Kuss im Schatten (BL)

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Zusammenfassung

Eines Tages nach der Schule erwischte ich meinen Vater dabei, wie er die Mafia um Gnade anflehte. Zur Strafe nahmen sie mich mit. Ich dachte, mein Leben sei vorbei, bis er eingriff. Edward. Kalt. Bestimmend. Unnahbar. Er brachte mich fort und hielt mich in seinem Haus. Und dann in seinem Bett. Er gab mir alles … außer der Wahrheit. Ich glaubte, er wolle mich, bis ich den Mann sah, der mir fast aufs Haar glich. Derjenige, den Edward nicht vergessen konnte. Sein wahrer Mate. Jetzt kenne ich die Wahrheit: Ich war nie dazu bestimmt, geliebt zu werden. Ich war nur ein Lückenbüßer. Ein Ersatz.

Status:
Abgeschlossen
Kapitel:
36
Rating
4.8 5 Bewertungen
Altersfreigabe
18+

I: Taken By The Mafia

[A/N: Hallo, Eslipses!

Willkommen zu meinem neuen Buch. In diesem Buch geht es um romantische Beziehungen zwischen Männern. Bitte lies es nicht, wenn du keine LGBT-Geschichten magst.

Außerdem gibt es jeden Freitag neue Updates. Ich hoffe, wir sehen uns jeden Freitag!]

Kapitel Eins:

Louis richtete sich auf seinem alten braunen Fahrrad auf. Er stellte das Rad auf dem Rasen vor einem einsamen Bungalow ab. Er wusste, dass sein Vater sich beschweren würde, wenn er ihn den frisch gemähten Rasen ruinieren sah. Doch er war abgelenkt von den vielen teuren Autos, die in der Einfahrt standen. Stirnrunzelnd stieg er von seinem Fahrrad ab.

Hatten sie etwa Besuch?

Es war schon eine Ewigkeit her, dass jemand bei seinem Vater vorbeigekommen war. Außerdem war das letzte Mal schon nicht sehr angenehm gewesen. Und niemand von ihnen war mit so teuren Autos gekommen.

Er vergaß sein Fahrrad, griff nach dem Riemen seiner Schultasche und eilte ins Haus. Er war neugierig, wer ihre reichen Besucher waren.

Louis platzte ins Wohnzimmer. Sofort traf er auf den Blick eines Mannes, der auf einem Sofa gegenüber seinem Vater saß, welcher vor ihm kniete. Die fesselnden champagnerfarbenen Augen des Fremden starrten Louis an.

Louis’ Vater, London, sagte: „Mr Smith, ich … ich bitte die Verspätung vielmals zu entschuldigen.“

Edward, der Louis immer noch anstarrte, antwortete, ohne den Vater anzusehen: „Tust du das?“ fragte er arrogant.

„Ja, Mr Smith! Das tue ich!“, nickte London. „Ich wollte nicht, dass es so weit kommt.“

Der Mann sah wieder zu Louis’ Vater. Er nahm das Weinglas, das auf dem Hocker vor ihm stand, und schwenkte es. Er wirkte völlig entspannt, schlug die Beine übereinander und lehnte sich im Sofa zurück. Der Mann sah viel jünger aus als sein Vater, daher wunderte sich Louis, warum sein Vater so formell mit ihm sprach.

„Erinnere mich mal, London“, Edward strich über seinen Stoppelbart und wirkte dabei ernst und gefährlich. „Wie viel schuldest du mir?“

Sein Vater schluckte schwer und warf einen Blick zu Louis. Es war offensichtlich, dass er nicht wollte, dass Louis diese Peinlichkeit miterlebte. Verwirrt blieb Louis an der Tür stehen und beobachtete seinen Vater. Er hatte keine Ahnung gehabt, dass sein Vater bei jemandem Schulden hatte.

„Es… Es sind zwei Millionen Dollar, Mr Smith.“

Der Mann summte nur, doch Louis’ Vater wirkte weiterhin angespannt.

„Findest du nicht auch, dass das eine verdammt lange Zeit ist, um jemandem Geld zu schulden?“

Louis’ Vater flehte erneut.

„Mr Smith, bitte geben Sie mir wenigstens zwei Monate. Ich verspreche Ihnen, innerhalb von zwei Monaten habe ich das ganze Geld zusammen!“

Der Mann spottete: „Ich kann dir keine zwei Monate gewähren, London.“

Er stellte das Weinglas auf den Hocker und sah Louis an, als er sprach: „Ich wusste gar nicht, dass dein Sohn schon so groß ist.“

London riss die Augen auf, als er begriff, worauf Edward hinauswollte. Er klammerte sich an Edwards Füße und flehte: „Bitte nehmen Sie ihn nicht mit. Er ist alles, was ich habe!“

Ein stämmiger Mann trat mit einem bösartigen Blick vor. Er wollte London packen, um ihn von Edward wegzuziehen, doch Edward hob die Hand. Sofort nickte der Mann und trat zurück.

Ohne den stämmigen Mann anzusehen, schnippte Edward in Louis’ Richtung. „Holt ihn.“

Der stämmige Mann drehte sich sofort um und starrte Louis an. In Panik wich Louis zurück und sah seinen Vater vorwurfsvoll an.

„Dad, was ist hie—“, fing er an.

Bevor er seinen Satz beenden konnte, war der stämmige Mann bei ihm und packte seine Hände. Louis kämpfte in seinem festen Griff.

„Bitte, lass mich los!“, schrie er den Mann an.

„Bitte, Edward! Lass ihn gehen!“, bettelte sein Vater erneut, doch es stieß auf taube Ohren.

Edward ignorierte den Protest, stand auf und verließ das Wohnzimmer. All die anderen Männer, die in den Ecken des Raumes gestanden hatten, folgten ihm. Louis sah zurück zu seinem Vater, während der stämmige Mann ihn aus dem Raum zerrte.

„Dad! Dad!“, rief er um Hilfe. „Dad, bitte hilf mir!“

London konnte sie nicht davon abhalten, seinen einzigen Sohn mitzunehmen. Er brach auf dem kalten Boden zusammen und weinte.

Ohne jedes Erbarmen zerrte der Mann Louis nach draußen und blieb neben einem eleganten schwarzen Auto stehen. Er holte ein Seil aus seiner Gesäßtasche und fesselte Louis’ freie Hände.

Louis schluchzte, als er das Seil um seine zarte Haut enger zog. Er sah den stämmigen Mann mit seinen feuchten, glitzernden ozeanblauen Augen an.

„Bitte, tu das nicht. Bitte…“, sagte Louis unter Tränen und sah besiegt auf seine gefesselten Hände hinab.

Der Mann zischte ihn wütend an: „Halt verdammt noch mal die Fresse, sonst klebe ich dir auch noch den Mund zu!“

Louis wimmerte und versuchte zu begreifen, was hier gerade geschah. Sein ganzes Leben stand auf dem Kopf. Er betete still, dass sein Vater die Polizei rufen würde, damit er sicher in die Geborgenheit seines Zuhauses zurückkehren konnte. Das Seil an seinen Handgelenken schnitt in seine Haut. Er wand seine Hände, um sich zu befreien.

Malik wollte gerade die Tür des Lamborghinis für seinen Boss, Edward, öffnen, als er bemerkte, wie fest das Seil um Louis’ Hände saß. Er trat an Louis heran.

„Binde ihm nicht die Hände. Der Boss wird nicht erfreut sein, wenn er Blasen oder blaue Flecken bekommt.“

Der Stämmige nickte und ließ Louis’ Hände los. „Okay.“

Malik packte Louis’ gefesselte Hände. Langsam band er das Seil auf. Als er fertig war, ließ er es zu Boden fallen. Dann sah er Louis an.

„Ich werde nicht zimperlich sein, wenn du versuchst abzuhauen. Verstanden?“, warnte Malik.

Ängstlich und zerbrechlich wirkend nickte Louis.

„Antworte mir, wenn ich mit dir rede.“

Louis spielte nervös mit seinen Händen und warf Malik einen flüchtigen Blick zu.

„Ja, ich… ich werde nicht versuchen zu fliehen.“

Malik nickte und ging auf den Lamborghini zu, wo Edward wartete.

„Folge mir“, sagte Malik.

Louis nestelte am Saum seines Shirts, während er Malik folgte. Er sah nach vorne. Edward stand am Auto und beobachtete ihn genau. Er musterte seine Umgebung. Er kannte den Weg zu seinem Haus besser als sie alle. Er war nicht gefesselt, er könnte also davonlaufen. Das Problem war nur, ob ihm die Flucht wirklich gelingen würde. Die Männer, die Edward bewachten, wirkten so beängstigend. Es war offensichtlich, dass sie keine einfachen Bodyguards waren, vor allem Malik nicht. Sein Gang war entspannt, aber wachsam. Und seine Augen wirkten berechnend.

Ohne Zweifel würde Malik ihn als Erster erwischen, falls er jemals versuchen sollte zu fliehen.

Malik blieb stehen und drehte sich zu Louis um.

„Weitergehen!“, befahl er.

Louis war so in seine Fluchtgedanken vertieft gewesen, dass er gar nicht gemerkt hatte, dass er auf der Stelle stehen geblieben war.

Sofort lief er los und versuchte, mit Malik Schritt zu halten.

„Entschuldigung“, murmelte Louis.

Ohne ein Wort zu sagen, brummte Malik nur und ging weiter. Sie erreichten den Lamborghini. Malik öffnete die Tür zum Rücksitz und sah Louis an.

„Einsteigen.“

Louis schluckte schwer und stieg ohne Widerworte auf den Rücksitz des Wagens. Sie ließen es so aussehen, als würde er ihnen freiwillig folgen.

Malik öffnete die Vordertür für Edward, bevor er sich auf den Fahrersitz setzte. Als alle saßen, startete er den Motor und fuhr aus der Einfahrt. Louis’ Herz klopfte, als der Wagen durch die leeren Straßen raste. Er kam sich dumm vor, weil er nichts unternommen hatte. Er war einfach wie eine Statue dagestanden und hatte sich ohne Gegenwehr mitnehmen lassen. Er hätte wenigstens um Hilfe schreien oder versuchen sollen, die Polizei zu rufen.

In dem Moment, als der Lamborghini seine Straße verließ, zog sich sein Magen zusammen und sein Herz raste. Wohin brachten sie ihn? Und was hatten sie mit ihm vor?

Viele Fragen schossen ihm durch den Kopf und er brauchte Antworten, aber er traute sich nicht, seine Entführer zu befragen. Wer weiß, was sie mit ihm anstellen würden, wenn er sprach, ohne dazu aufgefordert worden zu sein?

Irgendwann konnte Louis seine Angst nicht mehr zurückhalten. Er rutschte in eine Ecke des Rücksitzes und kämpfte gegen den Drang an, aus dem fahrenden Auto zu springen. Aber er konnte es nicht. Das wäre Selbstmord, und er war noch nicht bereit zu sterben. Louis umklammerte sich selbst, als er seine Entführer erneut ansah.

„Könnt ihr mir bitte sagen, wohin ihr mich bringt?“

Malik umklammerte das Lenkrad und sah Louis an. Dann sagte er: „Hör mir jetzt gut zu. Du redest nur, wenn dir eine Frage gestellt wird. Verstanden?“

Louis war nicht begeistert von Maliks Antwort, aber er wollte nicht noch einmal seine Grenzen überschreiten. Verängstigt zog er die Beine an und nickte langsam.

„Okay.“

„Gut.“

Bald darauf parkte der Lamborghini vor einem teuer wirkenden, verzierten schwarzen Tor. Louis setzte sich aufrecht hin und beobachtete das Tor. Er fragte sich, welches grausame Schicksal ihn hinter diesem Tor erwartete.

Wollten sie ihn etwa verkaufen, nur weil sein Vater bei ihnen Schulden hatte?

Das Tor öffnete sich automatisch. Dann fuhr Malik hinein. Am anderen Ende stand eine prachtvolle Villa stolz vor einem schimmernden Pool. Louis war so besorgt, dass er den wunderschönen Anblick der Villa gar nicht genießen konnte.

Malik parkte das Auto in einer luxuriösen Garage. Er stieg aus und ging zur Rückbank. Er öffnete die Tür und befahl Louis, auszusteigen. Louis stieg aus und wurde in die Villa geführt.

Louis nestelte nervös an seinen Händen, als Malik ihn in einen Aufzug führte. Das farbenfrohe Innendesign der Villa war atemberaubend, doch für den panischen und besorgten Louis war es zermürbend. Wer auch immer diese Villa besaß, war extrem reich und hatte das Geld, ihn einfach zu kaufen. Malik hielt vor einer Zimmertür an und öffnete sie. Dann winkte er Louis zu sich.

„Geh rein“, befahl Malik.

Louis drückte den Daumen in seine Handfläche, als er den Raum betrat. Er konnte nichts erwidern. Er hatte zu viel Angst, irgendetwas zu sagen. Als er im Zimmer war, setzte er sich auf das Bett in der Mitte. Stunden vergingen, und niemand kam zu ihm. Schließlich schlief er ein. Das Knarren der Tür weckte ihn auf. Neugierig setzte sich Louis auf dem Bett auf und sah sich um.

In der dichten Dunkelheit des Zimmers bemerkte er eine Gestalt, die auf dem Sofa gegenüber dem Bett saß.