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Die wolflose Gefährtin des mächtigen Alphas.

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Summary

Er ist der mächtigste Alpha der Region. Sie ist die Ausgestoßene ohne Wolf. Cane Dark ist unerbittlich, dominant und gefährlich. Als Alpha eines gewaltigen Rudels strahlt er eine Autorität aus, die jeden Wandler in die Knie zwingt. Seit Jahren wartet er auf seine Schicksalsgefährtin. Nia ist eine wolflose Außenseiterin. Obwohl ihre Eltern Gestaltwandler sind, hat sich ihr eigener Wolf nie gezeigt. Ein Makel, mit dem sie gelernt hat zu leben – bis zu jenem Abend in einer Kneipe. Ein einziger Atemzug verändert alles. Canes Wolf erkennt Nias Geruch sofort. Sie ist für ihn bestimmt. Doch eine Luna ohne Wolf? Das Rudel rebelliert, und ein blutiger Machtkampf droht das Bündnis zu spalten. Während Nia die Verbindung für unmöglich hält, will Cane sie. Koste es, was es wolle. Doch tief in Nia schlummert eine Kraft, von der niemand ahnt... Spannung, Erotik und düstere Geheimnisse. Jetzt lesen!

Genre
Erotica
Author
Ashley83
Status
few sec ago
Chapters
3
Rating
n/a
Age Rating
18+

Ich will doch nur in Ruhe einen Drink nehmen


Cane Dark hatte an diesem Abend eigentlich nicht vorgehabt, lange zu bleiben.

Ein Bier. Vielleicht zwei. Ein kurzer Austausch mit seinem Beta, bevor er sich wieder den Angelegenheiten seines Rudels widmen musste.

Mehr wollte er nicht.

Doch kaum hatte er die Tür der kleinen Kneipe geöffnet, blieb er wie angewurzelt stehen.

Sein Wolf erwachte mit einer solchen Heftigkeit, dass Cane unwillkürlich die Luft anhielt.

Was zum Teufel ...?

Ein Geruch.

Süß, verführerisch und auf eine Weise vertraut, die er sich nicht erklären konnte. Er überlagerte den Geruch von Alkohol, Holz und den zahlreichen Gästen.

Sein Wolf drängte gegen die unsichtbaren Grenzen seines Bewusstseins.

Gefährtin!

Cane erstarrte.

Unmöglich.

Seit Jahren hatte er darauf gewartet, seine vom Schicksal bestimmte Gefährtin zu finden. Und jetzt sollte sie ausgerechnet hier sitzen? In einer unscheinbaren Kneipe mitten in seinem Revier?

Seine bernsteinfarbenen Augen schimmerten für einen Augenblick golden auf.

„Alpha?", fragte sein Beta irritiert.

Cane antwortete nicht.

Sein Blick glitt durch den Raum, bis er sie entdeckte.

Eine junge Frau mit langen, feuerroten Haaren saß allein an einem kleinen Tisch nahe der Theke. Vor ihr stand ein Glas, und ihrem entspannten Gesichtsausdruck nach zu urteilen, genoss sie die Ruhe.

Sie war wunderschön.

Doch das war nicht das, was Cane beunruhigte.

Er spürte keinen Wolf in ihr.

Nicht den geringsten Hauch.

Das kann nicht sein.

Sein Wolf war sich jedoch vollkommen sicher.

Unsere!

Ohne ein weiteres Wort setzte Cane sich in Bewegung. Sein Beta folgte ihm mit sichtlicher Verwunderung.

Als Cane vor dem Tisch stehen blieb, hob die Rothaarige langsam den Kopf.

„Du. Wer bist du?"

Die junge Frau blinzelte.

Dann musterte sie den riesigen Mann, der sich ungefragt vor ihr aufgebaut hatte, von oben bis unten.

„Entschuldigung?"

„Ich habe dich etwas gefragt."

Sie hob eine Augenbraue.

„Und ich wüsste nicht, was dich das angeht."

Hinter Cane ertönte ein ersticktes Geräusch.

Sein Beta hatte sich offenbar verschluckt.

Niemand sprach so mit Cane Dark.

Niemand.

Cane legte den Kopf leicht schief.

„Es geht mich alles an, was in meinem Revier geschieht."

„Wie schön für dich."

Ihre Stimme triefte vor Desinteresse.

Cane verengte die Augen.

„Du riechst anders."

Die Frau starrte ihn an.

„Wie bitte?"

Er beugte sich etwas näher.

„Du hast keinen Wolf. Trotzdem sagt mir mein Instinkt, dass du etwas Besonderes bist."

„Aha."

Sie nahm demonstrativ einen Schluck von ihrem Getränk.

„Und soll mich das jetzt beeindrucken?"

Cane spürte, wie seine Geduld bereits gefährlich dünn wurde.

„Wie heißt du?"

„Das geht dich ebenfalls nichts an."

Sein Beta trat nervös von einem Fuß auf den anderen.

Cane dagegen wurde vollkommen still.

Eine gefährliche Stille.

„Du testest gerade massiv meine Geduld", sagte er mit tiefer, kontrollierter Stimme. „Ich bin Cane Dark. Alpha dieses Rudels. Und wenn du dich in meinem Revier aufhältst, will ich wissen, wer du bist."

Die junge Frau sah ihn einige Sekunden schweigend an.

Dann verdrehte sie die Augen.

„Oh, bitte nicht."

Cane runzelte die Stirn.

„Was?"

„Sag mir jetzt bloß nicht, dass du einer von diesen Männern bist, die glauben, jede Frau müsste vor ihnen auf die Knie fallen, nur weil sie irgendeinen wichtigen Titel tragen."

Sein Beta sog scharf die Luft ein.

Cane starrte sie fassungslos an.

Hat sie das gerade wirklich gesagt?

„Pass auf, wie du mit mir redest!"

„Dann hör auf, mich zu belästigen!"

Ihre Stimme wurde lauter.

„Ich will hier einfach nur in Ruhe einen Drink nehmen. Allein! Ist das wirklich so schwer zu verstehen?"

Einige Gäste drehten sich neugierig zu ihnen um.

Cane bemerkte es nicht einmal.

Sein Wolf tobte.

Nicht vor Wut.

Sondern weil die Frau vor ihm saß, nur eine Armlänge entfernt, und er sie am liebsten sofort an sich gezogen hätte.

„DU SAGST MIR JETZT SOFORT, WER DU BIST!"

Für einen Moment wurde es vollkommen still in der Kneipe.

Die Rothaarige zuckte nicht einmal zusammen.

Stattdessen stellte sie langsam ihr Glas ab.

„Na gut!"

Cane richtete sich auf.

„Aber nur, wenn du sofort mit diesem Gebrüll aufhörst. Ich bin schließlich nicht taub."

Sein Kiefer spannte sich an.

„Sprich!"

„Nia."

Er wartete.

Sie ebenfalls.

„Nia ...?"

„Einfach Nia."

Sie schenkte ihm ein zuckersüßes Lächeln, das allerdings überhaupt nicht zu ihrem genervten Blick passte.

„Reicht das jetzt, damit ich endlich meine Ruhe habe?"

Cane schnaubte.

Dann zog er sich kurzerhand einen Stuhl heran und setzte sich ihr gegenüber.

Nia starrte ihn entgeistert an.

„Das ist jetzt nicht dein Ernst."

„Doch."

Er lehnte sich zurück.

„Kein Nachname? Kein Rudel?"

„Keine Manieren?", konterte sie.

Sein Beta hustete verdächtig.

Cane warf ihm einen vernichtenden Blick zu.

Dann wandte er sich wieder Nia zu.

„Du bleibst hier, bis ich herausgefunden habe, warum mein Wolf deinetwegen vollkommen durchdreht."

Nia lachte ungläubig auf.

„Ach, tatsächlich?"

„Ja."

„Und wer hat beschlossen, dass ich hierbleibe?"

„Ich."

„Wie schön."

Sie verschränkte die Arme vor der Brust.

„Dann wünsche ich dir viel Spaß bei deiner Entscheidung. Ich halte mich nämlich nicht daran."

Cane beugte sich vor.

„Antworte mir ehrlich, Nia. Warum riechst du wie meine Gefährtin, obwohl du keinen Wolf hast?"

Das spöttische Lächeln verschwand für einen kurzen Moment aus ihrem Gesicht.

Gefährtin?

Dieses Wort hatte sie nicht erwartet.

Natürlich wusste sie, was eine Gefährtenbindung bedeutete.

Jeder Werwolf wusste das.

Aber sie?

Ausgerechnet sie?

Die Frau, die nicht einmal einen eigenen Wolf besaß?

„Woher soll ich das wissen?", erwiderte sie schließlich.

Cane musterte sie eindringlich.

„Vielleicht sollten wir dieses Gespräch an einem anderen Ort fortsetzen. Hier gibt es zu viele neugierige Ohren."

Nia schüttelte den Kopf.

„Ich weiß es nicht. Und nur damit wir uns richtig verstehen: Woanders werde ich es auch nicht wissen."

Sein Beta senkte den Kopf.

Dieses Mal war Cane sich ziemlich sicher, dass der Mistkerl grinste.

„Du weißt es nicht", wiederholte Cane langsam. „Oder du willst es mir nicht sagen."

Er stand auf.

Mit seiner beeindruckenden Größe überragte er sie selbst dann noch deutlich, als sie auf ihrem Stuhl den Rücken durchdrückte.

„Komm mit. Jetzt. Mein Heiler wird dich untersuchen."

Nia riss die Augen auf.

„Wie bitte?!"

„Vielleicht findet er heraus, warum du keinen Wolf hast."

„Moment mal!"

Sie sprang auf.

„Nur weil du hier der Alpha bist, heißt das noch lange nicht, dass du mich herumkommandieren kannst! Ich gehe nirgendwo mit dir hin!"

Canes Augen blitzten golden auf.

Sein Wolf drängte nach vorn.

Unsere Gefährtin. Bring sie nach Hause!

„Du verstehst es nicht", knurrte Cane und beugte sich zu ihr herunter. „Mein Wolf behauptet, du bist meine Gefährtin. Das ist keine Kleinigkeit, die ich einfach ignorieren kann."

„Und ich sage dir jetzt etwas, das du offenbar nur sehr schwer begreifst."

Nia stemmte die Hände in die Hüften.

„Was dein Wolf behauptet, ist mir vollkommen egal!"

Cane richtete sich langsam auf.

„Entweder du kommst freiwillig mit, oder ich trage dich hier raus."

Er verschränkte die Arme.

„Deine Entscheidung."

Nia blickte ihn trotzig an.

„Dann wirst du wohl den ganzen Abend hier stehen müssen."

Stille.

Eine Sekunde.

Zwei.

Dann entwich Cane ein dunkles Lachen.

„Stur."

Er zog seinen Stuhl näher an ihren Tisch und setzte sich wieder.

„Das wird interessant."

„Das wird vor allem unglaublich nervig", murmelte Nia.

Sein Beta trat an ihn heran und flüsterte ihm etwas ins Ohr.

Cane schüttelte den Kopf.

„Nein. Ich bleibe."

„Aber Alpha, das Rudel ..."

„Kann eine Nacht ohne mich auskommen."

Er winkte den Barkeeper heran.

„Ein Bier."

Nia ließ den Kopf nach hinten fallen.

„Das kann doch alles nicht wahr sein!"

Cane beobachtete sie mit einem kaum sichtbaren Schmunzeln.

„Problem?"

„Ja! Ein riesiges!"

Sie deutete mit ausgestrecktem Finger auf ihn.

„Dich!"

Sein Schmunzeln wurde breiter.

„Dann hättest du wohl in einem anderen Revier trinken gehen sollen."

„Du bist wirklich unglaublich."

„Das höre ich öfter."

„Bestimmt nicht als Kompliment."

Sein Beta wandte sich hastig ab.

Diesmal konnte Cane das unterdrückte Lachen deutlich hören.

„Verschwinde", knurrte er.

Der Beta ließ sich das nicht zweimal sagen.

Als sie allein waren, nahm Cane einen Schluck von seinem Bier.

„Also, Nia. Wie lautet dein Nachname?"

Sie stöhnte entnervt.

„Du gibst wirklich keine Ruhe, oder?"

„Nein."

„Na schön! Sinclair. Nia Sinclair."

Cane hielt mitten in der Bewegung inne.

Sinclair?

Der Name kam ihm bekannt vor.

Zu bekannt.

Er stellte sein Glas langsam ab.

„Sinclair", wiederholte er nachdenklich.

„Ja. Herzlichen Glückwunsch. Du hast ein gutes Gedächtnis."

Er ignorierte ihre Bemerkung.

„Deine Familie stammt aus einer Wolfsblutlinie."

Nia zuckte mit den Schultern.

„Und?"

„Und trotzdem hast du keinen Wolf?"

„Offensichtlich."

Cane beugte sich vor.

„Das ergibt keinen Sinn."

„Tja. Willkommen in meinem Leben."

„Entweder du verschweigst mir etwas oder ..."

„Jetzt reicht es!"

Nias Stimme wurde plötzlich scharf.

Das spöttische Funkeln in ihren Augen war verschwunden.

„Ich lüge nicht! Wenn ich sage, dass ich nicht weiß, warum ich keinen Wolf habe, dann ist das auch so!"

Cane schwieg.

Zum ersten Mal bemerkte er etwas anderes hinter ihrer trotzigen Fassade.

Schmerz.

Nicht viel.

Nur einen flüchtigen Schatten.

Aber er war da.

„Ich habe all die Jahre gelernt, damit zu leben", fuhr sie leiser fort. „Irgendwann hört man einfach auf, sich ständig zu fragen, warum man anders ist."

Sie blickte auf ihr Glas.

„Mir ist es inzwischen egal."

Canes Wolf wurde unruhig.

Er spürte den Drang, sie zu trösten.

Ein vollkommen ungewohntes Gefühl.

„Jahre ohne Wolf", sagte er schließlich. „Das muss hart gewesen sein."

Nia lachte bitter auf.

„Hart?"

Sie hob den Kopf.

„Du hast ja keine Ahnung."

Cane erwiderte ihren Blick.

„Dann erzähl es mir."

„Warum sollte ich?"

„Weil ich deine Gefährtin ..."

„Wag es ja nicht!"

Sie funkelte ihn an.

„Wag es ja nicht, mich so zu nennen, als würde dir das irgendein Recht über mich geben!"

Cane verstummte.

Nia stand auf.

„Jetzt hör mir mal gut zu, du Möchtegern-Alpha."

Seine Augen verengten sich.

Niemand hatte ihn jemals so genannt.

Aber sie war noch nicht fertig.

„Mein Leben war nie einfach. Nicht einen einzigen verdammten Tag lang! Und weißt du was? Ich habe aufgehört, darauf zu warten, dass sich daran etwas ändert."

Ihre Stimme zitterte leicht vor unterdrückter Wut.

„Ich habe keinen Wolf. Na und? Ich bin trotzdem jemand! Ich bin Nia Sinclair. Und ich bin genauso, wie ich bin!"

Cane sah sie lange an.

Er hätte wütend sein müssen.

Hätte sie für ihre Respektlosigkeit zurechtweisen müssen.

Stattdessen empfand er etwas, das ihn selbst überraschte.

Bewunderung.

Diese kleine, rothaarige Frau hatte keinerlei Angst vor ihm.

Und obwohl er spürte, dass sie bereits einiges durchgemacht hatte, stand sie aufrecht vor ihm und verteidigte sich mit einer Entschlossenheit, die selbst seinen Wolf beeindruckte.

Unsere Gefährtin, knurrte dieser zufrieden.

Cane atmete tief durch.

Dann erhob er sich.

„Akzeptanz ist eine Sache, Nia. Aber eine Gefährtenbindung zu ignorieren, ist etwas vollkommen anderes."

Er legte einige Geldscheine auf den Tisch.

„Ich gehe jetzt."

Nia blinzelte überrascht.

„Wirklich?"

„Ja."

„Einfach so?"

Er lächelte.

Ein dunkles, selbstsicheres Lächeln.

„Aber bilde dir bloß nicht ein, dass die Sache damit erledigt ist."

Nia verdrehte die Augen.

„Natürlich nicht."

Cane trat näher.

„Wir werden uns wiedersehen, Nia Sinclair."

Sein Blick hielt ihren gefangen.

„Sehr bald."

„Ich kann es kaum erwarten", erwiderte sie trocken.

Er lachte leise.

Dann wandte er sich ab und ging zur Tür.

Sein Beta wartete bereits auf ihn.

Kurz bevor Cane die Kneipe verließ, blickte er noch einmal zurück.

Nia hatte sich wieder gesetzt und griff nach ihrem Glas.

Als wäre nichts geschehen.

Als hätte sie nicht gerade die gesamte Welt eines der mächtigsten Alphas auf den Kopf gestellt.

Cane schüttelte ungläubig den Kopf.

Diese Frau wird mich noch in den Wahnsinn treiben.

Sein Wolf antwortete mit einem zufriedenen Knurren.

Unsere.

Und zum ersten Mal in seinem Leben hatte Cane Dark das ungute Gefühl, dass er etwas gefunden hatte, das sich selbst mit all seiner Macht nicht kontrollieren ließ.

Eine Frau, die ihm lieber die Tür vor der Nase zuschlagen würde, als sich vor ihm zu verbeugen.

Und ausgerechnet sie sollte seine Gefährtin sein.

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