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Das Chaos Rudel - Eine etwas andere Lykaner-Geschichte

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Summary

Kurz vor dem großen Vollmondfest steht das Lykaner-Rudel von Finsterheul vor einer Katastrophe: Der heilige Mondstein ist verschwunden. Während im Dorf Panik ausbricht und die gefürchteten Mondstein-Prüfer bereits ihre Ankunft angekündigt haben, führt die Spur des verlorenen Artefakts auf eine ebenso chaotische wie abenteuerliche Reise. Mitten im Durcheinander steht Luna, eine junge Lykanerin, die sich schon ihr ganzes Leben lang anders fühlt. Ihr Wolf verändert bei jeder Verwandlung seine Fellfarbe, und viele Rudelmitglieder halten das für einen Fehler der Natur. Doch während die Suche nach dem Mondstein immer verrücktere Wendungen nimmt, erfährt Luna, dass ihre Besonderheit möglicherweise weit bedeutender ist, als sie jemals geahnt hat. Begleitet von der furchtlosen Greta, dem gelehrten Finn, dem stets optimistischen Mops, der liebenswerten Tante Hilde und dem geheimnisvollen Prüfer Adrian mit seinen ungewöhnlichen Augen stößt die Gruppe auf seltsame Hinweise, unerwartete Freundschaften und mehr als ein Geheimnis. Währenddessen sorgt ein angeblich furchterregender „Schwarzer Schrecken“ für nächtliche Aufregung, ein Waisenkind beweist, dass Familie nicht immer etwas mit Verwandtschaft zu tun hat, und Alpha Ragnar kämpft weiterhin tapfer gegen seine größte Schwäche: Spinnen. Als schließlich die Vollmondnacht näher rückt, wird immer deutlicher, dass die Mondgöttin ihre ganz eigenen Pläne verfolgt. Manche Schätze sind wertvoller als uralte Artefakte, manche Freundschaften entstehen auf unerwarteten Wegen und manchmal verändert ein einziger Vollmond das Leben eines ganzen Rudels. Eine humorvolle Fantasy-Geschichte voller Werwölfe, Herz, Freundschaft, Romantik und einer gehörigen Portion Chaos.

Status
Complete
Chapters
11
Rating
n/a
Age Rating
13+

Der verschwundene Mondstein

In Finsterheul begann jeder gute Tag mit einem Problem. An diesem Morgen waren es drei.

Das erste Problem war, dass die alte Mühle am Dorfrand brannte.

Das zweite Problem war, dass niemand wusste, warum sie brannte.

Und das dritte Problem war, dass Alpha Ragnar Graupel vor dem Gebäude stand und erklärte: „Vielleicht sollten wir einfach so tun, als hätten wir das Feuer nicht gesehen.“

Greta verschränkte die Arme. „Ragnar. Die Mühle brennt.“

„Ja, aber wenn wir jetzt darüber diskutieren, verlieren wir wertvolle Zeit.“

„Dann lösch sie!“

„Ich bin für eine demokratische Lösung.“

„Sie brennt!“

Ragnar betrachtete die Flammen. „Dann sollten wir vielleicht abstimmen, ob sie brennt.“

Greta starrte ihn an. Der Alpha wich einen Schritt zurück. „Warum schaust du mich so an?“

„Weil ich überlege, ob ich dich in die Mühle werfen soll.“

„Das wäre undemokratisch.“


Während die Diskussion immer absurder wurde, näherte sich Luna dem Dorfplatz. Sie hatte schlecht geschlafen. Nicht weil etwas passiert war, sondern weil Mops am Vorabend versucht hatte, ein Musikinstrument zu erfinden.

Das Ergebnis hatte geklungen, als würde ein Wildschwein um Hilfe rufen. Drei Stunden lang.

Luna war noch immer nicht sicher, ob das Ding inzwischen zerstört worden war. Hoffentlich.

Als sie den Dorfplatz erreichte, stolperte Mops aus dem Versammlungshaus. Sein Gesicht war kalkweiß. „Luna!“

„Was?“

„Wir haben ein Problem!“

„Brennt noch etwas?“

„Schlimmer!“

Luna blieb stehen. „Schlimmer als ein Feuer?“

„Viel schlimmer!“

Jetzt wurde sie neugierig. Bei Mops bedeutete „viel schlimmer“ normalerweise entweder eine Katastrophe oder ein Missverständnis. Manchmal beides gleichzeitig. „Dann raus damit.“

Mops schluckte. „Der Mondstein ist verschwunden.“

Luna blinzelte. „Was?“

„Der Mondstein.“

„Welcher Mondstein?“

„Na ... unser Mondstein!“

„Mops, wenn du den Satz noch einmal wiederholst, werfe ich dich in die brennende Mühle.“


Während der Alpha und Greta noch diskutierten und Luna darüber grübelte was Mops meinte, begann Bob das Feuer zu löschen. Zum Glück hatte es sich noch nicht weit ausgebreitet.

Zehn Minuten später versammelte sich das gesamte Rudel im großen Saal. Die Stimmung war angespannt. Sehr angespannt. Einige wirkten besorgt. Andere wirkten panisch.

Finn wirkte, als stünde er kurz vor einem Nervenzusammenbruch. „Das ist unmöglich“, murmelte er immer wieder. „Mathematisch völlig unmöglich.“

„Finn“, sagte Luna. „Erklär mir lieber, warum alle aussehen, als wäre die Welt untergegangen.“

Der Gelehrte fuhr sich durch die Haare. „Der Mondstein ist das wichtigste Artefakt des Rudels.“

„Ja.“

„Er lag seit Jahrhunderten im Versammlungshaus.“

„Ja.“

„Und jetzt liegt er dort nicht mehr.“

„Das hatte ich bereits verstanden.“

Finn wurde noch blasser. „Falls wir ihn nicht wiederfinden, könnte es beim großen Vollmondfest Schwierigkeiten geben.“

„Welche Schwierigkeiten?“

Finn überlegte. „Nun ... Chaos.“

Luna sah sich um. „Finn, wir sind ein Rudel, das gestern beinahe den Dorfbrunnen gesprengt hat. Chaos ist unser Normalzustand.“

„Mehr Chaos.“

„Oh.“

„Viel mehr.“

Luna verzog das Gesicht. Das klang tatsächlich problematisch und dann fiel ihr ein, dass da tatsächlich immer ein schimmernder Stein auf einem kleinen Podest stand. Und jetzt, wo sie wusste, dass dies der Mondstein war, überkam sie ein ungutes Gefühl.


Vorn im Saal räusperte sich Ragnar. „Gut. Dann lasst uns ruhig bleiben.“

Niemand blieb ruhig. Sofort begannen mehrere Rudelmitglieder gleichzeitig zu reden.

„Wer hatte zuletzt Wachdienst?“

„Vielleicht wurde der Stein gestohlen!“

„Wir sollten die Grenzen schließen!“

„Vielleicht stecken die Hexen dahinter!“

„Vielleicht stecken die Kobolde dahinter!“

„Vielleicht stecken Hexen auf Kobolden dahinter!“


Ragnar hob die Hände. „Bitte keine Panik.“

„Der Mondstein ist weg!“, rief jemand.

„Genau deshalb sollten wir sachlich bleiben.“

„Wo ist er denn?“

„Das weiß ich nicht.“

„Wer hat ihn verloren?“

„Das weiß ich auch nicht.“

„Was machen wir jetzt?“

Ragnar dachte nach. Dann sagte er: „Vielleicht sollten wir Mittag essen.“

Ein Stuhl flog durch den Raum.


In diesem Moment erhob langsam eine Hand. Alle verstummten. Oskar, der Rudelwart, räusperte sich. „Mir ist da vielleicht etwas eingefallen.“

Das war selten. Und meistens schlecht.

„Was?“, fragte Luna.

Oskar begann nervös zu lächeln. „Erinnert ihr euch an den großen Aufräumtag letzte Woche?“

Niemand sagte etwas.

„Den Tag, an dem wir alles aussortieren wollten?“

Finn wurde plötzlich still. Greta ebenfalls. Luna bekam ein ungutes Gefühl. „Oskar ...“

„Ja?“

„Was hast du getan?“

„Also ... ich hatte da eine Kiste mit alten Sachen.“

„Oskar.“

„Und daneben lag ein glänzender Stein.“

Der gesamte Saal erstarrte.

„Oskar.“

„Ich dachte, das wäre Dekoration.“

Luna schloss die Augen. „Oskar.“

„Und dann kam der Sperrmüllwagen.“

Im Raum hätte man eine Stecknadel fallen hören können.

„Oskar.“

„Ja?“

„Bitte sag mir, dass du nicht den heiligen Mondstein entsorgt hast.“

Oskar dachte nach. Sehr lange. Viel zu lange. Dann lächelte er unsicher. „Vielleicht?“


Es dauerte genau drei Sekunden. Dann brach das Chaos aus. Wieder. Menschen schrien. Stühle kippten um. Finn musste mit Wasser beruhigt werden. Greta verlangte lautstark eine Axt. Niemand wusste genau, warum. Aber Greta verlangte bei jeder Gelegenheit eine Axt.

Luna stützte den Kopf in die Hände. „Unglaublich.“

„Das war ein Versehen“, verteidigte sich Oskar.

„Du hast einen uralten magischen Artefaktstein zum Sperrmüll gestellt.“

„Wenn du das so formulierst, klingt es schlecht.“

„Weil es schlecht ist!“


Plötzlich öffnete sich die Tür. Ein kalter Windzug fuhr durch den Saal. Sofort wurde es still. Im Eingang stand ein Fremder. Groß. Aufrecht. In einem dunklen Mantel. An seiner Brust glänzte das silberne Symbol des Hohen Mondrates.

Sein Blick glitt durch den Raum. Das linke Auge war blau. Das rechte grün. Ungewöhnlich genug, dass jeder es bemerkte. Unangenehm genug, dass niemand wegsehen konnte.

Der Fremde betrachtete einen umgestürzten Stuhl. Dann Finn, der noch immer hysterisch in ein Glas Wasser starrte. Dann Oskar. Dann Ragnar.

Schließlich sagte er trocken: „Ich habe auf meiner Reise viele Rudel besucht.“

Niemand antwortete.

„Aber dies ist das erste, das in weniger als zehn Sekunden gleichzeitig überfordert, schuldig und verdächtig wirkt.“

Luna hob eine Augenbraue. Der Mann hatte Mut. Oder schlechte Instinkte. „Wer seid Ihr?“

Der Fremde verneigte sich leicht. „Adrian.“ Sein Blick wanderte kurz zu Ragnar. „Prüfer des Hohen Mondrates.“

Im Raum wurde es noch stiller. „Ich bin hier, um die Vorbereitungen für das Vollmondfest zu überwachen.“

Er blickte auf die versammelten Lykaner.

Dann auf Oskar.

Dann auf das leere Podest, auf dem normalerweise der Mondstein lag. Langsam zog er eine Augenbraue hoch. „Darf ich raten?“

Niemand sagte etwas. Adrian seufzte. „Euer Mondstein ist verschwunden.“

Luna starrte ihn an. „Woher wisst Ihr das?“

„Weil nur ein Rudel dieses Ausmaß an Panik entwickeln kann ...“ er deutete auf das leere Podest. „bei dem der Mondstein offensichtlich fehlt.“

Für einen Moment wusste niemand, was er darauf antworten sollte.

Dann nickte Adrian. „Gut.“

„Gut?“, fragte Luna.

„Beginnen wir mit der Suche.“

„Ihr helft uns?“

„Natürlich.“ Sein Blick glitt durch die Menge. „Offensichtlich könnt ihr es nicht allein.“

Greta knurrte. Finn schnappte empört nach Luft. Oskar sah schuldbewusst zu Boden. Und Luna beschloss auf der Stelle, dass sie diesen Mann unmöglich mögen konnte.

Was sie nicht wusste: Die Mondgöttin beobachtete das alles bereits mit großem Interesse.

Und sie machte keine Fehler.

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Great Character

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Strong Dialog

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author

Was für ein Haufen Chaoten 😂 Das kann ja was werden.

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