Kapitel 1 Ein Besuch im Scherzartikelladen
Die Glocke bimmelte fröhlich, als Harry die Tür zum Scherzartikelladen aufstieß. Ron, Hermione und Ginny trotteten hinter ihm herein.
Es war das erste Hogsmeade-Wochenende des Jahres und der Laden war voller Schüler. Hermione musterte die Produkte in den Regalen mit gerunzelter Stirn, wenn auch widerwillig beeindruckt.
„Das ist außergewöhnliche Magie“, murmelte sie.
Hermione spürte einen Stoß, als Fred und George neben ihr auftauchten.
„Danke, Hermione. Dafür kannst du dir etwas aus unserer neuen Produktlinie aussuchen – geht aufs Haus!“, rief George und zwinkerte ihr zu.
Hermiones Augenbrauen wanderten so weit nach oben, dass sie fast in ihrem Haaransatz verschwanden. „Ähm –“
„Oh, nicht diese Produktlinie“, sagte George hastig und gab Fred einen Stoß. Fred ließ eilig eine Schachtel in seinem Mantel verschwinden. „Ich meinte unsere neue Traum-Linie.“
„Was ist eigentlich aus der alten Tagtraum-Linie geworden?“, fragte Ginny. „Ich dachte, die wären richtig beliebt gewesen?“
„Nun ja, das waren sie“, antwortete Fred. „Ein bisschen zu beliebt. Und dann gab es diese winzigen rechtlichen Probleme.“
Hermione hob streng eine Augenbraue.
„Aber falls die Professor Rockhard-Tagträume irgendeine Ähnlichkeit mit einem gewissen früheren Lehrer für Verteidigung gegen die dunklen Künste hatten, dann war das völlig unbeabsichtigt.“
„Falls ihr noch welche übrig habt, bin ich sicher, dass Hermione sie euch gerne abnehmen würde“, grinste Ginny.
„Wie dem auch sei, wir mussten die Produktion von denen einstellen. Und die Tom Diddle-Reihe auch“, fügte George hinzu.
„Tom Diddle?“, fragte Hermione und klang dabei gleichermaßen genervt wie ungläubig.
George beugte sich vor: „Nun, die Nachfrage würde dich überraschen.“ Fred rückte näher: „Wie es der Zufall will, gibt es einen starken Markt für das, sagen wir mal, Verbotene.“
„Es scheint, dass Frauen auf Bad Boys stehen – oder auf böse Jungs“, ergänzte George.
Hermione trat einen Schritt zurück, ganz durcheinander, während zwei Paar haselnussbraune Augen sie amüsiert anblitzten. „Eure neue Linie?“, stammelte sie, sichtlich bemüht, das Thema zu wechseln.
Fred grinste: „Nun, diese Linie ermöglicht es dem Kunden, seine tiefsten, dunkelsten Wünsche in einem sehr realistischen Traum auszuleben. Sie basiert auf deinen persönlichen Sehnsüchten.“
George streckte die Hand aus und ließ eine Packung Traum-Kaubonbons in ihre Handfläche gleiten. Seine Hand verweilte einen Moment auf ihrer, während sein Mund sich zu einem frechen Grinsen verzog. „Hier, geht aufs Haus. Vergiss nur nicht, uns zu sagen, wie du sie findest.“
„Du kannst uns mit deinem Feedback direkt per Flohpulver in unserem Apartment erreichen.“
„Kann ich auch welche haben?“, platzte Ron heraus und unterbrach den Moment.
„Klar. Das macht 5 Galleonen“, antworteten die Zwillinge.
„Aber ich bin euer Bruder!“, rief Ron.
„Dann zehn Galleonen“, grinsten die Zwillinge.