Prolog – Der letzte Kampf
Der Wind heulte durch die uralten Silberbirken.
Der Geruch von feuchter Erde, Rauch und Blut lag schwer in der Luft.
Zwischen den mächtigen Bäumen tobte eine erbitterte Schlacht.
Das Heulen der Wölfe vermischte sich mit dem Klirren der Schwerter und den Schreien der Vampire.
Lichtmagie traf auf Blutmagie.
Funken durchzuckten die Dunkelheit.
Mitten im Chaos stand Kael.
Der Wolfskönig.
Sein schneeweißes Fell war von Blut und Schlamm gezeichnet, doch seine eisblauen Augen blickten entschlossen über das Schlachtfeld.
Vor ihm sammelten sich die Krieger Dämmerfels.
Hinter ihm flohen die letzten Wölfe seines Volkes tiefer in den Silberwald.
Kael wusste, dass ihnen nur wenige Augenblicke blieben.
Ashs Vater trat neben ihn.
„Majestät, wir müssen gehen!“
Kael schüttelte den Kopf.
„Nein.“
Sein Blick blieb auf den fliehenden Wölfen.
„Bringt sie nach Hause.“
„Aber—“
„Das ist ein Befehl.“
Für einen Moment herrschte Schweigen.
Schließlich senkte der Krieger den Kopf.
„Wie Ihr befehlt, Majestät.“
Er drehte sich um und führte die letzten Wölfe in Richtung Silberforst.
Kael blieb allein zurück.
Langsame Schritte waren hinter ihm zu hören.
Er musste sich nicht umdrehen.
Er wusste, wer gekommen war.
„Du opferst dein Leben für sie.“
Die ruhige Stimme hallte über das Schlachtfeld.
Kael wandte sich um.
Vor ihm stand Malrik.
Der Vampirkönig.
Sein schwarzer Umhang bewegte sich leicht im Wind.
Seine blutroten Augen ruhten regungslos auf dem Wolfskönig.
Für einen langen Moment sagte keiner von ihnen ein Wort.
Zwei Könige.
Zwei Herrscher.
Zwei Vorstellungen davon, wie die Zukunft aussehen sollte.
„Du hättest kapitulieren können“, sagte Malrik ruhig.
Kael schüttelte den Kopf.
„Nicht solange mein Volk hinter mir steht.“
Ein kaum sichtbares Lächeln erschien auf Malriks Lippen.
„Dann endet es heute.“
Kael hob den Kopf.
„Vielleicht.“
Seine Lichtmagie begann den Wald zu erhellen.
„Aber nicht für Silberforst.“
Im selben Augenblick stürmten beide Könige aufeinander zu.
Licht und Blutmagie prallten mit gewaltiger Wucht aufeinander.
Der Wald erbebte.
…
In dieser Nacht verlor Silberforst seinen König.
Ein Vater verlor sein Leben.
Ein Sohn verlor seinen Helden.
Zwei Jahre später trug derselbe Sohn die goldene Krone mit dem silbernen Mondsymbol.
Sein Name war Sky.
Und seine Geschichte hatte gerade erst begonnen.