Schatten Der Begierde by Misttueck at Inkitt
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Schatten der Begierde

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Summary

Eine Frau beobachtet heimlich, wie Claire und Mareike sich in Claires Haus intim näherkommen. Als Claire die Anwesenheit der Beobachterin bemerkt, zieht sie Mareike zum Fenster und fordert sie auf, sich zu zeigen. Die Situation eskaliert, als die Beobachterin ihre eigene Erregung nicht mehr verberg…

Genre
Erotica
Author
Misttueck
Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1

Die Abendluft schmeckt nach Salz und trockenem Gras, als die Erzählerin den schmalen Pfad zwischen den Dünen entlanggeht. Ihr linker Schuh knickt leicht auf dem unebenen Sandboden – der Absatz ihrer beige Pumps ist nicht für dieses Gelände gemacht, aber sie trägt ihn trotzdem, weil sie sich nicht umziehen wollte, nicht für diesen Abend, nicht für das, was sie schon seit Tagen tut. Die Sonnenbrille auf ihrem Kopf hält ihre Haare aus dem Gesicht, die kurzen, dunklen Strähnen ihres Bobs hinter den Gläsern zurückgestrichen; sie braucht sie nicht mehr, die Sonne ist längst untergegangen, aber sie sitzt dort wie ein Accessoire, das sie vergessen hat abzulegen. Das Blumenprintkleid flattert leicht um ihre Waden, der Stoff zu dünn für die kühle Brise, die vom Meer herüberweht, aber die Kälte auf ihrer Haut ist nicht das, worauf sie sich konzentriert.

Sie kennt den Pfad. Sie ist ihn schon oft gegangen, die letzten drei Abende hintereinander, immer zur gleichen Zeit, immer mit dem Vorwand, den Hund auszuführen, den sie und ihr Partner nicht haben, oder die Abendluft zu genießen – was niemand hinterfragt, weil die Nachbarn sie als die Frau kennen, die sowieso immer spaziert, immer beobachtet, immer ihre Umgebung mustert mit diesem Blick, den sie als Wachsamkeit interpretieren. Herr Weber, ihr Partner, sitzt vor dem Fernseher, das Haus dunkel bis auf das flackernde Blau des Bildschirms, und er fragt nicht, wo sie hingeht, weil er es nicht wissen will, weil es ihm egal ist, weil sie vor Jahren aufgehört haben, sich gegenseitig nach ihren Abendgewohnheiten zu fragen.

Claires Haus liegt am Ende des Pfads, zurückversetzt hinter einer Hecke aus Strandhafer, die im Wind wiegt und das Grundstück halb verdeckt. Aber das Fenster auf der Terrassenseite ist hell, warmes Licht hinter den dünnen Vorhängen, die Claire nie ganz zuzieht, weil sie die Meeresluft hereinspüren will, oder weil sie es nicht für nötig hält, sich vor jemandem zu verbergen, hier, wo die nächsten Nachbarn weit genug entfernt wohnen, um nicht zufällig vorbeizuschauen.

Die Erzählerin ist nicht zufällig hier.

Sie tritt hinter die Hecke, ihre Pumps sinken in den weichen Sand, und sie stützt sich mit einer Hand an dem rauen Holz des Zauns ab, der Claires Grundstück von dem Pfad trennt. Ihr Atem geht langsam, kontrolliert, der gleiche Rhythmus, den sie sich über Jahre angewöhnt hat, in Situationen, in denen sie unsichtbar bleiben muss, in denen ihr Körper ruhig wirken muss, auch wenn ihr Puls das Gegenteil verrät. Das Holz unter ihren Fingerspitzen ist noch warm vom vergangenen Tag, die raue Oberfläche kratzt an ihrer Handfläche, und sie beugt sich leicht vor, nur den Kopf, nur genug, um durch den schmalen Spalt zwischen Vorhang und Fensterrahmen in den Raum zu blicken.

Claire steht am Küchentresen, den Rücken zum Fenster, ihr loser Zopf fällt über die Schulter, die dunklen Haare im warmen Licht fast schwarz. Sie trägt den dunkelgrünen Frottee-Bademantel, aber er ist offen, und darunter sieht die Erzählerin den dunkelblauen Badeanzug, der sich über ihre schlanke Figur spannt, die weichen Hüften und die muskulösen Waden, die sich abzeichnen, wenn sie auf die Zehenspitzen reicht, um etwas aus dem oberen Regal zu holen. Eine Zigarette zwischen den Lippen, der Rauch steigt auf, kräuselt sich unter der Deckenlampe, und die Erzählerin beobachtet, wie sie den Filter mit zwei Fingern greift, tief zieht, die Backen leicht einfallen, und den Rauch durch die Nase ausatmet, ein dünner Strom, der sich im Licht fächert.

Mareike sitzt auf dem Sofa, die Beine angezogen, die Füße auf den kühlen Dielen, der weiße Baumwollrock über die Knie geschlagen, das hellblaue Top spannt über ihrer schmalen Brust, und ihre pixie-artigen blonden Haare leuchten im Lampenlicht wie poliertes Holz. Sie sagt etwas, das die Erzählerin nicht hören kann, und Claire dreht sich um, antwortet mit dieser Stimme, die die Erzählerin durch die geschlossene Scheibe nur als gedämpften Klang wahrnimmt – der niederländische Akzent in der Art, wie sie die Vokale streckt, die Worte formt wie jemand, der daran gewöhnt ist, langsam und bewusst zu sprechen.

Die Erzählerin rutscht einen halben Schritt weiter vor, ihr Knie drückt gegen den Zaun, und das Holz knarrt, ein leises, trockenes Geräusch, das in der Stille der Dünen wie ein Schuss klingt. Sie erstickt den Impuls, zurückzutreten, bleibt stehen, das Herz schlägt einen Schlag schneller, aber ihr Körper bleibt reglos, die Hände um den Pfosten gelegt, das Gesicht im Schatten der Hecke. Im Fenster bewegt sich nichts. Claire hat nichts gehört, oder sie ignoriert es, oder es interessiert sie nicht.

Claire geht zum Sofa, die Zigarette in der einen Hand, in der anderen ein Glas mit etwas Weißem, Wein oder Wasser, die Erzählerin kann es nicht erkennen. Sie setzt sich neben Mareike, nicht gegenüber, sondern direkt daneben, so nah, dass ihre Oberschenkel sich berühren, der Leinenrock gegen die bloße Haut von Mareikes Bein. Sie sagt etwas, und Mareike lacht, ein kurzes, helles Lachen, das die Erzählerin durch das Glas als dumpfen Klang wahrnimmt, und dabei neigt sie den Kopf, und ihre graublauen Augen fixieren Claire mit einer Intensität, die über das hinausgeht, was eine normale Unterhaltung erfordert.

Die Erzählerin beobachtet die Distanz zwischen ihnen, den Raum, der sich verengt, wenn Claire sich vorbeugt, um etwas von ihrem Glas zu trinken, und ihre Schulter dabei Mareikes berührt. Wie Mareike nicht zurückschreckt, sondern stehen bleibt, wie ihre Finger sich auf ihrem eigenen Oberschenkel bewegen, ein unbewusstes Kreisen, das aufhört, sobald Claire sich wieder aufrichtet. Wie Claire die Zigarette zwischen den Lippen dreht, den Filter mit der Zungenspitze benetzt, und dabei Mareike ansieht – nicht ihr Gesicht, sondern ihren Hals, die Stelle, wo der Puls schlägt, wo die helle Haut mit dem leichten Bräunungston des letzten Sommers über dem Schlüsselbein dünn wird.

Die Erzählerin legt ihre Hand auf ihren eigenen Oberschenkel, die Finger flach auf dem Stoff des Blumenkleides, und sie merkt, wie ihr Daumen langsam kreist, die gleiche Bewegung, die Mareikes Finger macht, ein Spiegeln, das sie nicht bewusst steuert. Die Nachtluft liegt kalt auf ihren bloßen Armen, aber die Wärme, die sie in ihrem Bauch spürt, hat nichts mit der Temperatur zu tun.

Claire dreht sich zu Mareike, ihre Hand legt sich auf Mareikes Knie, eine einfache Geste, die so aussehen könnte wie eine tröstende Berührung zwischen Bekannten, wenn da nicht die Art wäre, wie ihre Finger sich in den Stoff des Rocks pressen, wie Mareikes Bein sich nicht wegzieht, sondern leicht nachgibt, sich öffnet, ein paar Zentimeter, kaum merklich – aber die Erzählerin sieht es, weil sie genau hinschaut, weil sie immer genau hinschaut, weil das das Einzige ist, was sie an diesen Abend treibt, die Präzision ihrer Beobachtung.

Claire sagt etwas, und Mareike nickt, und dann passiert es, der Moment, auf den die Erzählerin gewartet hat, ohne zu wissen, dass sie darauf wartet. Claire zieht die Zigarette aus ihrem Mund, beugt sich vor und presst ihre Lippen auf Mareikes, und Mareike öffnet sich, der Mund geht auf, und die Erzählerin sieht, wie Claire den Rauch ausatmet, direkt in Mareikes Mund, ein weißer Strom, der zwischen ihnen verweht, der sich um ihre Lippen legt wie ein Schleier, und Mareike schluckt, hustet leicht, und Claire lacht, leise, ein tiefes Lachen, das die Erzählerin durch die Scheibe als Vibration wahrnimmt, und dann küsst sie sie wieder, diesmal ohne Rauch, nur Mund auf Mund, Zunge auf Zunge, eine Hand in Mareikes kurzen blonden Haaren, die andere auf ihrem Knie, die Finger jetzt unter dem Rand des Rocks, verschwindend in den Falten des weißen Baumwollstoffs.

Der Atem der Erzählerin geht schneller. Sie merkt es an der Art, wie sich ihr Brustkorb hebt, an der Kürze der Züge, an der Wärme, die sich in ihrem Hals sammelt. Meine Finger auf ihrem Oberschenkel haben sich zu einer Faust geballt, der Stoff des Kleides zwischen den Knöcheln, und sie zwingt sich, die Hand zu öffnen, mich zu entspannen, aber ihr Körper gehorcht nicht so schnell, wie sie es will.

Im Zimmer zieht Claire Mareike näher, greift in ihre Haare, zieht den Kopf sanft nach hinten, und Mareikes Hals streckt sich, die Sommersprossen auf ihrer Nase im Licht, die graublauen Augen geschlossen, der Mund offen, und Claire küsst den Hals, die Kehle, die Stelle über dem Schlüsselbein, und ihre Hände schieben den Rock höher, über Mareikes Oberschenkel, und die Erzählerin sieht die schlanke Statur, die helle Haut, die leichte Bräunung, die bis zum letzten Sommer reicht, und dann etwas Metall, das im Licht blitzt, ein Piercing, ein kleines Stück Schmuck über dem Schambein, das aufblitzt, wenn Claire den Rock ganz hochschiebt.

Mareike sagt etwas, eine Frage, eine Bitte, die Erzählerin kann es nicht hören, aber sie sieht die Bewegung ihrer Lippen, das Zögern, und Claire antwortet, leise, mit dieser Stimme, die selbst durch das gedämpfte Glas wie ein Befehl klingt, und Mareike nickt, und ihre Hände gehen zu Claires Bademantel, schieben ihn von den Schultern, und er fällt auf das Sofa, ein dunkelgrüner Pool aus Frottee, und darunter ist Claire in ihrem dunkelblauen Badeanzug, die schlanke Figur, die weichen Hüften, die muskulösen Waden, und Mareike streicht über den Stoff des Badeanzugs, über Claires Bauch, über die Brüste, die sich unter dem engen Material abzeichnen, und Claire steht auf, zieht Mareike hoch, und sie stehen sich gegenüber, Claire einen Kopf größer, und Claire greift nach Mareikes Top und zieht es über den Kopf.

Mareikes Brust ist klein, proportioniert, ein 70B, schätzt die Erzählerin, die Brüste rund und fest, die Brustwarzen hart im kühlen Luftstrom, der durch ein geöffnetes Fenster kommt, das sie von hier aus nicht sehen kann, aber dessen Zugluft sie spürt, wenn er durch den Spalt der Hecke weht. Claire beugt sich vor, ihre Lippen um Mareikes linke Brustwarze, und Mareike wirft den Kopf zurück, die kurzen blonden Haare streifen ihren Nacken, und ihre Hände greifen in Claires dunkles Haar, ziehen den Zopf auf, und die schwarzen Strähnen fallen über ihre Schultern, über Mareikes Bauch, und die Erzählerin sieht, wie Mareikes Bauchmuskeln sich anspannen, wie ihre Hüfte sich nach vorne drückt, wie ihr Körper sich gegen Claire presst.

Die Erzählerin legt ihre Hand wieder auf ihren Oberschenkel, und diesmal kreisen nicht nur die Finger, diesmal drückt sie die flache Hand gegen sich, spürt die Wärme unter dem Stoff des Kleides, und sie atmet durch die Nase, langsam, kontrolliert, aber ihr Puls hämmert in meinen Schläfen, und sie schließt die Augen für eine Sekunde, nur eine, und öffnet sie wieder, weil sie nicht sehen will, was ich nicht sehe, weil sie nicht verpassen will, was als Nächstes passiert.

Claire hat Mareikes Rock heruntergeschoben, und er liegt auf den Dielen, ein weißer Stofffleck auf dem Holz, und Mareike steht nur noch in ihrem Slip, einer einfachen weißen Baumwolle, und dem Christina-Piercing, das über ihrem Schambein funkelt, eine kleine Metallkugel, die sich bewegt, wenn Mareike atmet. Claire kniet sich hin, ihre Hände auf Mareikes Hüften, und sie küsst das Piercing, ihre Lippen auf dem Metall, auf der Haut drumherum, und Mareikes Finger verkrampfen sich in Claires Haaren, und die Erzählerin sieht, wie ihre Knie weich werden, wie sie leicht schwankt, und Claire hält sie fest, die Finger in ihre Hüften gegraben, und schiebt sie zurück, bis Mareike mit dem Rücken gegen die Wand steht, die Dielen kühl unter ihren bloßen Füßen.

Dann passiert etwas, das die Erzählerin dazu bringt, die Luft anzuhalten. Claire schaut auf, von Mareikes Bauch, und ihr Blick geht zum Fenster, direkt zum Fenster, direkt zu ihr, und die Erzählerin weiß, dass sie mich nicht sehen kann, dass die Dunkelheit hinter der Hecke sie verbirgt, dass das Licht im Zimmer jede Wahrnehmung nach außen blockiert, aber ihr Blick ist so direkt, so fokussiert, so genau auf den Punkt gerichtet, an dem sie stehe, dass ihr Körper erstarrt, ihre Hand auf ihrem Oberschenkel friert ein, ihr Atem stockt, und sie bleibt stehen, reglos, im Schatten.

Aber Claire lächelt.

Es ist kein Zufall. Es ist kein flüchtiger Blick. Sie lächelt, und ihre Augen bleiben auf dem Fenster, und sie richtet sich langsam auf, ihre Hände gleiten von Mareikes Hüften zu ihren Schultern, und sie dreht Mareike um, sanft, aber bestimmt, so dass Mareike mit dem Rücken zu Claire steht, mit dem Gesicht zum Fenster, und die Erzählerin sieht Mareikes Gesicht jetzt, die graublauen Augen, die Sommersprossen, die leichte Rötung auf den Wangen, die geschwollenen Lippen vom Küssen, und Claire beugt sich an ihrem Ohr vorbei und sagt etwas, und Mareike schaut zum Fenster, und die Erzählerin sieht, wie ihre Augen sich weiten, wie sie die Lippen öffnet, wie eine Hand sich hebt, als wolle sie sich bedecken, und Claire hält sie fest, zieht die Hand weg, und sagt wieder etwas, und Mareike nickt, langsam, zögernd, und dann lässt sie die Hände fallen.

Die Erzählerin weiß, dass sie mich sehen kann. Nicht meine Gestalt, nicht mein Gesicht, aber sie weiß, dass ich hier bin, weil Claire es ihr gesagt hat, und sie steht hinter der Hecke, mein Herz schlägt so laut, dass ich glaube, sie müssten es hören, und sie bewege mich nicht, sie gehe nicht weg, sie bleibe stehen, weil ihr Körper sich weigert, sich zu bewegen, weil meine Beine nicht gehorchen, weil die Neugier stärker ist als die Vorsicht, als das Wissen, dass sie gesehen werde, als alles.

Claire tritt einen Schritt zurück, und ihre Hände legen sich auf Mareikes Schultern, schieben sie nach vorne, zum Fenster, und Mareike geht, barfuß auf den Dielen, Schritt für Schritt, bis sie am Fenster steht, bis die Erzählerin sie durch die Scheibe sehe wie ein Porträt, hell im Lampenlicht, die kurzen blonden Haare, die graublauen Augen, die auf sie gerichtet sind, oder auf die Dunkelheit, in der sie stehe. Claire steht hinter ihr, ihre Hände auf Mareikes Hüften, und sie sagt etwas, und die Erzählerin kann es lesen, an ihren Lippen, an der Bewegung ihres Mundes, an der Art, wie die Worte geformt werden: Zeig dich.

Mareike zögert, und die Erzählerin sieht, wie ihre Hände sich an ihren Oberschenkeln aufstützen, wie ihre Finger sich anspannen, und dann hebt sie die rechte Hand, langsam, und legt sie auf ihren Bauch, über das Piercing, über die kleine Metallkugel, und ihre Finger bewegen sich, kreisen, langsam, über die Haut, über das Metall, und sie schließt die Augen, öffnet sie wieder, und ihr Blick ist auf die Erzählerin, durch die Scheibe, durch die Dunkelheit, und die Erzählerin steht hinter der Hecke und sehe zu, wie sie sich berührt.

Ihre Hand gleitet tiefer, über das Piercing, über den Rand des Slips, und ihre Finger verschwinden unter dem weißen Baumwollstoff, und die Erzählerin sieht die Bewegung unter der Haut, wie ihre Hand sich senkt, wie ihre Finger sich zwischen ihren Schenkeln finden, und sie wirft den Kopf zurück, und Claire küsst ihren Nacken, ihre Hände auf Mareikes Brüsten, die Daumen über den Brustwarzen, und Mareike stöhnt, und die Erzählerin höre es, durch das Glas, gedämpft, aber sie höre es, ein hohes, kurzes Geräusch, das sich in der Nachtluft verliert.

Die eigene Hand der Erzählerin bewegt sich, und sie merkt es erst, als sie schon auf ihrem Schambein liegt, die Finger auf dem Stoff des Kleides, und sie drückt zu, ein unkontrollierter Druck, der ihr einen Schmerz durch den Unterleib schickt, der nicht unangenehm ist, der sie dazu bringt, die Luft durch die Zähne einzuatmen, ein Zischen, das in der Stille der Dünen zu laut ist, aber sie kann es nicht kontrollieren, nicht jetzt, nicht während sie zuschaue, wie Mareike ihre Finger in sich bewegt, wie ihre Hüfte sich gegen ihre eigene Hand drückt, wie Claire hinter ihr steht und ihr Flüstern ins Ohr atmet.

Claire sagt etwas, und Mareike zieht die Hand aus ihrem Slip, und die Erzählerin sieht, wie ihre Finger glänzen, nass, und sie hebt die Hand, zeigt sie Claire, und Claire greift nach Mareikes Handgelenk und zieht die Finger in ihren Mund, lutscht sie ab, und Mareike beobachtet sie, und die Erzählerin beobachte sie beide, und ihre Hand unter ihrem Kleid hat sich bewegt, hat den Stoff hochgeschoben, und meine Finger liegen auf meiner nackten Haut, auf meinem Oberschenkel, und ich streiche, langsam, die Fingerspitzen über die Innenseite, wo die Haut weich ist, wo die Kälte der Nachtluft auf die Wärme meiner Hand trifft.

Claire dreht Mareike wieder, stellt sie mit dem Rücken zum Fenster, und die Erzählerin sieht Mareikes Rücken, die Wirbelsäule, die sich unter der Haut abzeichnet, das Christina-Piercing von hinten, die schmalen Hüften, und Claire greift in Mareikes Haare, zieht den Kopf nach hinten, und ihre andere Hand geht zwischen Mareikes Beine, und die Erzählerin sieht, wie Mareikes Beine weiter auseinandergehen, wie Claire ihre Hand zwischen den Schenkeln platziert, und Mareike beugt sich vor, stützt sich gegen das Fensterbrett, und ihre Finger verkrampfen sich auf dem Holz, und Claire bewegt ihre Hand, und die Erzählerin sehe die Bewegung, wie die Finger in Mareike eindringen, wie Mareikes Hüfte sich bewegt, wie sie sich gegen Claires Hand drückt.

Mareike schreit, und diesmal ist es nicht gedämpft, diesmal ist es laut, ein Schrei, der durch die Scheibe bricht, der durch die Nachtluft schneidet, der die Erzählerin trifft wie eine Welle, und ihr Körper reagiert, bevor ihr Verstand es kann, meine Finger pressen sich in meinen eigenen Schoß, und ich keuche, ein kurzes, scharfes Geräusch, das ich sofort unterdrücke, die Hand über den Mund, aber es ist zu spät, der Laut ist draußen, in der Luft, zwischen uns, zwischen mir und dem Fenster.

Claire schaut hoch, über Mareikes Schulter, und die Erzählerin sehe ihr Lächeln, und sie weiß, dass sie mich gehört hat, dass sie weiß, dass ich hier bin, dass ich zuschaue, dass ich mich berühre, und sie sagt etwas zu Mareike, und Mareike schaut zur Seite, über ihre Schulter, und die Erzählerin sehe ihr Gesicht, die Tränen in den Augen, die geröteten Wangen, die offenen Lippen, und Claire bewegt ihre Hand schneller, und Mareike schreit wieder, und diesmal ist es ein Wimmern, ein hohes, langes Wimmern, das in der Nacht zittert, und die Erzählerin halte mich an dem Zaun fest, meine Finger in das Holz gegraben, und meine andere Hand ist unter meinem Kleid, und ich streiche mich, drücke, reibe mich, und ich kann nicht aufhören, ich will nicht aufhören, nicht während Mareike so schreit, nicht während Claire sie so nimmt.

Claire hat Mareike gegen die Wand gedrückt, und die Erzählerin sieht, wie sie etwas aus der Tasche ihres Bademantels holt, der auf dem Sofa liegt, etwas Schwarzes, Langes, und sie zieht es an, einen Riemen, einen Gurt, und sie positioniert sich hinter Mareike, und Mareike beugt sich weiter vor, die Hände an der Wand, die Beine gespreizt, und Claire greift nach Mareikes Hüfte, und sie drückt vor, langsam, und Mareike wirft den Kopf nach hinten, und ihre graublauen Augen sind weit offen, und sie schreit, ein Schrei, der vom Meer übertönt wird, der aber in meinem Kopf nachklingt, der in meinem Körper vibriert, der meine Hand schneller werden lässt, der meine Finger tiefer presst.

Claire nimmt Mareike von hinten, ihre Hüfte gegen Mareikes Po, jeder Stoß ein Druck, der Mareike gegen die Wand treibt, und Mareike stützt sich ab, die Finger gespreizt auf der kühlen Dielen, und sie schreit bei jedem Stoß, ein Rhythmus, der sich durch die Nacht pulst, der durch die Scheibe bricht, der durch die Hecke dringt, der die Erzählerin trifft, der in ihren Unterleib sinkt, und sie bewege meine Hand im gleichen Rhythmus, meine Finger auf meiner Klitoris, und ich drücke und reibe und streiche, und mein Atem geht in kurzen, harten Stößen, und ich beiße die Luft an, und ich stoße kleine Laute aus, die ich nicht kontrollieren kann, die aus meiner Kehle kommen, die durch die Nachtluft dringen, die sich mit Mareikes Schreien vermischen.

Mareike sagt etwas, ein Wort, das die Erzählerin durch die Scheibe nicht lesen kann, aber sie höre es, gedämpft, ein Wort das wie Bitte klingt, wie Mehr, wie Tiefer, und Claire antwortet, laut, deutlich, ihre Stimme klar und scharf: Nimm es, nimm alles, und Mareike schreit, und Claire greift in Mareikes Haare, zieht den Kopf nach hinten, und Mareikes Hals ist gestreckt, die Adern sichtbar unter der Haut, und Claire stößt zu, hart, und Mareike schreit, und die Erzählerin schaue zu, wie Mareikes Beine zittern, wie ihre Hände an der Wand rutschen, wie Claire sie hält und weiter stößt, und ich merke, dass ich laut atme, dass ich keuche, dass meine Finger nass sind, dass ich mich berühre wie jemand, der nicht mehr anders kann, und ich weiß, dass sie mich hören können, dass meine Laute durch die Nacht zu ihnen dringen, und ich will nicht leise sein, nicht jetzt, nicht während ich zuschaue, wie Mareike genommen wird, wie Claire sie fickt, wie Mareike schreit und zittert und kommt.

Mareikes Körper spannt sich an, ein letztes Mal, und sie schreit, ein langer, gebrochener Schrei, der in einem Wimmern endet, und ihre Beine geben nach, und Claire hält sie fest, drückt sie an sich, und ihre Hände auf Mareikes Brüsten, und Mareike lehnt sich zurück, in Claire, und die Erzählerin sehe, wie ihr Körper nachbebt, wie ihre Finger sich lösen, wie ihr Atem geht, und Claire küsst ihre Schulter, langsam, sanft, und ich stehe hinter der Hecke, meine Hand zwischen meinen Beinen, mein Atem rau, meine Finger nass, und ich bebe, und ich weiß, dass sie mich gesehen haben, dass sie mich gehört haben, dass ich nicht mehr die unsichtbare Beobachterin bin, dass ich Teil von etwas bin, das über das Fenster und die Hecke und die Nachtluft hinweggeht.

Claire schaut zum Fenster, direkt zur Erzählerin, und sie sieht, wie sie lächelt, und sie hebt die Hand, eine kurze Geste, ein Wink oder ein Gruß, und die Erzählerin weiß nicht, ob ich zurückwinken soll, ob ich gehen soll, ob ich bleiben soll, und sie bleibe stehen, die Hand immer noch unter meinem Kleid, die Finger auf meiner Haut, und die Nachtluft liegt kalt auf meinem Gesicht, und irgendwo hinter mir knarrt eine Diele, und ich drehe mich nicht um, und ich gehe nicht weg, und ich bleibe, wo ich bin, im Schatten, im Geruch von Salz und trockenem Gras und meinem eigenen Schweiß, und ich atme, und die Nacht ist still, bis auf das Rauschen des Meeres und das leise, gedämpfte Lachen, das durch die Scheibe zu mir dringt.

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