Verhängnisvolles Match

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Zusammenfassung

Ich hasse ihn. Er hasst mich. Er ist der Prinz der Stadt. Ich bin die Außenseiterin. Wir sind perfekt – solange wir getrennt sind. Sogar todunglücklich-glücklich. Aber was passiert, wenn die Perfektion zerbröckelt? Unsere Leben werden auseinandergerissen und die Wahrheit, mit der wir aufgewachsen sind, entpuppt sich als schlechter Witz. Denn genau das passiert, als ich diesem Idioten zugelost werde. Meine ganze Welt stürzt ein. Aber wisst ihr was? Nichts wird mich davon abhalten, diesen Monat und den Rest meines Lebens zu genießen. Nicht einmal Marcus. Dieser Match Day wird eine Herausforderung. Aber nichts, womit ich nicht schon fertig geworden wäre. Eines ist jedoch sicher: Ich werde niemals vor diesem Mistkerl in die Knie gehen. Ich habe mein Leben geplant und niemand wird das ändern. Nicht einmal das Schicksal. Content Warning: Knotting, Breeding, Off- und On-Screen Bullying, explizite sexuelle Szenen, Kraftausdrücke, Erwähnungen von sexuellen Übergriffen, Forced Proximity, Diskriminierung der Spezies und Mating. Matched, ein Enemies-to-partially-Lovers-Roman, wurde für das Vergnügen der Leser geschrieben. Es ist eine Mischung aus Omegaverse und Paranormal, daher werden einige Begriffe anders sein. Die Autorin billigt einige der Handlungen der Charaktere nicht, also nehmt euch nicht alles zu Herzen. Alles hier ist fiktional und sollte auch als solches gelesen und verstanden werden. Bitte beachtet die Triggerwarnung, bevor ihr fortfahrt. Ansonsten: Viel Spaß beim Lesen.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
28
Rating
4.9 16 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kimberly - Match Day

Heute war der Tag, an dem mein Leben komplett den Bach runterging. Nicht, dass ich traurig oder emotional gewesen wäre. Mein ganzes Leben hatte auf diesen Moment hingearbeitet. Mittelstufe, Highschool, College. Ich wusste, dass das mein Schicksal war, lange bevor das Wort überhaupt eine Bedeutung hatte. Es war das Schicksal eines jeden jungen Erwachsenen im Westmore Pack.

Im Jahr unseres dreiundzwanzigsten Geburtstags wurden wir aufgereiht und zur Match Cave geschickt. Die Magie der Höhle würde uns unsere perfekten Partner zeigen – kurz gesagt, unsere Mates – und uns dann für einen ganzen verdammten Monat einsperren. Abgeschottet mit unserer vorherbestimmten Hälfte mussten wir uns paaren und Nachwuchs für das Wachstum des Rudels zeugen.

Juhu! Wie viel Glück wir doch hatten?

„Wirst du klarkommen?“, fragte Dad und strich mir eine verirrte Locke von der Schläfe.

Ich nickte und warf einen Blick auf den Eingang der Match Cave.

Die große goldene Tür mit den Alpha- und Omega-Zeichen würde jede glücklose Seele erschrecken. Die kleinen Kritzeleien in einer göttlichen Sprache darauf halfen auch nicht wirklich weiter. Unsere Lehrer lehrten uns, dass der Gott Eros die Höhle selbst gesegnet hatte, um das wieder gutzumachen, was Zeus Lycaon angetan hatte. Daher stammten die Fähigkeiten der Höhle, Partner zu finden. Das war ein Segen im Fluch der Werwölfe, da Lycaons Nachfahren unser Rudel anführten.

Ein lustiger Fakt. Ich wollte Cupido treffen, um ihm eine ordentliche Schelle zu verpassen. Was für ein kranker Witz war es, den Kindern von Lycaon eine verdammte Sex-Höhle zu geben?

„Hast du Angst?“, lenkte Dad meine Aufmerksamkeit mit seiner nächsten Frage auf sich.

Meine Mundwinkel zuckten. „Nein, Dad. Ich bin dreiundzwanzig, nicht zehn. Ich kenne das alles. Du musst dir keine Sorgen um mich machen.“

In der Mittelstufe grauste es mir noch bei dem Gedanken, einen Monat lang mit irgendeinem der Jungs aus meinem Rudel eingesperrt zu sein. In der Highschool war es das Beste überhaupt. Wer wollte nicht einen Monat voller geilem Sex? Dann holte mich die Realität ein und ich wollte die Stadt niederbrennen und abhauen. Natürlich tat ich das nicht. Mein Dad hätte es ohnehin nicht zugelassen.

Als Alpha und einer der beiden rechten Hände des Lycan King in unserer Stadt war es seine einzige Pflicht, das Rudel zu schützen. Ich konnte mich niemals gegen meinen Vater stellen. Egal, wie durchgeknallt die Kids im Rudel auch waren. Außerdem hätte ich eine Menge Benzin gebraucht, um Westmore in Brand zu setzen. Dieser Ort war groß wie eine Stadt. Warum sie es immer noch als Kleinstadt betrachteten, war mir ein Rätsel.

Dads Blick schweifte über die anderen Eltern, die ihre Kinder in ihr Verderben schickten. Er lehnte sich näher zu mir, zweifellos um etwas Dummes zu sagen. Was er auch tat, denn er war nun mal mein Dad. „Du solltest dir auch keine Sorgen machen. Ich bin nicht wählerisch, egal wen von diesen Jungs du nimmst. Wir sind schließlich eins.“

Das war Dads Art zu sagen, dass er verstand, wo wir standen. Im Gegensatz zu den anderen hundertfünfundzwanzig jungen Erwachsenen war ich der einzige Omega-Hybrid. Obwohl unser Rudel eines der wenigen war, das Alphas und Außenseiter willkommen hieß und von einem Lycan geführt wurde, hatte es immer noch Standards. Und Hybriden standen auf der sozialen Leiter ganz unten. Besonders jemand wie ich.

Meine Augen schweiften nach links und ich roch Gavin. Er hatte sein dummes Grinsen im Gesicht, während sein Dad ihn am Kopf tätschelte. „Ich mache mir keine Sorgen, Dad, und das solltest du auch nicht. Wir werden klarkommen.“

Damals in der Highschool hatte ich oft davon fantasiert, Gavins Mate zu sein. Er war einer der Glücklichen. Als Alpha geboren. Ein echter Hingucker, da er einige Muskeln und das Aussehen seines Gamma-Vaters geerbt hatte. Aber er war nicht so nett, wie die Leute dachten... wie ich dachte. Bis zu meinem Abschlussjahr hatte ich gelernt, dass Fantasien nur was für Kinder sind. Das College hatte mich verdammt schnell erwachsen werden lassen. Jetzt wollte ich es einfach nur hinter mich bringen.

Mir war es egal, wer mein Mate war. Hässlich, schwach oder nicht, wir saßen für den Rest unseres Lebens fest. Ich hatte keine Zeit, über das Unvermeidliche nachzugrübeln. Also hatte ich mich durchs College gevögelt und jede Menge Spaß gehabt. Am Ende würde ich meinen Mate um den Verstand bringen, unsere Welpen zur Welt bringen und den Rest meines Lebens in vollen Zügen genießen.

Scheiß auf Westmore und all die Mistkerle, die mit hochgerecktem Schwanz rumliefen. Ich würde die beste Modedesignerin werden, die diese Stadt je gesehen hatte. Als schwarzes Schaf von Westmore würde es schwer werden, mein Geschäft aufzubauen, aber ich konnte es schaffen. Jahrelanges Einstecken hatte mich viel gelehrt. Ich hatte einen Online-Shop unter einem Pseudonym gestartet und die Dinge liefen gut. Ich musste nur meine Schulden bei der Gesellschaft begleichen und ans andere Ende der Stadt ziehen, wo mich niemand nerven konnte. Welpen zu kriegen war genug für diese Bastarde. Mehr würden sie nicht von mir bekommen.

„Holmes, bist du bereit?“, fragte unser mächtiger König, während er auf uns zuging. Sein zögerlicher Sohn trottete hinter ihm her. Sein Blick traf meinen.

Ich rieb mit der Zunge über meine Eckzähne. Wie der perfekte Royal tat Marcus so, als würde er sich um eine Normalsterbliche wie mich scheren. Gott, ich wollte mich bei dem falschen Lächeln auf seinem Gesicht übergeben.

Dad fuhr sich mit den Fingern durch sein meliertes Haar. „Ja, wir sind fast so weit. Kimberly ist ein bisschen nervös. Ich versuche ihr die Nervosität auszureden.“

Ich hätte fast die Augen verdreht. Wir wussten beide, dass er derjenige war, der nervös war. Mir ging es ziemlich gut.

Mr. Sweden kicherte. Ein paar graue Strähnen fielen ihm in die Stirn. Es war schwer zu sagen, ob seine Haarfarbe vom Alter kam. Der Typ war so jung, wie man nur sein konnte. Seine Muskeln waren immer noch stramm und sein Charme war ungebrochen. Keine Falte in Sicht. Außerdem hatte sein Haar schon dieselbe Farbe, seit ich ein Kind war.

Und Marcus hatte das Gen geerbt. Tadellos. Eine schöne schulterlange Mähne, die seine Gesichtszüge betonte. Wenn er nur so nett wäre wie sein Vater, wäre die Welt ein besserer Ort.

Mr. Sweden legte eine Hand auf meine Schulter. „Das wird schon, Kind. Da müssen wir alle durch. Das ist der Kreislauf des Lebens. Wenn du aus der Höhle kommst, fühlst du dich besser als beim Hineingehen.“

Dieser hinterlistige alte Mann.

Marcus schnaubte. Ich erzwang ein Lächeln. Dad verengte die Augen gegenüber seinem einst besten Freund. Wie der Lycan, der er war, zuckte Mr. Sweden nur mit den Schultern, als hätte er mir den besten Rat der Welt gegeben. Und das war ein weiterer Fehler, den sein Sohn geerbt hatte. Sie machten angeblich nie etwas falsch.

Er drückte meine Schulter leicht. „Es wird alles gut.“ Dann wandte er sich an die anderen und hob seine Stimme, damit alle ihn hören konnten. „Okay, Leute. Es ist Zeit. Gebt euren Kindern noch eine letzte Umarmung und lasst sie gehen. Sie mögen mit unschuldigen Herzen und Gedanken in diese Höhle gehen, aber sie werden als Erwachsene herauskommen. Das ist kein Abschied, sondern der Beginn von etwas Neuem, etwas Wertvollem für Westmore. Also geht rein, Jungs, und macht uns stolz.“

Beim letzten Wort leuchtete die Tür der Höhle auf, die verschlungenen Zeichen in der Mitte lösten sich und die Tür öffnete sich. Dunkelheit empfing uns.

Ich holte tief Luft. Dad schloss mich in eine feste Umarmung. Ich kicherte, als er mich viel zu lange nicht losließ.

„Alles wird gut, Dad.“

Ich verspreche, dir keine Probleme mehr zu machen.

Er hatte schon genug durchgemacht, weil er mich hatte.

Er küsste mich auf die Stirn. „Ich weiß. Aber ich will nur hören, ob das wirklich das ist, was du willst. Wenn du das nicht willst, sag nur ein Wort und ich hole dich hier raus.“

Und genau deswegen konnte ich nicht sauer auf meinen Dad sein. Er kämpfte immer für mich... für uns. Meine bloße Existenz hatte ihm schon genug Ärger eingebracht. Wenn ich jetzt ein Fass aufmachen würde, würde seine Beziehung zum Rudel... zum Lycan King noch schlechter werden. Das konnte ich ihm nicht antun, nicht wenn er diese Stadt so liebte. Er hatte schon viel für mich geopfert. Wenn ein paar Welpen meine einzige Art waren, mich zu bedanken, dann würde ich das von ganzem Herzen tun. Er hatte die Welt verdient, nachdem er mich alleine großgezogen hatte.

Ich rückte meinen Umhang zurecht und trat zurück. „Dad, wir haben darüber gesprochen. Keine dummen Gedanken. Mir wird es gut gehen. Dir wird es gut gehen. Es ist nur ein Monat. Ganz einfach. Ich habe mein ganzes Leben mit diesen Leuten verbracht. Sie kennen mich. Ich kenne sie. Es wird nichts passieren, was wir nicht schon wüssten, also entspann dich.“

Er seufzte. „Na gut.“

Ich drückte meine Lippen auf seine Wange. „Wir sehen uns.“

Diesmal eilte ich davon, bevor er auf andere verrückte Ideen kam. Zu meinem Entsetzen rannte ich in die schlimmste Person überhaupt. Brenda Lin, die einzige Luna unserer Generation. Wie ihr Titel schon sagte, war sie das Letzte. Es half auch nicht, dass sie die Tochter des anderen Alphas war, der die Rolle von Mr. Swedens rechter Hand spielte. Die Frau, die mit Marcus zusammen war, bevor wir alt genug waren, um zu wissen, was das überhaupt bedeutete.

Sie waren ein Match made in hell. Jeder glaubte, dass sie in der Höhle auch als Partner zusammenfinden würden. Er war Lycan und sie eine Alpha-Frau. Das perfekte Paar, um eines Tages über Westmore zu herrschen.

Sie stolperte näher und tat so, als würde sie sich fangen. „Hab dein Gespräch gehört, Holmes. Es ist ein Jammer, dass dein Dad nicht weiß, dass so etwas für ein Mädchen wie dich ein Spaziergang ist. Ich frage mich, ob ein Typ da überhaupt ausreicht?“

Ich wich von ihr zurück. „Ich hoffe, du und dein Mate habt auch einen wundervollen Monat, Brenda. Du bist wie immer einfach bezaubernd.“

Verdammte Zicke!

Sie tätschelte meine Wange. „Gern geschehen. Alles für unser berühmtes kleines Flittchen.“

Ich hielt inne, als sie davonrannte, um sich an Marcus’ Arm zu hängen. Die Tür der Höhle schlug hinter mir mit einem mörderischen Schlag zu. Das war mein Leben. Ich hatte mich dafür entschieden.

Ich ging mit den anderen in den großen Raum. Riesige goldene Schriftzeichen erschienen an der Wand der Höhle. Regeln. Ein Tunnel würde zu unserer Rechten erscheinen. Die Männer sollten zuerst eintreten, beginnend mit dem höchsten Rang. Die Frauen danach. Die Person, die wir am Ende des Tunnels treffen würden, wäre unser Partner. Wir würden den nächsten Monat mit dieser Person verbringen. Jeden Morgen würde die Höhle den Beziehungsstatus für alle sichtbar anzeigen. Die Person, die am meisten Punkte sammelte, würde am Ende des Monats gesegnet werden.

Mit anderen Worten: Das war wie ein verdammtes Spiel für jemanden, der nicht in der Situation steckte. Wie konnte das ein Segen sein?

Ich kniff die Augen zusammen, um die letzte Zeile der Schrift zu lesen. Jeden Abend würde der Raum, den wir mit unserem Partner teilen würden, mit aphrodisierenden Düften gefüllt werden, um die Paarung zu erleichtern.

Wie gesagt, das war ein kranker Witz. Gott Eros war ein echt gestörter Wichser.

Ein Beben rüttelte an uns. Der Eingang zum Tunnel wurde sichtbar. Einer nach dem anderen schlenderten die Männer in die Dunkelheit. Da ich in der Rangliste ganz unten stand, musste ich ewig warten, bis ich dran war.

Mein Herz drohte aus der Brust zu springen, als ich den halbdunklen Tunnel hinunterging. Ein goldener Pfeil wies mir den Weg. Er endete vor einer Steintür, genau wie die am Eingang der Höhle.

„Okay, Kimberly, du schaffst das.“

Die Tür öffnete sich, während ich versuchte, mich mental vorzubereiten. Ich trat vor und erwartete, einen kahlen Raum zu sehen. Was ich bekam, war ein modern aussehendes Zimmer. Das hätte mich begeistern sollen. Hätte es, wenn die Person, die mitten im Raum stand, nicht die letzte Person gewesen wäre, die ich dort erwartet hätte.

Was zum Teufel! Ich fing an, Cupido wirklich zu hassen.