Create New List
Share with your friends
Customize readability

Sein Mädchen - Gerettet

All Rights Reserved ©

Summary

Er sollte nur ihr Schutzgeld eintreiben. Aber er will viel lieber sie. Mila Rosen hat alles in ihren kleinen Blumenladen gesteckt. Doch die Geschäfte laufen schlecht, ihre Schulden wachsen, und als sie eines Tages das geforderte Schutzgeld nicht aufbringen kann, steht plötzlich Nikolai Zorin vor ihr. Ein gefährlicher Mann, vor dem sie eigentlich davonlaufen sollte. Doch Nikolai hat ganz andere Pläne. Er will Mila aus ihrem bisherigen Leben herausholen, sie beschützen aber vor allem sie um keinen Preis wieder gehen lassen. Denn für ihn steht vom ersten Augenblick an fest: Sie gehört ihm! Mila weiß, dass sie vorsichtig sein sollte. Aber hinter Nikolais einschüchternder Fassade entdeckt sie einen Mann, der ihr etwas gibt, wonach sie sich schon ihr ganzes Leben sehnt: das Gefühl, endlich irgendwo dazuzugehören. Nur wie soll sie einem Mann ihr Herz anvertrauen, der nicht gewohnt ist, ein Nein zu akzeptieren? Eine kurze, intensive Dark-Mafia-Romance

Genre
Romance
Author
Rodinia
Status
Complete
Chapters
11
Rating
4.0 (1 review)
Age Rating
18+

Chapter 1

Mila

Ich schaute aus dem Fenster meines kleinen Ladens auf die kaputte Straße. Der Asphalt war rissig, und in den Pfützen spiegelte sich das grelle Licht der Bar gegenüber. Schon jetzt gingen dort immer wieder zwielichtige Gestalten ein und aus, wahrscheinlich von ihrem eigenen Leben frustriert.

Vielleicht sollte ich mich ihnen anschließen.

Seufzend fiel mein Blick auf meine Blumen, die ordentlich in ihren Regalen standen und darauf warteten, dass jemand sie für würdig hielt, sie in seinem Garten zu pflanzen. Ich wusste nicht, ob ich es mir einbildete, doch irgendwie ließen sie heute mehr die Köpfe hängen als sonst.

Ob sie spüren konnten, dass heute kein guter Tag für mich war?

Bei dem Gedanken musste ich leicht lächeln. Vielleicht verbrachte ich wirklich zu viel Zeit mit meinen Pflanzen, aber wenn man so oft allein war wie ich, passierte das wohl irgendwann.

Heute war für mich kein guter Tag, denn es war wieder Ende des Monats, und das bedeutete, dass Zahltag war. Jeden Monat dasselbe Spiel. Zahle für deinen Schutz – oder stell dich darauf ein, dass dein Laden kurz und klein gehauen wird.

Niemand konnte diesen Tag leiden. Sie kamen, um dir dein weniges Geld zu nehmen, und dafür „beschützten“ sie deinen Laden. Doch wer sich weigerte zu zahlen, musste damit rechnen, dass sich dieser Schutz ganz schnell in eine Drohung verwandelte.

Deshalb achtete ich jeden Monat darauf, das Geld rechtzeitig zusammenzubekommen. Bisher hatte ich es irgendwie geschafft, doch von Monat zu Monat wurde es schwieriger, genug für die nächste Zahlung beiseitezulegen.

Und dieses Mal fehlte mir mehr, als mir lieb war.

Mein Blumenladen gab einfach nicht genug Gewinn her, weshalb ich jeden Abend zusätzlich in der Bar gegenüber arbeitete, nur um mich über Wasser zu halten. Dabei sparte ich bereits an allem, was irgendwie möglich war.

Aus lauter Not hatte ich inzwischen meine kleine Ein-Zimmer-Wohnung aufgegeben und lebte im Hinterzimmer meines Ladens.

Eigentlich war das ziemlich praktisch – ich brauchte morgens nicht lange bis zur Arbeit. Richtig?

Aber egal, wie sehr ich mich einschränkte und wie viel ich zusätzlich arbeitete: Am Ende reichte das Geld trotzdem nicht.

Dabei war ich mit meinem Latein am Ende. Egal, wie ich es drehte und wendete, es gab einfach keine Lösung.

Und als würde das nicht schon reichen, hatte vor ein paar Wochen nach meiner Schicht in der Bar die Ladentür offen gestanden. Sie war aufgehebelt worden und die Kasse war ratzeputz leer gewesen. Jeder einzelne Penny war weg, aber wenigstens hatten sie meine Blumen verschont.

Ein solcher Vorfall war in dieser Gegend leider nichts Ungewöhnliches.

Mein Blumenladen lag im Zentrum des Machtkampfs zwischen zwei Mafia-Syndikaten, die um die Vorherrschaft in der Stadt kämpften. Hier zählten eher die Gramm Gras in der Hosentasche, der Alkoholgehalt in der Flasche oder Patronen in einer Waffe.

Mit meinen Blumen war ich da ziemlich fehl am Platz.

Dass sich überhaupt jemand in meinen Laden verirrte, war schon selten genug. Und wenn doch, wollte die Hälfte von ihnen keine Blumen kaufen.

»Gras?« Wie oft ich diese Frage inzwischen gehört hatte, konnte ich kaum noch zählen. Ja, hier standen überall Pflanzen. Nein, die konnte man nicht rauchen. Und nein, ich hatte auch nichts unter der Ladentheke versteckt.

Mehr als fünf Leute hatte ich deswegen schon vor die Tür gesetzt.

Vielleicht sollte ich ihnen beim nächsten Mal einfach einen Topf Basilikum in die Hand drücken.

Viel schlechter könnte das Geschäft damit vermutlich auch nicht laufen.

Manchmal fragte ich mich wirklich, warum ich das alles noch mitmachte. Vielleicht wäre es leichter, einfach aufzugeben, meine Sachen zu packen und alles hinter mir zu lassen.

Doch wohin sollte ich gehen?

Ich war in einem Waisenheim aufgewachsen, und es gab niemanden auf dieser Welt, zu dem ich gehen konnte. Niemanden, der auf mich wartete oder sich freuen würde, wenn ich plötzlich vor seiner Tür stand.

Dieser kleine Blumenladen war alles, was ich hatte, und vielleicht hing ich gerade deshalb so sehr an ihm.

Es war etwas, das ich konnte. Etwas, das ich mir selbst aufgebaut hatte.

Nachdem ich damals endlich das Waisenhaus verlassen hatte, hatte ich vor dem Nichts gestanden.

Die ersten Jahre waren hart gewesen, denn niemand hatte jemanden einstellen wollen, der keine Erfahrung hatte – und gleichzeitig hatte ich keine Wohnung bekommen, weil ich keinen Job hatte vorweisen können.

Es war ein Teufelskreis gewesen, den ich zu durchbrechen versucht hatte. Ich war verdammt verzweifelt gewesen, denn ich hatte einfach nur eine Chance gewollt. Eine Chance, irgendetwas aus meinem Leben zu machen.

Doch ohne Geld und ein richtiges Zuhause hatte dies unmöglich geschienen.

Als ich schließlich einen Job in einer alten Bar bekommen hatte und der Besitzer mir erlaubt hatte, in einer kleinen Abstellkammer zu schlafen, war mir völlig egal gewesen, wie eng und ungemütlich es dort war.

Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl gehabt, nicht mehr vollkommen auf der Stelle zu treten.

Ich hatte nicht viel verdient, aber ich hatte endlich etwas zurücklegen können. Also hatte ich gespart. Jeden einzelnen Cent, auf den ich hatte verzichten können.

Es hatte Jahre gedauert, bis ich genug zusammengehabt hatte, um mir diesen kleinen Laden leisten zu können. So lange hatte ich dafür gespart, endlich etwas Eigenes zu haben. Etwas, das mir niemand einfach wieder nehmen konnte.

Zumindest hatte ich mir das damals so vorgestellt.

Heute wusste ich es besser.

Es spielte keine Rolle, wie hart ich dafür gearbeitet hatte oder wie sehr ich an diesem Laden hing. Wenn ich das Schutzgeld nicht zahlen konnte, könnte ich trotzdem alles verlieren.

Mein Blick fiel auf die Uhr, und mein Magen zog sich zusammen.

Ich konnte nur hoffen, dass sie heute einen guten Tag hatten.

Es ertönte das gewohnte Klingeln, als die Tür meines Ladens aufging und zwei Männer in schwarzen Anzügen hereinkamen.

Es waren dieselben beiden Schutzgeldjäger wie jeden Monat. Zwillinge, denen ich jeden Monat das Geld überreichte und die für das Mafia-Syndikat Sokolov arbeiteten, das den „Schutz“ der Leute hier sehr ernst nahm – allerdings nur, wenn diese bereit waren, dafür zu zahlen.

Yuri, der sanftere der beiden Zwillinge, hatte wie immer ein kleines Lächeln für mich aufgesetzt und entdeckte mich sofort am Tresen. Er begrüßte mich mit einem kleinen Nicken.

Sein Bruder Kiran war das genaue Gegenteil. Er war kühl – und ganz sicher nicht der Typ Mann, mit dem man ein Gespräch anfangen wollte. Ich glaubte, ich hatte ihn noch nie lächeln sehen.

Trotzdem waren beide mir gegenüber bisher nie gewalttätig geworden.

Zumindest noch nicht.

Manchmal verkaufte ich Yuri ein paar Blumen, die er einer seiner neuen Eroberungen mitbrachte. Ich sah ihn häufig in der Bar, in der ich arbeitete, und jedes Mal hatte er ein anderes Mädchen auf dem Schoß.

„Hey, Mila. Du weißt, warum wir hier sind“, brummte Kiran ungeduldig und lehnte sich gegen den Tresen, als gehöre ihm der Laden.

Währenddessen hatte Yuri sich längst meinen frisch gebundenen Sträußen zugewandt. Mit geübtem Blick ließ er die Finger über die Rosen gleiten, offenbar bereits dabei, auszuwählen, welche er dieses Mal mitnehmen wollte.

Dabei warf er uns nur einen kurzen, desinteressierten Blick zu.

Ich spürte, wie meine Hände leicht zitterten, während ich nach einer Erklärung suchte, warum ich das Geld diesmal nicht hatte.

Doch mir fiel nichts ein.

Das meiste hatten sie wahrscheinlich schon zur Genüge gehört, und es wäre für sie nichts weiter als eine billige Ausrede.

„Mila?“ Kiran hob eine Augenbraue, und ich zuckte zusammen, als er mich aus meinen Gedanken riss. Schluckend legte ich die Schere ab und setzte mein bestes Sonnenstrahl-Lächeln auf.

„Ich habe heute wirklich tolle Blumen“, sagte ich so unbeschwert wie möglich. „Wollt ihr nicht welche für eure Liebsten mitnehmen? Die gehen aufs Haus.“

Für einen Moment sagte Kiran nichts. Er musterte mich nur, dann schüttelte er den Kopf.

„Wieso habe ich das Gefühl, dass hier gleich Ärger auf dich wartet?“, knurrte er genervt.

Nervös kratzte ich über die Ärmel meines verblichenen Kleides.

„Ich kann euch über die Hälfte geben“, sagte ich leise. „Aber ich habe diesen Monat einfach nicht genug eingenommen, um euch alles zu bezahlen.“

„Mila, Mila, Mila …“ Kiran schnalzte mit der Zunge. „Du machst es uns wirklich schwer.“

Er beugte sich über den Tresen, packte mich am Kragen und zog mich ein Stück zu sich heran.

„Du weißt, dass wir immer nett zu dir sind“, knurrte er leise. „Aber wir lassen uns nicht hinters Licht führen.“

Sein Griff wurde fester.

„Also gib uns jetzt lieber brav das Geld, sonst wird es hier gleich ungemütlich.“

Ich schnappte nach Luft und nickte hastig. Zufrieden ließ er mich los, während ich mich am Tresen festhielt, um nicht den Halt zu verlieren.

Meine Knie zitterten, und ich wusste einfach nicht, was ich tun sollte.

Ich hatte das Geld nicht.

Sie würden mich umbringen.

Ein Schluchzen rutschte mir über die Lippen. Ich versuchte es zu unterdrücken, aber es brachte nichts. Die Panik war einfach zu groß, und das Schluchzen wurde lauter.

Yuri sah von den Blumen auf und musterte mich kurz.

„Sieht nicht so aus, als würde sie lügen“, sagte er schließlich.

Kiran warf ihm einen kurzen Blick zu. „Das ist nicht unser Problem.“

Yuri verzog leicht den Mund, sagte aber nichts dagegen.

Ich stand einfach da und weinte. Es war mir peinlich, aber gleichzeitig war mir alles andere gerade egal.

Die beiden beobachteten mich.

„Ich glaube, wir sollten Hilfe holen“, brummte Kiran genervt. Seine dunklen Augen verfolgten jede meiner Tränen.

Yuri sah mich noch einen Moment an, dann atmete er leise aus. „Ich geh Nikolai holen.“

Mir stockte der Atem.

Nikolai Zorin?

Der Mann, der überall Blut und Schrecken hinterließ?

Oh Gott. Ich musste hier weg, sonst käme ich nur noch in einem Leichensarg aus diesem Laden.

Mein Blick wanderte zur Tür, und für einen Moment überlegte ich, einfach zu rennen. Ich könnte hier raus und einfach verschwinden, doch dann wäre alles verloren, denn ich könnte nie wieder zurückkommen. Im schlimmsten Fall würden sie meinen Laden niederbrennen.

Aber wenigstens wäre ich noch am Leben.

Kiran trat einen Schritt vor und verschränkte die Arme, genau in dem Moment, in dem ich zur Tür sah. Er musste meinem Blick gefolgt sein, denn er stellte sich mir leicht in den Weg. Dabei hob er eine Augenbraue.

„Mila“, ermahnte er mich ruhig.

Ertappt schluchzte ich leise und wischte mir mit dem Ärmel über das Gesicht, während ich daran dachte, einfach auf die Knie zu fallen, um es vielleicht doch noch mit Betteln zu versuchen.

Ich war nicht so mutig wie die Mädchen in meinen Büchern. Die konnten es sein, weil die Autorin wusste, dass am Ende alles gut gehen würde. Aber bei mir … wer gab mir da schon eine Garantie?

Als die Tür klingelte, kam Yuri mit einem fremden Mann in den Laden, der sich sofort im Raum umsah.

„Was ist hier los? Wieso muss ich euch in den Hintern treten?“, knurrte er.

Ich blinzelte die Tränen weg und wagte einen vorsichtigen Blick zu ihm hinauf.

Oh Gott, ist er attraktiv! Er füllte mit seinen breiten Schultern und seiner muskulösen Brust den Türrahmen aus. Mein Blick wanderte zu seinem kantigen Kiefer, über den sich dunkle Bartstoppeln zogen, und blieb schließlich an seinem Mund hängen.

Oh.

Ausgerechnet der Mann, vor dem ich solche Angst hatte, sah aus, als wäre er aus einem meiner Bücher gestiegen.

Kiran hob langsam die Hand und deutete auf mich.

„Sie weint“, sagte er beinahe vorwurfsvoll. „Und hört nicht mehr auf. Sie kann ihr Schutzgeld nicht bezahlen.“

Etwas beschämt wischte ich mir mit dem Ärmel über die nassen Wangen und zog die Nase hoch. Doch kaum sah ich wieder zu Nikolai, liefen sofort neue Tränen.

Es war, als würde gerade alles aus mir herausbrechen, was sich über die letzten Jahre angestaut hatte – und das ausgerechnet vor dem attraktivsten Mann, den ich je gesehen hatte, der mir gleich das Leben schwer machen würde.

„Oh.“

Nikolai sah mich einen Moment lang einfach nur an. „Warum weint sie?“, fragte er dann leicht gereizt und blickte zu den beiden Männern.

Die zuckten nur ratlos mit den Schultern. „Kiran hat nur versucht, ihr ein bisschen Angst einzujagen. Wir haben ihr nichts getan. Wirklich nicht“, erklärte Yuri. „Du weißt doch, wie das läuft. Wenn jemand nicht zahlt, machen wir ein bisschen Druck. Normale Routine.“

Nikolai seufzte leise und deutete zur Tür.

„Raus. Ich übernehme.“

Die Zwillinge nickten und waren verschwunden, bevor ich etwas sagen konnte. Die Erleichterung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, doch mir wurde beim Gedanken, mit Nikolai allein zu sein, ganz anders.

Sein Blick blieb auf mir, während er sich mir näherte. Ich rechnete damit, dass er mich wie Kiran anfahren würde, doch als er vor mir stehen blieb, hatte sich der harte Zug um seinen Mund gelöst.

„Du hast also kein Geld, Engel?“

Let Rodinia know what you thought about this chapter!
Love this

0

Love this

Funny

0

Funny

Spicy

0

Spicy

Suspenseful

0

Suspenseful

Emotional

0

Emotional

Profound

0

Profound

Heartwarming

0

Heartwarming

Shocking

0

Shocking

Good Writing

0

Good Writing

Compelling Plot

0

Compelling Plot

Great Character

0

Great Character

Strong Dialog

0

Strong Dialog

Further Recommendations

PARIS IN THE DARK

Hester: Very good, was short too the point , not lingering on the abuse, pity you didn’t let him step in earlier knowing the abuse was happening, but this is almost real for some women who have gone through it, just wish they could all have a princess at te end of thete tunnel

Read Now
The Grumpy Next Door

ceruleandecay: Great book! couldn't peel my eyes of it... finished it in one go!! Amazing!!

Read Now
Bear Shifter Secrets

Karen Nagy: This is a wonderful story with warm, endearing characters. It shows growth and acceptance of individual differences combined to make a strong unit. Loved the characters and enjoyed the writing style. Can't wait to read more!

Read Now
THE WOMAN HE BOUGHT

jonahlee: at first i though it was a historical romance but realized it was a modern novel.I loved it ,great storyline

Read Now
The Contract Wife

barb7604: Very good story, but glad you are writing a longer version. The end came way to quick without any of the previous drama

Read Now
The Heir's Shadow

caldwtd: A bit of sweet in a world of violence. I enjoyed this story, and angst of each character believing they should not have these feelings towards each other. I did struggle with her seeming to be a bad ass, but yet was always so negative about herself, her negativity was a bit too much for my liking, I...

Read Now
SECRET BILLIONAIRE

Lynnfaulkner: I really enjoyed reading this story. Keep up the good writing.

Read Now
Exile in Flames

Theresa: Loved the book. I’d recommend it to anyone who likes fantasy books.

Read Now
Sein Mädchen
- Gerettet