Zahir Singh by haripatz at Inkitt
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Zahir Singh

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Summary

Ein gejagter Sikh rettet eine junge Frau vor ihren Peinigern und trägt sie in ein verborgenes Tal im Himalaja. Aus einer Zuflucht wird ein Königreich für zwei Menschen – bis Liebe, Gold und die Gewalt der Natur ihr Paradies erschüttern.

Status
Complete
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Amrita

Amrita


Schrille Schreie ertönten in der Nacht, die sogleich von einem dumpfen Geräusch begleitet abbrachen. Zahir hielt inne, er vernahm das unflätige Fluchen zweier Männer. Einer von ihnen beleidigte eine Frau auf das Übelste und wieder war dieses dumpfe Geräusch zu vernehmen. Einem Impuls folgend wollte er sich sofort in Bewegung setzen, doch er zauderte. Er durfte von niemand gesehen werden. Die Schreie mochten noch andere alarmiert haben und der Schmied, in dessen Werkstatt er stand, konnte jeden Augenblick erscheinen. Den Sack mit seiner Beute aufnehmend verließ er den Schuppen. In den dunklen Gassen regte sich nichts. Geduckt, mit geschmeidigen Bewegungen suchte er sich seinen Weg durch die Schatten, die das helle Mondlicht erzeugte. Doch dann vernahm er erneut einen Schrei, der sofort abgewürgt wurde, dann das Flehen einer Frau, aus einem nur angelehnten Tor.

Es ging zu sehr gegen seine Natur, einem Menschen in Not nicht beizustehen. Kurzerhand legte er den Sack leise klirrend neben dem Tor ab, öffnete es weiter und schlich auf leisen Sohlen in den flachen Bau. Drinnen lagen unzählige Ballen mit Stoffen und überall waren die verschiedensten Dinge verstreut. Alles war schmutzig und verbreitete einen dumpfen Gestank. Nur eine einzelne Öllampe brannte. In ihrem schwachen Licht sah Zahir zwei Männer, die sich über eine am Boden liegende Frau beugten, auf der sich gerade ein Dritter keuchend abmühte. Zahir trat geräuschlos hinter die beiden und schlug sie so hart mit den Köpfen zusammen, dass sie sofort niedersanken, und reglos auf dem Sandboden liegen blieben. Den auf der Frau Liegenden packte er im Genick und zog ihn mit solcher Gewalt zurück, dass er es ihm auf der Stelle brach. Leblos blieb der Mann auf dem schmutzigen Boden liegen. Erst jetzt kam Zahir dazu, die Frau zu betrachten. Ihr Gesicht war blutverschmiert und zwischen ihren Beinen hatte sich eine Pfütze gebildet. Von der Last ihres Peinigers befreit krümmte sie sich nun zusammen und verfiel in heftiges Schluchzen. Als er sich über sie beugte, schrie sie auf und machte abwehrende Bewegungen.

„Halte ein, ich will dir helfen“, sagte er mit gedämpfter Stimme. Während er sie mit den verbliebenen Kleiderfetzen notdürftig bedeckte, lauschte er, ob andere Dorfbewohner aufmerksam wurden. Sein Einschreiten war jedoch nahezu geräuschlos verlaufen. Niemand schien sich zu nähern. „Lebst du hier im Dorf?“, fragte er sie. Sie sah ihn mit verschwollenen Augen an. Furcht flackerte noch immer darin. Sie richtete sich halb auf, zog die Beine eng an ihren Körper und konnte ihn nur hilflos anstarren. Ungeduldig fragte er sie noch einmal: „Lebst du hier? Lebt deine Familie hier?“ Sie schüttelte nur stumm den Kopf, schlang dabei die Arme um ihren Oberkörper, als würde sie frieren. Zahir schossen viele Gedanken durch den Kopf. Er war selbst in Gefahr und sollte schnell verschwinden. „Wir sollten hier weg, bevor jemand aufmerksam wird. Hast du einen Ort, wo man sich um dich kümmert?“

Sie sank noch mehr in sich zusammen, schüttelte wieder nur stumm den Kopf. „Kannst du laufen?“

Ein zögerndes Nicken kam als Antwort. Behutsam half er ihr hoch. Nur mit Mühe machte sie ein, zwei stolpernde Schritte Richtung Ausgang. Wenn Zahir sie nicht gestützt hätte, wäre sie wohl gestürzt. So ging es langsam bis vor das Tor. Der Mond versteckte sich hinter Wolken und es war fast völlig dunkel. Zahir überlegte nur kurz und fasste dann einen Entschluss. Einen bedauernden Blick auf den Sack werfend, hob er die Frau auf seine Arme und trug sie aus dem Dorf hinaus.

Sie war mager und wog nicht viel mehr als ein Kind. Dieses Gewicht würde er lange tragen können. Und wohl auch müssen. Sie hatten das Dorf noch nicht lange hinter sich gelassen, als sie in seinen Armen erschlaffte. Zahir legte sie zutiefst erschrocken an den Wegrand, fühlte nach ihrem Puls und lauschte auf ihren Atem. Sie atmete, zwar nur flach, aber sie lebte! Er hob sie wieder hoch, bettete sie, so gut es ging, in seinen Armen und machte sich wieder auf den Weg.

Der Morgen zog bereits herauf und die ersten zarten Lichtstrahlen fielen auf die Landschaft, als Zahir mit seiner inzwischen in tiefen Schlaf gefallenen Last den Fuß des Berges erreichte. Hier verschnaufte er kurz und erfrischte sich an einem Bach. Von hier ab würde der Weg steil werden. Es war ihm ganz lieb, dass die Frau nicht bei Bewusstsein war. Bei dem Weg, der vor ihm lag, konnte er keine Frau gebrauchen, die womöglich im falschen Moment vor Angst zappelte. Das würde sie beide umbringen. Erneut nahm er sie auf die Arme und machte sich an den steilen Aufstieg. Es war eine gute Stunde vergangen, bis es scheinbar nicht mehr weiterging. Zahir atmete einmal tief durch, dann umrundete er einen Felsblock und hatte nun einen schmalen Grat vor sich.

Es gab nichts, woran man sich festhalten konnte, nur nackte glatte Felswand, die steil nach unten abfiel. Fünfhundert Meter tief. Mit dem Rücken dicht an den Berg gelehnt, die Frau vor sich auf den Armen, schritt er seitlich den Grat entlang, der an manchen Stellen nur etwa dreißig Zentimeter breit war. Schweißgebadet erreichte er nach fünfzig Schritten eine Felsspalte, in die er sich seitlich hineinzwängen konnte. Er presste die Frau eng an sich, um sie nicht zu verletzen. Weitere zehn Schritte und die enge Spalte erweiterte sich zu einer kleinen Höhle. Erst jetzt konnte er wieder frei atmen. Die Höhle war nicht sehr tief, sie öffnete sich zu einem kleinen Talkessel, der von hohen steilen Bergflanken umschlossen wurde. Er überwand die Ebene, bis er an eine weitere Höhlenöffnung kam. Dort hinein trug er die Frau und bettete sie auf einem Lager aus Fellen. Durstig nahm er einen tiefen Zug aus einer Feldflasche, die an der Wand hing. Mit einem feuchten Tuch säuberte er das Gesicht der Frau. Trotz der Schwellungen und Abschürfungen konnte er zum ersten Mal erkennen, wie jung sie war, fast noch ein Kind. Sie schlief nun tief und fest. Er setzte sich neben sie und rückte sich zurecht. Mit einem tiefen Gefühl des Bedauerns lehnte er sich an die Wand und war sofort eingeschlafen.

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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