Prolog
*** Teil 3 der De Luca Diaries ***
Prolog
Matt
Montag Mittag. Der Laden ist leer bis auf Leon und mich. Nicht unbedingt die Zeit, um sich ein Tattoo stechen zu lassen. Aber ich bin da. Also ist die Tür offen. Scheiß auf Öffnungszeiten. „Alter, noch nie eine Krawatte gebunden, oder was?“ Ich nehme Leon das Teil aus der Hand und stelle mich vor den Spiegel. „Ach und du schon?“ blafft Leon zurück. Aber er stellt sich trotzdem grader hin, als ich ihm die fertig gebundene Krawatte wieder um den Hals hänge und zurecht ziehe. „Jetzt musst du nur noch aufhören ständig an dem Kragen zu zerren.“ „Ich hasse Anzüge.“ „Alter, deine Schwester macht ihren Abschluss. Da kannst du ja wohl einen Anzug tragen.“ „Und du willst sicher nicht mitkommen?“ Leon sieht aus, als würde er lieber zwei Tage mit einer Lebensvergiftung flachliegen als dahin zu gehen. „Ich habe noch zu tun.“ „Ja ja, wie immer.“ Leon seufzt und schlurft zur Tür. Genau in dem Moment, als sie von Außen geöffnet wird. Leon mustert die Frau von oben bis unten. Sobald sie an ihm vorbei ist, grinst er mir zu und streckt die Daumen nach oben. Ja, schon klar, alter. Sie ist heiß. Ich hätte die Tür doch abschließen sollen. „Wir haben im Grunde nicht geöffnet.“ rufe ich ihr zu und gehe nach hinten zu meinem Schreibtisch. „War das dein Boss?“ fragt sie, als hätte sie mich nicht gehört. Sie kommt einfach hinter mir her gelaufen. „Mein…Boss?“ „Ja, der Schnösel da im Anzug. Gehört dem der Laden?“ Sie wedelt in Richtung Tür, wo Leon gerade verschwunden ist. Ich verbeiße mir ein Lachen. „Kommt drauf an, wer fragt.“ sage ich so desinteressiert wie möglich, aber das kümmert sie nicht im Geringsten. „Oh gut. Weil ich nämlich nur mit Leon reden soll.“ sagt sie und grinst mich an als sei damit geklärt, dass ich Leon bin. Das könnte interessant werden. Ich gehe an ihr vorbei und schließe die Tür ab, um Leon keine Chance zu geben, mir das hier zu versauen. Dann drehe ich mich wieder zu ihr um. „Was kann ich für dich tun?“ frage ich und muss Leon Recht geben. Sie ist wirklich heiß. Vielleicht ein bisschen zu heiß. Mit diesen absurd hohen Schuhen und dem zu kurzen Kleid. Und dann diese aufgemotzten Haare, als käme sie frisch von einem vier Stunden Friseurtermin. Ich wette, die Farbe ist nicht echt. Die Augenbrauen geben es preis. Dunkelbraun nicht blond. Außer die sind auch gefärbt. Wer weiss das schon. Aber unter dem Ganzen, unter der Schminke und dem Schmuck… da ist sie wunderschön. Was zum Teufel will sie von Leon? Und warum darf ich es nicht erfahren? Denn so viel steht fest, dem Boss wollte sie es nicht erzählen. „Cici meinte, du könntest mir helfen.“ Cici. Nun, ich dachte den Namen würde ich nie wieder hören. „Und womit dachte Cici, dass ich dir helfen kann?“ Sie presst ihre Lippen aufeinander und wirkt plötzlich nervös. Die Absätze klacken laut auf dem Boden als sie so nah an mich herantritt, dass unsere Fußspitzen sich berühren. Will sie mich jetzt etwa küssen oder was? Sie stellt sich auf die Zehenspitzen, bis ihr Gesicht vor meinem schwebt. So scheiß nah. Keiner von uns bewegt sich. Und dann kann ich es nicht länger unterdrücken. Sie sieht wie meine Wange zuckt und grinst, bevor sie ihren Kopf kaum merklich zur Seite bewegt. Fast hätten sich unsere Lippen berührt. Fast. Stattdessen flüstert sie mir ins Ohr. „Ich brauche einen von deinen Ausweisen.“ „Von meinen Ausweisen.“ „Naja halt einen Gefälschten.“ Was zum Teufel geht hier eigentlich vor. Ihr Gesicht ist immer noch direkt an meinem. Vermutlich sind es die blöden Schuhe, die sie aus dem Gleichgewicht bringen. Nur ein winziges Stück. Aber es reicht, damit sie ihre Hand auf meinen Arm legt, um sich abzufangen. „Hups, sorry. Also, wie sieht es aus? Cici meinte, du hättest ihr damals damit geholfen.“ Verfluchte Scheiße. „Ich habe genug Geld.“ sagt sie und ich muss mir einen bissigen Kommentar verkneifen. Natürlich hat sie genug Geld. Oder wohl eher ihre Familie. Apropos.. „Dafür brauche ich aber deinen echten Namen.“ Schweigen. Damit hast du nicht gerechnet, was? Halb hoffe ich, dass sie einfach wieder geht. Kalte Füße kriegt. Aber das Mädchen hat Mumm. „Bella.“ „Bella und weiter?“ „Einfach nur Bella.“ Und schlau ist sie auch noch. „Okay Prinzessin. Komm nächste Woche wieder und–“ „Ich bin keine Prinzessin.“ „Ja, schon klar. Aber du heißt doch wie eine.“ „Du meinst Belle. Kein Disney-Fan, was?“ fragt sie und verschränkt die Arme vor ihrer Brust. Keine gute Idee. Außer sie will mich auf verdammt dumme Gedanken bringen. „Meine Disney-Zeiten sind eine Weile her.“ murmele ich und zwinge meinen Blick weg von diesem verbotenen Ausschnitt. Mir entgeht nicht das amüsierte Funkeln in ihren Augen. Auch wenn sie es schnell wieder im Griff hat. Sie weiss ganz genau, wie sie aussieht. Und was für eine Wirkung sie auf Männer hat. Mich eingeschlossen. Verdammt. Ich werde hier mit meinen eigenen Waffen geschlagen. „Also wann? Nächste Woche?“ „Was?“ „Na, wann soll ich wiederkommen?“ Ach ja. „Nächsten Montag. Selbe Zeit. Überleg dir bis dahin, welches Motiv es sein soll.“ „Motiv?“ „Für das Tattoo.“ „Aber ich–“ „Kein Tattoo, kein Ausweis, Prinzessin.“ Das kann doch nicht mein ernst sein. Was soll die Scheiße denn? Ich sollte sie wegschicken. Und ihr am besten noch Ladenverbot erteilen. Aber ganz sicher sollte ich ihr kein Tattoo verpassen. Mal ganz abgesehen, dass sie nicht begeistert von der Idee zu sein scheint. „Also das Tattoo… Müsste das von dir sein?“ Wie. Bitte? Ich bin der beste Tattoowierer im Umkreis von hunderten Kilometern. Sie könnte sich glücklich schätzen… „Es ist nur, Cici meinte, dein Boss würde die besten Tattoos machen. Nichts für ungut. Ich bin sicher, du hast es auch echt drauf.“ Dieses Mal halte ich mein Lachen nicht zurück. Natürlich hat sie das gesagt. Weil ich der verdammt noch mal beste bin. Das wird ja immer besser. „Das wird kein Problem sein. Also Montag dann bei Matt.“ sage ich und sie nickt erleichtert. „Okay super. Ich wollte sowieso immer schon ein Tattoo. Aber meine Brüder… Naja, ist egal, jetzt kriege ich ja eins. Und dann bekomme ich den Ausweis?“ Ich wende mich meinem Schreibtisch zu und gebe ein Geräusch von mir, das genau so gut Ja wie Nein heißen könnte. Aber natürlich interpretiert sie es als Ja. „Alles klar. Wow. Dann bis Montag.“ Sie wartet auf meine Antwort. Es kommt keine. Schließlich dreht sie sich um und dreht den Schlüssel im Schloss, bevor sie aus dem Laden spaziert. Ich starre weiter auf meine Zeichnungen, bis ich die Ladentür höre. Dann erst sehe ich hoch und beobachte, wie sie draußen ihr Handy rausholt und dann allen ernstes dem Typen hinterherschaut, der an ihr vorbeigeht. Dabei sieht der nichtmal besonders gut aus.
Na? Kommt euch die Szene bekannt vor?
Man, ich hoffe, ihr liebt die Story genauso wie ich 🤩🫣
Nach Ethan und El und Nici und Will kann ich es gar nicht erwarten Bella‘s Story zu lesen 😍 ich freu mich schon sooooo😍😍
der Einstieg ist schon super,
es klingt so witzig❤️❤️❤️
ich bin schon wieder richtig gefangen - kann gar nicht erwarten, wieder Teil der Geschichten um El, Nici, Bella und die Kerle zu sein....