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NEUSTART IN GLASGOW

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Zusammenfassung

Skye Templeton hat es satt, in einem kleinen Dorf in den schottischen Highlands zu leben, wo jeder absolut alles über sie weiß. Sie hat die Nase voll von ihrer festgefahrenen „Situationship“. Sie muss einfach hier raus . . . Als ihr eine zufällige Begegnung die Augen für ein ganz anderes Leben öffnet, beschließt sie, dass es Zeit für eine Veränderung ist. Spontan nach Glasgow zu ziehen, ist wahrscheinlich nicht ihre klügste Idee, aber Skye ist entschlossen, das Beste aus ihrem neuen Leben zu machen. Leider läuft im Leben nicht immer alles nach Plan . . . besonders dann nicht, wenn man eigentlich gar keinen hatte!

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
24
Rating
4.9 19 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

Kapitel 1

Stell dir die Szene vor . . .


Du bist Bedienung.


Aber das bist du eigentlich gar nicht. Du warst noch nie in deinem Leben eine Bedienung. Du hast deine Erfahrung ein wenig aufgebauscht . . . Nein, das stimmt nicht: Du hast ganz dreist gelogen, was deine Erfahrung angeht. Wir können hier von Anfang an ehrlich sein, oder?


Normalerweise lügst du bei solchen Dingen nicht, aber du brauchst das Geld einfach zu dringend.


Du hast einen Probetag in einem ziemlich noblen Restaurant bekommen. Immerhin bezahlt, Gott sei Dank.


Und du bist heillos überfordert.


Innerhalb von einer Stunde hast du es geschafft, an drei verschiedenen Tischen die falschen Gerichte zu servieren. Du hast eine Kerze umgestoßen – aber keine Sorge, das war nur ein kleines Feuer! Und du bist mindestens zweimal über deine eigenen Füße gestolpert.


Dir läuft der Schweiß. Du bist völlig aufgelöst. Du gerätst in Panik.


Und gerade eben hast du einem gutaussehenden Mann ein Glas Rotwein übergekippt, der mitten in einem Date steckt.


Kannst du dir das vorstellen? Kannst du die Demütigung richtig spüren?


Ich frage mich, ob das auch nur annähernd so peinlich ist wie das, was ich gerade durchmache.


Denn du hast nicht etwa versehentlich eines dieser verrückten alten Choose Your Own Adventure-Bücher aufgeschlagen, falls du das gerade dachtest. Ich habe dich gerade nur einen winzigen Schnappschuss aus meinem Leben erleben lassen. Mein Leben in genau diesem Moment!


Ich bin wie eingefroren und betrachte das Chaos, das ich gerade angerichtet habe, während die Tische um das Epizentrum dieses Desasters herum verstummen und mich anstarren. Ich stelle mir kurz vor, wie das ein fantastisches Gemälde abgeben würde, wenn jemand dieses Tableau in Aquarell festhalten würde. Eine meiner Hände fliegt an meinen offenen Mund, während ich vor Entsetzen zurückweiche; die entsetzten Blicke auf den Gesichtern meines Publikums; und das peinlich berührte (oder ist es Wut?) Scharlachrot, das das Gesicht des Typen dunkler färbt, den ich gerade mit einem der besten Cabernet Sauvignons aus Chile übergossen habe. Seine Wangen passen fast zur Farbe des besagten Weins, der gerade schnell in sein einst makelloses weißes Hemd einsickert.


Ist das der schlimmste Moment meines Lebens?


Ich fürchte fast, ja.


Nun, wäre dies tatsächlich ein CYOA-Buch, wäre das der Punkt, an dem dein Charakter vor die Wahl gestellt würde, was als Nächstes zu tun ist – was später im Verlauf der Geschichte Auswirkungen haben könnte oder auch nicht. Nehmen wir an, in diesem Fall wären die Optionen:


A) Sofort die Flucht ergreifen und ohne zurückzublicken zur Tür rennen?


ODER


B) Die Sache irgendwie noch schlimmer machen?


Die logische Entscheidung wäre in diesem Fall A, oder?


Nicht für mich, jedenfalls.


Die Zeit, die kurz stillstand, damit der imaginäre Künstler den Moment einfangen konnte, läuft wieder weiter. Ich greife nach einer Serviette vom Tisch und stolpere auf den Mann zu, während panische Entschuldigungen aus meinem Mund sprudeln. Ohne jeden anderen Grund, als verzweifelt ein Unrecht wiedergutzumachen, beschließe ich, an seinem Hemd herumzuwischen. Warum ich das für eine gute Idee halte, ist mir selbst ein Rätsel – das Hemd ist wahrscheinlich ohnehin nicht mehr zu retten, und es gehört sich eigentlich nicht, einen Fremden auf diese Weise zu berühren – aber anscheinend mache ich es trotzdem!


Jeder weiß, dass es nie eine gute Idee ist, einen Fehler in Panik korrigieren zu wollen. Es ist ein bisschen so, als würde man versuchen, die Autokorrektur in einer Textnachricht zu ändern, sobald man auf „Senden“ gedrückt hat. Man merkt sofort, dass man „Hey Anus!“ an seinen Freund Angus geschrieben hat, aber dann nennt man ihn in dem verzweifelten Versuch, es zu korrigieren, noch dreimal ein Arschloch.


Oder geht das nur mir so?


Wie dem auch sei, zurück zum eigentlichen Thema. Und ein Crashkurs (Wortspiel beabsichtigt) darin, wie man eine unangenehme Situation in einem einfachen Schritt noch schlimmer macht. Oder Fehltritt, in meinem Fall.


Denn ich entscheide mich genau in diesem Moment, zum dritten Mal zu stolpern und auf den Knien neben dem Mann zu landen, mit einer Hand auf seiner Brust . . . und meinem Gesicht in seinem Schoß.


An diesem Punkt kann man wohl getrost davon ausgehen, dass mein Probetag beendet ist. Das ist nicht mehr zu reparieren.


„Es tut mir leid“, flüstere ich dem Schritt des Mannes zu. „Es tut mir so schrecklich leid.“


Ich hebe den Blick zu seinem und sehe stürmische, dunkelgrüne Iris, die mit Gold durchzogen sind. Er sieht nicht glücklich aus. Was kaum überraschend ist. Es ist unwahrscheinlich, dass er erwartet hat, dass sein Abend damit endet, mit Wein übergossen zu werden, während das Gesicht einer Bedienung nur Zentimeter von seinem Geschlechtsteil entfernt schwebt. Ich bin mir sicher, für diese Art von Service gibt es speziellere Orte!


Ich bin daher sehr verwirrt, als er anfängt zu lachen.


Ich habe den deutlichen Eindruck, dass er nicht viel Zeit mit Lachen verbringt. Zumindest lässt dieses spezielle Kichern das vermuten. Es klingt rau und hat einen bitteren Unterton.


„Mach dir keine Gedanken darüber“, sagt er trocken zu mir, als ich beschämt aufstehe. „Es passt eigentlich ganz gut.“


Meine Augen verengen sich vor Verwirrung. Aber er sieht mich nicht mehr an; stattdessen starrt er sein Date an. Ich möchte wirklich nicht das Ziel dieses Blicks sein; ich stehe nur am Rande, und doch könnte er mich zu Stein erstarren lassen. „Das hättest du wirklich nicht besser planen können, oder, Violet?“, fragt er sie mit deutlich sarkastischem Unterton.


Violet hebt die Hände, das Ebenbild der Unschuld, völlig unbeeindruckt von seinem eisigen Blick. Ich erinnere mich kurz daran, wie ich sie vorhin bewundert habe, als sie reinkam, weil sie so aussah, als hätte jemand eine Hochglanzzeitschrift aufgeschlagen und sie wäre einfach aus den Seiten direkt vor uns gewöhnliche Sterbliche heruntergefallen. Sie ist perfekt frisiert – ihr seidig glattes kastanienbraunes Haar bildet einen direkten Kontrast zu dem, was auf meinem Kopf wie ein verschwitztes Spaghetti-Chaos aussieht; und ihr Augen-Make-up ist so perfekt verblendet, dass es wahrscheinlich für irgendeinen prestigeträchtigen Kunstpreis nominiert werden könnte. Im Vergleich dazu würde ich derzeit eher auf das eklige, ungemachte Bett passen, das irgendwie mal für den Turner Prize in die engere Wahl gezogen wurde.


„Hey, das hatte nichts mit mir zu tun“, protestiert sie jetzt. „Ich wollte dir nur sagen, dass es zwischen uns vorbei ist. Alles andere, was hier gerade passiert ist, war ganz alleine ihr Werk.“ Sie deutet mit einem exquisit manikürten, hautfarbenen Fingernagel in meine Richtung.


Oh, verdammt noch mal, ist Herr Cabernet gerade abserviert worden? Ich bin mir sicher, das Letzte, was er jetzt gebrauchen konnte, war ein Weinbad – serviert von mir. Ich weiß wirklich, wie ich mir meine Momente aussuche.


„Es tut mir so leid“, wiederhole ich wie auf Autopilot und weiche vor dem Streit zurück. „Ich bringe Ihnen ein neues Glas Rotwein.“


Ein Arm hält mich fest, bevor ich weitergehen kann, und dirigiert mich in eine ganz andere Richtung. „Ich werde jemand anderes bitten, Ihnen ein neues Glas Wein zu bringen“, sagt mein Chef George, der bald sicher nicht mehr mein Chef ist, zu dem Mann. „Lassen Sie mich nur kurz diese Situation hier klären, ich bin gleich zurück.“ Während er mich wegführt, murmelt er: „Ich nehme mal an, dass das gelogen war mit deiner ‚langjährigen Erfahrung als Bedienung‘, Skye?“


Ja . . . diesen Job bekomme ich definitiv nicht.

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Toller Charakter

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Starker Dialog

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Starker Dialog

4 vorherige Kommentare anzeigen…
author

Omg ... First chapter, and you have me rolling! 😂 🤣😂🤣

ein Jahr
2
author

This has been hilarious... A brilliant start 😂👌💯

9 Monate
1
author

love it, I'm hooked

ein Monat

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