Grayson
Grayson Coldwell POV
Das Geräusch eines Herzmonitors im Krankenhaus ist eine ganz besondere Art von Folter.
Piep. Piep. Piep.
Es ist zu rhythmisch. Zu mechanisch. Eine sterile Erinnerung daran, dass die Frau, die ich liebe, nur noch durch eine Maschine und ein Gebet mit dieser Welt verbunden ist.
Ich habe dieses Zimmer seit vier Tagen nicht verlassen. Ich habe nicht geduscht. Der Plastikstuhl im Krankenhaus hat sich förmlich in meinen Rücken eingedrückt, und der Kaffee, der in meinem Hals klebt, schmeckt wie Batteriesäure. Aber ich kann mich nicht bewegen. Wenn ich mich bewege, lasse ich ihre Hand los. Und im Moment ist das Festhalten ihrer Hand das Einzige, was verhindert, dass ihr Anker in die Tiefe abrutscht.
„Komm zu mir zurück, Autumn“, flüstere ich. Meine Stimme ist rau und brüchig nach Tagen des Schweigens und der heruntergeschluckten Tränen.
Ich sehe auf ihr Gesicht. Blass. Blau unterlaufen am linken Wangenknochen vom Aufprall. Da ist eine kleine Wunde an ihrem Haaransatz, sauber vernäht von einem Chirurgen, dessen Namen ich nicht einmal mehr weiß. Sie wirkt so klein in diesem riesigen Krankenhausbett. So zerbrechlich.
Das ist die Frau, die sich mit dem Navigationssystem in ihrem Auto streitet. Die Frau, die sich weigert, das letzte Stück Pizza zu essen, wenn ich es nicht millimetergenau mit ihr teile. Die Frau, die mir vor gerade einmal zwei Monaten einen goldenen Ring an den Finger gesteckt und mir das Für-immer versprochen hat.
Mein Daumen streicht über ihre Fingerknöchel und fährt den dazu passenden Diamantring an ihrer linken Hand nach.
Das „Für-immer“ erweist sich als deutlich schwieriger, als wir gedacht haben.
Der Unfall läuft jedes Mal wie in einer Schleife vor meinem inneren Auge ab, wenn ich blinzle. Die blendenden Scheinwerfer. Das schreckliche Kreischen von berstendem Metall. Das krankmachende Krachen auf der Beifahrerseite – ihrer Seite –, die die Wucht des Geländewagens abbekam, der über die rote Ampel gefahren ist. Ich bin mit einem verstauchten Handgelenk und ein paar angebrochenen Rippen davongekommen.
Etwas, das für mich keinen Sinn ergibt.
Seitdem hat sie ihre Augen nicht geöffnet.
„Die Schwellung in ihrem Gehirn geht zurück, Mr. Coldwell“, hatte mir der Arzt heute Morgen gesagt. „Jetzt müssen wir abwarten. Wenn die Sedierung vollständig nachlässt, sollte sie aufwachen. Wir müssen nur sehen, wie sie reagiert.“
Wenn sie aufwacht. Nicht falls. Ich weigere mich, über ein „falls“ nachzudenken.
Ich lehne meine Stirn gegen die Kante ihrer Matratze und schließe die Augen. Ich bin vollkommen am Ende. Meine Brust schmerzt mit einem physischen, hohlen Gefühl.
Gib mir einfach ein Zeichen, Autumn. Irgendwas. Bitte.
Als würde sie ein Gebet beantworten, das ich zehntausendmal wiederholt habe, zucken die Finger, die in meine gewickelt sind.
Meine Augen reißen auf.
Ich erstarre und halte den Atem an. Ich habe schreckliche Angst, dass ich es mir nur eingebildet habe. Aber dann passiert es wieder. Ein schwacher, bewusster Druck.
„Autumn?“
Der Rhythmus des Monitors setzt aus, das Piepen wird schneller. Ihre Augenlider flattern. Sie stößt ein leises, atemloses Stöhnen aus, während sich ihr Kopf leicht auf dem Kissen bewegt.
Mir bleibt der Atem im Hals stecken. Die Erleichterung, die über mich hereinbricht, ist so heftig, dass mir schwindelig wird. Sie lebt. Sie kommt zu mir zurück.
Ich drücke ihre Hand zurück und beuge mich nah zu ihr. Mein Herz hämmert gegen meine Rippen wie ein gefangener Vogel.
„Ich bin hier“, bringe ich hervor, während mir endlich eine Träne über die Wange läuft. „Ich halte dich.“
Ihre Augen flattern erneut. Sie kämpfen gegen den schweren Sog des Schlafes und blinzeln langsam auf, um meine zu treffen.









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Guter Einstieg, gefällt mir bisher sehr gut😘