Nothing Lasts Forever by Laura at Inkitt
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Nothing Lasts Forever

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Summary

Drei Jahre nach dem Tod ihrer großen Liebe zieht Lilly ausihrer Kleinstadt in Pennsylvania nach New York, wo sie auf Liam trifft, der eine frühere Beziehung von ihr ist. Liam ist mittlerweile ein erfolgreicher Architekt, der sich zwar freut, Lilly wieder zu sehen, sich aber gleichzeitig der Tatsache stellen muss, dass er für den Tod ihres Freundes verantwortlich ist.

Genre
Romance
Author
Laura
Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

Kapitel 1 - Lilly


Der Bus von Allentown, Pennsylvania bis zur Madison Avenue, New York brauchte zweieinhalb Stunden. Zweieinhalb Stunden zu lange, aber mit dem Auto zu fahren war keine Option. Ich fuhr schon seit Jahren kein Auto mehr und würde es in New York sowieso nicht brauchen.

Ich war froh endlich aus Pennsylvania rauszukommen. Alles erinnerte mich an ihn, auch wenn es schon 3 Jahre her war. Meistens waren es nicht die Erinnerungen, die mir Albträume bereiteten, sondern die Gedanken an die Momente, die niemals passieren werden.

Noah und ich hatten alles durchgeplant. Wir wollten uns nach dem Abschluss auf einen Job in New York bewerben, er als Anwalt, ich als Journalistin. Dort würden wir eine Weile leben, bis es Zeit wurde sich an einem anderen Ort niederzulassen, wo es etwas ruhiger war. Irgendwo dazwischen wäre er bestimmt zu einer der Topanwälte geworden und ich hätte schon jede wichtige Person im Entertainment Business interviewt. Da war ich mir sicher. Aber jetzt lebte ich unseren Traum allein.

Der miefige Geruch des Sandwiches von dem Typen hinter mir, ließ mich aus meiner Trance, in der ich schon länger aus dem Fenster gestarrt hatte, aufwachen. Wir kamen nur noch im Schneckentempo voran, was nur bedeuten konnte, dass wir der Stadt immer näher kamen. Durch das kleine Fenster konnte ich schon die Wolkenkratzer erkennen, die von der Sonne in einen orangenen Ton getaucht wurden.

Ich war schon so oft nach New York reingefahren, früh morgens bei Sonnenaufgang, tagsüber während dem Touristentrubel und spätabends, wenn die vielbeschäftigten New Yorker sich auf dem Weg nachhause machten. Egal zu welcher Tageszeit, ich liebte den Anblick der Hochhäuser, die den Himmel zu kratzen schienen, die vollen Straßen, die vielen Menschen.

In New York kannst du alles sein.

In New York kannst du immer jemand neues sein.

Und genau das brauchte ich: einen Neuanfang.

Zugegeben, der Sprung von Allentown, Pennsylvania nach New York ist jetzt kein großer, aber es war der perfekte Ort um meinen Neuanfang zu wagen.

Den Job bei True Notes Inc. hatte ich überraschenderweise ergattert. Es war eine der wichtigsten Medienunternehmen mit den meisten Radiosendern im ganzen Land, mittlerweile auch mehreren Fernsehstationen und einem großen Einfluss auf die Musik- und Entertainmentindustrie, vor allem aufgrund ihrer jährlichen True Notes Inc. Award Show.

Dass ich nun eine ihrer Entertainment Journalisten bin,

hat mich selbst schockiert. Ich war noch nie so nervös bei einem Bewerbungsgespräch gewesen, aber trotzdem hatte es wohl gereicht. Vor zwei Wochen bekam ich dann den Anruf, dass ich den Job habe. Seitdem schlägt mein Herz immer einen Schlag schneller. Mein Traumjob in meiner Traumstadt und das alles so plötzlich.

Es war nicht genug Zeit, um eine Wohnung zu finden, es würde sich aber alles fügen. Vorerst lebte ich in einem Hotel. Zur Not konnte ich auch immer noch bei meiner Freundin Nova unterkommen. Das wollte ich ihr und ihrem Freund, die auf 40qm mit 2 Katzen und einem Hund wohnten, aber nicht zumuten.

Der Bus hielt am Central Park auf der Höhe des Museum of the City of New York an und ließ alle raus. Ich hatte keine Eile aus dem Bus zu kommen, nicht so wie manch anderer, der so tat, als würde es draußen Hot Dogs umsonst geben.

Die schwüle, stickige Luft erschlug mich, sobald ich es nach draußen geschafft hatte. Selbst im Spätsommer war das Klima noch unerträglich. Ich zog meine Jeansjacke aus und band sie um meinen Koffer, den ich mit lautem Klackern über den Asphalt zum Hotel zog.

Ein Hotel in New York war niemals erschwinglich. Das Franklin, ein paar Blocks vom Central Park entfernt war es auch nicht, zumindest für Leute, die nicht bei True Notes Inc. arbeiteten, zu denen zählte ich aber nicht mehr, somit bekam ich dreißig Prozent Rabatt, die ich natürlich ausnutzte.

Der verwirrte Blick, der mir ein fremder Mann zuwarf, ließ mich wissen, dass ich grinsend durch die Stadt lief. Mir war es aber egal. Es gab einen Grund zum Grinsen, warum sollte ich es dann nicht auch tun.

Die Hotellobby war ein Traum aus Marmor, das gleichmäßige Muster aus beigen, schwarzen und weißen Kacheln zog sich durch die gesamte Etage.

Die Rezeption war ein langer Tresen aus beigem Marmor, hinter dem eine Frau gerade mit einem breiten Lächeln einen Gast bediente. Hinter ihr hing ein riesiges Bild der New Yorker Skyline. Sie hatte heute bestimmt schon mehrmals erwähnt, dass man aus den Zimmern einen genauso guten Blick darauf hatte.

Ich ging an den gemütlichen Sitzecken mit Ledersesseln und dem Eingang zur Hotelbar, aus dem laute Stimmen kamen, vorbei und stellte mich an der Rezeption an. Prompt tauchte ein weiterer Mitarbeiter auf und ich konnte einchecken.

„Sie müssen in den elften Stock und dann nach rechts. Frühstück finden Sie morgen ab sechs Uhr in der ersten Etage. Wenn Sie noch irgendwelche Wünsche haben, sagen Sie gerne Bescheid.“ Der junge Mann mit den funkelnd blauen Augen drückte mir die Karte für mein Hotelzimmer in die Hand und zeigte zu dem Fahrstuhl neben der Rezeption.

„Danke.“ Ich schenkte ihm ein Lächeln.

Auf dem Weg zum elften Stock hielt der Fahrstuhl mehrmals an. Oben angekommen, konnte ich nicht abwarten mein Hotelzimmer zu erkunden. Ich steckte die Karte in die Tür, drückte sie auf und war von dem Anblick nicht enttäuscht.

Ich konnte den gesamten Central Park überblicken, bis zu der Haltestelle, an der ich erst vorhin ausgestiegen war. Das viele Grün umgeben von dem Grau der hohen Gebäude faszinierte mich jedes Mal wieder. Ich konnte mir die Stadt New York ohne die grüne Oase nicht vorstellen.

Das Zimmer war groß genug um eine Weile entspannt drin zu leben. Es gab ein großes Bett, einen Kleiderschrank, einen Minikühlschrank und einen Schreibtisch, der für mich am wichtigsten war. Wo sonst, sollte ich noch lange nach Feierabend arbeiten, um die Deadlines zu schaffen?

Ich legte meinen Laptop auf den Schreibtisch und machte mich daran meinen Koffer auszupacken. Mein Handy meldete sich mit einem schrillen Ton aus den tiefen meiner Tasche. Ohne das nervenbetäubende Geräusch würde ich es niemals finden.

Ich kramte in meiner Tasche, fand es unter einem Kassenbon und nahm dann den Anruf von Nova entgegen.

„Hey!“

„Und, gut angekommen? Hast du dich schon eingelebt? Versprichst du, dass du nie wieder wegziehen wirst?“ Nova redete, wie ein Wasserfall.

„Eins nach dem anderen. Ich bin gerade erst im Hotel angekommen.“

„Tut mir leid, dass ich dich nicht abholen konnte aber hier in der Kanzlei ist echt die Hölle los.“ Sie senkte ihre Stimme etwas.

„Das ist kein Problem, solange du mich morgen nicht versetzt.“ Ich öffnete meinen Koffer und blickte auf das Durcheinander, dass die ruckelige Fahrt und meine mangelnden Packkünste erschaffen hatten.

„Das mache ich ganz bestimmt nicht. Ich habe doch reserviert. Und was sind deine Pläne für den Abend?“

„Keine Ahnung, mal sehen, was der Abend noch so bringt.“ Ich hatte keine Lust den Abend allein auf meinem Hotelzimmer ausklingen zu lassen. Ich wollte zumindest noch etwas erleben. Wenn man schon mal in der Stadt, die niemals schläft, war, sollte man das auch ausnutzen.

„Dann bin ich mal gespannt, was du morgen erzählst. Ich muss leider auch schon wieder auflegen. Ich will Mike noch davon überzeugen, dass er mir den neuen Fall gibt.“

„Viel Glück, das schaffst du!“, rief ich ins Telefon, bevor sie mit einem Piepton weg war.

Es wunderte mich eher weniger, dass Nova mal wieder bis spätabends arbeitete. Was mich mehr erstaunte, war dass sie es geschafft hatte den morgigen Abend für mich frei zu schaufeln.

Ich schob meinen Koffer zur Seite, machte mich im Bad frisch und ging dann nach unten in die Lobby. Ich wusste genau, wo ich hinwollte.

Draußen zog ich meine Jeansjacke wieder über, denn die Sonne war mittlerweile untergegangen. Ich machte mich auf dem Weg zur Bar 36, vier Blöcke runter und dann nach rechts.

Vor ein paar Jahren sind Nova und ich nach New York gefahren, ein Mädelstrip. Am frühen Nachmittag hatten wir es uns auf der Rooftopbar bequem gemacht. Dann bekam sie die Nachricht, dass sie tatsächlich den Job in New York bei der Kanzlei bekommen hatte.

Ein Jahr später waren wir wieder in der gleichen Bar und ich hatte die Nachricht bekommen, dass meine Tante den Krebs besiegt hatte.

Jedes Mal gab es gute Neuigkeiten, wenn wir dort oben waren. Somit wählten wir unsere Besuche weise, um das Glück nicht auszureizen. Ob das nur galt, wenn wir zu zweit dort waren oder auch wenn ich die Bar allein besuchen würde, würde ich heute austesten.

Ich nahm den vollbepacken Fahrstuhl zur Bar. Die Hostess winkte alle durch, sobald sich die Tür öffnete. Die Bar war noch nicht überfüllt, der Ansturm würde noch kommen. Ich ging durch den kleinen Innenbereich mit weißen Sesseln und einer Bar in hellen Holztönen gehalten, nach draußen.

Hier standen Lounges in einer Reihe mit bunten Kissen in orange, rot und gelben Tönen, perfekt aufeinander abgestimmt. An dem verglasten Geländer standen schwarze, runde Tische mit jeweils zwei Stühlen. Dort wollte ich hin, direkt zum Ausblick. Ich bestellte mir einen der hauseigenen Cocktails, der Dreamer hieß und nach Kokosmilch, Limettensaft und Vodka roch und genoss den Anblick der Stadt, die ich nun mein Zuhause nennen konnte.

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