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Auszeichnungen und Preise:
🥇 Erster Platz in Romance/Drama/Erotica bei den Dragon’s Eye Awards (2023)
🥇 Erster Platz in Erotica bei den Green Exchange Awards (2024)
🥈 Zweiter Platz Overall bei den Green Exchange Awards (2024)
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PROLOG
Völlig fertig und mit blutunterlaufenen Augen sah Maggie aus, als hätte sie nur drei Stunden geschlafen. So konnte sie unmöglich zur Arbeit gehen. Sie musterte sich im Badezimmerspiegel, während sie darauf wartete, dass das Wasser warm wurde. Sie wusste, dass man sie schon vor Monaten hätte feuern müssen. Gott, ich hab ein Schweineglück, dass Mrs. Bentley glaubt, ich sei todkrank oder so, und dass sie blindes Vertrauen in meine Rolle als „braves Mädchen“ hat.
Sie lächelte finster bei dem Gedanken. Ihre Sorgen wegen der steigenden Rechnungen, des fast leeren Kühlschranks und des Geldmangels verblassten, wie es in letzter Zeit immer der Fall war. Die Erinnerungen an ihre neu entdeckte verruchte Seite spielten sich in ihrem Kopf ab, und ihr Magen begann zu kribbeln.
Maggie riss sich zusammen und spritzte sich Wasser ins Gesicht. Sie wollte sich ernsthaft auf ihre Pflichten in dieser Welt konzentrieren – in der echten Welt. Aber es fiel ihr immer schwerer, zwischen ihrem echten Leben und dem fiktiven zu unterscheiden. Wenn sie ehrlich zu sich selbst war, gefiel ihr das fiktive weitaus besser.
Wieder schweiften ihre Gedanken ab, während das Wasser an ihrem Gesicht hinunterlief. Sie starrte auf ihre Lippen im Spiegel und dachte an das letzte – oder war es das heutige? – heiße Abenteuer mit den Zwillingen. Ihr Magen drehte sich um und ihre Muschi pochte bei der bloßen Vorstellung an die erotische Geschichte.
Das war definitiv ein Favorit. Die beiden waren es auch, dachte sie. Sie hatte die Erotikgeschichte bereits in ihr „spezielles Bücherregal“ einsortiert. Als sie nach dem Handtuch griff, um sich das Gesicht zu trocknen, entwich ihr ein kaum hörbares Stöhnen. Ihr lief das Wasser im Mund zusammen bei der Erinnerung an ihre gemeißelten, warmen und eingeölten Körper, die ihren immer und immer wieder von vorne und hinten wärmten.
„Nein. Ich muss zur Arbeit“, befahl ihr rationales Gehirn ihrem Spiegelbild. Sie rang das Handtuch in ihren festen Fäusten, während sie versuchte, den Drang zu unterdrücken, ihren Begierden nachzugeben. Sie brauchte das Geld für die Miete. „Außerdem hat die Arbeit in der Bibliothek ihre Vorteile. Ich komme immer an neue Bücher. Oh, und ich kann das Grabbelregal durchstöbern, um zu sehen, was gestern Abend alles gespendet wurde.“
Doch während sie sich fertig machte, um zur Bibliothek aufzubrechen, dröhnte der Wetterbericht aus dem Fernseher über die Sommerhitze. Bald spürte Maggie das vertraute Ziehen in ihrem Bauch – das Verlangen, das einfach nicht nachließ, wenn sie es nicht stillte. Es rief nach ihr wie aus den Tiefen der Urzeit, genau wie von Anfang an. Sie wusste, dass sie süchtig war, aber wie sollte man Hilfe für eine Sucht finden, bei der niemand glauben würde, dass sie überhaupt existiert?
Sie versuchte, die Stimme auszublenden, und steuerte auf die Haustür zu, wo ihre Schlüssel auf dem Tisch lagen. Schlüssel – es gab nur einen Schlüssel, den sie im Moment wollte. Und der gehörte weder zu ihrer Wohnung noch zu dem Lagerraum, für den sie mit den Zahlungen im Rückstand war. Nein, er gehörte zu dem Tagebuch, das sich in ihre Seele eingebrannt hatte. Sie lebte nur für diesen Schlüssel und das Tagebuch sowie für die heißen, dampfenden, von Sex erfüllten Welten, die sie damit aufschloss. Sie hatten sie aufgeschlossen.
Wie in Trance blieb sie mitten im Flur stehen und schrieb Mrs. Bentley eine Nachricht. „Ich fühle mich nicht wohl und kann heute nicht zur Arbeit kommen.“
Die Macht ihres Bedürfnisses überkam sie. Sie trat ihre Schuhe von den Füßen und schlurfte in ihr Heiligtum. Ihr Atem ging schwer vor Vorfreude. Dieser Raum war früher ihr Arbeitszimmer gewesen, doch jetzt, vollgestopft mit Bücherregalen, glich er eher einem Altar. Er war voller Sitzsäcke, riesiger Polster und Kissen, auf denen sie das geschriebene Wort verehren und in die Seiten eintauchen konnte, wann immer ihr danach war.
Sie knöpfte ihre Bluse auf und ließ das seidene Kleidungsstück zu Boden gleiten. Dann streifte sie schnell ihre Leggings ab. Ihre Augen suchten die Bücher in den Regalen ab, die für ihre Favoriten reserviert waren. Nachdem sie sich mit den Zwillingen beim BDSM vergnügt hatte, zog Maggie Stolen by the Duke aus seinem Platz am Ende des Regals. Ein historischer Liebesroman.
„Ah, Duke Pierre.“ Sie stöhnte seinen Namen, öffnete ihren BH und warf ihn beiseite. Während sie eine Brust liebkoste, steigerte sie absichtlich ihre bereits erregte Stimmung. Sie hatte das Schlafzimmer des Dukes schon unzählige Male besucht und wollte bereit für ihn sein.
Sie setzte sich in die Mitte ihres kuscheligen Nests auf den Boden und nahm das geliebte Tagebuch zur Hand. Maggie öffnete den erotischen Roman an der markierten Stelle auf Seite zweiundfünfzig. Das war der Moment, in dem Pierre Sophie endlich in sein Bett bekommen und zum ersten Mal leidenschaftlich mit ihr geschlafen hatte. Maggie war bei diesem Kapitel jedes Mal aufs Neue völlig aufgelöst, als wäre es das erste Mal. Dieses Gefühl, das tief in ihr brannte, war das, wonach sie süchtig geworden war und wonach sie sich unerbittlich sehnte, ohne jemals genug davon zu bekommen – genug von Pierres Schwanz zwischen ihren Schenkeln und auf ihrer Zunge.
Mit dem Tagebuch auf dem Schoß berührte Maggie den Roman mit der anderen Hand und murmelte den Zauberspruch, den sie vor Monaten auswendig gelernt hatte – damals, bevor ihr Leben, ihr echtes Leben, den Bach runtergegangen war.
„...Fac me una cum scriptoris consilio.“
Sie blinzelte, um sich an ihre neue Umgebung zu gewöhnen. Sie stand da, bekleidet mit dem dünnen, fast durchsichtigen Leinenhemd, das Sophies Zofen ihrer Figur im vorherigen Kapitel angezogen hatten. Maggie spürte, wie sich ihr glattes, schulterlanges Haar in Sophies dicke, schwarze Mähne verwandelte, die ihr über den Rücken bis zur Taille fiel. Ohne hinzusehen, wusste sie, dass die einfache Kordel, die vorne locker verknotet war, ihre nun vergrößerten Brüste kaum verbergen konnte, während sie vor Duke Pierre Alejandre Morduex stand.
Egal, wie oft sie diese Szene auch las, sie zitterte immer noch vor seiner imposanten Präsenz, die hungrig und doch beschützend vor ihr schwebte. Seine betörenden Worte mit dem französischen Akzent ließen ihre Sinne schmelzen. „Sophie, ich habe viel zu lange auf diesen Tag gewartet. Ich möchte dich berücken und jeden Zentimeter deines Körpers und deiner Seele verehren.“
Maggie schlüpfte ganz leicht in ihre Rolle als Sophie und lächelte sanft, mit einem Hauch von Hunger in ihren eigenen Augen. Es war kein Schauspiel. Sie begehrte den Duke wirklich. „Mein Körper und meine Seele gehören dir, mein Liebster.“
Sie löste die Kordel an ihrer Brust in einer langsamen, verführerischen Bewegung. Ihr Blick wich nicht von seinem, bis sein warmer Mund den ihren fand. Wie durch Zauberhand glitt das Oberteil ihres Hemdes von ihren Schultern. Wie der stolze Lord, der er war, legte Pierre seinen kräftigen Arm um ihre Taille und zog sie näher, während seine große, weiche Hand ihre warme Brust umschloss. Sein Handteller massierte sie, wärmte ihr Inneres wie ein loderndes Kaminfeuer und ließ ihre Unterwäsche vor Verlangen feucht werden, während sie wollüstig in seinen Kuss hineinstöhnte.