Vorwort
Angst ist ein treuer Begleiter des Menschen. Sie versteckt sich in den dunklen Ecken eines Raumes, in den Schatten, die flackern, wenn das Licht schwächer wird. Sie flüstert in der Stille der Nacht, wenn alles ruhig ist – und doch nicht ganz still. Jeder kennt das Gefühl, beobachtet zu werden, obwohl niemand da ist. Jeder hat schon einmal den Impuls verspürt, sich umzusehen, nur um sicherzugehen, dass er wirklich allein ist. Besonders Kinder haben eine einzigartige Verbindung zur Angst. Sie sehen Dinge, die Erwachsene nicht mehr wahrnehmen. Sie fürchten sich vor Monstern unter dem Bett oder Gestalten im Schrank, und oft trösten wir sie mit den Worten: „Es gibt nichts, wovor du Angst haben musst.“ Doch was, wenn wir uns irren? Es gibt Geschichten von unsichtbaren Freunden, mit denen Kinder sprechen – Begleitern, die niemand sonst sehen oder hören kann. Oft sind sie harmlos, einfache Produkte der Fantasie. Aber was, wenn einer dieser Freunde bleibt? Was, wenn er immer da ist, auch wenn das Kind älter wird? Was, wenn er mehr will als nur ein Spielgefährte zu sein? Diese Geschichte handelt von einer Mutter, die versucht, das Unfassbare zu verstehen. Sie erzählt von einem Kind, das nicht allein war – und von einem Schatten, der niemals ging. Manche Ängste wachsen mit uns. Manche Schatten lassen sich nicht vertreiben. Und manche Freunde … sind keine Freunde. Willkommen in der Welt des Schattenkinds.