war. Wäre doch ideal – sie würde seinen Haushalt machen, und wenn ihm etwas für die Nacht fehlte, wäre sie verfügbar. Schöne große Brüste, die Beine schlank, dazu blondes, langes, üppiges Haar. Das perfekte Barbiegirl.

Er griff sich in den Schritt, um seine Jeans zu richten, die in den letzten Minuten etwas eng geworden war, bevor er sich ein Lachshäppchen auf den Teller legte.

„Sag bloß, dich machen jetzt schon Sandwiches an.“

Paul, der in die Küche gekommen war, warf einen spöttischen Blick auf Brendans Hose und schlenderte zum Kühlschrank. Mit geübtem Griff holte er zwei Bierdosen heraus und feixte Brendan dabei an. „Lachs? Ist es Lachs? Oder machen dich neuerdings saure Gurken scharf? Nicht, dass du hier noch die Seiten wechselst?“

„Ach, halt’s Maul, Mann!“, entgegnete Brendan grinsend und zielte mit dem Chicken Wing, den er gerade in seiner Hand hielt, direkt auf die Brust seines besten Freundes. Mit einer blitzschnellen Bewegung wich Paul dem ihm entgegenfliegenden Hühnerflügel aus, der klatschend auf dem Boden landete, bevor er lachend aus der Küche verschwand. Brendan nahm sich noch eine Serviette und folgte Paul zu den anderen, wobei er an der Tür den Hühnerflügel mit einem geschickten Kick unter den Tisch beförderte.

Mit einer Kopfbewegung scheuchte er einen von Kylees zahlreichen Ex-Lovern vom Sofa hoch, um sich selbst dort hinzusetzen. Er stellte das Bier und den Teller mit dem Essen vor sich auf den Tisch und nahm sich ein Sandwich. Bevor er auch nur hineinbeißen konnte, hatte auch schon Olivia ihre Hand nach dem Essen auf seinem Teller ausgestreckt.

„Hey, das ist meins! Hol dir doch selbst etwas aus der Küche!“, protestierte er.

Doch Olivia grinste ihn nur an und klaubte ihm das Lachsröllchen mit ihren perfekt manikürten Fingern vom Teller.

„Das geht nicht. Du weißt doch, Frauen wie ich essen nicht. Wegen der Figur“, erklärte sie mit einem unschuldigen Augenaufschlag.

Sie steckte das Häppchen in den Mund, nicht ohne es vorher noch provokativ mit der Zunge zu umkreisen, während sie ihn genau dabei beobachtete.

Ein breites Lächeln überzog sein Gesicht, als er ihren schelmischen Gesichtsausdruck sah. Olivia war ein Rotschopf mit Kurven an den richtigen Stellen und Sommersprossen am ganzen Körper. Ein paar Mal war er mit Olivia im Bett gewesen. Doch weder Olivia noch er hatten Interesse an einer festen Beziehung, sodass es bei komplikationslosem, aber fantastischem Sex blieb.

Sein Blick glitt über den tiefen Ausschnitt ihres halbtransparenten Oberteils, das anscheinend alles versprach, aber dann doch das Wichtigste geschickt verhüllte. Vielleicht war Olivia ja an einer Auffrischung ihres besonderen Verhältnisses interessiert? Wie hatte sie es bezeichnet – „Freunde mit gewissen Vorzügen“. Ihr Körper war wirklich sagenhaft und wenn er an den Sex dachte …

„Hi, Brendan.“

Er wandte sich um und sah, dass Kylee, ein für seinen Geschmack viel zu dünnes Mädchen mit kurzen schwarzen Haaren, hinter ihm stand.

„Hi, Kylee“, begrüßte er die Gastgeberin. „Nette Party.“

„Danke!“ Sie beugte sich lächelnd zu ihm hinunter, um ihm einen Kuss auf die Wange zu geben. „Schön, dass du da bist. Jetzt können wir ja endlich anfangen.“

Ohne Brendans Reaktion abzuwarten, griff sie nach ihrem halbvollen Champagnerglas, das sie auf einem kleinen Tisch neben der Couch abgestellt hatte, und klopfte mit dem silbernen Ring, der an ihrem Daumen steckte, so lange gegen das Glas, bis alle Blicke auf sie gerichtet waren.

„Hallo, ihr Lieben!“, begann sie. „Danke, dass ihr gekommen seid. Habt ihr alle etwas zu trinken?“ Sie blickte prüfend in die Runde, dann nickte sie, zufrieden mit dem, was sie sah. „Hervorragend. Dann lasst uns anstoßen, auf dass wir dieses Semester auch noch herumkriegen!“ Sie hob ihr Champagnerglas und prostete den versammelten Gästen zu.

Brendan nahm einen tiefen Schluck aus seiner Flasche. Kylee war Studentin. Natürlich nur auf dem Papier und zur Beruhigung von Mom und Dad. Sie brauchte eben immer eine Beschäftigung. Von Zeit zu Zeit ließ sie die Clique an ihrem vermeintlichen Studentenleben teilhaben, obwohl aktuell kaum noch jemand von ihnen einen Hörsaal von innen sah. Genau genommen waren es nur noch Kylee und er. Die anderen hatten ihr Studium schon vor einiger Zeit abgeschlossen und bauten sich inzwischen eine echte Karriere auf. Wenn sie sich heute hier trafen, dann nur, um wie früher abzufeiern und die „guten alten Zeiten“ aufleben zu lassen. Kylee spielte dabei nur zu gerne die Gastgeberin.

„Also, da wir in letzter Zeit jede Menge Spaß hatten“, fuhr Kylee in ihrer Ansprache fort, „denke ich, wir sollten dieses Semester etwas Soziales machen. So als Ausgleich für das Karma.“

Ausgleich für das Karma!

Seine Hand griff nach dem letzten Sandwich auf seinem Teller. Dies sah Kylee ähnlich. Seit sie vor einigen Monaten betrunken vier Autos demoliert hatte und dank ihres Anwaltsvaters ohne jede Strafe davongekommen war, meinte sie, gelegentlich etwas der Menschheit zurückgeben zu müssen. Nicht, dass dies ihre eigene Idee gewesen wäre. Dahinter steckte ihre Therapeutin, die sie seitdem zweimal die Woche besuchte und wahrscheinlich pro Stunde mehr verdiente als Maria im Monat.

Natürlich war die Therapie eine Auflage von Daddy.

Sophia, Kylees Busenfreundin, hatte ihm erzählt, dass Kylees Mom nach dem Unfall ziemlich sauer gewesen war und sich die engsten Freunde und Freundinnen von Kylee persönlich vorgeknöpft hatte.

Obwohl Kylee schon dreiundzwanzig war, wurde sie von ihrer Mutter immer noch wie ein unreifer Teenager behandelt. Alle hatten brav mitgespielt und ihrer Mutter versprochen, Kylee auf ihrem Weg der Besserung zu unterstützen. Hauptsache, es kehrte wieder Ruhe ein. Sie waren schließlich alle erwachsen und keine Mitglieder irgendeiner albernen Highschool-Clique. Aber nichts war schlimmer, als wenn eine High-Society-Lady erst einmal in Aktion trat. Diese war schwerer zu bremsen als ein Rennwagen auf eisglatter Piste. Und bevor man so einem Geschoss in die Quere kam, wich man lieber aus.

„Ich dachte, wir sollten uns diesmal den Menschen widmen, denen es nicht so gut geht“, erklärte Kylee ihr Vorhaben weiter und blickte, um Zustimmung heischend, in die Runde.

Was kam denn jetzt? Brendan schob den leeren Teller weg und lehnte sich in das weiche Polster zurück. Wollte sie etwa Spenden sammeln gehen? Hoffentlich nichts mit Kranken. Seit dem Tod seiner Mutter konnte er den Geruch von Desinfektionsmitteln nicht mehr ertragen.

Er trank einen weiteren Schluck aus seiner Bierflasche, während Kylees Geplapper an ihm vorbeizurauschen begann. Sein Blick fiel auf Paul, auf dessen Schoß Tasha es sich bequem gemacht hatte.

Die beiden waren jetzt schon seit über einem Jahr zusammen. Schien wohl doch etwas Ernstes zu sein. Ausgerechnet Paul, der früher kaum etwas anbrennen ließ, war auf einmal brav geworden. Tasha hatte ihn ganz schön an die Leine genommen.

Letzte Woche, als sie sich zu zweit in einer Sportsbar getroffen hatten, hatte er aus Pauls Mund die Worte „Frau fürs Leben“ gehört.

Frau fürs Leben – dass er nicht lachte.

Paul war eindeutig zu einem weiberabhängigen Idioten mutiert. Er hatte sich an die Kette legen lassen. Tasha wusste genau, was sie wollte und wie sie es sich zu nehmen hatte. Der Mann bemerkte gar nicht, was ihm so alles entging, seit er mit Tasha zusammen war.

Seine Hand griff nach der Bierflasche, die auf dem Tisch stand, um seinen Frust über seinen besten Freund hinunterzuspülen. Doch die Flasche war leer.

Mist.

Er stand auf, ignorierte Kylees mahnenden Blick und steuerte die Küche an.

„Brendan, du machst doch mit, oder?“, rief Kylee hinter ihm.

„Na klar“, rief er, während er weiterging und ihr nur einen kurzen Blick über die Schulter zuwarf. „Alles, was du willst, Süße. Solange es nichts mit Kranken zu tun hat.“

In der Küche öffnete er den Kühlschrank und inspizierte dessen gut sortierten Inhalt. Letztens hatte er ein ausgezeichnetes Importbier hier entdeckt, das verdammt gut geschmeckt hatte. Vielleicht fand er noch eine Flasche. Tatsächlich war ganz hinten noch eine Flasche. Die letzte, wie er zu seinem Bedauern feststellte.


Chapters
1. Kapitel 1
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