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The Yield | A'Jax

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Summary

Zwei Konvergenzen lang galt Spire Acht als Grab. Als die vorletzte Konvergenz das planetare Netz zerriss, kappte die achte Festung ihre Frequenzen. Sie ließ die anderen sieben Warlords im Glauben, der Turm sei unter dem Gravitationsdruck kollabiert. Keine Signale. Kein Leben. Nur ein abgetrennter Monolith im ewigen Eis bei minus zweiundsiebzig Grad. Bis das Basaltfundament wieder zu schlagen beginnt. Lieutenant Daxen – Aufklärungsflieger mit Auszeichnung und Meister darin, unbequemen Befehlen mit technischer Spitzfindigkeit auszuweichen – soll die tote Zone scannen. Ein Routineflug. Bis die Sensoren eine Gestalt im Permafrost erfassen, eine kinetische Druckwelle seinen Vanguard zerschmettert und er tief im Eis auf ein Wesen trifft, das das Militär längst aus den Geschichtsbüchern gestrichen hat: A’jax. Die vergessene Warlord. Eingekapselt in einer blühenden Biosphäre, die auf keine Rettung wartet – sondern auf die Frequenz, die das gesamte planetare Machtgefüge pulverisieren wird. Ein blühendes System. Ein Pilot ohne Überlebensdrang. Und eine Warlord, die nicht nach Unterwerfung sucht, sondern nach dem einzigen Yield, das ihr Feuer ertragen kann.

Status
1d ago
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Status

DAXEN

Ein Routineflug bei minus zweiundsiebzig Grad war eine Erfindung von Leuten, die ihre Kriege hinter beheizten Konsolen führten und den Unterschied zwischen Frostbrand und Dienstbeflissenheit nur aus dem Ausbildungshandbuch kannten.

Die Cockpithülle knarrte leise unter der thermischen Schrumpfung.

Jeder Atemzug schmeckte nach recyceltem Stickstoff, trockenem Gummi und dem faden Aroma einer Heizpatrone, die seit drei Zyklen hätte ausgetauscht werden müssen.

Mein Skimmer, ein modifizierter Vanguard-Aufklärer ohne schwere Lafetten, schnitt tief über die Eiswüste. Die Kufen zischten kaum zwanzig Meter über gefrorenen Dünen dahin, während die Triebwerke ein monotones, vibrationsarmes Surren von sich gaben.

Draußen gab es keine Nuancen. Nur blendendes Weiß, schmutziges Felsgrau und den gnadenlosen Wind, der die Sichtweite auf knapp dreihundert Meter eindampfte.

Eine Eiswüste, in der selbst die Kinetik eines Warlords zu zähem Schleim gefriert, wenn man die Thermomembran zu weit herunterregelt.

Ein toter Kontinent. Ein idealer Ort, um unliebsame Lieutenants zu parken, die bei der morgendlichen Lagebesprechung die falschen Zwischenfragen stellten.

Und dann war da die Silhouette.

Der schwarze Monolith wuchs mit jedem geflogenen Kilometer aus dem Horizont, bis er das gesamte Kanzelfenster ausfüllte. Gewaltig, kantig, unbarmherzig.

Spire Acht.

Zwei verdammte Konvergenzen lang war das Ding mausetot gewesen.

Als damals das planetare Netz brach, hatte sich die achte Festung nicht langsam aufgelöst oder die anderen Sektoren um Hilfe angefunkt. Sie hatte schlicht die Schotten dichtgemacht, das Energiegitter gekappt und den gesamten Sektor in eine unzugängliche Permafrosthölle verwandelt.

Niemand außerhalb der Warlord-Zirkel kannte den Grund. Wenn man die hohen Commander auf Spire Drei danach fragte, blickten sie finster drein, bekamen plötzliche Ignoranz und wechselten das Thema zu Munitionsvorräten und Treibstoffrationen.

Offiziell galt der Turm als instabiler Schrott. Ein tektonischer Totalschaden.

Bis vor zwei Tagen.

Plötzlich war der Puls wieder da gewesen. Ein stetiges, monochromes Flimmern an der Basis, das wie ein mechanischer Herzschrittmacher durch den Basalt klopfte.

Immer dieselbe Frequenz. Immer dasselbe eisblaue Glimmen. Ein technologischer Weckruf, auf den niemand vorbereitet gewesen war – am allerwenigsten Solons Strategen, die ohnehin schon alle Hände voll damit zu tun hatten, das Vorrücken der Ahnenflotte mit unzureichenden Schilden zu berechnen.

Das Com-Relais in meinem Helm knackte und riss mich aus der Monotonie des Schubs.

„Vanguard-Zwei, hier Gefechtsstand Drei. Geben Sie mir einen Grund, warum ich Sie nicht wegen Trödelei zum Außendienst im Ladeschacht verdonnere, Daxen.“

Solons Stimme. Wie gewohnt: trocken, schneidend und so warmherzig wie ein flüssiger Stickstofftank.

Man hörte selbst über die verschlüsselte Subraumleitung, dass der Mann seit achtundvierzig Stunden keinen Schlaf gesehen hatte.

„Ich bewundere die Aussicht, Commander“, funkte ich zurück und korrigierte mit zwei Fingern am Schubhebel die Querneigung. „Jede Menge gefrorenes Methan. Hin und wieder ein Eisgrat. Technologisch hochgradig verdächtig.“

Ein zweites Knacken schaltete sich auf die Frequenz. Tiefer, rauer, mit dem trägen Schleifen von jemandem, der die Sinnlosigkeit dieses Protokolls genau so gut kannte wie ich.

Voss.

„Lassen Sie den Lieutenant in Ruhe, Solon. Er sucht nur nach einer Ausrede, warum er den toten Sektor zum vierten Mal abfliegt, statt drinnen Wartungsberichte seines Geleiters zu unterzeichnen.“

„Wenn Sie meinen Platz im Cockpit wollen, Sir, tausche ich gern gegen Ihre Galas“, konterte ich trocken. „Ich nehme den Champagner und die Seidentunika, Sie nehmen den Blizzard und die ausfallende Kabinenheizung.“

„Wage es ja nicht, Vanguard-Zwei“, knurrte Solon, doch der Tonfall war geschäftsmäßig scharf. „Status der Resonanzwerte? Gibt der Turm etwas Neues von sich?“

Ich warf einen Blick auf die Holo-Konsole rechts neben mir. Die blauen Amplituden zuckten im gleichen monotonen Takt wie in den letzten achtundvierzig Stunden. Eine perfekte Sinuskurve, bar jeder Modulation.

„Negativ. Amplitude stabil bei Null-Acht-Vier. Immer dieselbe Schleife. Wenn da jemand drin sitzt, hat er den Finger auf der Wiederholungstaste eingeklemmt. Keine Ausbrüche, keine thermische Abstrahlung, keine— Moment.“

Ich nahm die Hand vom Funkwahlschalter und zog die Nase des Skimmers sanft hoch.

Mein Blick war am Fuß des Monolithen hängen geblieben. Genau dort, wo eine uralte Bruchlinie wie eine breite Narbe durch das Basaltfundament riss. Auf den Aufzeichnungen der letzten Zyklen war dieser Spalt mit kompaktem Gletschereis verfüllt gewesen. Jetzt spiegelte sich das diffuse Cyan der Glyphen auf einem frischen, unberührten Schutthang.

Aber da war noch etwas.

Ein Schemen.

Ich kniff die Augen zusammen, legte den Daumen auf das Rändelrad an der Konsole und schaltete die optischen Filter der Cockpithaube um.

Polarisationsfilter ein, Kontrastanhebung achtzig Prozent. Die thermischen Sensoren gaben keinen Laut von sich – wie auch, bei diesen Temperaturen existierte keine biologische Wärme. Die Kälte fraß Schmieröl in Sekunden und ließ gehärteten Verbundstahl splittern wie Glas.

Und doch lag da etwas im Schnee.

Kein abgestürztes Trümmerteil. Keine alte Antennenspitze.

Eine Gestalt.

Sie lag halb eingebettet im Harsch, kaum zehn Schritte vor dem Riss des Basalts. Leicht durchscheinend, fast wie geschliffenes Eis, aber von feinen, pulsierenden Lichtadern durchzogen, die das schwache Tageslicht in scharfen Prismen brachen. Keine Kleidung, keine Rüstung, die ich einer bekannten Einheit hätte zuordnen können.

„Kommando, ich korrigiere die Meldung“, sagte ich, und meine Stimme verlor jeden Anflug von Spott. „Ich habe visuellen Kontakt auf Ebene Null. Drei Klicks südlich der Hauptader.“

„Präzisieren“, forderte Solon sofort. Die Kälte in seiner Stimme wich gespannter Härte.

„Da liegt jemand im Schnee.“

Zwei Sekunden absolute Funkstille. Nur das Rauschen der Trägerwelle im Helmlautsprecher.

Dann schaltete sich Voss ein, schneidend und ohne die Spur seiner üblichen Bequemlichkeit: „Schließen Sie Sensorfehler aus, Lieutenant. Bei minus zweiundsiebzig Grad existiert da unten kein Chromarii und kein Terraner. Das ist gefrorenes Kondensat oder ein Reflex der Glyphen.“

„Ich weiß, wie eine Leiche aussieht, Commander“, erwiderte ich und drosselte den Schub, um in eine engere Beobachtungsschleife zu gehen. Die Kufen neigten sich, der Repulsor jaulte protestierend gegen den Wind an. „Aber das hier bewegt sich. Minimal. Ein Heben und Senken im Schulterbereich. Und die Struktur ist … transluzent. Sie bricht das Licht wie Prisma-Glas. Keine Standardbiologie.“

„Die Ahnen?“, warf Voss ein, diesmal mit einer Spur ungläubiger Anspannung.

„Ausgeschlossen. Das zentrale Archiv verzeichnet keine Entität dieser Signatur in Sektor Acht“, bellte Solon dazwischen. Man hörte das hastige Klackern seiner Tastatur im Hintergrund. „Daxen, brechen Sie den Anflug ab. Keine Landung. Schalten Sie auf Weitbereichsscan und ziehen Sie hoch. Das ist ein direkter Befehl.“

„Verstanden, ziehe ab—“, setzte ich an und griff mit beiden Händen nach dem Steuerjoch, um den Vanguard aus der Neigung zu reißen.

Ich kam nicht dazu.

Die Instrumente auf meiner Konsole starben nicht einfach ab – sie explodierten förmlich in roten Warnkaskaden.

Ohne die geringste Vorwarnung, ohne dass die Sensoren auch nur eine Millisekunde vorher einen Druckabfall gemeldet hätten, riss die Wetterfront vor mir auf.

Es war kein aufziehender Sturm. Es war ein kinetischer Schlag. Als hätte Spire

Acht nach vierhundert Zyklen des Schweigens wurden die Lungen geöffnet und ein einziger mörderischer Atemzug ausgestoßen.

Eine massive Druckwelle aus verdichtetem Eisstaub, Felsfragmenten und reiner kinetischer Energie hämmerte frontal gegen die Tragflächen meines Vanguards.

Es fühlte sich an, als würde der Skimmer mit voller Reisegeschwindigkeit gegen eine massive Betonwand prallen. Die Kanzelscheibe zog im selben Moment ein dichtes Netz aus Spannungsrissen. Die Repulsoren kreischten gellend auf, fraßen Schockwellen, verloren den Bodenkontakt und rissen ab.

„Daxen! Status!“, brüllte Solon durch das Com. Seine Stimme zerfaserte, übersteuerte völlig und ertrank in einem Sturm aus weißem Rauschen.

„Kontrollverlust!“, schrie ich gegen das ohrenbetäubende metallische Bersten an, während der Steuerknüppel mir fast die Handgelenke brach. Die Kanzel sackte unkontrolliert nach links weg.

Ein harter, dumpfer Schlag erschütterte das Heck. Das linke Leitwerk riss mit dem hässlichen Geräusch von zerreißendem Metall ab und flog als wirbelnder Trümmerhaufen am Cockpit vorbei in den Blizzard.

„Atmosphärische Eruption! Ich gehe runter, ich—!“

Der Vanguard wurde wie eine leere Blechdose durch die Turbulenz gewirbelt. Der Horizont kippte vornüber, drehte sich in einem rasenden Kreis aus weißem, schwarzem Fels und rot flackernden Alarmlampen.

Ich stemmte beide Stiefel gegen die Bodenpedale, riss mit der Rechten an der mechanischen Notverriegelung der Triebwerkskapseln, um die Vorwärtsbeschleunigung zu kappen.

Zwecklos.

Die G-Kräfte schlugen wie ein Hammer auf meine Brust ein, pressten mein Visier unbarmherzig gegen den Rand der Steuerkonsole und raubten mir die Luft. Das Display zersplitterte vor meinen Augen.

Dann riss der Himmel vollends ab.

Die gezackte, pechschwarze Flanke von Spire Acht raste mit dreihundert Stundenkilometern auf meine Cockpithaube zu – und die Welt versank in einem blendenden, lautlosen Weiß.

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Good Writing

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Compelling Plot

3

Compelling Plot

Great Character

1

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Strong Dialog

4

Strong Dialog

View 1 previous comment…
author

Rasanter Start und gleich mal ein Cliffhanger 😹

2 days
2
author

Was da wohlit Daxon passiert? Starker Anfang 💖📖

2 days
2
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WOW, das nenn ich mal einen superspannenden Einstieg...🤣🤣🤣🤣🤣🤣🤣

2 days
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