Lilas/Logans Sicht.
A/N
Hallo Leute :)
Ich habe die ersten paar Kapitel vor einer gaaaanz langen Zeit geschrieben. Die Geschichte habe ich zwar schon vor einem Jahr beendet, aber die ersten Kapitel könnten wegen der vielen Perspektivwechsel etwas verwirrend sein. Ich hoffe, ihr überlebt es :)
Alles Liebe für euch alle.
Tina.
„Wo ist er?“
„Er ist sicher gleich hier, Schatz“, sagt meine Mom.
Meine Schwester läuft im Zimmer auf und ab und knetet ihre Hände. „Das sollte er auch besser!“
Ich ringe die Hände und starre ständig auf die Uhr. „Er ist zwanzig Minuten zu spät. Warum ist er nicht hier?“ Der Knoten in meinem Magen wird immer fester. Ich mache mir Sorgen. Große Sorgen. Dann klopft es an der Tür und mein Dad kommt herein. „Schatz, Henry hat diesen Brief gefunden. Er ist an dich adressiert.“
Ich gehe zu ihm und er reicht ihn mir. Auf dem Umschlag steht mein Name. Es ist seine Handschrift. Der Brief ist von Christopher, meinem Verlobten.
Mit zittrigen Händen öffne ich ihn, hole das Papier heraus und lese.
Christopher: Lila, meine Liebe. Es tut mir so leid. Ich kann das nicht durchziehen. Ich habe schon länger Zweifel. Das zeigt mir, dass ich noch nicht bereit bin. Ich hätte es nicht so weit kommen lassen dürfen. Ich kann dich nicht heiraten. Ich hoffe, du kannst mir vergeben. Christopher.
Meine Knie geben nach und ich sacke zu Boden. Er… er hat mich verlassen? Er lässt mich an unserem Hochzeitstag sitzen? An unserem verdammten Hochzeitstag?
Tränen brennen in meinen Augen, mein Körper beginnt zu zittern. Ich bekomme kaum noch Luft.
Meine Mom kommt zu mir und fragt: „Was steht in dem Brief?“
Als ich nicht antworte, bückt sie sich. Sie nimmt mir den Brief aus den Händen und liest ihn. Dann sagt sie: „Das hat er nicht wirklich getan…“
Tränen laufen mir über die Wangen. Das Atmen fällt mir immer schwerer.
„Was ist los? Was steht da drin?“, fragt meine Schwester Eliza. Mom liest den Brief laut vor. Im Zimmer wird es so still, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte.
„DIESER MISTKERL!“, schreit meine Schwester. Meine Mom wirft ihr einen Blick zu und sagt: „Eliza, achte auf deine Wortwahl!“
„Ist das dein Ernst? Das ist einer der Momente, in denen Fluchen absolut angebracht ist!“
Ich klammere mich an meine Brust und fange an zu hyperventilieren. „Er… er hat mich verlassen…“
Ich war fünf Jahre mit Christopher zusammen. Fünf. Verdammte. Jahre! Und jetzt lässt er mich einfach sitzen?
Mein Dad hilft mir vorsichtig auf die Beine und drückt mich fest an sich. Ich bin wie betäubt. Mein ganzer Körper ist taub, und ich schaffe es nicht einmal, ihn zu umarmen.
Plötzlich fliegt die Tür auf und Henry, Christophers bester Freund, stürzt herein. „Was stand in dem Brief? Christopher ist einfach abgehauen.“
Ich hyperventiliere immer schlimmer.
„Ich brauche Luft. Ich… ich muss hier raus.“
Mein Dad lässt mich los. Ich renne sofort an allen vorbei aus der Kirche und japse nach Luft. Ich halte das nicht aus. Ich muss einfach nur weg.
Ich raffe den Rock meines Hochzeitskleides hoch und renne die Straße entlang. Ich habe keine Ahnung, wohin ich will. Ich lasse meine Beine einfach entscheiden.
~~~~
Ich renne eine Ewigkeit, bis ich auf einem einsamen Feldweg lande. Ich bleibe stehen und versuche, Atem zu holen. Dann ziehe ich meine High Heels aus und schleudere sie so weit weg, wie ich kann. Ich sinke auf die Knie und schreie aus voller Kehle: „WARUM HAST DU MIR DAS ANGETAN? WAR ICH DIR NICHT GUT GENUG?“
Jetzt weine ich richtig, denn mein Herz ist in tausend Teile zerbrochen. Wie kann man jemandem, den man liebt, so etwas antun? Zumindest dachte ich, dass er mich liebt...
In diesem Moment höre ich Motorengeheul vom Feldweg her. Mehrere Motorräder brausen an mir vorbei, aber eines davon hält hinter mir an.
„Hey, ist alles okay bei dir, Schätzchen?“
Ich erschrecke bei seiner Stimme. „Herrgott noch mal!“ Er schmunzelt und sagt: „Nicht ganz. Verrätst du mir, was du hier draußen im Hochzeitskleid treibst?“
„Das geht dich gar nichts an! Lass mich einfach in Ruhe!“
Er lehnt sich an sein Bike, verschränkt die Arme vor der Brust und sieht amüsiert aus. „Das kann ich nicht machen, Süße. Bei Frauen in Not werde ich schwach.“
Ich kneife die Augen zusammen, während Wut durch meine Adern schießt. „FICK DICH! FICK IHN! FICKT EUCH ALLE!“
Hektisch zerre ich an den Bändern am Rücken meines Kleides, reiße es auf und lasse es auf den Boden fallen. Dann springe ich mit voller Wucht darauf herum und trete es in eine Schlammpfütze.
„Ähm, Schätzchen?“
Ich fahre herum und funkle ihn an. „WAS?“ Er sieht wieder amüsiert aus und zeigt auf mich. Da merke ich es erst… Ich stehe vor ihm und trage nur noch meine teuren Dessous.
Ich werfe die Arme in die Luft. „Großartig. Einfach nur verdammte Scheiße.“
Er mustert mich von oben bis unten, bevor er seine schwarze Lederjacke auszieht und sie mir hinhält. Ich starre sie kurz an, nehme sie dann und ziehe sie über. „Danke“, murmele ich.
Er nickt nur, ein leichtes Grinsen umspielt seine Mundwinkel. Dann fragt er: „Und, wo soll es hingehen?“ Ich seufze und schüttle langsam den Kopf. „Ich weiß es nicht. Lass mich einfach allein.“
„Nee. Was wäre ich für ein Mann, wenn ich dich hier einfach stehen ließe?“ Seine Augen wandern wieder an meinem Körper herunter, was mich ein wenig erröten lässt. Dann fragt er: „Soll ich dich nach Hause bringen?“ Ich schüttle hastig den Kopf. „Nein, da gehe ich auf KEINEN Fall zurück!“
„Na gut. Wo willst du dann hin?“
Ich überlege einen Moment und sehe ihn an. Dann sage ich: „Irgendwohin, wo es Alkohol gibt.“ Er lacht kurz auf. „Ich kenne da was. Wenn du mit einer Bar voller Biker klarkommst, bringe ich dich hin.“
Ich sehe ihn mir noch einmal genau an. Seine Arme sind voller Tattoos, er trägt langes braunes Haar, das zu einem Dutt gebunden ist, einen Bart und hat dunkelbraune Augen. Er ist eigentlich ein hübscher Kerl, aber das ist mir gerade völlig egal.
„Benehmen die sich auch?“, frage ich.
„Wahrscheinlich nicht, aber keine Sorge. Ich beschütze dich, Schätzchen.“ Er zwinkert mir zu, woraufhin ich die Augen verdrehe. „Schon gut, lass uns gehen.“ Er reicht mir einen Helm. Ich setze ihn auf und zeige auf das Motorrad. „Wie funktioniert das hier?“
Ein Grinsen huscht über sein Gesicht, während er aufsteigt und mir die Hand hinhält. Aus irgendeinem Grund nehme ich sie ohne Zögern an. Er hilft mir auf den Rücksitz. Ich habe eigentlich keine Angst vor ihm. Er hat freundliche Augen, er könnte ein guter Kerl sein. Immerhin hat er mir Hilfe angeboten. Er könnte natürlich auch ein Psycho sein, aber das ist mir im Moment egal. Ich brauche einfach Ablenkung von diesem Herzschmerz.
Er greift nach hinten, nimmt meine Hände und legt meine Arme um seine Taille. Dann lässt er den Motor an. Die Maschine brüllt auf. Er sieht mich über die Schulter an, ein Grinsen im Gesicht. „Halt dich gut fest, Süße.“
Das Bike schießt nach vorn. Er brettert mit hohem Tempo über den Feldweg, aber das stört mich nicht. Ich lege den Kopf in den Nacken, schließe die Augen und atme tief durch.
Plötzlich liegt seine Hand auf meinem Oberschenkel, was mich zusammenfahren lässt. Ich spüre, wie ein tiefes Lachen in seiner Brust vibriert, bevor er seinen Daumen sanft über meine Haut gleiten lässt.
Ehe ich mich versehe, halten wir vor einer heruntergekommenen Bar. Drinnen dröhnt laute Rockmusik und man hört Gelächter. Er hilft mir vom Bike und nimmt mir den Helm ab. Meine roten Locken springen auf und umrahmen mein Gesicht, was ihn zum Lächeln bringt.
„Ich mag deine Haare.“
„Äh, danke.“
Er steigt ab und mustert mich wieder von oben bis unten. Ich werde ein bisschen rot. Warum zur Hölle habe ich mein Kleid ausgezogen?
„Lass uns diesen feinen Körper lieber etwas zudecken.“ Er zieht den Reißverschluss der Lederjacke zu, starrt auf meine Beine in den Nylonstrümpfen und geht in die Hocke. Dann hakt er seine Finger in mein Strumpfband und zieht es langsam mein Bein hinunter. Er sieht mich dabei an und ich schlucke schwer. Na toll, das ist ja überhaupt nicht peinlich.
Ich hebe mein Bein, damit er es abstreifen kann. Als er wieder steht, steckt er es in seine Jeanstasche. Ich ziehe eine Augenbraue hoch.
Bevor ich ihn bitten kann, es mir zurückzugeben, nimmt er meine Hand. Er verschränkt unsere Finger und zieht mich mit in die Bar. Drinnen wird es schlagartig ruhig und ich sehe mich um.
Überall sind Biker, die mich angaffen. Ich ziehe die Lederjacke enger um mich.
Er führt mich zum Tresen und hebt mich auf einen Barhocker. Ich quieke vor Überraschung kurz auf. Er grinst und setzt sich neben mich.
Die Frau hinter der Bar kommt zu uns. „Was ist dein Gift, Schätzchen?“ Ich schaue auf die Regale hinter ihr und entdecke meinen Lieblingsdrink. „Einen Whiskey, bitte.“
Mein ‚Retter‘ sieht mich an und lächelt. „Ganz nach meinem Geschmack. Gib mir auch einen.“
„Kommt sofort.“
Dann kommt ein Typ zu uns rüber. „Na, schau mal an. Wen haben wir denn da?“
Mein ‚Retter‘ sieht mich an, bevor er sagt: „Wo bleiben meine Manieren. Ich bin Logan.“ Ich nicke nur kurz. „Lila.“ Er lächelt und nickt langsam. „Schöner Name. Dieser Mistkerl hier ist Tommy.“
Tommy lächelt mich an. „Schön, dich kennenzulernen, Lila. Wo hast du diese hübsche Lady denn aufgetrieben, Logan?“
„Draußen an der Straße. Sei artig, Tommy.“
„Ach was, ich bin doch nur höflich.“
Ich verdrehe die Augen.
Die Barkeeperin kommt zurück und stellt die Drinks vor uns ab. Ich kippe meinen in einem Zug weg. „Noch einen, bitte.“
„Klar doch, Süße. Harter Tag?“, fragt sie. Ich seufze und nicke. „Kann man wohl sagen.“
„Kann ich dir irgendwie behilflich sein, Schätzchen?“, fragt Tommy. Ich sehe ihn mit zusammengekniffenen Augen an. „Nein. Und jetzt zisch ab! Mit mir ist heute nicht zu spaßen!“
Er grinst. „Oho. Biestig. Das gefällt mir.“ Ich schnaube und murmele: „Verdammte Männer.“
Logan lacht und sagt: „Ich glaube, du lässt sie besser in Ruhe, Tommy. Ich wette, sie verpasst dir eine Tracht Prügel, wenn du nicht abhaust.“ Tommy hebt lachend die Hände. „Schon gut, schon gut. Krieg nicht gleich die Krise.“
Er geht weg, genau in dem Moment, als die Barkeeperin mit dem nächsten Whiskey kommt. Auch den leere ich sofort. „Mach einfach weiter so.“
Sie lächelt mich an und nickt. Dann sehe ich Logan an. „Danke, dass du mir geholfen hast. Ich weiß nicht, wo ich sonst gelandet wäre.“
„Gern geschehen, Süße. Man darf ja nicht alle Tage einer so schönen Frau helfen.“
Ich werde schon wieder rot und lächele ein wenig. Er betrachtet mich einen Moment, bevor er fragt: „Wo willst du eigentlich hin? Hast du eine Bleibe?“
Ich seufze. „Tja, ich könnte zu meinen Eltern oder meiner Schwester gehen, aber ich kann ihnen gerade einfach nicht unter die Augen treten.“
„Hm. Also, ich kann dir ein Bett anbieten.“
Ich kneife die Augen zusammen, woraufhin er lacht. „Ich verspreche: Keine krummen Dinger.“ Ich sehe ihn kurz an. Er wirkt nett und aufrichtig. Er ist nicht mein Typ, aber er hat etwas an sich. Etwas, das mir ein sicheres Gefühl gibt. Also sage ich: „Okay. Danke.“
„Kein Problem, Schätzchen.“
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Logans Sicht.
Meine Kumpels und ich waren auf dem Heimweg von einer langen Tour, wir haben einfach die Freiheit genossen. Als ich zu meiner Überraschung Lila mitten auf der Straße in einem verdammten Hochzeitskleid sah, wurde ich neugierig und hielt an.
Sie war stinksauer, und als sie das Kleid auszog… Mann, Mann, Mann. Sie hatte einen Wahnsinnskörper. Erst recht in diesen sexy Dessous.
Ich konnte sie da nicht einfach in der Pampa stehen lassen, also bin ich froh, dass sie mitgekommen ist.
In der Bar hat sie ordentlich gebechert. Das Mädchen verträgt echt was, aber am Ende ist sie doch weggeknickt. Ich habe mir Tommys Truck geliehen, um sie zu mir zu bringen. Er ist zwar ein guter Kerl, aber ein totaler Schürzenjäger.
Ich habe sie zu mir gefahren, reingetragen und direkt ins Schlafzimmer gebracht. Nachdem ich sie aufs Bett gelegt hatte, strich ich ihr eine rote Locke aus der Stirn. Sie ist verdammt hübsch.
Ich habe mich mit einer Flasche Wasser auf einen Stuhl gesetzt, um den Rest der Nacht über sie zu wachen. In den frühen Morgenstunden bin ich ins Wohnzimmer gegangen, auf die Couch gefallen und habe einen Actionfilm angemacht, bin aber sofort eingepennt.
Gerade wach geworden, starre ich auf den Fernseher, der immer noch läuft. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass es Mittag ist. Ich stehe auf, suche ein paar Schmerztabletten und eine Flasche Wasser und gehe ins Schlafzimmer. Sie hat im Schlaf die Decke weggekickt und zeigt ihren tollen Körper in diesen Dessous.
Verdammt noch mal. Sie sieht jetzt noch heißer aus als gestern.
Ich ziehe die Decke bis zu ihrer Taille hoch, setze mich und fahre ihr sanft mit der Hand den Arm rauf und runter. „Lila? Lila, Zeit zum Aufstehen.“
Sie stöhnt nur: „Noch fünf Minuten, Mom.“
Ich lache leise und schüttle den Kopf. „Lila, wach auf.“ Sie stöhnt wieder, blinzelt mich an und hält sich den Kopf. „Scheiße.“
Ich lache erneut und sie funkelt mich mit zusammengekniffenen Augen an. Ich nehme ihre Hand und ziehe sie vorsichtig hoch, bis sie sitzt. Sie stöhnt wieder auf. „Mist, mein Kopf.“
Ich verkneife mir ein Grinsen, lege ihr die Tabletten in die Hand und gebe ihr das Wasser. „Hier, nimm die.“ Sie wirft mir einen Blick zu und murmelt fast: „Danke.“ Sie wirft die Pillen ein und leert die ganze Flasche Wasser. Dann seufzt sie und fragt: „Was ist gestern Abend eigentlich passiert?“
„Du hast die Bar leergesoffen“, sage ich, was sie erneut stöhnen lässt. „Oh Mann. Ich hab doch hoffentlich nichts Dummes getan, oder?“ Ein Grinsen stiehlt sich auf meine Lippen. „Na ja, du hast auf dem Tresen getanzt.“ Sie sieht völlig entsetzt aus und vergräbt das Gesicht in den Händen. „Oh Gott. Du hast mich doch sicher aufgehalten, oder?“
Wieder muss ich grinsen. „Nö. Es war verdammt sexy.“ Und das war es wirklich. Ich habe allein vom Zuschauen einen harten bekommen.
Sie kneift die Augen zusammen. „Spanner.“ Ich lache und nicke. „Schuldig.“
Ich stehe auf, gehe zum Schrank und suche ein T-Shirt und eine Jogginghose heraus. „Zieh das an. Wenn du duschen willst: das Bad ist direkt den Flur runter.“ Sie schenkt mir ein kleines Lächeln. „Das klingt wirklich gut.“
Ich nicke und lächele zurück. „Alles klar. Ich mache uns Frühstück, während du duschst.“ Ich will gerade rausgehen, da hält sie mich zurück. „Warte.“ Ich drehe mich zu ihr um.
„Danke noch mal für das alles hier“, sagt sie, und ich lächele wieder. „Gern geschehen, Süße.“
Ich zwinkere ihr zu und verlasse den Raum. Es dauert nicht lange, bis ich die Badezimmertür zufallen höre. Was würde ich nicht alles geben, um jetzt da drin bei ihr zu sein.
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Lilas Sicht.
Ich stehe unter der Dusche, vermutlich in Logans Haus. Es ist mir wahnsinnig peinlich, aber ich bin auch sehr dankbar. Ich wollte gestern Abend auf keinen Fall zurück in die Wohnung von Christopher und mir. Logan hat mir genau das gegeben, was ich brauchte: Alkohol und einen Platz zum Schlafen.
Ich fertig mit Duschen, steige aus und trockne mich ab. Sein Duschgel riecht gut. Es riecht männlich, und das gefällt mir.
Ich ziehe das T-Shirt und die Jogginghose an, die er mir geliehen hat, und verlasse das Bad. Dann höre ich Stimmen aus dem Haus und folge dem Geräusch in die Küche. Logan steht am Herd und macht Eier mit Speck, während Tommy am Tisch sitzt.
„Ich hoffe, du hast Hunger, Schätzchen“, sagt Logan, und ich lächele ein wenig. „Ich könnte was vertragen.“
Tommy fährt herum und sieht mich an. Ein kleines Grinsen breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Sorry, Logan. Ich wusste nicht, dass du Besuch hast.“
„Ja, dieses Schätzchen hier hat mir die ganze Nacht Gesellschaft geleistet.“ Er zwinkert mir zu, woraufhin ich die Augen ein wenig verenge und sage: „Da ich die ganze Nacht im Koma lag, wage ich kaum zu fragen, was deine Definition von Gesellschaft ist.“
Er lacht herzlich, und ich muss unwillkürlich auch lächeln.
Ich setze mich Tommy gegenüber. Logan stellt uns das Frühstück hin und setzt sich neben mich.
„Mal abgesehen vom Kater, wie fühlst du dich heute?“, fragt er. Ich seufze und schüttle den Kopf. „Ich weiß nicht…“
„Wieso? Was ist denn los?“, fragt Tommy.
Ich denke an gestern und an den kurzen Brief von Christopher. Er hat mich einfach verlassen. An unserem verdammten Hochzeitstag!
Tränen brennen in meinen Augen. Ich versuche sie wegzublinzeln, aber ein paar laufen mir trotzdem übers Gesicht. Logan beginnt mir sanft und beruhigend über den Rücken zu streichen. Das fühlt sich gut an, obwohl ich ihn gar nicht kenne.
„Schon gut, Lila. Du musst uns gar nichts erzählen.“
Ich atme tief durch, bevor ich mit zittriger Stimme sage: „Nein, es ist okay. Mein Verlobter hat mich gestern verlassen. Es war…“ Ich schniefe. „Es war unser Hochzeitstag.“