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[GER] VICIOUS SINS

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Summary

Camille will nur eines: endlich Antworten erhalten. Um diese zu finden, mischt sie sich unter die Elite Manhattans. Nur diese reichen Snobs können ihr bei ihrer Suche weiterhelfen. Allerdings wird sie dabei in eine Welt gezogen, die sie zutiefst verabscheut. Sie gerät an die "Götter von New York City". Die Oberreichen Blackwood-Zwillinge, Alexander und Damien, wollen sie erobern und besitzen. Bereits beim ersten Aufeinandertreffen ist sie zwischen ihnen gefangen. Dabei ist es das Letzte, was sie will. Denn auch die verführerische Präsenz der Zwillinge kann ihren Hass nicht abwenden. Sie wird von einem ihr vertrauten Gesicht gerettet: Lucien Beaumont. Er beobachtet sie schon lange aus den Schatten heraus. Anfangs ist er die einzige Person, der sie Vertrauen schenken kann. Doch auch um Lucien ranken sich Geheimnisse, die Camille aus der glitzernden Welt der High Society direkt in die Unterwelt Manhattans katapultieren. Wird Camille einen Weg hinausfinden oder wird sie schlussendlich eine Gefangene in einem goldenen Käfig aus Macht und Besitz sein?

Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog Part 1 - Camille

Kaum trete ich durch die Tür, dröhnt die laute Musik in meine Ohren. Zugegeben, es ist vollkommen bescheuert, hier alleine aufzutauchen. Aber wer sollte schon mit mir auf eine Party wie diese gehen? Alle meine Freunde leben in Jersey City und nicht hier in Manhattan. Außerdem würden sie eh nicht auf diese Party gehen können, da sie keine Einladung bekommen würden. Ich weiß nicht einmal, warum ich eine Einladung bekam.

Es ist nicht so, dass ich diesen Leuten mit Freundlichkeit gegenübertrete. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn es nach mir geht, würde ich diese reichen Schnösel meiden, soweit es mir möglich ist. Ich kann sie einfach nicht leiden. Jedoch sind sie die einzige Anlaufstelle, die ich habe, um Antworten zu bekommen. Zumindest erhoffe ich mir heute, Antworten zu erhalten. Nicht so, wie es die letzten Monate der Fall war. Es scheint, als wenn sie alle unter einer Decke stecken und mir nichts verraten dürfen.

Die Villa ist groß, so viel ist aus dem Foyer aus erkennbar. Im hinteren Teil des Eingangsbereichs führt eine geschwungene Treppe in die darüber liegende Etage. Gerade, als ich meinen Kopf anhebe, trifft mich fast der Schlag.

Das kann nicht sein.

Diese eisblauen Augen treffen geradewegs auf meine. Völlig gebannt bin ich, nicht fähig, meinen Blick von ihm abzuwenden.

Absolut gelassen lehnt er mit beiden Unterarmen am Geländer der steinernen Balustrade aus hellem Marmor. Sein Oberkörper ziert ein mitternachtsblaues Hemd, dessen Knöpfe weit genug geöffnet sind, um seine Muskeln zu offenbaren. Ich sollte trotzdem wegsehen. Dieser Mann gehört ebenfalls zu den Leuten, die ich zu hassen gelernt habe. Gerade er führt die Liste an. Er und sein Zwillingsbruder. Beide gehören zu einer der wohlhabendsten Familien in ganz New York City.

Meine Zähne pressen sich aufeinander. Gott, ich muss mich dazu durchringen, wegzusehen, seiner verdammten Aura zu entkommen. Aber das ist gar nicht so leicht.

Was ist das bloß?

Alles in mir brodelt. Vor Wut. Wut über mich selbst, da ich ihm nicht widerstehen kann. Diesem Blick nicht entfliehen kann.

Verdammter Blackwood.

Er hört einfach nicht auf, mich anzustarren, und meine Wut steigt sekündlich an. Das Schlimmste daran ist, ich weiß nicht, welchen der Blackwood-Zwillinge ich vor mir habe. Es ist unmöglich, die eineiigen Zwillinge auseinanderzuhalten.

Doch auf einmal dreht er ruckartig seinen Kopf zur Seite. Eine weitere Person erscheint neben ihm.

Oh, mein Gott.

Dieser junge Mann kommt mir auch ziemlich bekannt vor. Nicht, weil ich ihn auf die Elite Manhattans beziehe, sondern weil ich sein Gesicht schon öfter gesehen habe. Allerdings immer dann, als ich alleine auf den Straßen New Yorks unterwegs war. Dieser Mann tauchte immer wieder hinter mir auf. Seinen ausgeprägten Bartwuchs erkenne ich überall. Er sieht damit nicht ungepflegt aus, ganz im Gegenteil. Der Bart ist perfekt in Form gesetzt.

Er trägt ebenfalls ein Hemd, allerdings, anders als Blackwood, in Schwarz, dessen Knöpfe aber ebenfalls geöffnet sind. Aber seine Muskeln sind nicht so ausgeprägt wie Blackwoods.

Nie habe ich mir etwas dabei gedacht, diesen Mann hinter mir zu erblicken, doch jetzt, wo er neben Blackwood auftaucht, frage ich mich ernsthaft, ob mehr als purer Zufall dahintersteckt.

Da er Blackwood anscheinend kennt, muss er ebenfalls zu dessen Dunstkreis gehören. Das heißt auch, er könnte potenziell mit seinem Verschwinden zu tun haben.

Ein paar Worte wechselt er mit Blackwood, bis er seinen Blick mir zuwendet. Ihm steht die Überraschung ins Gesicht geschrieben. In dem Augenblick verflüchtigt sich die innere Wut in mir und wird durch eine neue Emotion ersetzt. Auch wenn ich ihn schon öfter zu Gesicht bekam, weiß ich mir nicht weiter zu helfen, als Erleichterung zu verspüren. Dieser Mann ist mit Abstand derjenige unter all den Leuten auf dieser Party, den ich als jemand Vertrauten ansehen kann, obwohl ich ihn kein Stück kenne.

Nach einigen Sekunden kontrolliert er seine Gesichtszüge wieder. Dann formen seine Lippen ein paar Worte, die ich durch die laute Musik und die Gespräche der Partygäste kaum verstehen kann.

Anschließend antwortet Blackwood ihm etwas mit einem leichten Lächeln, klopft ihm auf den Rücken und setzt sich kurz darauf in Bewegung. Der vertrauenswürdige Mann schaut auf mich herab und folgt dem Schwarzhaarigen ein paar Sekunden später die Treppe hinunter.

Das ist der Moment, in dem ich davonlaufen sollte. Doch ich kann mich nicht bewegen. Meine Füße rühren sich nicht von der Stelle.

So passiert es, dass sich mir beide nähern, bis sie letztlich vor mir zum Stehen kommen. Einer rechts, einer links. Ich weiß nicht, wen ich als Erstes ansehen soll. Dem Multimilliardär, von dem ich meinen Blick dann sicher wieder nicht abwenden kann, oder dem Fremden, der mir so vertraut erscheint?

»Camille«, spricht der Unbekannte auf einmal.

»Was?«, frage ich, sichtlich geschockt. »Wie kannst du …? Woher kennst du meinen Namen?«

Das Gefühl verstärkt sich. Aber kann ich ihm ohne Weiteres wirklich vertrauen? Er gehört zu Blackwood. Er gehört zur Elite Manhattans. Das macht ihn in gewisser Weise zu meinem Feind.

Dunkel lachend antwortet er: »Ich weiß so einiges über dich, Camille.«

»Du hast mich verfolgt«, sage ich ihm mit zusammengekniffenen Augenbrauen. »Immer wieder habe ich dich gesehen. Warum warst du überall dort aufgetaucht, wo ich war?«

Das überrascht auch Blackwood, denn er dreht sich sogleich zu dem Bärtigen um. »Ernsthaft, Lu? Du hast ihr nachgestellt?«

Genervt verdreht er die Augen: »Ich habe sie lediglich beobachtet, Damien. Nichts anderes.«

»Lucien! Zu deinen ganzen Frauengeschichten …«

»Unsere Frauengeschichten …«, korrigiert er Blackwood. Sie kennen sich also schon eine längere Zeit. Frauengeschichten. Teilen sie sich etwa die Frauen? Bin ich ihr nächstes Opfer der Begierde? So, wie mich Blackwood ansah, ist das durchaus möglich.

Damien spricht weiter: »Du stalkst die Frauen jetzt? Nenn es, wie es dir beliebt, es ändert nichts daran, dass du diesem Mädchen heimlich hinterher spioniert hast.«

»Ich hatte meine Gründe«, sagt Lucien daraufhin bestimmt.

Sie reden, als wäre ich gar nicht da. Ich glaube, sie würden es nicht einmal mitbekommen, sollte ich mich von ihnen entfernen. Dem sollte ich auch schleunigst nachgehen, ansonsten könnte ich wirklich als nächste Zielscheibe der beiden enden.

»Die Gründe wären? Sprich es aus!«, herrscht Damien Lucien auf einmal an. Das hört sich allerdings alles andere als nach Freundschaft an. Aber was sollten die beiden sonst sein?

Der Braunhaarige schweigt.

»Gut, dann erkläre es mir später«, dreht sich Blackwood wieder mir zu. »Jetzt habe ich so oder so anderes im Kopf, als mich um deine verquirlten Machenschaften zu kümmern.«

Mir läuft es eiskalt den Rücken runter. Damiens Augen leuchten noch heller auf als vor wenigen Minuten. Fast schon unheimlich.

»Das ist offensichtlich«, stellt Lucien fest. »Darüber müssen wir uns unterhalten. Also, mitkommen.«

»Wie bitte?«, fragt der Schwarzhaarige verwirrt. »Unterhalten? Etwa, weil du sie beobachtet hast? Meinst du, aufgrund dessen, darf ich mich nicht mit ihr vergnügen?«

Mir fällt die Kinnlade runter. Dieser reiche Bastard. Ich hab es ja gewusst. Kaum dass er ein Auge auf mich geworfen hat, denkt er, er hat sich damit ein Recht darauf erkauft, mich zu ficken?

Verdammter Blackwood.

Als wenn ich nur dazu da wäre, einem reichen Mistkerl Vergnügen zu bescheren.

Das ist der ausschlaggebende Punkt, den ich nutze, sobald die beiden jungen Männer sich ein paar Schritte entfernt haben. Ich drehe mich um und laufe durch den großen Wohnraum. Vorbei an den Gästen, die sich untereinander unterhalten, rein in den nächsten Flur. Nach einigen Schritten erreiche ich eine Tür, die auf der rechten Seite aufragt.

Als ich die Tür schließe, lehne ich mich für einen Augenblick gegen das Holz und atme erleichtert durch.

Ich werde garantiert kein Futter für so einen reichen Snob sein. Nur weil er genügend Prestige besitzt, meint er wohl, er kann sich alles erlauben. Denkt er wirklich, ich höre auf ihn, nur weil er mit den Fingern schnippt. Ganz bestimmt nicht.

Ich sollte so schnell wie möglich von hier verschwinden. Bevor mich Blackwood oder dieser Lucien wiederfindet. Obwohl mir Lucien nicht so abgehoben vorkommt, muss ich mir eingestehen, dass ich selbst jetzt noch diese seltsame Vertrautheit zu ihm fühle.

Argh, das sollte ich nicht fühlen. Ich bin nicht hier wegen irgendwelcher Männer. Schon gar nicht zum Vögeln. Ich will nur Antworten erhalten. Antworten, die ich sonst nicht bekomme. Genau das werde ich auch jetzt in Angriff nehmen.

Vorsichtig öffne ich die Tür wieder und linse mit dem Kopf hinaus. Keine Spur von Blackwood und diesem Lucien. Ein Glück auch. Beruhigt trete ich auf den Flur und gehe weiter, um zu dem hinteren Bereich des Hauses zu gelangen. Weit weg vom Foyer, sodass mich Blackwood und Lucien nicht sofort entdecken werden.

Nach kurzer Zeit erreiche ich einen geräumigen Wohnraum. Elfenbeinfarbene Möbel dominieren das Ambiente. Die Wände sind in der gleichen Farbe gehalten. Die hintere Wand ist komplett aus Glas, mit Blick auf die Terrasse und den gigantischen Garten, der durch die Lichter des Hauses hell erleuchtet wird. Ein atemberaubender Anblick.

Noch während ich den Anblick genieße, öffnet sich die Tür hinter mir. Ruckartig drehe ich mich um. Augenblicklich verzieht sich mein Gesicht. Da ist er wieder – Blackwood.

»Lass mich in Ruhe!«, blaffe ich ihn an. »Ich werde garantiert nicht mit dir in die Kiste hüpfen.«

Langsam nähert er sich mir an. Automatisch weiche ich einen Schritt zurück. Aufgrund dessen bleibt er mit genügend Abstand vor mir stehen.

»Das wäre eines der letzten Dinge, die ich in Erwägung ziehen würde«, sagt er völlig kalt. Er hört sich ganz anders an, als vor ein paar Minuten. Es ist die gleiche Stimme, aber der Ton ist komplett anders.

Meine Augenbrauen schießen aber dennoch in die Höhe. Habe ich etwa irgendetwas falsch verstanden? Er hat es doch angedeutet. Wortwörtlich sagte Blackwood, er will sich mit mir vergnügen. Er will also mit mir schlafen.

»Das soll ich dir glauben?«, frage ich geradewegs heraus. »Hast du etwa gelogen? Du hast es mir klar und deutlich zu verstehen gegeben.«

Blackwood wendet seinen Blick nicht von mir ab. Ich muss aufpassen, dass ich mich nicht sofort wieder in seinen Augen verliere. Je länger ich jedoch in das strahlende Blau starre, desto weniger kann ich meine Kontrolle aufrechterhalten.

Dem Blauäugigen vor mir hingegen lässt das völlig kalt.

»Süße«, sein Ton hat sich nicht geändert – immer noch emotionslos, als hätte es den Zwischenfall im Foyer gar nicht gegeben, oder er blendet ihn absichtlich aus. »Du bist nicht die Erste, die sich das wünscht, und ganz sicher wirst du auch nicht die Letzte sein.«

Ernsthaft, jetzt? Hat dieser Bastard das gerade wirklich von sich gegeben? Er dreht mir doch tatsächlich die Worte im Mund herum. Er will es so dastehen lassen, als ob ich diejenige bin, die sich nichts sehnlicher wünscht, als mit einem Blackwood im Bett zu landen.

»Bilde dir bloß nichts ein, fucking Blackwood!«, entgegne ich ihm scharf. »Ich bin nicht hier, um mit einem von euch aufgeblasenen, reichen Schnöseln eine verdammte Nacht zu erleben, in der ich mich euch Snobs völlig willenlos hingebe, damit ihr euer Ego und eure Macht über eine Menschenseele weiter pushen könnt.« Aufgebracht gehe ich an ihm vorbei. »Ich bin keine Hure für euch arroganten Arschlöcher!«

Sie sind alle gleich. Alle würdigen sie die Menschen herab, die nicht zur Elite gehören. Allesamt denken, sie könnten sich die Neureichen unterwerfen. Denn genau das treibt sich hier auf der Party der Rich-Kids herum. Die Höchsten, wie die Blackwood-Zwillinge, weitere bekannte Erben der Oberschicht, sowie diejenigen, die erst in den letzten Jahren zu der High Society Manhattans zählen. Wen knöpfen sich die Oberen der Nahrungskette da als Erstes vor? Natürlich diejenigen, die noch nicht so lange in dem Kreis verkehren. Die sind doch ein gefundenes Fressen für sie.

»Lass mich gefälligst für den restlichen Abend in Ruhe. Ich habe Wichtigeres zu erledigen, als mich um dein Wohlergehen zu kümmern. Such dir ein anderes Opfer!«, damit öffne ich die Tür.

Gerade als ich den Rahmen durchquere, atme ich fassungslos ein. »Oh, Fuck.«

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Strong Dialog

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