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Summary

Rosy liebt Geschwindigkeit, Adrenalin und das Gefühl, wenn ihr Mazda über den Asphalt jagt. In der geheimen Welt der Straßenrennen gehört sie zu den Besten – und zu ihren größten Rivalen zählt ausgerechnet Tyler, ein selbstbewusster Rennfahrer aus reichem Hause, den sie absolut nicht ausstehen kann. Zwischen provokanten Sprüchen, riskanten Rennen und einer Spannung, die beide nicht wahrhaben wollen, geraten die beiden immer wieder aneinander. Doch als ein folgenschweres Ereignis ihre Rennwelt auf den Kopf stellt, beginnt Rosy sich zu fragen, wem sie wirklich vertrauen kann. Denn hinter den Rennen, den Rivalitäten und den Gefühlen, die langsam stärker werden, scheint jemand ein eigenes Spiel zu spielen. Und Rosy ahnt noch nicht, wie gefährlich es werden kann, die falsche Linie zu überqueren.

Genre
Romance
Author
Grundex
Status
Ongoing
Chapters
4
Rating
n/a
Age Rating
18+

Der Unfall

Der Motor meines roten Mazda MX-5 knurrte unter mir.

Ich legte beide Hände fester um das Lenkrad und sah geradeaus. Die Straße vor mir war nur von wenigen Laternen beleuchtet. Weiter hinten standen die Zuschauer zwischen ihren Autos und warteten darauf, dass es endlich losging.

Neben mir stand Tyler.

Sein schwarzer Nissan GT-R R35 sah aus, als wäre er direkt aus einem Rennmagazin gefahren worden. Tief, breit und glänzend. Im Gegensatz dazu war mein Mazda deutlich kleiner und älter.

Aber ich liebte dieses Auto.

Tyler:„Du starrst schon wieder meinen Wagen an.“

Ich drehte meinen Kopf zu ihm.

Rosy:„Ich überlege nur, wie ich dich heute damit blamiere.“

Er grinste.

Tyler:„Mit dem Ding?“

Rosy:„Pass auf, Schnösel.“

Tyler lachte leise.

Genau das konnte er besonders gut: mich provozieren.

Seit ich ihn zum ersten Mal in der Racing-Gruppe gesehen hatte, gingen wir uns gegenseitig auf die Nerven. Zumindest behauptete ich das.

Tyler war drei Jahre älter als ich, fast einen Kopf größer und hatte dieses selbstgefällige Grinsen, das ich am liebsten aus seinem Gesicht gewischt hätte.

Leider sah er verdammt gut aus.

Was ich natürlich niemals zugeben würde.

Rosy:„Ich schwöre, irgendwann wische ich dir dieses Grinsen aus dem Gesicht.“

Tyler:„Das würde ich gerne sehen.“

Jonas:„Rosy!“

Ich blickte nach hinten.

Jonas stand am Straßenrand und hob den Arm.

Jonas:„Bereit?“

Rosy:„Immer.“

Tyler sah mich noch einmal an.

Tyler:„Versuch diesmal, auf der Strecke zu bleiben.“

Ich zeigte ihm den Mittelfinger.

Rosy:„Fahr einfach.“

Jonas trat zwischen unsere Autos.

Die Musik wurde leiser.

Gespräche verstummten.

Für einen Moment war alles ruhig.

Dann hob Jonas den Arm.

Mein Herz begann zu rasen.

Ich liebte diesen Moment.

Den Augenblick kurz vor dem Start, wenn alles andere verschwand.

Drei.

Zwei.

Eins.

Der Arm fiel.

Ich trat das Gaspedal durch.

Mein Mazda schoss nach vorne.

Tyler war sofort neben mir.

Sein GT-R hatte deutlich mehr Leistung, aber ich kannte diese Strecke besser.

Die erste Kurve kam.

Ich bremste spät.

Sehr spät.

Der Mazda rutschte leicht über den Asphalt, fing sich aber sofort wieder.

Ich hörte Tyler hinter mir.

Ich grinste.

Rosy:„Komm schon.“

Die nächste Gerade.

Ich schaltete hoch und gab wieder Vollgas.

Tyler holte auf.

Sein schwarzer Wagen kam immer näher.

Dann war er neben mir.

Unsere Blicke trafen sich für einen kurzen Moment.

Er grinste.

Ich ebenfalls.

Das hier war genau der Grund, warum ich Rennen fuhr.

Keine Regeln.

Kein Alltag.

Keine Erwartungen.

Nur Geschwindigkeit.

Die letzte Kurve kam.

Ich nahm sie innen.

Tyler außen.

Für einen Moment dachte ich, ich hätte gewonnen.

Dann schoss sein GT-R an mir vorbei.

Rosy:„Das gibt’s doch nicht!“

Ich trat noch einmal aufs Gas.

Zu spät.

Tyler überquerte die Ziellinie vor mir.

Als ich wenige Sekunden später auf den Parkplatz fuhr, wartete er bereits dort.

Er stieg aus und lehnte sich gegen seinen Wagen.

Tyler:„Zweiter Platz.“

Ich stieg aus.

Rosy:„Halt die Klappe.“

Tyler:„Ich wollte nur gratulieren.“

Rosy:„Dann gratulier mir nicht.“

Er grinste.

Tyler:„Du bist wirklich eine schlechte Verliererin.“

Rosy:„Und du bist ein arroganter Idiot.“

Tyler:„Bis nächste Woche.“

Ich blieb stehen.

Drehte mich aber nicht um.

Rosy:„Beim nächsten Mal gewinne ich.“

Tyler:„Das sagst du jedes Mal.“

Ich biss mir auf die Lippe.

Verdammt.

Ich würde ihn irgendwann schlagen.

Das schwor ich mir.

Was ich nicht wusste, war, dass dieses Rennen das letzte normale Rennen zwischen uns gewesen sein würde.

Eine Woche später stand ich wieder an der Startlinie.

Mein Mazda glänzte im Licht der Straßenlaternen.

Ich hatte die ganze Woche auf dieses Rennen gewartet.

Diesmal würde Tyler verlieren.

Ganz sicher.

Jonas:„Du bist heute ungewöhnlich still.“

Rosy:„Ich konzentriere mich.“

Jonas:„Auf das Rennen?“

Rosy:„Auf Tyler.“

Jonas verdrehte die Augen.

Jonas:„Du weißt schon, dass du langsam besessen von ihm wirst?“

Rosy:„Ich hasse ihn.“

Jonas:„Natürlich.“

Ich warf ihm einen bösen Blick zu.

Dann bemerkte ich Tyler auf der anderen Seite des Platzes.

Er sah zu mir.

Für einen kurzen Moment trafen sich unsere Augen.

Er hob seine Flasche.

Ich hob meine.

Dann wandte er sich ab.

Ich nahm noch einen Schluck.

Irgendetwas schmeckte seltsam.

Ich runzelte die Stirn.

Jonas:„Alles okay?“

Rosy:„Ja.“

Ich stellte die Flasche auf mein Auto.

Dann ging ich zur Startlinie.

Ich fühlte mich plötzlich etwas komisch.

Nicht krank.

Nur... benommen.

Ich schüttelte den Kopf.

Wahrscheinlich hatte ich einfach zu wenig gegessen.

Jonas ging zurück zu den Zuschauern.

Ich setzte mich in meinen Wagen.

Der Motor sprang an.

Das Geräusch beruhigte mich.

Ich warf einen Blick auf Tyler.

Er saß bereits in seinem GT-R.

Er sah konzentriert aus.

Ganz anders als sonst.

Die Startflagge wurde gehoben.

Mein Herz schlug schneller.

Dann fiel sie.

Ich raste los.

Die ersten Meter liefen perfekt.

Doch schon nach kurzer Zeit fühlte sich alles anders an.

Die Lichter verschwammen.

Ich blinzelte.

Rosy:„Was...“

Ich versuchte, mich zu konzentrieren.

Die Straße kam näher.

Viel zu schnell.

Ich nahm die nächste Kurve.

Der Wagen reagierte verzögert.

Ich riss das Lenkrad herum.

Zu spät.

Der Mazda brach aus.

Rosy:„Scheiße!“

Das Auto schleuderte von der Strecke.

Ich hörte Reifen quietschen.

Metall krachte.

Dann überschlug sich der Wagen.

Ein harter Schlag.

Mein Kopf prallte gegen etwas.

Alles wurde dunkel.

Doch wenige Sekunden später öffnete ich die Augen wieder.

Rauch.

Feuer.

Ich bekam kaum Luft.

Ich wollte mich bewegen.

Mein Sicherheitsgurt klemmte.

Panik stieg in mir auf.

Dann hörte ich einen Motor.

Reifen quietschten.

Ein schwarzer GT-R kam zum Stehen.

Die Fahrertür flog auf.

Tyler.

Er rannte auf mich zu.

Tyler:„Rosy!“

Ich hörte seine Stimme wie durch Wasser.

Rosy:„Tyler...“

Er riss die Fahrertür auf.

Tyler:„Bleib wach!“

Rosy:„Ich kann nicht...“

Tyler:„Doch!“

Er löste meinen Gurt.

Eine Flamme schlug aus dem Motorraum.

Tyler griff nach mir.

Tyler:„Arme um meinen Hals.“

Ich war zu schwach, um zu widersprechen.

Er zog mich aus dem Wagen.

Wir fielen einige Meter vom Auto entfernt zu Boden.

Im selben Moment gab es eine Explosion.

Mein Mazda stand vollständig in Flammen.

Ich starrte auf das brennende Wrack.

Mein Auto.

Das Auto meines Opas.

Rosy:„Nein...“

Tyler setzte sich neben mich.

Tyler:„Bist du verletzt?“

Ich sah ihn an.

Sein Gesicht war voller Ruß.

Rosy:„Ich... weiß nicht.“

Er nahm vorsichtig mein Gesicht zwischen seine Hände.

Tyler:„Bleib bei mir.“

Ich wollte etwas antworten.

Doch alles wurde wieder schwarz.

Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf einem fremden Sofa.

Mein Kopf dröhnte.

Ich bewegte mich vorsichtig.

Tyler:„Nicht so schnell.“

Ich erschrak.

Tyler stand einige Meter entfernt.

Er trug kein Rennshirt mehr, sondern ein schwarzes T-Shirt. An seiner Stirn klebte noch etwas Ruß.

Rosy:„Wo bin ich?“

Tyler:„Bei mir.“

Ich setzte mich auf.

Rosy:„Warum?“

Tyler:„Weil du nach dem Unfall kaum ansprechbar warst.“

Ich sah mich um.

Das Haus war riesig.

Viel zu groß.

Rosy:„Deine Eltern?“

Tyler:„Auf einer Gala.“

Rosy:„Also sind wir allein?“

Tyler nickte.

Tyler:„Ja.“

Er stellte ein Glas Wasser auf den Tisch.

Tyler:„Trink.“

Ich nahm es.

Meine Hände zitterten.

Tyler bemerkte es sofort.

Tyler:„Du hast Glück gehabt.“

Ich sah zu Boden.

Rosy:„Mein Auto...“

Tyler:„Es ist komplett ausgebrannt.“

Mein Hals wurde eng.

Rosy:„Das war das Auto meines Opas.“

Tyler sagte nichts.

Zum ersten Mal sah ich etwas anderes in seinem Gesicht.

Keine Arroganz.

Kein Grinsen.

Einfach nur Mitgefühl.

Tyler:„Tut mir leid.“

Ich sah ihn an.

Rosy:„Warum hast du mich gerettet?“

Er runzelte die Stirn.

Tyler:„Was ist das für eine Frage?“

Rosy:„Du hättest weiterfahren können.“

Tyler:„Und dich brennen lassen?“

Ich schwieg.

Tyler setzte sich auf den Sessel gegenüber.

Tyler:„Ich bin vielleicht dein Rivale. Aber ich bin kein Monster.“

Ich musste trotz meiner Schmerzen lachen.

Rosy:„Du bist trotzdem ein Idiot.“

Tyler:„Das ist schon eher die Rosy, die ich kenne.“

Ich sah ihn an.

Irgendwie fühlte sich die Situation seltsam an.

Wir waren zum ersten Mal allein.

Kein Publikum.

Keine Motoren.

Kein Rennen.

Nur wir.

Rosy:„Tyler?“

Tyler:„Hm?“

Rosy:„Warum bist du eigentlich immer so...“

Tyler:„Attraktiv?“

Ich starrte ihn an.

Er grinste.

Tyler:„Das wolltest du doch sagen.“

Rosy:„Träum weiter.“

Ich spürte, wie mein Gesicht warm wurde.

Verdammt.

Ich wollte nicht, dass er merkte, dass ich ihn schon länger attraktiv fand.

Ich stand vorsichtig auf.

Ein Schwindelgefühl überkam mich.

Tyler war sofort bei mir.

Tyler:„Hey.“

Seine Hände lagen an meinen Armen.

Ich sah zu ihm hoch.

Er war so nah.

Viel zu nah.

Mein Herz begann schneller zu schlagen.

Rosy:„Tyler...“

Ich trat einen kleinen Schritt auf ihn zu.

Er verstand sofort.

Tyler:„Rosy.“

Ich legte eine Hand auf seine Brust.

Er hielt meine Hand fest.

Tyler:„Nein.“

Ich sah ihn verwirrt an.

Rosy:„Warum?“

Sein Blick wurde ernst.

Tyler:„Weil du gerade nicht du selbst bist.“

Rosy:„Doch.“

Tyler:„Nein.“

Er sah mir direkt in die Augen.

Tyler:„Du bist verletzt. Und du bist benommen.“

Ich wollte widersprechen.

Doch plötzlich wurde mir schwindelig.

Tyler fing mich auf.

Tyler:„Siehst du?“

Ich schloss die Augen.

Rosy:„Was ist mit mir los?“

Tyler schwieg.

Denn er wusste etwas, das ich nicht wusste.

Vor dem Rennen hatte er am Rand der Strecke gestanden.

Und er hatte gesehen, wie jemand zu meinem Wagen gegangen war.

Eine unbekannte Person.

Sie hatte meine Flasche genommen.

Etwas hineingeschüttet.

Und sich anschließend schnell entfernt.

Tyler hatte die Person nicht erkannt.

Aber er wusste, dass es kein Zufall gewesen war.

Er sah zu mir hinunter.

Tyler:„Rosy, erinnerst du dich daran, wer dir heute deine Flasche gegeben hat?“

Ich öffnete langsam die Augen.

Rosy:„Meine Flasche?“

Tyler:„Ja.“

Ich dachte nach.

Nichts.

Nur einzelne Bilder.

Die Strecke.

Die Zuschauer.

Tyler.

Dann schüttelte ich den Kopf.

Rosy:„Nein.“

Tyler ballte unbemerkt die Hände zu Fäusten.

Jemand hatte versucht, sie auszuschalten.

Und er hatte keine Ahnung, warum.

Tyler:„Du musst heute Nacht hierbleiben.“

Rosy:„Warum?“

Er sah zur Tür.

Tyler:„Weil ich herausfinden will, was passiert ist.“

Rosy:„Tyler...“

Er blickte wieder zu mir.

Tyler:„Was?“

Rosy:„Danke.“

Für einen Moment sagte er nichts.

Dann lächelte er schwach.

Tyler:„Schon gut.“

Doch als Rosy wieder einschlief, blieb Tyler noch lange wach.

Er dachte an die unbekannte Person.

An die Flasche.

An den Unfall.

Und an eine Frage, die ihm keine Ruhe ließ:

Wer wollte Rosy tot sehen?

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