Verlorene Seele

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Zusammenfassung

Die 17-jährige Lilli ist schüchtern, zurückhaltend und reserviert und genießt in der Schule keine große Aufmerksamkeit. Ganz anders als ihre gleichaltrige beste Freundin. Nicole ist beliebt, selbstbewusst und immer für jeden Spaß zu haben. Als Nicole Lilli überredet, auf eine Fete mitzugehen, auf der Gras konsumiert wird, lernt Lilli den 20-jährigen Dylan kennen. Er ist gutaussehend, stark und gut gebaut. Lilli fällt sofort in seinen Bann. Aber die junge Beziehung scheint unter einem schlechten Stern zu stehen. Ohne, dass Lilli es merkt, fällt sie immer tiefer in einen Sumpf aus Drogen, Alkohol, Erniedrigung und psychischer Gewalt... Der packende Thriller aus der Feder von Elias J. Connor erzählt eine unglaubliche, spannende und beklemmende Geschichte, die auf Tatsachen beruht. Ein Sozialdrama, das nichts für schwache Nerven ist.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
25
Rating
5.0 1 Bewertung
Altersfreigabe
18+

Prolog - So finster die Nacht

Der Regen fällt in feinen, schleichenden Schleiern herab, und das matte Licht der Straßenlaternen versinkt in den undurchdringlichen Nebelschwaden. Die düsteren Silhouetten verlassener Fabrikgebäude recken sich in die Nacht, ihre einst glänzenden Fenster jetzt trüb und von der Zeit gezeichnet. Das metallische Klappern, das einst die Halle erfüllte, ist verstummt, ersetzt durch das unheimliche Tropfen des Regens auf rostigen Dächern.

Die Straßen liegen öde da, nur ab und zu durch das geisterhafte Flackern einer defekten Laterne erhellt. Der Wind schleicht durch die engen Gassen und trägt das leise Heulen des Industriegebiets mit sich. Pfützen spiegeln das schwache Licht wider, während sie von weiterem Regen aufgerissen werden, ein Echo der Vergänglichkeit, das sich über den Boden zieht.

Einzelne Schatten huschen flüchtig vorbei, verloren in dieser Tristesse. Der Geruch von verbrauchtem Öl und Moder hängt in der Luft, während der Regen unaufhörlich fällt, ein monotoner Takt, der die Melancholie verstärkt. Die Nacht scheint sich in die alten Mauern eingenistet zu haben, ein stiller Zeuge vergangener Tage, während das Industriegebiet in seiner Einsamkeit schlummert.


Eine junge Frau, kaum mehr als ein Mädchen, lehnt an der feuchten Wand, ihr Körper zittert im eisigen Wind. Ihr Blick, starr und leer, scheint in die Leere gerichtet, als suchte sie nach etwas Unerreichbarem.

Die Dunkelheit umhüllt sie wie ein undurchdringlicher Schleier, während der Regen ihre Gestalt umspielt. Ihr Atem bildet kleine Nebelschwaden vor ihrem Mund, eine stumme Begleitung zu ihrem einsamen Warten. Kalte Tropfen durchdringen ihre Kleidung, benetzen ihre Haut und hinterlassen einen Schauer, der sie bis ins Mark erschauern lässt.

Sie steht dort, allein gelassen von der Welt, die Umgebung von einem unheimlichen Schweigen erfüllt. Ein Gefühl der Verlassenheit durchdringt ihre Seele, während sie auf jemanden oder etwas Bestimmtes zu warten scheint. Der Lärm der Vergangenheit hallt in den Ruinen des Industriegebiets wider, doch für sie ist es nur eine unheilvolle Kulisse für ihre eigene Stille.

Die Minuten verrinnen, während sie weiterhin an der Wand verweilt, ihr Herzschlag im Einklang mit dem Trommeln des Regens. Ihr Gesicht, vom Regen durchnässt, zeigt keine Regung, nur eine stumme Einsamkeit, die sich in ihrem Innersten festgesetzt hat. Es scheint, als ob sie in dieser Nacht nicht nur auf eine Person wartet, sondern auch auf eine Erlösung von ihrer eigenen Kälte und Verlorenheit.

„Hey“, ruft plötzlich eine eisige Stimme durch die Nacht.

Die junge Frau dreht sich erschrocken um und blickt daraufhin einer düsteren Gestalt in die Augen. Der junge Mann ist vielleicht 20 Jahre alt, sein Blick ist finster und sein Grinsen, welches er auf den Lippen trägt, wirkt dämonisch.

„Ich hätte nicht gedacht, dass du dich wirklich traust zu kommen“, sagt er mit einer tiefen, sonoren Stimme.

Sie sieht ihn regungslos an. Ihr Mund ist offen, ihre Lippen beben leicht. Ernst blickt sie ihm in seine großen, dunklen Augen. Eigentlich sollte sie Angst haben, aber in dieser Sekunde mag sie mutiger und entschlossener denn je sein.

„Was ist?“, fragt der Mann, als sie nichts sagt und kein Wort über ihre Lippen kommt.

Der Körper der jungen Frau ist noch immer am Zittern.

„Warum hast du mich herbestellt?“, will der Mann daraufhin wissen. Er wirkt genervt, fast angestrengt.

„Bist du allein?“, fragt die junge Frau den Mann.

Der finstere Mann sieht sich um.

„Wer weiß?“, sagt er lakonisch.

„Ich habe keine Angst mehr“, sagt die Frau, während jedes ihrer Worte eine kleine Wolke vor ihrem Gesicht bildet.

„Was ist? Was willst du mir sagen“, drängelt der Mann das Mädchen.

Sie kommt einen Schritt auf ihn zu und blickt ihn mit einem Blick an, als ob sie zwei Meter über ihm stünde.

„Das, was du mir angetan hast“, beginnt die Frau daraufhin leise zu sagen, „hast du das auch mit anderen Frauen gemacht? Mussten auch andere Mädchen so leiden, wie ich unter dir gelitten habe?“

Der Mann lacht.

„Was interessiert dich das?“, fragt er.

„Sag es mir“, schreit die Frau ihn an. „Sag mir, ob du das auch anderen angetan hast.“

Der Mann will sich schon fast zum Gehen wenden. Aber da stürmt die junge Frau auf ihn zu und stößt ihm in die Seite. Ruckartig dreht sich der Mann wieder zu ihr um.

„Ich habe dich etwas gefragt“, schreit sie wieder.

„Hör zu“, sagt der Mann. „Ich habe keine Zeit und keine Lust auf so einen Kindergarten-Quatsch. Verpiss dich, du Schlampe.“

Das Mädchen will gerade ansetzen, etwas zu sagen, während ihr Tränen über ihre Wange rollen, als plötzlich fünf oder sechs Männer – jeder von ihnen noch düsterer und dunkler als der finstere Mann – wie aus dem Nichts hinter der Wand hervor kommen. Zusammen kreisen sie die vor Kälte zitternde Frau ein.

„Na, hast du noch immer keine Angst?“, will der Mann wissen, während seine Kollegen stumm und ernst drein blicken.

„Ist das deine Art?“, fragt die Frau gegen. „Du hast mich behandelt wie der letzte Dreck, hast mich benutzt, weggestoßen und misshandelt. Ist das deine Art, mit Mädchen umzugehen?“

Der Mann kommt näher an die Frau heran, aber er macht keine Anstalten, ihre Frage zu beantworten.

„Ganz schön kesse Lippe, dafür, dass du hier alleine mit ein paar finsteren Gestalten stehst“; stellt er fest.

Plötzlich scheint er seinen Kumpels ein Zeichen zu geben, und diese beginnen daraufhin, die junge, hilflose Frau herumzuschubsen.

Sie weint, aber dennoch versucht sie, sich zu wehren.

Ein paar der Kumpels halten die Frau daraufhin fest.

„Zieht sie aus“; sagt der Mann dann auf einmal. „Ich will sie nackt tanzen sehen.“

Einer der Kumpels reißt der Frau daraufhin die Jacke vom Leib, ein anderer versucht, ihre Hose herunterzuziehen.

Das hilflose Mädchen tritt mit ihren Füßen in Richtung der Männer, aber es scheint, dass sie nicht gegen sie ankommt. Als sie von dreien der Männer am Arm festgehalten wird, haben sie sie in der Mangel.

„Und jetzt?“, spricht der Mann, während er den Pullover der Frau hoch schiebt. „Was ist? Willst du einen letzten Fick?“

Die Frau weint wehrlos.

Der Mann reißt am Reißverschluss ihrer Hose, bis er ihn auf bekommt. Die junge Frau scheint nichts machen zu können. Hilflos weint sie. Sie sieht das hämische Gesicht des finsteren Mannes durch ihre Tränen nur verschwommen, aber sie spürt, dass der Mann ihr näher kommt.

„Du willst es doch so“, sagt er mit einem breiten Grinsen.

Plötzlich stößt die junge Frau alle drei fremden Männer, die sie festhalten, weg, Sie befreit ihren rechten Arm mit einem Tritt gegen das Schienbein von demjenigen, der sie in die Mangel genommen hat.

Ohne zu überlegen, greift sie in ihre Tasche. Sie holt etwas heraus und stellt sich daraufhin entschlossen dem finsteren Mann gegenüber.

„Du wirst so etwas nie wieder mit einem Mädchen tun“, sagt sie mit fester Stimme.

Daraufhin sieht man, was die junge Frau in der Hand hält. Es ist ein Messer. Und gerade, als der Mann sie zu Boden stürzen will, erhebt sie den Arm und rammt ihm das Messer blitzartig in den Bauch.

Der finstere Mann stürzt zu Boden. Röchelnd liegt er da, vor Schmerzen gekrümmt.

Eigentlich hätten ihm seine Kumpels helfen können. Die Frau hat ihn niedergestochen, ohne Rücksicht darauf, was die Kumpels oder der finstere Mann mit ihr machen, ohne Angst, ohne Regung. Sie stach ihn nieder, und jetzt liegt er da, wehrlos und verletzt.

Die Kumpels des finsteren Mannes laufen davon und verstreuen sich in alle Winde.

In der Ferne kann man bereits das Flackern des Lichts eines Polizei-Autos sehen, welches sich dieser düsteren, dunklen Szenerie nähert und die verlassene Ecke des Industriegebiets in ein flackerndes, blaues Licht taucht.

„Du wirst das, was du mir angetan hast, nie wieder einem Menschen antun“, flüstert die junge Frau leise