Vor der Pforte - Der Aushang & Prolog
Das Gasthaus „Zum wilden Bären“ lädt dich erneut ein, doch was dich am Tresen erwartet, kennt keine Gnade. Die Geschichte dieses vermeintlich friedlichen Wirts bricht mit jedem glatten Klischee und greift tief in das Fleisch und die Psyche seiner Figuren.Dieses historische Werk verzichtet auf weichgespülten Kitsch und glattgebügelte Helden. Es ist eine kompromisslose, charaktergetriebene Erzählung voller menschlicher Abgründe und rauer Intensität für ein erwachsenes Publikum. Es beschreibt eine unbarmherzige Welt und behandelt viszerale, tiefgründige Traumata. Die unbeschönigte Darstellung sensibler Themen dient ausnahmslos dem realistischen Worldbuilding und der Charakterentwicklung. Es findet keine reißerische Ausschmückung oder Verharmlosung statt. Wenn du auf das Düstere und Verwundbare der menschlichen Seele empfindlich reagierst, lies bitte mit entsprechender Vorsicht.Schlage nun die Pforte auf – und erlebe das Gasthaus im tiefen Thüringer Wald.
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„Hinweis: Dies ist der zweite Band meiner Thüringen-Saga. Um die tiefgründigen Traumata und die Entwicklung der Found Family ganz zu verstehen, empfiehlt es sich zuerst Band 1 (‚Der stumme Riese‘) zu lesen.“
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PROLOG
Herzlich willkommen im Gasthaus „Zum wilden Bären“! Ahh, du bist es! Es freut mich ungemein, dass du wieder den weiten Weg hierher gefunden hast. Warte, ich räume nur gerade das schwere Holzfass auf die Seite ... So, das hätten wir auch schon erledigt.
Woran ich dich wiedererkannt habe? Ich bitte dich, so ein freundliches, offenes Gesicht sieht man in diesen düsteren Thüringer Wäldern wahrlich nicht alle Tage. Und ganz unter uns ... Schau dir die griesgrämigen Fratzen hier im Schankraum doch mal an: schlecht gelaunt bis hoch zum Arsch ... UND JA, ICH MEINE DICH DAMIT, WOLFGANG! Sauf gefälligst dein Dünnbier und halt die Schnauze, ich unterhalte mich hier gerade mit einem guten Freund.
Verzeih mir den rauen Ton! Wieder genau das gleiche Getränk wie beim letzten Mal?... Aber gerne doch ... Einen kleinen Moment ... Hier, bitteschön, dein Becher. Und zur Feier des Tages zapfe ich mir höchstselbst einen frischen Krug Bier ... So, fertig. Zum Wohl, mein Freund!
Ahh, das tut gut, nicht wahr? Du hattest wieder einen stressigen Tag, wie ich deutlich an deinen müden Augen sehen kann. Lass mich dir eines dazu sagen: Quäle dich nicht den lieben langen Tag mit einem spitzen Stein im Stiefel. Zieh ihn einfach aus, schmeiß das quälende Ding entschlossen weg, und im Nu läuft es sich im Leben auch wieder weitaus besser.
HAHAHA! Ja, du hast natürlich vollkommen recht: Du willst gewiss keine klugen Weisheiten von einem alten, rauen Wirt wie mir hören. Du willst jetzt natürlich brennend wissen, wie die Geschichte damals nach Erfurt weiterging.
Argh, Herrgott nochmal! Du siehst, wie ich meine Augen rolle ... Aber verzeih mir noch einen allerletzten Moment, bitte ... KÖNNT IHR BESOFFENEN BAUERN DORT HINTEN MAL NICHT SO GRAUSAM GRÖLEN?! Ich möchte hier eine Geschichte erzählen ...!
Also dann, mein Freund ... Fahren wir genau dort fort, wo wir aufgehört haben ...








