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Was du mir schuldest

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Summary

Marlene Berger hat ihr Leben unter Kontrolle. Erfolgreiche Treuhänderin, unabhängig, rational – und längst daran gewöhnt, die Fehler ihres Vaters auszubügeln. Bis eines Abends Lucian Grey vor ihrer Tür steht. Ihr Vater ist verschwunden und schuldet den falschen Leuten 200'000 Franken. Lucian ist gekommen, um das Problem zu lösen. Er erwartet eine verängstigte Tochter. Stattdessen bekommt er Whisky. Vom ersten Moment an unterschätzen sie einander. Lucian ist gefährlicher, als Marlene lieb sein sollte. Doch hinter seiner Härte liegt eine Form von Kontrolle, die etwas in ihr berührt, das seit dem Tod eines Mannes aus ihrer Vergangenheit geschwiegen hat. Zum ersten Mal seit Jahren verspürt sie wieder den Wunsch, nicht alles selbst entscheiden zu müssen. Nicht aus Schwäche. Aus Vertrauen. Während sich zwischen ihnen eine Beziehung entwickelt, deren Regeln sie erst gemeinsam verstehen müssen, wird aus der scheinbar einfachen Schuld ihres Vaters etwas Größeres. Weitere Forderungen tauchen auf. Alte Verbindungen führen in eine Vergangenheit, über die Marlene nicht spricht. Und plötzlich scheint Lucian nicht mehr der gefährlichste Mann zu sein, der in ihr Leben getreten ist. Je näher er ihr kommt, desto deutlicher wird ihm, dass Marlene weit mehr verbirgt, als er angenommen hat. Doch auch Lucian hat nicht vor, alle seine Karten offenzulegen. Zwei Menschen, die gewohnt sind, Kontrolle zu behalten. Zwei Leben voller Geheimnisse. Und eine Anziehung, die ausgerechnet dort am stärksten wird, wo einer von beiden bereit ist, sie abzugeben. Denn manche Schulden lassen sich mit Geld begleichen. Andere öffnen Türen, die besser verschlossen geblieben wären.

Genre
Romance
Author
Miuralina
Status
8h ago
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog

Es gibt Menschen, die einen Raum betreten und sofort wissen, wer darin die Macht hat.

Ich gehörte zu ihnen - Zumindest hatte ich das immer geglaubt.

Ich konnte Menschen lesen, lange bevor sie merkten, dass ich überhaupt hinsah. Ein zu langer Blick. Finger, die im falschen Moment stillstanden. Die kaum wahrnehmbare Veränderung einer Stimme, wenn aus einer Behauptung eine Lüge wurde.

Menschen verrieten erstaunlich viel, wenn man sie reden ließ.

Zahlen waren einfacher.

Zahlen logen nicht. Man konnte sie verschieben, verstecken, durch Gesellschaften jagen und unter genügend Papier begraben, bis niemand mehr wusste, woher sie gekommen waren. Aber irgendwo blieb immer eine Spur.

Vielleicht mochte ich Zahlen deshalb lieber als Menschen.

An diesem Abend half mir beides nicht.

Ich stand am Fenster und betrachtete die Lichter der Stadt. Hinter mir wartete ein Mann, dessen Anwesenheit ich spürte, obwohl er seit Minuten kein Wort gesagt hatte.

Ich hätte mich umdrehen können.

„Du denkst zu viel.“

Seine Stimme war ruhig. Ich lächelte.

„Das wurde mir schon gesagt.“

„Offenbar ohne Erfolg.“

Jetzt drehte ich mich doch um. Er stand dort, als gehörte ihm die Stille zwischen uns. Dunkle Kleidung, unbewegte Haltung, dieser Blick, der nie zufällig irgendwo ruhte. Gefährlich. Nicht auf die offensichtliche Art.

Die offensichtlichen Männer waren einfach. Sie brauchten Lautstärke, Drohungen oder andere Menschen, die Angst vor ihnen hatten.

Dieser hier brauchte nichts davon. Das hätte mir eine Warnung sein sollen. Vielleicht war es das sogar.

„Du könntest gehen“, sagte er.

Mein Blick wanderte zur Tür. Sie war geschlossen, aber nicht abgeschlossen. Das war wichtig. Es war immer wichtig gewesen.

„Ich weiß.“

„Und?“

Ich sah wieder zu ihm. Eine einfache Frage. Er stellte viele davon.

Vielleicht mochte ich sie deshalb so wenig. Nicht weil ich die Antworten nicht kannte, sondern weil er eine unangenehme Angewohnheit hatte, genau die Fragen zu stellen, bei denen eine Lüge mehr über mich verraten hätte als die Wahrheit.

Also schwieg ich. Sein Mundwinkel bewegte sich kaum merklich.

Draußen fuhr irgendwo ein Auto durch die nasse Straße. Für einen Augenblick glitt das Licht seiner Scheinwerfer über die Zimmerdecke und verschwand wieder.

Ich dachte daran, wie absurd es war, dass ein Leben sich verändern konnte, ohne dass man den Augenblick bemerkte, in dem es geschah.

Keine Explosion. Kein Schuss. Keine dramatische Musik, die einen darauf vorbereitete.

Manchmal waren es nur drei Schläge gegen eine Tür. Ein fremder Mann auf der anderen Seite. Eine Entscheidung, ihn hereinzulassen.

Danach glaubte man lange, man könne jederzeit zu dem Punkt zurückkehren, an dem alles noch übersichtlich gewesen war.

Bis man begriff, dass es diesen Punkt nie gegeben hatte. Man hatte nur nicht genau genug hingesehen.

„Marlene.“

Mein Name durchschnitt die Gedanken. Ich hob den Blick.

Etwas an der Art, wie er ihn ausgesprochen hatte, ließ die Welt für einen Moment kleiner werden.

Nur dieser Raum. Er und Ich. Und eine Tür, die ich jederzeit öffnen konnte. Ich ging nicht zu ihr. Stattdessen machte ich einen Schritt auf ihn zu. Seine Augen blieben auf meinen.

„Sicher?“

Ein einziges Wort. Vielleicht war es genau dieses Wort, an das ich mich später erinnern würde. Nicht an die Gefahr. Nicht an die Geheimnisse.

Nicht an all die Dinge, die wir einander noch verschweigen würden. An die Tatsache, dass er gefragt hatte. Ich blieb vor ihm stehen. Nah genug, dass ich seine Wärme spürte.

„Nein.“

Zum ersten Mal veränderte sich sein Gesicht. Ich lächelte.

„Aber ich will es trotzdem.“

Und vielleicht begann unsere Geschichte genau dort. Oder viel früher.

Mit einem Vater, der Schulden machte. Mit einem Mann, den ich verloren hatte. Mit einem Namen, den fast niemand kannte. Mit zweihunderttausend Franken in einem Couvert. Ich weiß es bis heute nicht. Ich weiß nur, wie es sich anhörte, als alles begann.

Drei Schläge gegen meine Tür.

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Good Writing

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Compelling Plot

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Great Character

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Strong Dialog

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