Jean | Realms Of The Stars by Maik Kiepe at Inkitt
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Jean | Realms Of The Stars

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Summary

Coccon brennt. Arven liegt in Jeans Armen. Und nichts ist mehr so, wie es wenige Stunden zuvor war. Der Angriff des Imperiums hat Jeans Heimat aus ihrem friedlichen Leben gerissen. Während über Coccon noch Rauch liegt, bleibt ihm nur eine Frage: Wer hat überlebt? Seine Familie. Sein Dorf. Lami. Und dann ist da Arven – der Mann, der Jean einst aus seinem alten Leben holte und ihm von einem Schicksal erzählte, das größer sein sollte als alles, was er kannte. Ist es wirklich zu spät, ihn zu retten? Doch je mehr Jean über den Angriff erfährt, desto deutlicher wird: Das Imperium ist nicht zufällig nach Coccon gekommen. Es will etwas von diesem Planeten. Und Jean steht plötzlich mitten darin. Buch 2 setzt unmittelbar nach dem Ende von „Finde Anon“ ein und gehört Jean allein. Was ist auf Coccon geschehen? Was plant das Imperium? Wer von den Menschen, die Jean liebt, ist noch am Leben? Und wohin führt ihn ein Schicksal, für das er sich niemals entschieden hat?

Status
Ongoing
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
13+

Was bisher geschah … | Buch 1: Finde Anon

Hinweis: Diese Zusammenfassung enthält vollständige Spoiler zu Buch 1.

Sie ist für alle gedacht, die direkt mit Buch 2 einsteigen oder ihre Erinnerung an „Finde Anon“ auffrischen möchten.

Bevor der Himmel über Coccon brannte, war Jean ein siebzehnjähriger Junge, dessen Welt kaum größer war als ein Dorf, ein paar Felder, ein endloser Wald und die Berge am Horizont.

Er lebte mit seiner Familie an einem Ort, an dem beinahe jeder jeden kannte und sich die Tage selten grundlegend voneinander unterschieden. Sein Vater arbeitete zu viel, seine Mutter sorgte sich um ihn, sein Bruder Louis war fest davon überzeugt, irgendwann größer zu sein als Jean, und seine Schwester Jasmin erzählte offenbar jedem, der es hören wollte, dass ihr Bruder eines Tages als großer Held zurückkehren würde.

Jean selbst hätte darüber vermutlich nur die Augen verdreht.

Sein bester Freund Lami ohnehin.

Lami war der Mensch, der Jeans Grübeln erträglich machte. Wo Jean zu lange über eine Sache nachdenken konnte, fand Lami meistens einen Grund, darüber zu lachen. Sie kannten sich seit Jahren, verstanden einander oft ohne viele Worte und verbrachten ihre Zeit am Fluss, im Dorf oder irgendwo zwischen den Wäldern Coccons.

Doch Jean hatte schon lange das Gefühl, dass dort draußen etwas auf ihn wartete.

Immer wieder zog sein Blick zu den Bergen. Er konnte nicht erklären, warum. Es war kein konkreter Wunsch, kein Plan, nicht einmal wirkliche Abenteuerlust. Eher dieses schwer greifbare Gefühl, dass sein Leben irgendwann eine Richtung nehmen würde, die mit seinem Dorf nichts mehr zu tun hatte.

Dann kam Arven.

Ein alter Mann in einem dunklen, vom Weg gezeichneten Mantel, mit einem Stab in der Hand und einer Ruhe, die selbst die Menschen um ihn herum verstummen ließ.

Er war wegen Jean gekommen.

Als Arven ihn ansah, sprach er Worte in einer Sprache, die niemand im Dorf verstand.

„Na a hut masambre tak nue.“

Nur Jean verstand sie.

„Ich habe lange nach dir gesucht.“

Arven war ein Mönch aus dem letzten Kloster Coccons, verborgen weit oben in den Bergen. Seit Jahrhunderten bewahrten die Mönche dort Wissen, alte Lehren und eine Prophezeiung. Sie hatten gewusst, dass eines Tages ein Junge kommen würde.

Jean.

Warum ausgerechnet er gewählt worden war, wusste allerdings nicht einmal Arven. Die Mönche kannten Teile dessen, was kommen sollte. Sie wussten, dass Jean eine Rolle darin spielen würde. Aber sie kannten nicht jede Antwort – und schon gar nicht das Ende.

Jean entschied sich, Arven zu folgen.

Damit ließ er zum ersten Mal alles zurück, was bisher sein Leben gewesen war.

Seine Familie.

Sein Dorf.

Und Lami.

Jean versprach, zurückzukommen. Doch Arven machte ihm keine falschen Hoffnungen. Jean würde zurückkehren, sagte er – aber nicht mehr als derselbe.

Damals konnte Jean noch nicht wissen, wie wörtlich diese Worte einmal werden würden.

Im Kloster begann ein anderes Leben. Jean lernte, trainierte und hörte Geschichten über eine Vergangenheit Coccons, die in seinem Dorf kaum noch jemand kannte. Arven wurde dabei mehr als nur der Mann, der ihn gefunden hatte. Er wurde sein Lehrer, sein Vertrauter und vielleicht der erste Mensch, der Jeans Gefühl, dass irgendwo etwas auf ihn wartete, nicht für Unsinn hielt.

Und selbst dort oben in den Bergen blieb ein kleines Stück seiner alten Welt bei ihm.

Ein Gamba tauchte immer häufiger im Garten auf. Das kleine Wesen hielt zunächst Abstand, beobachtete Jean zwischen den Pflanzen und knabberte an Watabubeeren. Sein Fell wechselte die Farben mit seinen Gefühlen, und obwohl Jean noch nicht verstand, warum es ausgerechnet seine Nähe suchte, gewöhnte er sich daran, dass es irgendwo zwischen den Sträuchern saß und zu ihm herübersah.

Auch Lami verschwand nicht aus Jeans Leben.

Arven lud ihn eines Tages ins Kloster ein, und für kurze Zeit fühlte sich Jeans neue Welt wieder mit seiner alten verbunden an. Gemeinsam stiegen sie in die Berge, saßen abends mit Arven am Feuer, lachten und redeten über das Dorf.

Lami brachte Nachrichten von zu Hause.

Allen ging es gut.

Seine Mutter vermisste ihn. Sein Vater arbeitete noch immer zu viel. Jasmin hatte ihm eine Zeichnung geschickt. Louis sogar einen Brief.

Jean gab Lami Dinge für seine Familie mit: etwas für seine Mutter, ein Werkzeug für seinen Vater, einen besonderen Stein für Jasmin und einen Brief für Louis.

Es waren Kleinigkeiten.

Damals wirkten sie auch so.

Niemand konnte wissen, wie kostbar die Erinnerung daran bald werden würde.

Doch während Jean versuchte, seinen Platz im Kloster zu finden, geschahen weit entfernt Dinge, von denen er nichts wusste.

Denn er war nicht der einzige Siebzehnjährige, nach dem etwas gesucht hatte.

Auf der anderen Seite der Galaxie lebte Razor.

Auch er war siebzehn.

Aber damit endeten die Gemeinsamkeiten zunächst.

Razor war kein Bauernjunge. Er war der Sohn des Imperators – jenes Mannes, dessen Reich aus Angst, Gewalt und absolutem Gehorsam bestand.

Razor war in Palästen aufgewachsen, umgeben von Soldaten und Macht. Doch Luxus bedeutete in seiner Welt keine Sicherheit. Sein Vater hatte ihm früh beigebracht, dass Mitgefühl eine Schwäche sei und Menschen vor allem dann gehorchten, wenn sie Angst hatten. Razor hatte gesehen, was das Imperium mit Menschen machte. Und je älter er wurde, desto schwerer fiel es ihm, so zu tun, als wäre all das normal.

Auf einem Industrieplaneten begegnete er einem kleinen Jungen.

Später erfuhr er seinen Namen: Christopher.

Razor gab ihm Schokolade. Eine winzige Geste in einer Welt, in der selbst Freundlichkeit gefährlich werden konnte. Bei einer späteren Begegnung brachte er Christopher eine ganze Tafel. Das Kind umarmte ihn dafür und küsste ihn auf die Wange, und für Razor bedeutete dieser unscheinbare Augenblick mehr, als Christopher ahnen konnte. Er zeigte ihm etwas, das sein Vater seit Jahren aus ihm herauszubrechen versuchte: dass Mitgefühl noch immer in ihm existierte.

Doch Christopher war auch Teil von etwas anderem.

Seine Augen wurden weiß.

Und aus dem Mund des Kindes kamen dieselben fremden Worte, die Jean auf Coccon gehört hatte.

„Na a hut masambre tak nue.“

„Ich habe lange nach dir gesucht.“

Razor wusste nicht, was mit Christopher geschah. Er wusste nur, dass die Worte ihn erreicht hatten – und dass sie nicht zufällig gekommen waren.

Noch weiter entfernt lebte der dritte Junge.

Migos.

Ein königlicher Prinz.

Seine Welt hätte kaum gegensätzlicher zu Razors sein können. Migos lebte in einem wohlhabenden Königreich, umgeben von einer Familie, die ihn liebte, von Freunden, die in seine privaten Gemächer eindrangen, als wären sie ihre eigenen, und von Menschen, bei denen Lachen nicht gefährlich war.

Migos war Prinz, aber kein steifer Thronfolger. Er war neugierig, humorvoll, manchmal frech und wesentlich glücklicher unter Menschen als in irgendeiner höfischen Zeremonie.

Und dann war da Samija.

Sie kannte Migos gut genug, um ihn mit wenigen Worten aus dem Konzept zu bringen, und Migos war längst viel zu verliebt, um das überzeugend verbergen zu können. Als Samija zu ihrem achtzehnten Geburtstag ins Königreich kam, brauchte sie ungefähr fünfzehn Treppenstufen, um Migos beinahe vergessen zu lassen, wie man sich normal verhielt.

Sie neckten sich, feierten miteinander und trafen sich später im Garten des Palastes wieder.

Doch auch in Migos’ Leben hatte sich längst etwas eingeschlichen, das nicht zu dieser hellen, sicheren Welt gehörte.

Visionen.

Nebel.

Ruinen.

Und Arven.

Migos kannte den alten Mönch, obwohl die beiden sich niemals auf gewöhnlichem Weg begegnet waren. In seinen Visionen versuchte er herauszufinden, warum Arven ihn suchte und was all das mit ihm zu tun hatte.

Die Antwort blieb unvollständig.

Aber Migos erfuhr genug, um zu verstehen, dass er nicht allein war.

Es gab andere.

Getrennte Wege, die eines Tages zusammenführen sollten.

Drei Jungen, die noch nichts voneinander wussten.

Ein Bauernjunge.

Der Sohn des Imperators.

Ein königlicher Prinz.

Und jeder von ihnen trug, wie Arven es später ausdrücken würde, etwas in sich, das den anderen fehlte.

Auf Coccon begann Jean unterdessen zu begreifen, dass Arven und die anderen Mönche ihm nicht alles erzählt hatten.

Eines Nachts hörte er heimlich ein Gespräch, das nicht für ihn bestimmt war.

Seinen Namen.

Eine Prüfung.

Zu wenig Zeit.

Und Worte, die sich anschließend nicht mehr aus seinem Kopf verdrängen ließen.

Leid.

Zerstörung.

Gewalt.

Veränderung.

Zum ersten Mal bekam das Vertrauen, das Jean Arven entgegengebracht hatte, einen Riss. Nicht weil er glaubte, der alte Mönch wolle ihm schaden, sondern weil ihm klar wurde, dass Arven Dinge wusste, die er verschwieg.

Jean dachte an seine Familie.

An Lami.

An sein Dorf.

Während er im sicheren Kloster saß, waren all diese Menschen weit entfernt und wussten von nichts.

Am nächsten Morgen stellte er Arven zur Rede.

Der alte Mönch bestritt nicht, dass die Mönche Möglichkeiten gesehen hatten. Eine Prüfung würde kommen. Entscheidungen würden getroffen werden müssen. Doch Prophezeiungen waren keine einfachen Karten der Zukunft. Sie zeigten Wege – nicht immer denjenigen, der tatsächlich eingeschlagen wurde.

Jean wollte Antworten.

Er bekam sie nicht mehr.

Denn über den Bergen erschien ein Schatten.

Coccon hatte keinen Krieg gekannt.

Es besaß keine gewaltige Flotte, die dem Imperium hätte entgegentreten können. Keine Verteidigung, die für einen Angriff dieser Größe gebaut worden war.

Dann kamen die Schiffe.

Menschen auf Feldern blieben stehen und blickten zum Himmel. Andere rannten, ohne zu wissen, wohin. Kampfflieger zogen über Wälder und Dörfer. Explosionen rissen Erde, Häuser und Straßen auseinander.

Das Imperium griff Coccon an.

Und Jean war weit oben in den Bergen.

Fern von seinem Dorf.

Fern von Lami.

Fern von seiner Familie.

Das kleine Gamba im Klostergarten spürte die Gefahr noch vor ihm. Sein Fell flackerte rot, bevor es davonrannte.

Dann hörte auch Jean das Grollen.

Arven wusste sofort, was es bedeutete.

Die ersten Schiffe rasten über das Kloster.

Mönche suchten Schutz. Mauern bebten. Äste wurden aus den Bäumen gerissen.

Als Jean das Licht einer Bombe sah, blieb keine Zeit mehr für Fragen.

Arven stieß ihn aus der Flugbahn.

Dann wurde die Welt weiß.

Als Jean wieder zu sich kam, existierte der Garten kaum noch. Der Brunnen war zerstört, Mauern lagen in Trümmern, Feuer fraß sich durch das, was wenige Augenblicke zuvor noch sein Zuhause gewesen war.

Und unter den Resten eines eingestürzten Torbogens lag Arven.

Jean versuchte, ihn zu retten.

Er räumte Steine beiseite, zog an Trümmern und weigerte sich, die Menge des Blutes als Antwort zu akzeptieren. Schließlich hielt er Arven bei sich, während über ihnen das Kloster weiter bombardiert wurde.

Doch Arvens Zeit war vorbei.

Der Mann, der Jean gefunden, aus seinem Dorf geholt und ihm einen Weg gezeigt hatte, konnte ihm keine weiteren Jahre geben.

Nur noch einen letzten Auftrag.

Und während Jean bei ihm kniete, geschah auf zwei anderen Welten zur selben Zeit etwas, das keiner der drei Jungen erklären konnte.

Im Imperium stand Razor bei Christopher.

Die Augen des Kindes wurden wieder weiß.

Im Königreich lag Migos zwischen Wirklichkeit und Vision, während Samija seinen Namen rief. Vor ihm stand Arven im Nebel.

Drei Jungen.

Drei Welten.

Ein Augenblick.

Arven sah Jean an.

„Finde Anon.“

Durch Christopher erreichten dieselben Worte Razor.

„Finde Anon.“

Und Migos hörte sie im Nebel.

„Finde Anon.“

Nicht als Erklärung.

Nicht als Lösung.

Als Auftrag.

Razor erfuhr, dass ihr Zusammentreffen erst der Anfang sein würde und dass sie eines Tages entscheiden müssten, ob das, was begonnen hatte, weiterbestehen durfte. Als er nach seinem Vater fragte, bekam er keine vollständige Antwort. Nur genug, um zu wissen, dass der Imperator Teil dessen war, was geschah.

Migos fragte, was die drei miteinander verband.

Arven sagte ihm, dass jeder von ihnen etwas trug, das den anderen fehlte.

Jean bekam keine Gelegenheit mehr, weiterzufragen.

Arvens Hand verlor ihre Kraft.

Jean hielt sie fest.

Dann starb sein Lehrer in seinen Armen.

Im Werksspital verschwand das Weiß aus Christophers Augen, und Razor fing den Jungen auf.

Im königlichen Garten kam Migos wieder zu sich. Samija kniete bei ihm und versuchte herauszufinden, was geschehen war.

Beiden blieb derselbe Name.

Anon.

Und über Coccon stand der Mann, dessen Schiffe all das begonnen hatten.

Der Imperator blickte aus dem Panoramafenster seines Schlachtkreuzers auf den Planeten hinunter. Unter ihm zogen sich Feuer durch die Wälder. Angriffswellen sanken durch die Atmosphäre. Weitere Schiffe warteten im Orbit.

Coccon brannte.

Und irgendwo dort unten kniete Jean zwischen den Trümmern des Klosters.

Arven war tot.

Seine Ausbildung war nicht beendet.

Er wusste nicht, wer Anon war.

Er wusste nicht, warum ausgerechnet er, Razor und Migos miteinander verbunden waren.

Er wusste nicht, warum das Imperium Coccon angegriffen hatte.

Und vor allem wusste er nicht, was mit den Menschen geschehen war, die wenige Tage zuvor noch sein ganzes Leben gewesen waren.

Seinem Vater.

Seiner Mutter.

Jasmin.

Louis.

Lami.

Dem Dorf.

Jean wusste nur, dass der Himmel über seiner Heimat brannte.

Und dass Arven ihm, bevor er starb, zwei Worte hinterlassen hatte.

Finde Anon.

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Good Writing

1

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Compelling Plot

2

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Great Character

1

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Strong Dialog

2

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author

Es geht weiter 🥳
Ich finde es super, dass Teil zwei mit einer Zusammenfassung beginnt.

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