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Two Sides of the same Coin

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Summary

Two Sides of the Same Coin Lili wirkt auf den ersten Blick, als hätte sie alles im Griff: BWL-Studium, ein sonniges Wesen und immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Doch hinter dem Lächeln steckt eine junge Frau, die gerade erfahren hat, dass sie schwanger ist – von einem verheirateten Mann, der sie fallen ließ, sobald sie mehr wollte als heimliche Treffen. Als die Presse nach einem alten Skandal wieder vor der Tür steht, landet Lili ausgerechnet bei Carlos, dem Bassisten von Rats and Bier. Carlos lebt in einer völlig anderen Welt: ein kaputtes Haus, vier jüngere Geschwister, eine Mutter mit drei Jobs und ein illegales Nebenleben als Buchhalter in einem Casino. Sie plant ihre Zukunft. Er versucht nur, seine Familie über Wasser zu halten. Zwei Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und vielleicht genau deshalb viel mehr gemeinsam haben, als sie ahnen. Manchmal sind zwei völlig verschiedene Leben nur zwei Seiten derselben Medaille.

Genre
Romance
Author
Ashen
Status
15d ago
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
16+

Kapitel 1 - Traitor

KAPITEL 1

traitor

— Olivia Rodrigo

Lili stand seit fast drei Minuten vor der Tür und schaffte es trotzdem nicht zu klingeln.

Lächerlich.

Sie hatte schon Präsentationen vor zweihundert Studenten gehalten, einem Professor erklärt, warum seine Musterlösung mathematisch nicht aufging, und Liam einmal mitten auf einer Preisverleihung gesagt, dass seine Hose aussah, als hätte ein Bestattungsunternehmer sie ausgesucht.

Aber ein kleiner schwarzer Klingelknopf brachte sie aus dem Konzept.

„Großartig“, murmelte sie.

Ihr Spiegelbild im dunklen Glas der Eingangstür sah ungefähr so überzeugt aus, wie sie sich fühlte.

Gar nicht.

Lili strich sich eine schwarze Haarsträhne hinters Ohr und sah noch einmal auf ihr Handy.

Keine neue Nachricht.

Natürlich nicht.

Die letzte war von vor vier Stunden.

Julian: Heute wird schwierig. Meine Frau ist mit den Kindern da.

Lili hatte die Nachricht bestimmt zwanzigmal gelesen.

Vielleicht auch dreißigmal.

Und jedes Mal war sie ein bisschen wütender geworden.

Nicht wegen seiner Frau.

Das wäre heuchlerisch gewesen.

Sie wusste von ihr.

Von Anfang an.

Sie wusste von den Kindern. Von dem Haus. Von den Familienurlauben, deren Fotos manchmal in irgendwelchen Magazinen auftauchten. Sie wusste sogar, dass seine Frau im Frühjahr Geburtstag hatte, weil Julian sich einmal darüber beschwert hatte, dass er keine Ahnung hätte, was er ihr schenken sollte.

Lili hatte damals noch darüber gelacht.

Heute fand sie daran überhaupt nichts mehr lustig.

Sie hob die Hand.

Klingelte.

Und bereute es sofort.

Vielleicht sollte sie einfach gehen.

Das wäre vernünftig.

Sehr vernünftig sogar.

Ihre Mutter hätte vermutlich gesagt, dass sie überhaupt nicht erst hätte herkommen dürfen.

Liam hätte...

Nein.

An Liam wollte sie gerade nicht denken.

Die Tür öffnete sich.

Julian stand vor ihr.

Weiße Hemdsärmel hochgekrempelt. Dunkle Stoffhose. Die ersten grauen Strähnen an den Schläfen. Barfuß.

Für einen winzigen Moment passierte genau das, was immer passierte.

Ihr Herz machte diesen bescheuerten kleinen Sprung.

Dann sah sie seinen Gesichtsausdruck.

„Lili?“

Nicht Freude.

Nicht Überraschung.

Panik.

Das tat weh.

Sie zwang sich trotzdem zu einem Lächeln.

„Hi.“

Julian sah hinter sie.

Dann wieder zu ihr.

„Was machst du hier?“

Das Lächeln verschwand.

„Schön, dich auch zu sehen.“

„Das meine ich nicht.“

„Klang aber so.“

Er fuhr sich über den Nacken.

„Du kannst nicht einfach hier auftauchen.“

Lili lachte kurz auf.

„Interessant.“

„Lili...“

„Nein, wirklich. Interessant.“

Sie verschränkte die Arme vor der Brust.

„Ich wusste nämlich nicht, dass wir inzwischen Termine brauchen.“

„Du weißt genau, was ich meine.“

„Eigentlich nicht.“

Julian trat einen Schritt vor und zog die Tür etwas weiter hinter sich zu.

Diese kleine Bewegung sagte mehr als alles andere.

Bloß nicht reinlassen.

Bloß nicht sichtbar machen.

Lili sah auf seine Hand am Türgriff.

„Ist sie da?“

Er antwortete nicht.

„Deine Frau.“

„Lili.“

„Ist sie da?“

„Mit den Kindern.“

Da war es.

Sie nickte langsam.

„Okay.“

„Ich habe dir geschrieben.“

„Ja.“

„Dann verstehe ich nicht, warum du—“

„Weil ich mit dir reden möchte.“

„Das können wir morgen machen.“

„Nein.“

Julian wurde still.

Lili spürte, wie ihr Herz schneller schlug.

Jetzt.

Einfach sagen.

Bevor sie wieder einknickte.

Bevor er sie ansah, als wäre sie etwas Besonderes, und sie wieder alles vergaß, was sie sich auf der Fahrt hierher vorgenommen hatte.

„Was sind wir?“

Julian blinzelte.

„Was?“

„Du hast mich verstanden.“

„Lili, nicht hier.“

„Wo dann?“

Sie lachte bitter.

„In einem Hotel? In deinem Studio? In irgendeinem Restaurant drei Städte weiter, damit uns bloß niemand zusammen sieht?“

„Bitte sei leiser.“

Etwas in ihr zog sich zusammen.

„Natürlich.“

Sie nickte.

„Das ist gerade dein größtes Problem.“

„Das habe ich nicht gesagt.“

„Du musst es nicht sagen.“

Julian sah wieder zur Tür.

Lili bemerkte es.

Natürlich bemerkte sie es.

Sie bemerkte inzwischen jedes Mal, wenn er Angst hatte, dass jemand sie sehen könnte.

Früher hatte sie sich eingeredet, das wäre nur vorübergehend.

Seine Ehe sei kompliziert.

Er brauche Zeit.

Die Kinder.

Das Label.

Sein Ruf.

Immer gab es irgendeinen Grund.

Und Lili hatte jeden einzelnen akzeptiert.

Weil er danach ihre Hand genommen hatte.

Weil er ihr gesagt hatte, dass sie anders war.

Reifer.

Kluger.

Dass er mit ihr reden konnte wie mit niemandem sonst.

Dass sie ihn verstand.

Gott.

Wie dumm konnte ein Mensch eigentlich sein?

„Ich will keine heimliche Sache mehr sein.“

Julian schloss kurz die Augen.

„Lili.“

„Nein. Sag nicht wieder meinen Namen so.“

„Wie?“

„Als würde ich gerade etwas Unvernünftiges tun.“

„Du stehst vor meinem Haus, während meine Familie drinnen ist.“

Der Satz traf.

Lili hob das Kinn.

„Deine Familie.“

Julian schwieg.

„Genau deshalb bin ich hier.“

„Was erwartest du von mir?“

Endlich.

Sie hatte sich diese Frage auf der ganzen Fahrt gestellt.

Die vernünftige Antwort wäre gewesen:

Nichts.

Aber das stimmte nicht.

„Die Wahrheit.“

„Welche Wahrheit?“

„Über uns.“

Julian seufzte.

Dieses Seufzen.

Als wäre sie anstrengend.

Als wäre dieses Gespräch eine lästige Aufgabe zwischen zwei Meetings.

„Lili, wir haben nie..“

Sie starrte ihn an.

„Sag es nicht.“

„Was?“

„Sag jetzt nicht, dass wir nie über so etwas gesprochen haben.“

Er schwieg.

Ihr Magen sank.

„Du hast mir geschrieben, dass du mich vermisst.“

„Ja.“

„Dass du an mich denkst.“

„Das tue ich.“

„Dass ich etwas Besonderes bin.“

„Das bist du auch.“

„Dass du zu Hause unglücklich bist.“

Julian presste die Lippen zusammen.

„Das ist kompliziert.“

Lili lachte.

Diesmal klang es hässlich.

„Natürlich.“

„Du wusstest, dass ich verheiratet bin.“

Da war er.

Der Satz, vor dem sie die ganze Zeit Angst gehabt hatte.

Und das Schlimmste war:

Er hatte recht.

Sie hatte es gewusst.

Vom ersten Abend an.

Lili sah zu Boden.

„Ja.“

„Ich habe dir nie versprochen, meine Familie zu verlassen.“

Sie hob den Kopf wieder.

„Nein.“

Ihre Stimme war plötzlich leiser.

„Hast du nicht.“

Julian entspannte sich ein wenig.

Als hätte er gewonnen.

Das machte etwas in ihr kaputt.

„Aber du hast dafür gesorgt, dass ich glaube, ich wäre mehr als irgendeine Frau, mit der du schläfst.“

„So habe ich das nie gesagt.“

Lili starrte ihn an.

„Wow.“

„Verdreh mir nicht die Worte.“

„Ich verdrehe gar nichts.“

Ihre Augen brannten.

Sie hasste das.

Sie wollte nicht vor ihm weinen.

Auf keinen Fall.

„Was war ich dann?“

Julian antwortete nicht sofort.

Und diese zwei Sekunden waren schlimmer als jede mögliche Antwort.

„Lili…“

„Was war ich?“

„Es war schön.“

Sie blinzelte.

„Schön.“

„Ja.“

„Das ist deine Antwort?“

Er sah sie an.

„Was willst du hören?“

Ich liebe dich.

Ich entscheide mich für dich.

Ich habe genauso Angst wie du.

Irgendetwas.

Stattdessen sagte sie:

„Ich weiß es nicht.“

Und zum ersten Mal war das die Wahrheit.

Julian atmete tief durch.

„Ich glaube, du hast da Dinge hineininterpretiert, die so nie gemeint waren.“

Stille.

Lili spürte plötzlich ihre Finger nicht mehr richtig.

„Ich habe was?“

„Du warst emotional sehr—“

„Nein.“

„Lili.“

„Nein.“

Sie machte einen Schritt zurück.

„Mach das nicht.“

„Was?“

„Tu nicht so, als hätte ich mir das eingebildet.“

„Das sage ich nicht.“

„Doch.“

Ihre Stimme brach.

Verdammt.

Sie wandte kurz den Kopf ab.

Atmen.

Einfach atmen.

Julian trat näher.

„Du solltest gehen.“

Lili sah ihn wieder an.

Da war endgültig nichts mehr übrig.

Nicht von dem Mann, der ihr nachts um zwei geschrieben hatte, dass er ihre Stimme vermisste.

Nicht von dem Mann, der ihre Haare aus ihrem Gesicht gestrichen hatte.

Nicht von dem Mann, der ihr gesagt hatte, sie sei viel erwachsener als Frauen in ihrem Alter.

Nur ein Mann vor seiner Haustür.

Der wollte, dass sein Problem verschwand.

„Okay.“

Julian schien überrascht.

„Okay?“

Lili nickte.

„Ich gehe.“

„Lili..“

„Keine Sorge.“

Sie zwang sich zu einem Lächeln.

Es gelang ihr nicht.

„Deine Frau wird nichts erfahren.“

Sein Gesicht veränderte sich.

Nur ganz kurz.

Erleichterung.

Lili sah sie trotzdem.

Und damit war wirklich alles vorbei.

Sie drehte sich um.

„Lili.“

Sie blieb stehen.

Für einen winzigen Moment hoffte irgendein erbärmlicher Teil von ihr noch immer, dass er hinter ihr herkommen würde.

Dass er sagen würde, sie solle bleiben.

Dass alles ein Missverständnis war.

„Bitte komm nicht noch einmal unangekündigt her.“

Lili schloss die Augen.

Natürlich.

„Keine Angst.“

Sie ging.


Sie wusste später nicht mehr, wie lange sie gelaufen war.

Fünf Minuten.

Zwanzig.

Vielleicht eine Stunde.

Irgendwann saß sie auf einer niedrigen Mauer an irgendeiner viel zu sauberen Straße und starrte auf ihre Schuhe.

Ihre Hände zitterten.

Ihr Handy lag zwischen ihren Fingern.

Sie öffnete ihre Kontakte.

Mama.

Nein.

Allein der Gedanke ließ ihren Magen noch enger werden.

Was hast du dir dabei gedacht?

Warum hast du mir nichts gesagt?

Was soll jetzt werden?

Lili wischte weiter.

Sie wusste nicht einmal, wen sie suchte.

Dann blieb ihr Daumen stehen.

Liam.

Sie starrte seinen Namen an.

Großer Bruder.

Er hatte genug eigene Probleme.

NOVA.

Das Label.

Die Presse.

Sein Produzent.

Julian.

Ihr wurde schlecht.

Sie sollte ihn nicht da hineinziehen.

Also legte sie das Handy weg.

Zehn Sekunden später nahm sie es wieder.

„Scheiße.“

Sie drückte auf Anrufen.

Einmal klingeln.

Zweimal.

„Lili?“

Seine Stimme.

Mehr brauchte es nicht.

Ihre gesamte mühsam zusammengehaltene Fassade brach auseinander.

„Hey.“

Es kam kaum etwas heraus.

Am anderen Ende wurde Liam sofort ernst.

„Was ist passiert?“

„Nichts.“

Stille.

„Lili.“

Sie presste eine Hand gegen ihren Mund.

„Ich bin okay.“

„Du weinst.“

„Nein.“

„Du kannst mich anlügen, wenn du dich wenigstens ein bisschen anstrengst.“

Sie lachte.

Oder versuchte es.

Stattdessen kam irgendein hässliches Geräusch heraus.

„Scheiße.“

„Wo bist du?“

„Liam, du musst nicht..“

„Wo bist du?“

Keine Vorwürfe.

Keine Fragen.

Nicht einmal ein Warum.

Nur das.

Lili sah sich um.

„Ich weiß es nicht.“

„Was heißt, du weißt es nicht?“

„Ich bin irgendwo bei Julian.“

Stille.

Nur ganz kurz.

Dann veränderte sich Liams Stimme.

„Hat er dir etwas getan?“

„Nein.“

„Bist du sicher?“

„Ja.“

„Hat er dich angefasst?“

„Liam.“

„Lili.“

„Nein.“

Sie wischte sich über das Gesicht.

„Nicht so.“

Er atmete hörbar aus.

„Schick mir deinen Standort.“

„Du hast doch..“

„Lili.“

Sie kannte diesen Ton.

Diskussion zwecklos.

„Okay.“

„Ich komme.“

„Du musst nicht.“

„Ich komme.“

Die Verbindung endete.

Lili sah auf ihr Handy.

Dann begann sie wieder zu weinen.

Nicht weil Julian sie rausgeworfen hatte.

Zumindest redete sie sich das ein.

Sondern weil Liam nicht einmal gefragt hatte, ob sie es verdient hatte.

Er war einfach gekommen.


Zwanzig Minuten später hielt ein schwarzer Wagen am Straßenrand.

Liam stieg aus, bevor der Motor richtig aus war.

„Lili.“

Sie stand auf.

Oder versuchte es.

Ihre Beine fühlten sich seltsam weich an.

Liam war mit wenigen Schritten bei ihr.

Er blieb direkt vor ihr stehen.

Sein Blick wanderte über ihr Gesicht.

„Alles okay?“

Sie nickte.

Er hob eine Augenbraue.

„Dumme Frage.“

„Ziemlich.“

„Komm her.“

Das war alles.

Lili trat gegen seine Brust und vergrub ihr Gesicht in seinem Shirt.

Dann weinte sie.

Richtig.

Nicht schön.

Nicht leise.

Kein einzelnes dramatisches Tränchen.

Sie heulte so sehr, dass ihr irgendwann die Nase lief und sie wahrscheinlich Liams verdammt teures Shirt ruinierte.

Er sagte nichts.

Seine Arme lagen einfach um sie.

Fest.

Warm.

Vertraut.

Wie früher.

Wie in den wenigen Sommern, in denen sie sich als Kinder gesehen hatten und fünf Minuten später gestritten hatten, als würden sie jeden Tag zusammen verbringen.

„Ich bin so dumm“, brachte sie hervor.

Liam zog sie ein Stück zurück.

„Nein.“

„Doch.“

„Nein.“

„Ich wusste, dass er verheiratet ist.“

Liams Kiefer spannte sich an.

„Darüber reden wir später.“

„Ich wusste es.“

„Lili.“

„Vielleicht hat er recht.“

Jetzt wurde Liam ganz still.

„Was hat er gesagt?“

Sie schüttelte den Kopf.

„Dass ich mir Sachen eingebildet habe.“

Etwas Dunkles trat in Liams Blick.

„Hat er das gesagt?“

„Liam.“

„Hat er das gesagt?“

„Ja.“

Liam sah über ihre Schulter Richtung Straße.

„Ich bring ihn um.“

Trotz allem entkam ihr ein kleines Lachen.

„Bitte nicht.“

„Warum nicht?“

„Gefängnisorange steht dir nicht.“

Er sah sie an.

Dann lachte er tatsächlich kurz.

„Du bist unmöglich.“

„Familienkrankheit.“

„Komm.“

Er legte einen Arm um ihre Schultern.

„Wir fahren nach Hause.“

Nach Hause.

Lili schloss kurz die Augen.

Dann blitzte etwas auf.

Sie öffnete sie wieder.

„Was war das?“

Liam blieb stehen.

Noch ein Blitz.

Auf der anderen Straßenseite stand ein Mann mit einer Kamera.

Dann ein zweiter.

„Scheiße“, murmelte Liam.

„Liam?“

Ein weiterer Blitz.

„Ins Auto.“

„Was..“

„Jetzt.“

Seine Hand legte sich schützend an ihren Rücken.

Zu spät.

Die Kameras klickten bereits.

Lili mit verheultem Gesicht.

Liam dicht neben ihr.

Sein Arm um ihre Schultern.

Seine Hand an ihrer Taille, als er sie zum Auto führte.

Ein Fotograf rief:

„Liam! Wer ist die Frau?“

Lili erstarrte.

Noch ein Blitz.

„Liam! Ist das Ihre Freundin?“

„Ignorieren“, sagte er leise.

„Aber..“

„Einsteigen.“

„Liam!“

Blitz.

Liam öffnete die Beifahrertür.

„Nicht.“

Sie sah ihn an.

„Die wissen—“

„Sie wissen gar nichts.“

Noch ein Blitz.

Lili stieg ein.

Liam schlug die Tür zu und ging um den Wagen herum.

Die Fotografen kamen näher.

Fragen.

Blitze.

Stimmen.

Dann saß Liam neben ihr.

Die Türen verriegelten sich.

Für einen Moment war es still.

Lili sah durch die Scheibe auf die Kameras.

„Das ist schlecht, oder?“

Liam startete den Motor.

„Morgen wissen wir es.“

Sie sah ihn an.

„Es tut mir leid.“

Er drehte den Kopf zu ihr.

„Wofür?“

„Für das alles.“

Liams Blick wurde hart.

Nicht gegen sie.

„Du entschuldigst dich nicht dafür, dass du mich angerufen hast.“

„Aber..“

„Nie.“

Ein weiteres Blitzlicht erhellte das Wageninnere.

Liam fuhr los.

Lili blickte zurück.

Sie wusste noch nicht, dass genau diese Fotos am nächsten Morgen überall sein würden.

Sie wusste nicht, dass Menschen ihren Bruder einen Lügner nennen würden.

Einen Betrüger.

Dass sie selbst zur geheimnisvollen Frau an seiner Seite werden würde.

Sie wusste nicht, dass Liam die Wahrheit kennen und trotzdem schweigen würde.

Für sie.

In diesem Moment wusste Lili nur eines.

Julian hatte sie vor die Tür gesetzt.

Und Liam war gekommen, um sie nach Hause zu bringen.

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Great Character

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Strong Dialog

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