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My Naughty Disciple

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Summary

Meister Lan Chen ist ein brillanter Heiler, ein hoffnungsloser Koch und vollkommen immun gegen die Verführungskünste seines Schülers. Zumindest glaubt er das. Xiao Yi sieht die Sache anders. Seit der zurückgezogen lebende Arzt ihm das Leben gerettet hat, verfolgt er nur noch ein Ziel: das Herz seines unerschütterlichen Meisters zu erobern. Doch als eine rätselhafte Seuche die Stadt Yong’an heimsucht, geraten die beiden in ein gefährliches Netz aus dunklem Qi, längst begrabenen Geheimnissen und verbotenen Gefühlen. Denn manche Krankheiten lassen sich mit Medizin heilen.

Genre
Lgbtq
Author
Misery1989
Status
7h ago
Chapters
2
Rating
n/a
Age Rating
18+

Prolog

Als Lan Chen an diesem regnerischen Tag hinausging, hatte er vorgehabt, Heilkräuter zu suchen. Was er fand, war ein junger Mann, dem Tode nahe.

Lan Chen war ein Meister der Medizin. Er lebte zurückgezogen in einer Residenz inmitten der Wälder und empfing nur selten Besuch. Er mochte es, regnerische Tage mit dem Übersetzen alter Bücher und dem Sammeln von Kräutern zu verbringen.

Seine Gestalt war groß und schmal; er war Arzt, kein Kämpfer. Sein langes, silbergraues Haar hatte er locker im Nacken zusammengebunden und mit einer schlichten, aber fein geschnitzten Haarnadel fixiert. Ein dünner Zopf fiel ihm beinahe bis zu den Knöcheln. In der einen Hand hielt er einen weißen Papierregenschirm mit Bambusmotiven, in der anderen einen Korb, der bereits mit frischen, regennassen Kräutern gefüllt war.

Ein Monokel mit dünnem Glas vervollständigte die Erscheinung eines eleganten, erfahrenen Mannes. Dabei war er keineswegs ein alter Greis, sondern erst zweiunddreißig Jahre alt.

Lan Chen beugte sich gerade über einen Busch mit prallen, reifen Beeren, als er den verräterischen Duft eines seltenen Heilkrauts wahrnahm. Da hörte er ein Stöhnen.

Zunächst hielt er es für ein Tier. Doch die Laute klangen schmerzerfüllt. Er richtete sich auf und sah sich um. Auch wenn es nur ein verletztes Tier war, würde er alles tun, um ihm zu helfen.

Er bahnte sich seinen Weg über die nasse Erde. Das Gestrüpp wucherte so dicht, dass er beinahe über den Mann am Boden gestolpert wäre.

Er ließ seinen Schirm fallen und kniete sich neben die blutende, zusammengekauerte Gestalt. Als er die Hand ausstreckte, zuckte der junge Mann zusammen und wimmerte.

"Hört auf! Es tut weh, es tut so weh", weinte er.

Lan Chen drehte ihn behutsam um. Das Gesicht des jungen Mannes war angeschwollen. In seinen schwarzen Augen glomm Fieber, obwohl sein Körper gefährlich ausgekühlt war. Blaue Flecken und blutige Striemen übersäten seine Haut. Seine Kleidung war zerrissen; von dem dünnen Gewand, wie es die Jungen in den Bordellen trugen, waren kaum mehr als Fetzen übrig.

Lan Chen zog seine Hand nicht zurück. Sein Blick wanderte die steile Böschung hinauf. Einige junge Bäume waren geknickt, Büsche eingedrückt. Man musste ihn hier hinuntergestoßen haben, vermutete er.

Er legte seine langen, schmalen Finger über die Augen des zuckenden, wimmernden Mannes. Sein ruhiges, stetiges Qi floss durch dessen Körper, dämpfte das tosende Fieber, stabilisierte gebrochene Knochen und stillte innere Blutungen. Für eine vollständige Heilung würde es mehr brauchen, doch die unmittelbare Lebensgefahr war gebannt.

Der junge Mann mit dem ebenholzfarbenen Haar verlor das Bewusstsein. Lan Chen strich ihm behutsam über den Schopf.

"Das kriegen wir wieder hin, Junge", flüsterte er sanft.


***


"Wage es ja nicht, unserem Herrn wieder unter die Augen zu treten, du dreckige Ratte!"


Xiao Yi fuhr hoch.

Schmerz – das war alles, was er wahrnahm. Dann fiel er zurück. Doch anstatt auf dem erwarteten dünnen, quietschenden Holzbett seines Zimmers im Bordell landete er auf einer weichen, duftenden Matratze.

Sofort schreckte er erneut hoch. War er etwa doch wieder in Gu Mangs Anwesen zurückgeschleppt worden?

Er schluckte und ließ seinen Blick durch den Raum wandern, auf der Suche nach etwas Bekanntem.

Das Zimmer war aufgeräumt und ordentlich. Pflanzen, Tische und Regale – alles hatte seinen Platz, ohne dass der Raum überladen wirkte. Sonnenlicht fiel durch die weit geöffneten Fenster, und Seidenbahnen bewegten sich in einer sanften Brise. Das Bett war groß und weich. Decke und Kissen dufteten nach Kräutern und Seife. Er hörte sogar Vögel zwitschern.

Was für eine trügerische Ruhe, dachte Xiao Yi. In seinen ganzen achtzehn Jahren hatte er keinen solchen Morgen erlebt.

Er blinzelte. Sein Körper fühlte sich steif und taub an. Er hob die Decke und setzte sich ächzend auf die Bettkante.

Er trug eine seidene Robe, die ihm viel zu groß war. Verbände, die nach einer scharfen, beißenden Salbe rochen, schlangen sich um seinen Körper.

Gerade als er aufstehen wollte, betrat jemand das Zimmer.

"Ihr seid wieder wach?"

Die Stimme klang klar und freundlich wie das Plätschern eines Baches im Frühling.

Xiao Yi sah auf. Der Mann war überirdisch schön. Seine stolze, große Gestalt, das helle Haar und die weißgraue Robe mit der blassblauen Stickerei verliehen ihm das Aussehen eines Unsterblichen.

Er stellte ein Tablett auf einem niedrigen Tisch neben dem Bett ab und drückte Xiao Yi sanft zurück auf die Matratze.

"Ihr seid noch nicht vollständig genesen", tadelte Lan Chen.

Xiao Yi öffnete den Mund. "Bitte behandelt mich nicht weiter. So etwas kann ich mir nicht leisten", platzte es aus ihm heraus. Lan Chen sah ihn überrascht an.

"Ich habe Euch bereits behandelt", sagte er.

Xiao Yi schluckte. Verdammt, wie viel war er ihm schuldig? Er hatte nichts. Nur seinen Körper, mit dem er bezahlen konnte.

Lan Chen hob seine Beine zurück auf das Bett und half ihm, sich wieder hinzulegen.

"Ich habe Euch behandelt, weil Ihr Hilfe brauchtet. Dafür verlange ich kein Geld. Und jetzt ruht Euch aus", sagte er bestimmt.

Xiao Yi wollte noch etwas erwidern, doch der Mann drückte ihm bereits eine Schüssel Reisbrei in die Hand.

"Esst."

Dann stand er auf und durchstöberte seine Regale. Hier und da zog er ein Buch hervor und blätterte darin. Wenn er nicht fand, was er suchte, stellte er es seufzend zurück.

"Mein Herr", sagte Xiao Yi schließlich, als er genug Mut gefasst hatte. "Wie soll ich Euch jemals danken?"

Lan Chen hielt inne, verschränkte die Hände hinter dem Rücken und überlegte.

Sein langes Haar wogte sacht im Wind, und der Duft frischer, vom Regen gereinigter Luft hing im Raum.

"Werdet erst einmal wieder gesund. Wenn Ihr Euch dann wirklich erkenntlich zeigen wollt, könnte ich ein wenig Hilfe im Haushalt gut gebrauchen", antwortete er.

Xiao Yi nickte. "Ich bin gut darin, die Wünsche meines Meisters zu erfüllen", bestätigte er.

Lan Chen, der sich gerade umgewandt hatte, legte den Kopf schief, als verstünde er nicht recht, was Xiao Yi damit meinte.

"Ich rede davon, Kräuter zu sammeln und zu trocknen, mir mit Abschriften zu helfen und gelegentlich etwas zu kochen", fügte er hinzu. Jetzt war es Xiao Yi, der den Kopf schief legte.

"Ja, das kann ich auch noch tun", willigte er ein.

Für einen Moment verstummte draußen sogar der Gesang der Vögel, als wollten sie lauschen, wer hier wen missverstand.

Lan Chen, der weder besonders romantisch veranlagt war noch viel von triebgesteuerter Lust verstand, zuckte nur mit den Schultern und widmete sich wieder seiner Arbeit.

Xiao Yi rührte den Reisbrei um und roch daran. War er vergiftet? Mit irgendwelchen Essenzen versetzt? Er probierte vorsichtig und verzog das Gesicht.

Das war mehr Wasser als Reisbrei. Nicht einmal Gewürze waren darin, geschweige denn ein Aphrodisiakum oder etwas in der Art. Er wollte den nächsten Löffel gerade wieder absetzen, als Lan Chens Stimme ertönte.

"Ihr müsst aufessen, damit Euer Körper wieder zu Kräften kommt."

Zu Kräften? Damit?

Xiao Yi sah skeptisch in die blasse, krümelige Masse. Mit diesem Fraß würde es eine ganze Weile dauern, bis er seinem neuen Meister dienen konnte.

Vielleicht sollte er, sobald er kräftig genug war, wirklich das Kochen übernehmen.

"Wie ist Euer Name?"

Xiao Yi sah auf. "Xiao Yi", antwortete er. "Und Ihr seid?"

Lan Chen sah ihn nicht direkt an, sondern knapp an ihm vorbei, als sähe er etwas, das anderen verborgen blieb.

"Lan Chen. Meister Lan Chen."



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Great Character

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Strong Dialog

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