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DANGEROUS LOYALTIES

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Summary

ALEXANDER: Ich habe Entscheidungen getroffen, deren Konsequenzen ich bis heute trage. Einige waren notwendig. Andere unverzeihlich. Jetzt erwartet mich ein Auftrag, der mich geradewegs in eine Situation bringt, auf die ich mich niemals wieder einlassen wollte. Ich ging davon aus, ich würde die Angelegenheit genauso gewissenhaft erledigen wie jede andere auch. Aber ich habe mich geirrt. Denn aus heiterem Himmel taucht Lucien Beaumont wieder vor meinen Augen auf. Bis zu diesem Zeitpunkt dachte ich, ich hätte ihn aus meinem Leben verbannt und wäre ihn für immer losgeworden. Zehn Jahre lang habe ich alles darangesetzt, die Vergangenheit hinter mir zu lassen. Doch nun steht ausgerechnet der Mann wieder vor mir, der mich mit allem konfrontiert, was ich längst hinter mir glaubte. Und Lucien wird keine Gelegenheit auslassen, mich daran zu erinnern, weshalb mir das niemals gelungen ist. LUCIEN: Er hat sich entschieden. Alexander Blackwood hat mich verlassen und sich gegen mich und unsere Verbindung entschieden. Er hat sich fortan einem Leben gewidmet, das er niemals wollte. Ein Leben ohne mich an seiner Seite. Ausgerechnet jetzt, nach zehn Jahren, in denen ich noch immer mit dem Verlust kämpfe, erhalte ich eine Botschaft. Und diese reißt mir den Boden unter den Füßen weg. Alles, woran ich geglaubt habe, bricht mit einem Mal zusammen. Alexander hat mich nicht nur verlassen. Er hat mich aus seinem Leben gestrichen. In diesem Augenblick habe ich mir geschworen: Alexander wird für alles büßen. Für all die Jahre, in denen ich seinetwegen gelitten habe. Das wird schneller geschehen, als er für möglich hält. ▬▬▬👑▬▬▬ Zwei Männer, die sich einst näher waren als irgendjemand sonst. Zehn Jahre Schweigen. Und eine Welt, in der Loyalität über Leben und Tod entscheidet. Wie viel ist Loyalität noch wert, wenn ausgerechnet der Mensch, den man einst geliebt hat, zum größten Risiko wird? ▬▬▬👑▬▬▬ ⚡MM Dark Romance⚡Mafia Romance⚡Second Chance Romance ⚡Past Lovers⚡Revenge & Obsession⚡Mutual Obsession ⚡Forced Proximity⚡

Status
3h ago
Chapters
1
Rating
n/a
Age Rating
18+

1 | Alexander

Auf dem Bildschirm des Laptops lacht mich das Gebäude nach wie vor an.

Die letzten wichtigen Informationen notiere ich gerade in die Akte.

Maison de Valcour.

Seit heute steht der Juwelier unter dem Namen der Blackwood Group.

Damit habe ich einen Meilenstein für das Unternehmen, das unter der Führung meines Vaters, Nathaniel Blackwood, steht, erwirtschaften können.

Mein Vater hat mich aus gutem Grund für die Übernahme beauftragt.

Als Vizepräsident des Unternehmens bin ich als Einziger geeignet, um ein solch großes Geschäft erfolgreich abzuschließen. Ich bin der beste Mann, der jegliche Art von Unternehmen für sich beanspruchen kann.

Mein Job verlangt von mir deshalb sehr viele Businesstrips ab.

Ich bin mehr auf Reisen als in meinem eigenen Zuhause in Manhattan, New York.

Dabei ist der Hauptsitz der Blackwood Group genau dort angesiedelt.

Nathaniel ließ ein extra Gebäude für die Firma bauen.

Maison de Valcour ist einer der einflussreichsten Juweliere der Welt. Es bedient neben zahlreichen Millionärs-Familien auch die Monarchien Europas und darüber hinaus.

Jeder, der Wert auf vollwertigen und handgefertigten Schmuck legt, stattet dem Laden in Paris einen Besuch ab.

Es hatten sich zwar auch noch weitere größere Unternehmen für den Juwelier interessiert, jedoch konnten sie nicht mit mir konkurrieren. Ich habe von Beginn an meinen Standpunkt klargemacht. Den Profit, den die Blackwood Group herausschlagen wird, konnte keiner der weiteren Unternehmen aufweisen.

Gegen das Prestige unserer weltweit bekannten Firma kann kaum jemand ankämpfen. Die meisten haben bereits verloren, bevor sie den ersten Schritt überhaupt gegangen sind.

Nachdem ich den letzten Satz geschrieben und alles meinem Vater in einer E-Mail zukommen lassen habe, beschließe ich, den Abend in der Bar des Hotels ausklingen zu lassen.

Ein bis zwei Drinks sollten mich auf andere Gedanken bringen.

Normalerweise hätte ich mir kein Hotelzimmer buchen müssen. Denn hier in Paris lebt ein Teil meiner Familie. Meine Mutter, Victoire, stammt von hier.

Meine Großeltern freuen sich immer, meinen Bruder und mich begrüßen zu dürfen.

Jedoch, seit ich vor einigen Jahren einen Verlust erlitten habe, den ich bis heute nicht verkraftet habe, bevorzuge ich es, für mich zu sein, soweit es mir möglich ist.

Der Einzige, der noch zu mir durchdringt, ist Damien.

Ansonsten vergrabe ich mich in meine Arbeit.

Mein Vater trägt seinen Teil dazu bei, indem er mich mit immer mehr Projekten beauftragt.

Ich gönne mir einen Blick in den Spiegel, der mir zeigt, dass ich noch immer in einem vorzeigbaren Zustand bin.

Meine eisblauen Augen glänzen regelrecht. Meine schwarzen Haare sind noch immer perfekt nach hinten gestylt. Mein Bart, der sich über meine Wangen, über meiner Oberlippe und über meiner Kiefer- und Kinnpartie schmiegt, ist weiterhin auf einer angemessenen Länge getrimmt. Nicht zu voll bewachsen und vor allem nicht zu kurz.

Kurz nachdem ich den Kragen des weißen Hemdes zurechtgerückte und meine Krawatte noch einmal nachgezogen habe, verlasse ich das Hotelzimmer.

Den Korridor aus reinstem elfenbeinfarbenen Marmor laufe ich bis zur Mitte entlang, in der die Aufzüge anzufinden sind.

Nach kurzer Zeit öffnen sich die Türen.

Wenige Minuten vergehen, bis ich in die untere Etage gelange.

Die Bar liegt nicht weit von den Aufzügen entfernt.

Als ich dort ankomme und mich auf Theke zubewege, werde ich aufgehalten.

Sofort werde ich von einem Mann an einen Tisch gewunken.

Sein Gesicht kommt mir augenblicklich bekannt vor.

Mit meinem selbstbewussten Gang setze ich an und nähere mich ihm.

Tatsächlich sitzt er nicht alleine an dem Tisch.

Neben ihm befinden sich noch drei weitere Männer.

Das hat mir jetzt noch gefehlt.

Mich mit denjenigen auseinanderzusetzen, die den Juwelier genauso unter ihren Namen wissen wollten, wie ich.

Dabei wollte ich mir nur ein bis zwei Drinks an der Bar genehmigen.

Jetzt darf ich mich mit diesen Männern auseinandersetzen.

»Gentlemen«, richte ich an jeden Einzelnen.

Ein freundliches, aber dennoch zurückhaltendes Lächeln ziert ihre Gesichter.

»Setz dich zu uns, Blackwood«, weist mir derjenige an, der mich zu ihnen beordert hat. »Stoße mit uns an.«

»Wie kann ich das ausschlagen?«

Ich setze mich auf den letzten freien Ledersessel.

Es dauert keine Minute, bis mir ein Whiskey von einer der Barkeeperinnen gebracht wird.

Nickend bedanke ich mich bei ihr.

»Erklär mir dein Geheimnis, Blackwood!«, ertönt eine Stimme.

Meine Aufmerksamkeit wende ich sofort dem dunkelblonden Mann zu. »Geheimnis?«

Auch die anderen drei Männer drehen ihre Gesichter mir zu.

»Wie hast du es angestellt, dass sich der Inhaber von Maison De Valcour für dich entschieden hat?«

Ein geheimnisvolles Lächeln bildet sich auf meinen Gesichtszügen ab.

Natürlich wollen es die Männer wissen.

Sie fragen sich sicher alle, weshalb ihre Strategien nicht funktioniert haben.

»Ich kann einfach gut argumentieren. Ich habe Versprechungen gegeben, mit unmissverständlichem Hang zur Wahrheit. Ich habe jeden möglichen Profit versprochen, den die Blackwood Group auch tatsächlich aufbringen kann.«

Der Mann links neben mir erhebt sein Glas.

»Du bist eindeutig einzigartig.«

»Die Blackwood Group kann sich glücklich schätzen, einen so guten Unternehmer in ihren Reihen zu wissen«, entgegnet der Dritte mir gegenüber.

»Du bist in die richtige Familie hineingeboren worden, Blackwood. Ein Hoch auf Alexander Blackwood. Derjenige, der die prestigeträchtigsten Unternehmen der Welt beherrschen kann«, gibt der Vierte feierlich hinzu, bevor wir alle gegenseitig anstoßen.

Allerdings höre ich mehr als sein Lob aus seiner Aussage.

Jeder nimmt einen Schluck seines Whiskeys und stellt das Glas daraufhin auf den Tisch ab.

Genau dann bewahrheitet sich mein Verdacht.

Der Schwarzhaarige bringt sofort die nächste Bemerkung hervor: »Sicher hast du allein deines Namens Willen den Juweliers-Rat überzeugen können.«

Das ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas zu hören bekomme.

Mein Vater hat die Blackwood Group schließlich aufgebaut. Er ist einer der bekanntesten Unternehmer weltweit.

Das heißt aber noch lange nicht, dass ich meinen beruflichen Weg nicht eigenhändig bestritten hätte.

Nathaniel hat mir zwar einiges beigebracht, wie ich mit Menschen umgehen muss, aber um erfolgreich ein Geschäft abzuschließen, bedarf es mehr als reine Menschenkenntnis.

Mit emotionsloser Miene wende ich mich dem Schwarzhaarigen zu. »Mein Name hat einiges an Gewicht. Allerdings war es äußerst schwierig, die richtigen Argumente zu finden, die den Rat dazu brachten, sich für die Blackwood Group zu entscheiden.«

Seine Miene verändert sich. Er lehnt sich zurück. Genau so, als ob er merkt, dass er auf ganzer Linie versagt hätte.

Das hat er auch.

Ihm ist nicht bloß ein Unternehmen entwischt.

Er merkt zum ersten Mal: Einem Blackwood kann sich kaum jemand entgegensetzen. Es liegt nicht bloß an meinem Namen. Bei mir schon gar nicht. Erst recht nicht, sollte ich ihm die Seite von mir zeigen, die ich seit Ewigkeiten nicht mehr an die Oberfläche ließ. Er hätte gar keine Chance.

»Durch den Namen Blackwood ist es vielerorts deutlich schwieriger, ein Geschäft erfolgreich abzuschließen, als es den Anschein hat. Viele haben aufgrund dessen ihre Vorurteile und wägen in erster Linie ab, inwieweit ich meine Arbeit beherrsche. Gerade bei Milliardendeals, wie dem Maison De Valcour, wägen die Berater ganz genau ab, was mich und meine Firma ausmacht.

Jeder liest viel, hört viel, hat ein Grundwissen über den Namen Blackwood, aber kaum eine Ahnung, worauf sie sich genau einlassen.«

Der Blonde erhebt das Wort: »Allerdings. Bis auf die offiziellen Informationen über die Blackwood Group ist kaum etwas auffindbar. Dabei ist die Blackwood Familie auf der ganzen Welt bekannt. Wie schafft ihr es, euer Leben privat zu halten?«

Wenn er nur wüsste. Ganz verschleiern können wir auch nicht alles.

Mein Bruder ist seit Jahren im New Yorker Nachtleben bekannt wie ein bunter Hund. Sein Nachtclub – das Obsession – ist längst eine feste Größe im New Yorker Nachtleben. Seit vielen Jahren ist er im Blackwood Tower ansässig.

Die Kälte schwindet für den Augenblick, und ich spreche zu dem Blondhaarigen: »Wir achten darauf, nichts öffentlich preiszugeben, was dort nicht hingehört.

Wären die Sicherheitskräfte nicht in und rund um den Blackwood Tower verteilt, hätten wir rund um die Uhr keine Ruhe.«

Jeder verfällt in lautstarkes Gelächter. Selbst derjenige, der sich vor wenigen Sekunden noch gegen mich stellen wollte. Auch aus ihm ist der Geschäftsmann inzwischen gewichen.

»Wie wäre es, Blackwood?«, beginnt er, während uns neue Drinks serviert werden. »Wir treffen uns alle nächsten Monat für ein Wochenende in New York und du zeigst uns den Hauptsitz der Blackwood Group und den legendären Nightclub Obsession.«

»Worauf genau hast du es abgesehen? Auf das Unternehmen oder auf die Partyszene der New Yorker High Society?«, frage ich amüsiert.

Doch so amüsant ist das gar nicht.

Sollte er es auf die Blackwood Group angesehen haben, wird er nicht weit kommen. Er wird nicht einmal in die Nähe der Geschäftsführung kommen.

Sollte er es nur auf die Partyszene abgesehen haben, kann sich mein Bruder um ihn kümmern. Ich werde sicher nicht ein ganzes Wochenende lang im Obsession verbringen.

»Hab keine Angst, Blackwood. Ich will mich nicht in die internen Geschäfte eures Unternehmens einmischen. Ich würde nur gerne wissen, wie ihr aufgebaut seid«, entgegnet er.

Dann mischt sich der Braunhaarige direkt neben mir ein: »Das Obsession würde mir sehr gefallen. Dort werden bestimmte Praktiken vollzogen.«

Lediglich einer meiner Mundwinkel zieht sich in die Höhe.

Er will nur auf eines hinaus.

»Da du Hemmungen hast, es überhaupt auszusprechen, bist du darin wohl kaum bewandert, Saint-Clair.«

Genau jetzt juckt es mir in den Fingern.

Ein kleines Spiel.

Ich will sehen, ob er sich darauf einlässt.

Wie weit kann ich ihn treiben, bis er die Beherrschung verliert?

Die anderen blicken erst sich gegenseitig und dann Saint-Clair und mich an.

Bevor ich beginne, genehmige ich mir einen Schluck des Whiskeys und stelle ihn daraufhin wieder auf den braunen Holztisch ab.

»Sprich es aus! Was für Praktiken werden im Obsession ausgeführt?«

Meine Augen nehmen seine vollends ein.

Das verunsichert ihn vollkommen.

Die Stille um uns herum wird beinahe unangenehm.

Die anderen drei Männer wagen kein Wort hervorzubringen.

Ich drehe den Sessel leicht in Saint-Clairs Richtung und beuge meinen Oberkörper schließlich näher an ihn heran.

Da kann ich es bereits ausmachen.

Ein leichter Schweißfilm bildet sich auf seiner Stirn ab. Der wird sicher nicht allein vom Whiskey her stammen.

»Erzähl es mir. Was fasziniert dich so sehr an dem Nightclub meines Bruders?«, fordere ich ein zweites Mal auf.

Saint-Clair schluckt sichtlich.

Allerdings kann ich nicht genau sagen, ob es an meiner Frage oder an meiner unmittelbaren Nähe liegt.

Es wird ihm peinlich sein, es vor den anderen Männern offen zuzugeben.

Dabei ist daran gar nichts verwerflich. Und gerade bei den Business-Männern bestimmt kein Thema, das sie abstoßen werden.

»Ich interessiere mich für Dom und Sub Dynamiken.«

Mein Blick bleibt auf ihm gerichtet, mein Oberkörper verharrt ebenfalls in der Position.

Stattdessen lege ich eine Hand auf seinen Oberschenkel, direkt über seinem Knie.

Niemand außer Saint-Clair selbst bekommt es mit.

Er unterdrückt einen Laut des Schreckens.

Seine Augen jedoch weiten sich für einen Augenblick.

»Und welchen Part übernimmst du, sollte ich dich in den BDSM-Bereich des Clubs führen?«, frage ich im normalen Ton nach. In meinen Augen liegt allerdings ein völlig anderer Glanz. »Wärst du ein Dominant, oder doch eher ein Submissive?«

Langsam fährt meine Hand sein Bein hinauf. Immer noch darauf bedacht, keine auffälligen Bewegungen zu zeigen, damit keiner der anderen mitbekommt, was hier geschieht.

Sie beobachten uns noch immer und sind weiterhin ruhig.

Lediglich das Klirren der Gläser ist zu hören.

Saint-Clair öffnet den Mund, doch im ersten Moment kommt kein Ton aus seiner Kehle.

»Ich … ich, ähm …«

Der Blonde erhebt auf einmal das Wort.

»Blackwood, ich glaube, das reicht. Du hast ihn genug eingeschüchtert.«

Ruckartig lasse ich von Saint-Clair ab.

Doch bevor ich mich wieder den anderen zuwende, sage ich zu dem Braunhaarigen: »Das Gespräch hat gerade erst begonnen interessant zu werden.«

Es war aufschlussreicher, als er sich selbst eingestehen würde.

Unauffällig tippe ich unter dem Tisch auf mein Handy und stoße Saint-Clair unmerklich an. Für einen Augenblick nimmt er das Handy über den Tisch und liest.

Kurz darauf senkt er es und überreicht es mir wieder.

Ich gab ihm meine Zimmer Nummer und eine Anweisung.

Ich erwarte ihn, sobald der Abend mit den Männern ausklingt.

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