Brody
Meine Lieben The Band Leser, es ist so weit.
Der letzte Band hat sich in meinen Kopf geformt und wartet nur darauf auf Papier verewigt zu werden.
Es wird wieder wild. Wir werden weinen, vor Glück und Trauer und endlich unser Happy End für unsere fünf Lieblinge bekommen. Zumindest eine Art von Happy End.
Bin gespannt was ihr davon haltet.
Danke fürs Lesen.
Fühlt euch gedrückt.
Eure Luna 🫶
Mein Leben lang habe ich mich vor den wirklich wichtigen Entscheidungen gedrückt.
Vor allem vor meinem Outing. Hätte Lou das Bild nicht geleakt, wäre ich in den Augen der Öffentlichkeit wohl immer noch der Hetero, der gerne flirtet.
Entscheidungen sind schwierig. Zu schweigen ist sicher. Schweigen bedeutet keinen Ärger und keine Reaktion von außen.
Ich habe immer anderen meine Entscheidungen überlassen. Lou hat mich geoutet, nicht ich. Tommy hat mich verletzt und ich bin nicht mal selber vor den Konsequenzen weggelaufen. Nein. Lila ist gelaufen und ich bin ihr gefolgt. Während sie dann versucht hat zu heilen, bin ich abgestürzt und habe den Rest meines Willens dem Alkohol überlassen.
Man könnte sagen, ich bin ein Feigling.
Aber nicht mehr. Denn jetzt, in diesem Moment, laufe ich. Ich laufe um mein verdammtes Leben durch einen Tunnel, an dessen Ende ein Licht auf mich wartet wie in einem schlechten Film. Und ich hoffe so unglaublich sehr, dass am Ende dieses Tunnels das Leben ist.
Mein Leben. Mit Lila, meiner Frau, die ich noch nie so behandelt habe, wie sie es verdient. Mit Tommy, der unbedingt wissen muss, wie sehr ich ihn noch liebe.
Mit Chase, der mich niemals aufgegeben hat, weil er das nie tut.
Mit Lou, dem ich sagen muss, dass ich ihm verzeihe und ihn liebe, wie ich sie alle liebe.
Sogar mit Sebi, der, obwohl er Teil meines Traumas ist, alles dafür getan hat, es wiedergutzumachen.
Ich laufe, obwohl ich nicht mehr kann. Müdigkeit überkommt mich, die sich fast friedlich anfühlt, aber ich will keinen Frieden. Ich will in mein kaputtes Leben zurück, zu meinen Freunden, zu meiner Familie. Ich bin es ihnen schuldig, zu kämpfen, und das tue ich auch.
Ich kämpfe mich den Tunnel entlang in das Licht, als wäre es meine Erlösung, und nach einer gefühlten Ewigkeit stehe ich dann darin. Im Licht.
Und dann kommen der Schmerz und die Dunkelheit.
Es tut so weh. Jeder Atemzug sticht wie Nadeln in meiner Lunge. Meine Brust brennt wie Feuer und ich schreie vor Schmerzen, als ich die Augen aufreiße und in ein grelles, weißes Licht starre, das nicht mehr friedlich ist. Fuck, dieser Schmerz.
Es dauert Sekunden, bis ich realisiere, was er bedeutet. Schmerz heißt Leben.
Ich lebe.
Mein Schrei ebbt ab und ich nehme die Umgebung langsam wahr.
Da stehen Menschen um mich, alle in Arztkitteln, und sehen mich an, als wäre ich ein Alien.
Einer von ihnen, ein Mann, sicher Mitte fünfzig, lächelt mich an und beugt sich näher zu mir.
„Da sind Sie ja wieder, Junge. Wir dachten schon, wir verlieren Sie.“
Ein Geräusch entweicht meiner Kehle. Es klingt nicht menschlich und würde ich meinen trockenen Mund aufkriegen, um zu reden, würde ich den Leuten um mich sagen, dass ich verdammt noch mal nirgends hingehe. Ich verliere nicht.
Ich lebe, um mein Leben zu gewinnen, und heute, genau jetzt, beginne ich damit.








